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Fachkräftemangel: Wirtschaft macht MINT-Wind

Die Wirtschaft klagt über fehlende Fachkräfte in Naturwissenschaft und Technik - mal wieder. Der Mangel an diesen so genannten MINT-Kräften sei so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Doch einiges spricht dafür, dass Alarmismus nicht angebracht ist.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...800869,00.html
  1. #1

    Beim Abbruch kann man es sich nicht so leicht machen

    Ich habe Informatik an einer Universitaet mit hervorragenden Studienbedingungen studiert. Trotzdem haben ca. 50 Prozent das Vordiplom nicht bekommen, und die meisten davon haben aufgegeben. Die Gruende lagen hauptsaechlich in mangelndem Talent, Faulheit und teilweise in Borniertheit der Studenten. Talent laesst sich nicht vermehren und muss gleichzeitig in MINT-Faechern gefordert werden. Talentfrei kann man in dem Bereich nichts werden, anders als in vielen anderen Bereichen.

    Ich kann mir aber gut vorstellen, das ein Teil der Studenten durch die offen ausgelebte Inkompetenz der gesellschaftlichen "Leitfiguren" es schwierig finden sich durch ein hartes Studium zu kaempfen, das es erfordert die Dinge zu sehen wie sie sind. Dazu kommt, das MINTler nacher im Berufsleben oft nicht gut behandelt werden und sich z.B. von Vorgesetzten ohne Fachkenntnisse (BWLer) gaengeln lassen muessen oder keine brauchbaren Aufsstiegschancen vorfinden. Ein Wunder, dass es trotzdem noch so viele gibt. Wenn man die Arbeitsbedingungen verbessern wierde, gaebe es auch keinen Mangel. Aber dann musste ja irgendein BWLer evtl. auf seinen Bonus verzichten oder nur soviel bekommen wie ein MINTler...
  2. #2

    Interessanter

    Viel interesanter als die Frage ob es einen MINT-Mangel gibt, scheint mir die Frage warum gewisse Gruppen einen MINT-Mangel herbeireden wollen. Warum keinen Juristenmangel? Da liegt doch der Hase im Pfeffer!
  3. #3

    N S N

    NSN wird ja demnächst mit dem Rauswurf von 17.000 hochqualifizierten Mitarbeitern weltweit und geschätzten 3.000 hochqualifizierten Mitarbeitern (hauptsächlich MINTler) in Deutschland den angeblichen Fachkräftemangel deutlich verringern. Ich fürchte nur, dass diese Fachkräfte, da größtenteils älter als 30 sind, mit Jahresgehältern über 40.000 Euro und mit kritischer Intelligenz ausgestattet, nicht das darstellen, was "die Industrie" sucht.
  4. #4

    Lohnniveau

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Unter Ökonomen sind die Zahlen allerdings umstritten. Joachim Möller, Direktor des Instituts für .....
    Aber Krankenschwestern verdienen doch viel weniger als MINT-Berufe. Wie passt das denn zusammen?
  5. #5

    Zu viele Häuptlinge

    Zitat von arnowagner Beitrag anzeigen

    Ich kann mir aber gut vorstellen, das ein Teil der Studenten durch die offen ausgelebte Inkompetenz der gesellschaftlichen "Leitfiguren" es schwierig finden sich durch ein hartes Studium zu kaempfen, das es erfordert die Dinge zu sehen wie sie sind. Dazu kommt, das MINTler nacher im Berufsleben oft nicht gut behandelt werden und sich z.B. von Vorgesetzten ohne Fachkenntnisse (BWLer) gaengeln lassen muessen oder keine brauchbaren Aufsstiegschancen vorfinden. Ein Wunder, dass es trotzdem noch so viele gibt. Wenn man die Arbeitsbedingungen verbessern wierde, gaebe es auch keinen Mangel. Aber dann musste ja irgendein BWLer evtl. auf seinen Bonus verzichten oder nur soviel bekommen wie ein MINTler...
    Genau so ist es. Mintler gelten in meinem beruflichen Umfeld als Geldbringer, die man möglichst billig einkaufen muss und dann um die 50 flott loswerden muss, um dann wieder Frischfleisch einzustellen. BWler können sich abendfüllend total lustige Witze über Mintler erzählen.

    Mein Vater wollte, dass ich Ingenieur werde. Schon die Bezeichnung - Unteroffizier der Wirtschaft - gefiel mir nicht. Vor allem schlechte Aufstiegschancen, minderes Ansehen und bescheidenes Gehalt machten mich stutzig.
    Bei 50 Proz Chancen rausgeprüft zu werden und selbigen Chancen in so prallen Ländern wie Südafrika, Libyen, VAR oder einem US Kaff zu landen, wars das dann. Hab übrigends nicht BWL studiert.
  6. #6

    .

    Zitat von Leser161 Beitrag anzeigen
    Viel interesanter als die Frage ob es einen MINT-Mangel gibt, scheint mir die Frage warum gewisse Gruppen einen MINT-Mangel herbeireden wollen. Warum keinen Juristenmangel? Da liegt doch der Hase im Pfeffer!
    Weil das was uns fehlt die Indianer sind.

    Häuptlinge haben wir nämlich genug.
  7. #7

    Und so sieht der Mangel in der Praxis aus

    Endlos beworben, für jeden Handgriff den man mal gemacht hat einen Nachweis anschleppen, beglaubigt natürlich und immer noch stand man unter Generalverdacht, dass doch an einem irgendwo ein Makel anhaftet.

    "Ui, da ist ja eine Lücke von 2 Wochen in ihrem Lebenslauf, das ist aber sehr schlecht"

    Dumme Personaler die vom Fach keinen Plan haben, absurd dümmliche Bewerbungsrituale,....

    So isser der deutsche Arbeitsmarkt, nicht nur für MINTler.
    Man muss schon Masochist sein, sich das anzutun.

    Tja, dann habe ich mich einfach selbstständig gemacht und plötzlich hies nur noch "Wann können sie anfangen, sind sie am x. bis y. frei? Können sie nicht doch bei uns, wir brauchen dringend..." KEIN Schwein hat plötzlich den obigen Mist mehr interessiert.

    Da sieht man was der Wirtschaft wirklich wichtig ist: Schnell die Arbeit erledigen und dann soll man wieder verschwinden. Solange immer Aufträge reinkommen ist das auch ok aber wer weiss wie lange das so bleibt....
  8. #8

    Phantomstellen

    viele 10000 dieser Stellen gibt es gar nicht, bzw. Sie werden nicht besetzt. Sehe das in meiner Firma. Seid 7 Monaten eine Stelle ausgeschrieben (auch für Berufsanfänger keine extremen Anforderungen).
    Zahl der Vorstellungsgespräche: 0.
    Wenn da einer Kommt der 5 jahre Berufserfahrung hat und mit 35k zufrieden ist wird die Stelle vielleicht vergeben.
  9. #9

    Zwei Thesen

    1) Vielleicht sollte die Industrie etwas unternehmen, um ihr eigenes Einstellungsverhalten weniger zyklisch zu machen. Ein Freund von mir fand vor einigen Jahren trotz Chemie-Studium und -promotion (mit summa) und räumlicher Flexibilität wegen Branchenflaute keine Anstellung. Er wurde zum Programmierer umgeschult.

    2) MINT-Studiengänge sind fordernd, die späteren Arbeitplätze in der Regel auch. Für die Absolventen ist es im Berufsleben oft schwierig zu sehen, wie halbhirnige BWL-Absolventen oder Juristen besser dotierte Posten bekommen oder Beamte mit deutlich weniger Stress fast genauso viel verdienen.


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