Facebook vs. Datenschützer: Showdown in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holsteins Datenschützer Thilo*Weichert droht Facebook-Nutzern, die ganze Welt schaut auf das kleine Bundesland. Am Mittwoch bat die Landespolitik Weichert und Facebook zum klärenden Gespräch. Nun wollen sie endlich öfter miteinander reden.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...784969,00.html
  1. #90

    facebook hat auch dem iranischen Regime bei der ....

    Zitat von nordschaf Beitrag anzeigen
    Facebook ist die Fortführung von Big Brother auf globaler Basis und genauso stinkend langweilig. Dass der arabische Frühling versehentlich zu einer nützlichen Anwendung von Facebook geführt hat, wird mal eine ironische Fussnote der Geschichte werden. Wir wollen doch mal die Kirche im Dorf lassen: der arabische Frühling hat sich des Werkzeugs Facebook mangels besserer Mittel bedient, aber mitnichten hat Facebook zum arabischen Frühling geführt.
    ... effektiven Folter geholfen, besagt jemand hier:
    http://www.zeit.de/digital/internet/...evgeni-morozov
    Und er hat ja wohl auch alle Logik auf seiner Seite.
    Dank facebook und Google können die Geheimdienste geradezu Personal abbauen, da die Bürger die Datensammlung quasi nebenbei selbst erledigen ....

    Wie gesagt, die Stasi ... die war ein Waisenkind gegen die Datenkraken. Die Diktatoren klatschen Beifall. Auch jedem Bürger, der sagt: "Datenschutz ist unnnötig, ich habe nichts zu verbergen!"

    Europa ist in Sachen Datenschutz anderen Ländern meilenweit voraus. Das wird bald als Standortvorteil anerkannt werden. Er ist nämlich nicht aus dem Nichts entstanden, sondern beruht auf (schmerzlichsten) Erfahrungen.
  2. #91

    Privilegierter Zugang für Diktatoren ...

    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    Auch, sie meinen Facebook und Google geben Kim Jong-il und Mahmud Ahmadinedschad privilegierten Zugang zu ihren Datenbanken?
    ... der ist nicht nötig.
    Die kommen auch so an die facebook-Daten.
    Notfalls durch Folter von Mitgliedern, wie berichtet wurde.

    Und oft geht es auch auf ganz legalem Weg. Beispielsweise übergab Google Daten des "Täters" an die israelische Regierung, weil sich dort ein Politiker beleidigt fühlte. Google beantwortet rund um die Uhr "Anfragen" von staatlichen Behörden vieler Länder. Und Google macht das nicht freiwillig, sondern auf gesetzlicher Grundlage. Diese Verpflichtung dürfte facebook genauso haben. Oder meinen Sie facebook sei privilegiert gegenüber Google?
  3. #92

    Der oben gegebene Link ist leider nicht der richtige, aber

    ... dennoch lesenswert.
    Ich habe derzeit nicht die Muße, den richtigen Link zu recherchieren, weil das Eingeben von facebook in eine Suchmaschine zu irrsinnig vielen Treffern führt, auch wenn man es weiter präzisiert.
    Das ganze Internet ist ver-facebooked und insoweit kaum mehr recherchierbar.
    Ich will auch noch nicht einmal behaupten, dass der Bericht, auf den ich mich beziehe, korrekt war/ist. Wer glaubt schon einem Folteropfer? Einem derartigen Bericht?

    Es ist ja gerade die Methode der Folterer, Beweismöglichkeiten abzuschneiden, u.a. durch das Hinzuziehen von Ärzten bei der Folter. Hätten die USA jemals die Folterei in Abu Ghraib etc. zugegeben, wenn es nicht Fotos gegeben hätte?

    Ich nehme aber an, dass sich genügend Leute an die Berichte erinnern können, in denen jemand besagte, dass er unter Vorlage von "Freunden" bei Facebook aus seinem Account dazu gezwungen worden sein soll, deren Identität / Gesinnung unter Einsatz von Folter, preiszugeben.

    Selbst wenn der Bericht falsch sein sollte, zeigt er doch, was facebook Diktatoren ermöglicht.
    Ich mache mir da keine weitere Mühe bzw. Sorgen, dass das denkenden Menschen nicht sofort einleuchtet.

    Und wie gesagt, Folter ist nur die "unfeinste" Methode an die Daten zu kommen, gut bezahlte, leidenschaftliche oder unter Druck gesetzte Hacker machen dasselbe "sauberer" und ohne jede Spur ..
  4. #93

    Das hat mit Unfähigkeit ...

    Zitat von jan.dark Beitrag anzeigen
    Sie rden Unsinn. Fakt ist, dass Weichert unfähig war zuzustellen. Lesen Sie mal das DE-Mail-Gesetz, was deutsche Behörden alles tun, um rechtsverbindlich Nachrichten zuzustellen. Nur der Mullah in Kiel schafft es nicht.
    ... wie gesagt, nicht das Geringste zu tun.
    Ich gebe es auch auf, jemanden zu kontaktieren, wenn der scheinbar einfach nicht antworten will.
    Und diese Gefühl durfte sich beim ULD einstellen, wenn facebook, wie beschrieben, nicht reagierte.

    Kennen Sie nicht die Arroganz der Konzerne?
    Ich denke, die kennt jeder, der einmal versucht hat, sich bei seinem Internetdienstleister etc. über etwas zu beschweren. Da ist es oft schwieriger an einen heranzukommen, der etwas zu entscheiden hat, als bei einer Behörde.
    Behörden verbinden wenigstens zurück in die Zentrale, nachdem der Sachbearbeiter siegreich festgestellt hat, dass er jedenfalls "leider nicht zuständig" ist.
  5. #94

    .

    Zitat von zimmermannrobert Beitrag anzeigen
    facebook hat auch dem iranischen Regime bei der effektiven Folter geholfen, besagt jemand hier:
    http://www.zeit.de/digital/internet/...evgeni-morozov
    Das ist hanebüchener Unsinn und steht auch so nicht in ihrem Link. Ganz im Gegenteil wird dort geschrieben dass sich die Geheimdienste ohne die früher übliche Folter über die Kontakte einer Zielperson informieren können.

    Zitat von zimmermannrobert Beitrag anzeigen
    Dank facebook und Google können die Geheimdienste geradezu Personal abbauen, da die Bürger die Datensammlung quasi nebenbei selbst erledigen ....
    Wie gesagt, die Stasi ... die war ein Waisenkind gegen die Datenkraken. Die Diktatoren klatschen Beifall. Auch jedem Bürger, der sagt: "Datenschutz ist unnnötig, ich habe nichts zu verbergen!"
    Es steht jedem frei sich anonym im Netz zu bewegen. In Firefox einfach "Tools ⇒ Start Private Browsing" wählen und am besten noch einen Anonymisierungsdienst nutzen. So leicht konnte man sich vor den Wanzen und IMs der STASI nicht verstecken.

    Wer dagegen ein Facebook Profil anlegt oder Presseinterviews gibt wählt bewusst den Weg in die Öffentlichkeit. Das ist die freie Entscheidung des Einzelnen.

    Zitat von zimmermannrobert Beitrag anzeigen
    Europa ist in Sachen Datenschutz anderen Ländern meilenweit voraus. Das wird bald als Standortvorteil anerkannt werden. Er ist nämlich nicht aus dem Nichts entstanden, sondern beruht auf (schmerzlichsten) Erfahrungen.
    So groß kann dieser Vorteil nicht sein. Nicht ohne Grund sitzen die meisten großen Player in den USA.
  6. #95

    Deutsches Recht ist ein Standortvorteil ...

    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    Ich kann jedem Seitenbetreiber nur raten keinen Standort in Deutschland zu unterhalten. Deutsche Kunden erreicht er auch aus anderen Ländern problemlos. Dafür dass damit qualifizierte Arbeitsplätze woanders entstehen kann man sich bei Thilo Weichert und Kollegen bedanken.
    ... das sehen auch die meisten US-Konzerne so.

    Es ist ziemlich selten in der Welt, dass man vor einem Prozess etc. auf den Cent genau ausrechnen kann, was dieser Prozess/dieses Vorgehen kosten wird.
    Und zugleich ergaben Untersuchungen, dass die deutschen Gerichte und Rechtsanwälte mit die effektivsten und preiswertesten in den führenden Wirtschaftsnationen sind.

    Schauen Sie sich mal eine Liste der beliebtesten internationalen Investitionsstandorte an.

    Beispielsweise in den USA kämpfen sie als Unternehmen mit fünfzig verschiedenen Rechtsordnungen. In New Jersey gilt etwas anderes als in Minnesota.

    Und, wie gesagt, in Sachen Datenschutz ist Europa einfach anderen Ländern um ein paar Nasenlängen voraus. Aus bitterer Erfahrung. Aber es ist nun einmal so. ;-)
  7. #96

    .

    Zitat von zimmermannrobert Beitrag anzeigen
    Privilegierter Zugang für Diktatoren ist nicht nötig. Die kommen auch so an die facebook-Daten. Notfalls durch Folter von Mitgliedern, wie berichtet wurde.
    Sie scheinen ihren eigenen Link nicht gelesen zu haben. Erstens handelt es sich darin nicht um einen Bericht über tatsächliche Vorkommnisse sondern um Spekulationen was man mit Facebook Daten anstellen könnte. Und zweitens ist die Aussage konträr zu ihren Schlüssen.

  8. #97

    .

    Zitat von zimmermannrobert Beitrag anzeigen
    Beispielsweise übergab Google Daten des "Täters" an die israelische Regierung, weil sich dort ein Politiker beleidigt fühlte.
    Erstens kann man ganz einfach Suchanfragen bei Google völlig anonym durchführen und zweitens ist mir nicht klar wie ich jemanden durch eine Websuche beleidigen könnte. Haben sie nähre Informationen zu diesem „Fall“?
  9. #98

    .

    Zitat von zimmermannrobert Beitrag anzeigen
    Ich habe derzeit nicht die Muße, den richtigen Link zu recherchieren, weil das Eingeben von facebook in eine Suchmaschine zu irrsinnig vielen Treffern führt, auch wenn man es weiter präzisiert.
    Das ganze Internet ist ver-facebooked und insoweit kaum mehr recherchierbar.
    Damit widersprechen sie ihrer früheren Aussage von der totalen Kontrolle durch Facebook und Google.
  10. #99

    Sie sind ein gutes Beispiel dafür ...

    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    Das ist hanebüchener Unsinn und steht auch so nicht in ihrem Link. Ganz im Gegenteil wird dort geschrieben dass sich die Geheimdienste ohne die früher übliche Folter über die Kontakte einer Zielperson informieren können.
    Das habe ich oben bereits kommentiert.
    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    Es steht jedem frei sich anonym im Netz zu bewegen. In Firefox einfach "Tools ⇒ Start Private Browsing" wählen und am besten noch einen Anonymisierungsdienst nutzen. So leicht konnte man sich vor den Wanzen und IMs der STASI nicht verstecken.
    Der Aufwand ist, will man es ernsthaft hinkriegen, unpraktibal, immens und teuer.

    Lesen Sie mal hier:
    http://anonymous-proxy-servers.net/

    Und es ist, dank der immensen Datenspionagemöglichkeiten und der von Ihnen offenbar sorglos als berechtigt empfundenen Speicherei

    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    Wer dagegen ein Facebook Profil anlegt oder Presseinterviews gibt wählt bewusst den Weg in die Öffentlichkeit. Das ist die freie Entscheidung des Einzelnen.
    Aber nicht die freie Entscheidung der Nichtmitglieder.
    Die werden gespeichert ohne dass sie es

    a. erfahren
    b. ohne großen Aufwand verhindern können

    Zudem verführt facebook seine Nutzer dazu, Daten von Nichtmitglieder abzuspeichern und sogar dazu, Login und Passwort an facebook zu übergeben, was facebook sogar ermöglicht, deren gesamte Privatkorrespondenz etc. zu lesen.

    Probe:
    Weist facebook eigentlich nach der Übergabe dieser höchstpersönlichen Daten die Nutzer darauf hin, doch bitte das Kennwort/Login zu ändern?

    Nein? Ja, dann kann facebook ja jede Email lesen, die ich einem facebook-Mitglied sende bzw. jemals gesendet habe.

    Warum also weist facebook, vermute ich (nur), nicht darauf hin? Sicher, um "das Nutzungserlebnis zu verbessern...", gell?

    Zitat von Steve Holmes Beitrag anzeigen
    So groß kann dieser Vorteil nicht sein. Nicht ohne Grund sitzen die meisten großen Player in den USA.
    Ja, dann ziehen Sie mal dorthin und finden sich damit ab, dass dort ein "Opt-Out" für Internet-SPAM gilt, was zu dramatischem Email-SPAM für die gesamte Welt führt. Und wenn Sie dann aus-"opten" - Wollen, dann beweisen Sie das mal. Eine Email hat keinen Beweiswert .... schicken Sie also, unter Preisgabe ihrer sämtlichen Daten (Name, Anschrift, persönliche Einstellung zu Werbeemail) hoffnungsvoll kostenpflichtige "registered Mail" an alle, die Sie zuspammen.
    Willkommen im Verbraucherparadies und Wirtschaftswunderland USA!