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Fachkräftemangel: Regierung will mehr Ingenieure und Ärzte ins Land holen
Deutschland fehlen Ärzte und Ingenieure, die Zuwanderung von Fachkräften wird aber von der Bürokratie behindert. Die schwarz-gelbe Regierung verspricht nun, dies zu ändern - und will auch ausländische Abschlüsse häufiger anerkennen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...769525,00.html
- #1 21.06.2011 07:51 von
Nachfrage
Ich kenne mich mit diesem Themengebiet wirklich nicht gut aus, aber wenn die Vorabprüfung negativ ausfällt (also kein Inländer für den Job zur Verfügung steht), dürfte der Anstellung eines Ausländers doch nichts mehr im Weg stehen. Oder sind die Hürden höher als im Artikel dargestellt?
- #2 21.06.2011 07:51 von
Ursachenforschung
Fehlen Ärzte?
Dann sollten die Zugangsvoraussetzungen an den Hochschulen gesenkt werden.
Fehlen Ingenieure?
Dann macht das Berufsbild attraktiver, insbesondere die Bezahlung hinkt weit hinter administrativen Managern hinterher.
Fehlen Studenten oder zu viel Langzeitstudierende?
Dann sollte man überlegen, ob die Schule nicht viel zu viele Dinge lehrt, an die sich keiner mehr mit Mitte 20 erinnern kann.
Besser weniges richtig als vieles gar nicht lernen. - #3 21.06.2011 07:54 von thominator
Mit
einer Vorrangprüfung gäbe es in Deutschland keine ausländischen Ingenieure und Ärzte.Denn es gibt genug Arbeitslose in beiden Berufsgruppen.
Aber jetzt wird der Markt geöffnet für den Billigingenieur für 2500 Euro Brutto aus Osteuropa,der nach drei Jahren wieder in die Heimat zurück geht und in Deutschland verbrannte Erde hinterlässt.Es geht um nichts anderes als Lohndumping. - #4 21.06.2011 07:56 von Michael Giertz
Komische Vorstellung
Was haben wir nur für Kopfstände gemacht: Bologna, Exellenzinitative, PISA ... Rankings und Reförmchen, und am Ende reicht es trotzdem nicht für Ärzte und Ingenieure?
Hmmm ... ein Schelm, der Böses dabei denkt.
KÖNNTE es sein, nur so als Denkanstoß, dass:
- mit PISA zwar jeder weiß, wo Deutschlands Schüler stehen, aber das überhaupt keinen Einfluss hat auf die Studentenkarriere?
- mit Bologna die Ingenieurswissenschaften am stärksten benachteiligt wurden?
- Ingenieurswissenschaften generell recht häufig in schlecht bezahlten und geachteten Karrieren enden, so dass die fähigsten Köpfe das Land verlassen?
- das gleiche effektiv auch für Ärzte gilt? Schlechte Bezahlung, hohes persönliches Risiko (siehe Privatpraxis), stark sinkendes Ansehen und katastrophale Arbeitsbelastung (60+-Stundenwoche).
- aufgrund dieser Aussichten und den schweren Studieninhalten die Studenten lieber Jura und Betriebswirtschaft studieren?
Ich frage ja nur.
Man könnte ja auch den eigenen Nachwuchs fördern, z.B. generell Stipendien für Ingenieurswissenschaften und Ärzte ausgibt oder auf Studiengebühren verzichtet. Das Entschlacken des Studieninhalts bzw doch wieder Verlängerung des Studiums um 2 bis 4 Semester könnte auch den hohen Druck von den Studentenschultern nehmen: Ingenieurswissenschaften SIND geistig hochanspruchsvoll. Im Gegensatz zu BWL und Jura: die beiden Crashkurse in meiner Technikerausbildung haben mir so viel vermittelt, dass ich eine eigene Firma aufmachen kann - und beides zusammen gibt nichtmal ein Semester. Was zum Teufel treiben die BWLer und Jurastudenten wohl die ganze Zeit? Komasaufen? - #5 21.06.2011 07:58 von
Fachkräftemangel
Ihr müsst nicht Fachkräfte ins Land reinholen. Ihr müsst schauen, dass die eigenen Fachkräfte nicht abwandern! Bei uns in der Schweiz massenhaft deutsche Fachkräfte von den genannten Branchen! Wenn ich ins Zürcher Unispital gehe, reden 90% der Ärzte Deutsch! Sie verdrängen die Schweizer Ärzte weil Sie williger und günstiger sind! Merkt ihr nicht das die EU ein Schachzug des Grosskapital ist und war! Die Ware "Arbeitskraftmensch" wird billig verhökert und überall setzen sich Arbeitnehmer gegenseitig unter Lohndruck! Und gehen so natürlich den Einheimischen gewaltig auf den Sack! Unsere dämliche, verlogene Schweizer Regierung jammert auch, sie müsste die Spitäler schliessen ohne die ausländischen Fachkräfte! Die blanke Wahrheit ist, ich kenne einige ca. 50 jähriger erfahrene, gut ausgebildete Schweizer Krankenschwestern, die keinen Job mehr bekommen, da sie nicht für das Gehalt einer 30jährigen Deutschen arbeiten wollen! Es ist die Wahrheit, und das seit in den 2000 Jahren propagiert wurde, man müsse Spitäler wie Unternehmen führen und den Profit maximieren um jeden Preis!
- #6 21.06.2011 08:01 von
Die eigentlichen Krankheiten
Die eigentlichen Krankheiten
sind nicht, daß Ingineure fehlen, sondern daß
- die kreativen Köpfe in vielen Unternehmen nicht die Köpfe rausstrecken dürfen und wenn schließlich alle gleichgemacht sind, dann schicken wir die ganze Abteilung zu einem »Kreativ-Workshop«
- in Deutschland keine unterschiedlichen "Arbeitsmodelle" nebeneinander existieren. Das heißt, es wird zwar mal die Teilzeitsau durch's Dorf getrieben und dann gibt's ein paar Artikel in Spiegel/Sueddutsche/Zeit und so. Es gibt auch mal ein bisserl progressivere Abteilungsleiter und HR-Specialists insgesamt jedoch eine Minderheit, aber es ändert sich nichts. Und dann wird die Vollzeitsau für Frauen durch's Dorf getrieben..... und es ändert sich nichts, weil die Betreuungsmöglichkeiten nicht funktionieren.
Es kann schon sein, daß mal genügend Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, aber das heißt doch noch lange nicht, daß jedes Kind das gleich gut verträgt. Und schließlich müssen die Frauen den Kompromiss machen und zuhause bleiben, damit die Kinder keinen Schaden nehmen.
Ich schaue mir Arbeitsprozesse in den Unternehmen an und frage: "Was macht Ihr da???" Und die Antwort ist: "Das macht man so!"
Aha! Das macht man so, weil man das so macht. Das macht man so, weil es Vorschrift ist, das macht man so, weil das mit SAP nicht anders geht, das macht man so, weil wir diesen Prozeß nun mal so umgesetzt haben......
Toll! So hindert Ihr Eure eigenen Leute an der Arbeit und haltet Sie mit unproduktiver Folklore auf Trab!
Und nun haben wir also wieder Fachkräftemangel?
Klar! Weil wir uns hier einen beispiellosen Exzeß aus Verwaltung und Arbeitsprozessen (Dienstvorschriften) leisten. Die Bundeswehr ist dagegen ein liberale Veranstaltung! (Glaubt mit, ich weiß auch wie's bei der BW zugeht). - #7 21.06.2011 08:03 von
?
Das mit den Ärzten habe ich schon bei Herrn Henkel gelesen. Wieso versucht man nicht die deutschen Fachkräfte im Land zu halten, zumal der Steuerzahler ihre Ausbildung teuer bezahlt hat? Die Arbeitszeiten sind unter aller Sau für Ärzte. Wie wird es in Schweden, Norwegen gemacht? Dorthin gehen sie nämlich. Oder nach England.
Wieso wandern jedes Jahr rd. 160.000 Deutsche aus?
Woanders gibt es keine Sozialhilfe oder einheiraten damit man ein Leben lang versorgt ist. D. h. die meisten Leute haben was drauf.
In der kleinen Schweiz leben und arbeiten rd. 230.000 Deutsche. Das die sich überfremdet fühlen (trotz sehr ähnlicher Kultur) kann ich verstehen.
..und bei uns? DU bist ein KOSTENFAKTOR! Das ein Mitarbeiter Geld einbringt wird verdrängt. Löhne runter, Arbeitszeit rauf, das Arbeitsklima oftmals mies. In Norwegen und Schweden soll es ganz anders sein. Bei uns: Lohndumping damit wir in Länder exportieren können denen wir das Geld zum bezahlen leihen müssen.
Zu den ausländischen Hochleistern:
Warum klärt man nicht vorher ab welche (Zusatz)Ausbildungen oder Prüfungen nötig sind um diese Menschen ausbildungsgemäß einzusetzen.? Notfalls mit einer etwas längeren Einarbeitungszeit. Besser als einen Ing oder Arzt Taxi fahren zu lassen. - #8 21.06.2011 08:03 von
Schade...
...dass in diesem Artikel mit keinem Word erwähnt wird, wie und warum es zu einem Fachkräftemangel in Deutschland kommt. Ein Grund ist unter anderem, dass diese Berufsgruppen selber gerne ins Ausland wechseln, da sie dort bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld erwarten. Dies wiederum verschärft den Fachkräftemangel in Deutschland.
- #9 21.06.2011 08:03 von
Wer seine Fachkräfte ins Ausland treibt, darf sich nicht wundern
In meiner Heimatstadt Görlitz sind nur noch die Chef- und Oberärzte Deutsche. Das Fussvolk wird mit Polen aufgefuellt, die nicht immer der deutschen Sprache mächtig sind. Kein Problem fuer sie, sobald sie den deutschen Facharzt in der Tasche haben, werden ihnen Chefarztstellen in der Heimat angeboten und Deutschland guckt wieder in die Röhre. Ich selbst befinde mich seit 8 Jahren in Schweden.
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