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Facebook vs. Datenschützer: Showdown in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holsteins Datenschützer Thilo*Weichert droht Facebook-Nutzern, die ganze Welt schaut auf das kleine Bundesland. Am Mittwoch bat die Landespolitik Weichert und Facebook zum klärenden Gespräch. Nun wollen sie endlich öfter miteinander reden.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...784969,00.html
  1. #80

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    Zitat von zimmermannrobert Beitrag anzeigen
    Nein, es geht um deutsches Recht in Deutschland.
    Ich kann jedem Seitenbetreiber nur raten keinen Standort in Deutschland zu unterhalten. Deutsche Kunden erreicht er auch aus anderen Ländern problemlos. Dafür dass damit qualifizierte Arbeitsplätze woanders entstehen kann man sich bei Thilo Weichert und Kollegen bedanken.
  2. #81

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    Zitat von zimmermannrobert Beitrag anzeigen
    Nicht nur, dass facebook zunächst meine Einwilligung für die Speicherung benötigt und ggfls. nachweisen muss, sondern facebook hat auch die Pflicht zu erklären, zu welchem Zweck es die Daten speichert.

    http://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/__4a.html
    Ist ihnen schon aufgefallen, dass es sich bei ihrem Link um ein deutsches Gesetz handelt. Facebook hat aber keinen Sitz in Deutschland und ist entsprechend nicht an deutsches Recht gebunden.

    Wenn sie im Auslandsurlaub ein Geschäft betreten gelten dort auch keine deutschen Gesetze.
  3. #82

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    Zitat von zimmermannrobert Beitrag anzeigen
    Denn es ist rechtswidrig, diese Daten einfach so zu speichern, während das Benutzen der IP tatsächlich technisch unabänderlich notwendig ist, damit der Webserver weiß, an welchen Rechner er die Daten schicken muss.
    Sie unterstellen, dass Facebook gegen US, EU oder irisches Recht verstößt. So weit geht nicht einmal Thilo Weichert.
  4. #83

    Keine Macht den Titeln

    Zitat von vanGoss Beitrag anzeigen
    Ist es also nicht, Sie müssten die Seite ja nicht aufrufen, oder Sie könnten sich als "mündige[r] Bürger", wie viele andere Menschen, ja selbstständig davor schützen, siehe TOR, ABP etc.
    Sie verkennen und vertauschen Ursache und Wirkung: Natürlich wäre es möglich, sich im Alltag mit ner Knarre vor bösen Buben zu schützen, aber ich glaube, dass die Ansicht allgemein anerkannt ist, dass das Pferd damit vom falschen Ende her aufgezäumt würde.
    Zitat von vanGoss Beitrag anzeigen
    Hunde werden nämlich nicht nur dadurch getroffen, dass man Sie bei etwas unlauterem erwischt, sondern auch, wenn man Ihnen die Lebensgrundlage entzieht. Und dieses ist bei einem kostenlosen Social Network nun mal Werbung.
    Und von welchem Naturgesetz könnte man die zwingende Kostenlosigkeit ableiten?
    Zitat von vanGoss Beitrag anzeigen
    Dass Facebook für unser heutiges Leben wichtig ist und auch zur Demokratie beiträgt, wie uns der arabische Frühling gezeigt hat, ist wohl sonnenklar, aber Rechenzentren, die, das nehme ich an, wahrscheinlich nicht viel billiger sind als Apples neues, "Milliarden teure[s] Rechenzentrum"quelle, müssen eben finanziert werden.
    Blendgranate ohne Aussage.
    Wie jedem anderen "Verein" steht es den "armen sozialen Netzwerke" durchaus frei, Mitgliedsbeiträge zu erheben.
  5. #84

    Falsch ...

    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    Sie unterstellen, dass Facebook gegen US, EU oder irisches Recht verstößt. So weit geht nicht einmal Thilo Weichert.
    ... das EU-Datenschutzrecht ist zu 99 % vereinheitlicht. Und Facebook hat einen Sitz in Irland.
    Dennoch sind nach Datenschutzrecht die Webseitenbetreiber an vorderster Front verantwortlich, weil diese den Datentransport zur rechtswidrigen Speicherung in den USA (oder sonstwo! wir sollen es nicht wissen!) bewirken.

    Und Ihre Aussage, soweit gehe nicht einmal Weichert, ist polemisch und falsch. Er hat klar geschrieben, warum er nicht gegen facebook direkt vorgeht. Und ich finde das plausibel und richtig.

    Datenschutz ist Menschen- und Grundrecht. Ohne Datenschutz, keine Menschwürde. Die Diktatoren und sonstigen Datenausbeuter aller Länder bedanken sich bei facebook/Google+ für die Datensammlung.
  6. #85

    Datenschutzzentrum: go go go!

    Zitat von vanGoss Beitrag anzeigen
    Dass Facebook für unser heutiges Leben wichtig ist und auch zur Demokratie beiträgt, wie uns der arabische Frühling gezeigt hat, ist wohl sonnenklar, [...]
    Facebook ist die Fortführung von Big Brother auf globaler Basis und genauso stinkend langweilig. Dass der arabische Frühling versehentlich zu einer nützlichen Anwendung von Facebook geführt hat, wird mal eine ironische Fussnote der Geschichte werden. Wir wollen doch mal die Kirche im Dorf lassen: der arabische Frühling hat sich des Werkzeugs Facebook mangels besserer Mittel bedient, aber mitnichten hat Facebook zum arabischen Frühling geführt.
  7. #86

    Keine Macht den Titeln

    Zitat von jan.dark Beitrag anzeigen
    Da irrst Du aber kräftig. Ein Webseitenbetreiber kann sich nicht dagegen wehren, dass ihm von einem Leser die IP-Adresse mitgeteilt wird. Er trägt lediglich die Verantwortung dafür, ob er sie speichert und verarbeitet.
    Seitenbetreiber X hat den Button von Seitenbetreiber F auf seiner Seite eingebunden.
    Besucher B besucht nun X's Seite, OHNE den Button zu betätigen, worauf der Button trotzdem entsprechende Informationen über B an Seitenbetreiber F sendet.

    Jetzt wollen Sie mir sagen, der allerärmste Seitenbetreiber F kann sich nicht gegen den Empfang der Daten wehren?
    Na, dem ärmsten kann mit dem Zwang zum Zweitklick abgeholfen werden. Ich als "mündiger Bürger" würde nämlich tatsächlich gerne entscheiden, wer meine Daten bekommt, und als ebenso mündiger Bürger finde ich die Automatismen unerträglich, die inzwischen überall Einzug gehalten haben.

    Bitte ersparen Sie mir/uns jetzt wieder den Hinweis auf entsprechende Dienstprogramme:
    Was Sie damit argumentativ veranstalten ist in Wirklichkeit wieder nur die alte "wer nix zu verbergen hat, hat auch nix zu befürchten"-Nummer.
    Und auch Ihnen sei ins Poesiealbum geklebt, dass DAS was man zu verbergen hat, immer vom Suchenden festgelegt wird, niemals vom "Besuchten".
  8. #87

    So ist es richtig ...

    Zitat von jan.dark Beitrag anzeigen
    Sie irren mehrfach. Erstens muss man nicht immer die Einwilligung eines Betroffenen haben. Ein gesetzlicher Zwaag reicht schon: Steht auch im BDSG. Lesen Sie es eifnach mal ganz.
    Selbstverständlich "reicht" gesetzlicher Zwang ....
    Es reicht aber auch schon die Einwilligung des Betroffenen.
    Und die hat facebook nicht.

    Zitat von jan.dark Beitrag anzeigen
    Zweitens specihert Facebook nach gestrigen Pressemeldungen das gleiche wie der ULD. Wenn man das Gegenteil behauptet, muss man es beweisen. So ist halt unser Rechtsstaat, der Beschuldigte vor willkürlichen Behauptungen schützt.
    Falsch. Das ULD speichert eben nicht die IP.

    Zitat von jan.dark Beitrag anzeigen
    Drittens ist es grober Unfug zu behaupten, die IP-Adresse sei personenbezogen. Der Bundesgerichtshof verneint eben diese Verallgemeinerung und hat zur Unterstützung der Berufskollegen aus der Abmahnbranche die "Störerhaftung" erfunden, weil man die IP-Adresse eben nicht eo ipso als personenbezogen ansehen kann. Weichert hat mit seiner Behauptung auch noch nie vor Gericht gesiegt. Er verschleudert nur Steuergelder.
    Falsch. Die Störerhaftung gibt es schon seit 100 Jahren.

    http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1004.html

    Hinweis: Das BGB entstand vor der Wende vom 19. zum 20 Jahrhundert ...

    Zitat von jan.dark Beitrag anzeigen
    Und viertens geben Sie kund, dass auch Sie keine Beweise haben.
    Die haben Sie auch nicht und wir streiten ja nur darüber, wer sie haben müsste.
    Ich habe nur das BDSG zitiert und das besagt klar, dass derjenige, der Daten speichert eine Einwilligung dazu haben muss. Und facebook behauptet ja noch nicht einmal, diese, insbesondere von Nichtmitgliedern, zu haben.

    Zitat von jan.dark Beitrag anzeigen
    Und fünftens ist ihr Wunsch, das bei einer irrigen Behauptung der Beschuldigte seine Unschuld beweisen müsse, rechtlich entartet. Das war in den 30er so, ist aber in unserer Demokratie jetzt anders geregelt. Auch in Kiel. Und auch die werden Law and Order lernen.
    Es geht nicht um Schuld und Unschuld, es geht wie gesagt darum, dass man eine Einwilligung des Betroffenen in die Speicherung seiner Daten benötigt.

    Zitat von jan.dark Beitrag anzeigen
    Un seshstens wird Weichert es nicht gelingen, die Gültigkeistbereich des BDSG auf die USA auszudehnen, so wie die iranischen Mullahs es nicht schaffen werden, die Scharia für deutsche Behörden verbindlich zu machen.
    Das will er auch gar nicht.
    Wie kommen Sie dazu?
    Normalerweise wird datenschutzbesorgten Bürgern Paranoia unterstellt .... ;-)
    Er will nur das europäisch vereinheitliche Datenschutzrecht durchsetzen.
    Das ist wichtig und richtig.
    Es geht um die Menschwürde, unsere Demokratie und unsere Gesellschaft, die mit einem gläsernen Bürger nicht funktionieren kann. Es geht um Freiheit.
  9. #88

    Keine Macht den Titeln

    Zitat von jan.dark Beitrag anzeigen
    Gute Idee. Frag es einfach. Und dann frag gleich mit, wie das mit dem Dienstmerkmal Rufnummernübergabe ist:
    a) dass der Empfänger sich nicht dagegen wehren kann, dieses personenbezogene Merkmal übermittelt zu bekommen und
    b) ich nicht an anonyme Anrufe dran gehe und
    c) warum der Gesetzgeber Callcenter verdonnert hat, auf jeden Fall die Rufnummer mit zu übertragen an leute, die sich nicht dagegen wehren können.
    Facebook kann sich nicht dagegen wehren, dass ein speziell für den facebook-Knopf erstelltes Code-Schnipsel Informationen sendet? ;o)
    Entweder sie sind ein grössere Spassvogel als ich dachte oder haben immer noch nicht verstanden, dass durch die blosse Existenz des Buttons schon Daten gesendet werden - OHNE ihn zu benutzen.
  10. #89

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    Zitat von zimmermannrobert Beitrag anzeigen
    Die Diktatoren und sonstigen Datenausbeuter aller Länder bedanken sich bei facebook/Google+ für die Datensammlung.
    Auch, sie meinen Facebook und Google geben Kim Jong-il und Mahmud Ahmadinedschad privilegierten Zugang zu ihren Datenbanken?


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