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Facebook-Pranger: Hat Ariane Friedrich Recht?

AFPHochspringerin Ariane Friedrich hat es gereicht: Ein Mann hatte ihr bei Facebook eine obszöne Nachricht geschickt, sie veröffentlichte Namen und Wohnort des mutmaßlichen Täters. Durfte sie das? Drei Fragen, drei Antworten.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...829217,00.html
  1. #330

    Eine Idee ...

    Ich gehe im Urlaub jeden Tag ins Gericht in eine öffentliche Verhandlung,
    notiere mir die Namen/Wohnorte der Beschuldigten, und wenn jemand verurteilt wurde dann wird es per Facebook verteilt.
    Sollte ja keine Straftat sein, denn die Schuld wurde ja gerichtlich festgestellt.

    B2T: Woher weiß Frau Friedrich, wer der Unhold mutmaßlich ist?
    Mit einer IP-Adresse fängt man recht wenig an. Hat sie einfach etwas
    nachgeforscht oder eine 'dienstliche' EMail an den Provider geschickt?
  2. #331

    Zitat von discuss Beitrag anzeigen
    Also: Es kann natürlich sein, dass ein Unschuldiger jetzt zu unrecht verdächtigt wird. Ich würde mal behaupten, das fällt unter die Kategorie "allgemeines Lebensrisiko".
    Ja, so einfach kann man sich es auch machen. Sollte man dann selber mal von einer falschen Anschuldigung und Schwachköpfen, die das auch noch weitertragen, betroffen sein, sieht man die Sache vielleicht nicht mehr so locker.

    Oder anders formuliert: Nur weil unzurechnungsfähiger Mob im Internet voreilig zu irgendwelchen Hexenverbrennungen aufruft, kann ich dem Opfer eines Angriffes nicht das Recht zur Notwehr absprechen.
    Der Begriff "Notwehr" hat hier nichts zu suchen. Oder musste die Betroffene beim Lesen der FB-Nachricht um ihr Leben fürchten? Sie hat sich ja nicht mal das Foto angeschaut - es wurde m. W. noch nirgendwo bestätigt, dass darauf tatsächlich ein männliches Genital zu sehen war, auch wenn viele hier das "steif und fest" glauben.
  3. #332

    Stimmt:

    Zitat von gegenrede Beitrag anzeigen
    Falsche Verdächtigungen und Anprangerungen können also gravierende Konsequenzen hervorrufen.
    Hat aber in etlichen anderen Fällen niemanden wirklich gestört - etwa als kürzlich ein paar Hacker die Kundenlisten irgendwelcher vorgeblicher "Nazi-Versandhändler" von deren Rechnern abgesaugt und im Netz veröffentlicht haben - natürlich ohne sich zu vergewissern, ob Unschuldige darunter sind, die schlicht bei einem ergoogelten Händler ein günstiges Zelt oder eine Bratpfanne gekauft haben... oO

    Auch daß das vielumjubelte BGH-Urteil von vor ein paar Wochen, dem gemäß ein Hotelier einem gewissen Herrn Udo V. ein Zimmer verweigern darf, ist ja durchaus geeignet, anderen Trägern dieses Namens auf Reisen ein Problem bereiten - womöglich gar mancher Trägerin, die jemand für die Ehefrau oder sonst eine Verwandte hält...

    Alles kein Problem - oder? ;-)
  4. #333

    Persoehnlichkeitrecht selber aufgegeben

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Hochspringerin Ariane Friedrich hat es gereicht: Ein Mann hatte ihr bei Facebook eine obszöne Nachricht geschickt, sie veröffentlichte Namen und Wohnort des mutmaßlichen Täters. Durfte sie das? Drei Fragen, drei Antworten.

    Facebook-Pranger: Hat Ariane Friedrich recht? - SPIEGEL ONLINE
    Wenn jemand unaufgefordert in die Privatspaehre eines anderen eindringt, kann sich diese Person nicht auf das Recht berufen. Wenn der Perverse freiwillig seine Information abgibt, wird sie oeffentlich. So funktioniert die neue social network world. Um Verwechselungen zu vermeiden, haette Frau Friedrich die genaue Adresse veroeffentlichen sollen. Ich, als Vater einer Tochter, habe das Recht zu wissen wo so eine Person lebt. Es wird hier die falsche Person geschuetzt. Wer einmal Opfer eines Stalkers war (cyber oder nicht) weiss wie sich das anfuehlt.
  5. #334

    Und was machen wir mit den hunderttausenden Frauen, die ihren Idolen eindeutige Bilder und Angebote schicken, die BHs auf die Bühne werfen und Schilder schwenken, auf denen steht "Ich will ein Kind von dir"?

    Ach so, das sind ja nur Frauen, das ist liebenswert und niedlich. Ok. Nur vom Mann geht Gewalt aus, klar.

    Die gute Frau Friedrich sollte sich entspannen. Löschbutton und gut ist. Berühmt sein ist schon eine Last.
  6. #335

    Zitat von OlGa Beitrag anzeigen
    Eins ist sicher: wenn jeder, der ein wenig geärgert, gemobbt, oder sonst irgendwie belästigt wird, gleich das Rechtssystem bemüht, dann bricht alles zusammen, und wir sind vollends entmündigt. Totale staatliche Kontrolle über jegliche Konfliktlösung. Nein danke!
    Also ich möchte mich eher dem etablierten Rechtssystem unterwerfen als einem privaten Standgericht. Die Geschichte zeigt hinlänglich die Qualität der letzteren...

    Aber vielleicht ziehen Sie ja auch zerstochene Reifen vor, nur weil der, vor dessen Einfahrt sie geparkt haben, Sie nicht durch den Staat entmündigen lassen wollte und statt dessen die alternative "Konfliktlösung" bemüht hat?
  7. #336

    Zitat von Segojan Beitrag anzeigen
    Ihnen ist schon aufgefallen, dass das zitierte Urteil in einer Zivil- und nicht in einer Strafsache ergangen ist?
    Ja, und?
    Kann es deswegen - und nur das habe ich geschrieben - nicht unangenehm werden?
    Zitat von Segojan Beitrag anzeigen
    Der Absender der eMail kann ja eine einstweilige Verfügung gegen Fr. Friedrich erwirken und/oder auf Unterlassung klagen.
    Könnte er. Oder derjenige, dessen Name eventuell missbraucht worden ist und der jetzt unter der Aktion leidet.
    Zitat von Segojan Beitrag anzeigen
    Auch dann kommt kein Staatsanwalt ins Spiel.
    Stimmt. Und trotzdem sind Persönlichkeitsrechte verletzt worden. Zivilrecht ist auch Recht.
  8. #337

    Zitat von Segojan Beitrag anzeigen
    Damit würden immer noch Sie zum Straftäter, nicht derjenige, der den vermeintlich richtigen und tatsächlich falschen beim Namen nennt.
    Aber derjenige würde dann - zumindest mittelbar - die Persönlichkeitsrechte des Betroffenen verletzen und müsste sich den Schaden daraus zurechnen lassen.
  9. #338

    Zitat von 5mark Beitrag anzeigen
    Sie kapieren es nicht, oder? Frau Friedrich hat hier nicht in ihrer Funktion als Polizistin gehandelt sondern als Betroffene.
    Das ist ja lächerlich. Als ob sie einen Charakterzug beim Anlegen der Uniform im Spind lassen würde. Aus genau diesem Grund hat zum Beispiel Brandenburg seinen Polizisten ein Engagement für die NPD verboten.
    Zitat von 5mark Beitrag anzeigen
    Und wenn jemand zu ihnen kommt und sagt ich bin Peter Müller aus Niendorf und ihnen dann das Gesicht zu Brei schlägt, dürfen sie sich dann nicht bei Gott und der Welt darüber beklagen das Peter Müller aus Niendorf ihnen das Gesicht zu Brei geschlagen hat?
    Doch, das darf ich. Und wenn ich damit den echten Peter Müller aus Niendorf ungerechtfertigt in ein schlechtes Licht rücke und seine Persönlichkeitsrechte verletze, dann muss ich mir das anrechnen lassen.
    Denn: an wem sollte sich der echte Peter Müller denn sonst schadlos halten? An dem, der mir auf's Maul gehauen hat? Aber dessen Behauptung hat ja nicht unmittelbar zur Rufschädigung geführt. Oder hat der echte Peter Müller jetzt einfach Pech gehabt? Ein bedauerlicher Kollateralschaden?

    Zitat von 5mark Beitrag anzeigen
    Wenn wir nur noch über das reden dürfen was wir zweifelsfrei wissen, wäre es plötzlich totenstill.
    Sie dürfen natürlich auch mutmaßen.
    Was würden Sie denn vorschlagen, was zu passieren hat, wenn unter Ihren Mutmaßungen ein Unbeteiligter zu leiden hat?
  10. #339

    Konfliktlösung? Nein danke?

    Zitat von DesTeufelsAnwalt Beitrag anzeigen
    Also ich möchte mich eher dem etablierten Rechtssystem unterwerfen als einem privaten Standgericht. Die Geschichte zeigt hinlänglich die Qualität der letzteren...
    Als des Teufels "Anwalt" sollten sie eigentlich wissen das dem etablierten Rechtsstaat ein privates Standgericht in gewissen umfang vollkommen egal ist. Stichwort wechselseitig begangene Beleidigungen.

    Zitat von DesTeufelsAnwalt Beitrag anzeigen
    Aber vielleicht ziehen Sie ja auch zerstochene Reifen vor, nur weil der, vor dessen Einfahrt sie geparkt haben, Sie nicht durch den Staat entmündigen lassen wollte und statt dessen die alternative "Konfliktlösung" bemüht hat?
    Sie erlauben allen anderen hier interessante einblicke in ihre Gedankenwelt. Vor allem was sie mit dem Begriff alternative Konfliktlösung verbinden. Kein Wunder das sie davon nichts halten, wenn das erste was ihnen dazu einschießt das Zerstechen von Reifen ist.


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