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Facebook-Pranger: Hat Ariane Friedrich Recht?
AFPHochspringerin Ariane Friedrich hat es gereicht: Ein Mann hatte ihr bei Facebook eine obszöne Nachricht geschickt, sie veröffentlichte Namen und Wohnort des mutmaßlichen Täters. Durfte sie das? Drei Fragen, drei Antworten.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...829217,00.html
- #220 23.04.2012 19:26 von
- #221 23.04.2012 19:29 von
nö
Ich glaube Sie haben ein großes Verständnisproblem, was unser Rechtssystem anbelangt. Der "Täter", wie Sie ihn nennen, ist derzeit weder Täter, noch Beschuldigter, allerhöchstens Verdächtiger aber wahrscheinlich derzeit einfach noch Zeuge. Zum Täter würde er erst NACH einem Gerichtsverfahren. So lange gilt er in unserem Rechtssystem als unschuldig. Sie, genau wie Frau Schwarzer scheinen mit diesem Prinzip nicht klarzukommen.
Frau F hat folglich nicht den Namen eines Täters veröffentlicht, sondern eines Mitbürgers für den bis zu einer Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt. Somit hat sie seine Persönlichkeitsrechte verletzt und kann somit zivilrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden. - #222 23.04.2012 19:30 von
Getötetes Mädchen in Emden: Verdächtiger verstrickt sich in Widersprüche
Im Übrigen scheinen sie hier etwas zu verwechseln.
Sie machen hier Frau Friedrich für eventuelle Straftaten
die dann andere aufgrund ihrer Veröffentlichung von anderen
begangen werden verantwortlich.
Merken sie eigentlich gar nicht wie pervers das ist.
Da darf ein Opfer den Namen seines Peinigers nicht in aller
Öffentlichkeit aussprechen, weil dann von Seiten anderer
Perverser wieder Straftaten drohen.
Haben sie sich schonmal überlegt, dass man diese dann
genauso behandeln kann und den Namen von diesen
dann auch öffentlich macht.
Was glauben sie wie schnell Ruhe ist, auch bei solchen Menschen. - #223 23.04.2012 19:31 von
- #224 23.04.2012 19:36 von
Nicht ungewöhnlich. Hier geben sich regelmäßig Freunde von Terroristen, Despoten und sonstigen ungangenehmen Gesellen ein Stelldichein. Unter allen unseren errungen Werten werden die Rechte der Täter am höchsten gehalten. Vermeintliche "Rechtsstaatlichkeit" ad absurdum geführt.
- #225 23.04.2012 19:41 von
Stimmt, aber das Stadium der Selbstjustiz der Bürger ist nur ein Zwischenstadium. Wird es nicht sofort bekämpft, werden sich früher oder später Gruppen herauskristallisieren, die durch materielle Vorteile in der Lage sind, sich etwas mehr "Sicherheit" und "Recht" als der Durchschnitt leisten zu können. Sieht man jetzt schon am gestiegenen Bedarf an privaten Sicherheitsdiensten.
Diese Re-Privatisierung führt nur dazu, daß Sicherheit und Recht käufliche Güter werden. Und dann wird der Durchschnittsbürger ziemlich dumm aus der Wäsche schauen. - #226 23.04.2012 19:41 von
OK, und wenn sie nur den Ortsnamen genannt hätte, dann hätte sie noch mehr Unschuldige "verurteilt" - eine ganze Stadt. Das ist doch grotesk.
Eine angemessene Antwort auf einen dummen Brief. Niemand wurde gelyncht. Ich sehe auch keinen Sexualstraftäter. Sowas geschieht womöglich tausendfach täglich in Deutschland. - #227 23.04.2012 19:42 von
Nein, das geht in die Köpfe einiger Leute hier leider nicht rein. Seit gestern versucht man den Leuten verzweifelt zu erklären, was zu Unrecht Verdächtigte für Probleme im sozialen Umfeld bekommen können. Was folgt sind Vorschläge wie Penisvergleiche (der Unschuldige gleicht einfach seinen Penis mit dem auf dem Foto ab, wenn keine "Übereinstimmung" gegeben ist, ist doch alles klar) oder es gibt absolut Unbelehrbare wie z.B. die Frau Raab, die einfach in jedem Post wiederholt, das sie es total richtig findet, das der Mann jetzt am Pranger steht. Denn er ist ja selbst schuld. Ich würde der Dame ja sogar zustimmen, nur leider gibt es "den Mann" nicht. Es ist hier der viel zitierte Kampf gegen Windmühlenflügel, absolut hoffnungslos.
- #228 23.04.2012 19:50 von
Wichtige Debatte
Ich halte diese Debatte für sehr wichtig. Unser Recht ist zum überwiegenden Teil geschrieben worden, als es das Internet noch gar nicht gab. Es scheint das weitverbreitete Missverständnis zu geben, man habe mit der Parallelwelt des Internets einen quasi rechtsfreien Raum geschaffen. Die Beiträge offenbaren doch, dass die Gesellschaft in ihrem Rechts- und Moralverständnis tief gespalten ist. Die Möglichkeiten (Pranger) der highspeed Informationsgesellschaft müssen gesellschaftlich kontrovers diskutiert werden, weil hier Normen gesetzt werden müssen, die es noch nicht klar definiert gibt. Wer hier die Nase oben hat und meint sich nicht daran beteiligen zu müssen, der braucht auch nicht zur Wahl zu gehen.
- #229 23.04.2012 19:51 von
Sinnlos mit Ihnen zu diskutieren
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