Ich denke man sollte zunächst mal festhalten wer als Fachkraft zählt.
In meinen Augen ist eine Fachkraft, wer einen speziellen Beruf gelernt hat (und nicht studiert haben muss).
Dementsprechend gibt es mehr als genug Fachkräfte in Deutschland.
Ich habe meine Ausbildung zum Fachinformatiker - SI in 2009 abgeschlossen und wurde glücklicher Weise bis nächstes Jahr befristet übernommen. Daher kenne ich auch entsprechend viele andere Fachinformatiker und musste mich zwischendurch auch schon mehrfach bewerben(mehrere Befristungen meines Vertrages, bin zufrieden mit meiner Arbeitsstelle).
Was konnte ich bisher feststellen?
Nunja, zunächst einmal gibt es doch einige Stellen auf die man sich bewerben kann. Dummerweise scheinen gefühlte zweidrittel davon für die andere Hälfte der FIs zu sein^^
Was bleibt einem als SI noch übrig?
Stellen, bei denen mindestens 2Jahre Berufserfahrung(wenn man Glück hat) gefordert sind und ein Erfahrungsspektrum/Fähigkeitenspektrum/Skill-level so breit wie der Grand Canyon vorraugesetzt sind. Ok, kann schon sein, dass das wirklich benötigt wird, aber dann nur ca 25k pro Jahr bieten!?
Als Informatiker hat man es in meinen Augen verdammt schwer einen passenden Beruf zu finden, hierzu vergleiche ich ganz gerne mit der Baubranche: Während ein Bauarbeiter, genauer gesagt ein Fliesenleger, sich als Fliesenleger(Oder Trockenbauer, elektriker oder was weiß ich) bewerben kann, muss sich ein Fachinformatiker im übertragenen Sinne nicht als "Fliesenleger" bewerben sondern als "kompletter Häuslebauer, der auch gleich den kompletten umzäunten Grünbereich mit Springbrunnen und Wasserrutsche bauen kann" bewerben muss und das ganze dann aber bitte zum Lohn des Hausmeisters und Überstunden werden natürlich oft nicht als Anforderung gesehen, sondern für so selbstverständlich erachtet, dass sie erst gar nicht erwähnt werden müssen.
Achja, als Zeitarbeiter wird man auch noch gern genommen, natürlich zum Standardlohn eines Handwerkerzeitarbeiters*hust*
Daher bin ich froh momentan und hoffentlich auch weiterhin im ÖD arbeiten zu dürfen - hier ist das Gehalt zwar auch nicht der Kracher, aber zumindest die Bedingungen in Ordnung.
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