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Facebook-Debatte: Warum wir Datenschutz-Fundamentalisten brauchen

Schleswig-Holsteins Datenschützer Thilo Weichert bringt das Netz gegen sich auf: Weil er Druck auf Facebook macht, gilt er als Hysteriker. Dabei ist das Vorgehen nötig - und legitim, findet Konrad Lischka.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...781873,00.html
  1. #1

    Klasse

    Ich finde das ehrlich gesagt klasse ! So wird endlich mal Druck auf Facebook ausgeübt.

    Ich hoffe allerdings, dass dies jetzt nicht wieder ein gefundenes Fressen für Abmahnanwälte wird. Wenn es von einer staatlichen Stelle abgemahnt wird wäre es gut. Aber dann sollte es auch sofort und sehr umfassend getan werden. Sonst hat es keine Wirkung.
  2. #2

    Schließe mich dem ...

    ... Autor vorbehaltlos an. Im Übrigen ist die Schizophrenie der Internetgemeinde absurd. Auf der einen Seite verwahrt man sich - völlig zu Recht - gegen Überwachung, Einmischung und Gängelei durch das staatliche Gewaltmonopol, weil man keine orwell'schen Verhältnisse will. Zum Anderen vertraut man sich schamlos einer vermeintlichen Gemeinschaft - auch hinter Facebook steckt ausnahmslos kommerzielles Interesse - an, deren Hauptquartier allzumal in einem Land liegt, dass den Datenschutz fortlaufend mit Füßen tritt und schon kraft Gesetzes das Recht auf jederzeitigen Zugriff auf alle Daten hat.
  3. #3

    Gähnnnn...

    ...wer braucht schon facebook und co.?
  4. #4

    No Like-Buttons!

    Hmm, warum der Code vom "Like Button" nicht geändert wird?
    Weil es zum einen viele IT-Experten gibt, die keine Ahnung haben, weil es viele nicht wissen und weil es vielen schlicht egal ist was mit den Besuchern passiert, hauptsache Traffic auf der eigenen Seite.

    Des weiteren kann FB nur lügen wenn sie behaupten das von nicht eingeloggten Usern nur die IP-Adresse gesendet wird und man aber keine Rückschlüsse ziehen kann....
    Über den Provider ist es immer möglich anhand der IP-Adresse den Rechner zu bestimmen.

    Ich frage mich, was FB damit eigentlich will, wenn die Daten nicht zugeordnet werden können.
  5. #5

    Solange...

    ... Hauptmedien wie SPON diesem Facebook-Irrsinn völlig sinnfrei und ohne Not Vorschub leisten, wird sich an der alle Datenschutz-Standards ad absurdum führenden Praxis nichts ändern. Aber eine Zeitung verdient am Aufreger, nicht an Heile-Welt-Szenarien.
    Geht einfach mit gutem Beispiel voran und löscht diesen unsinnigen Button.
    Vielleicht werden dann mehr Leser das Aha-Erlebnis ereilen, dass der Zeitfresser facebook der Kropf des Internets ist: völlig unnötig.
  6. #6

    oh my gosh!

    Könnte der Spiegel mal bitte diese
    Erklärbärmentalität in den Überschriften sein lassen?
    Das kotzt mich noch mehr an als der Livetickerschwachsinn.
  7. #7

    Datensammel-Kraken mit Gewinnabsicht

    Ich würde mich nicht unbedingt als Datenschutzfundamentalistin bezeichnen. Dennoch verweigere ich Facebook und bemühe mich, möglichst keine unnötigen Datenspuren im Internet zu hinterlassen. In den Achtzigern hiess es mal "mein Bauch gehört mir!" und für mich heisst es heute: meine Privatsphäre gehört mir. Ich bin dennoch sicher, dass man mit einem gewissen (leider gar nicht so hohen) Aufwand durchaus auch meinen Klarnamen ermitteln und mit anderen Internetaktivitäten verknüpfen könnte. Nichts, was mich glücklich macht, aber schwer vollständig zu vermeiden.

    Bei der Vorstellung, dass meine IP (und ggf. weitere Verkehrsdaten) bereits an Facebook weitergegeben würden, nur weil eine Website den Like-Button einbindet, fasse ich mir noch nachträglich an den Kopf. Was geht es eigentlich Facebook an, ob ich z.B. SPON (ja ich weiss, hier ist es anders eingebunden..) lese? Ich möchte auch nicht, dass mir google aufgrund meines privaten Suchverhaltens vorsortierte Vorschläge für mein berufliches Umfeld macht. Es nervt schon genug, dass man, wenn man z.B. Diplomarbeiten und wissenschaftliche Papiere sucht, mit den obskuren Angeboten zweit-und drittklassiger Consulting-Firmen belästigt wird. Es widerstrebt mir zutiefst, dass mit dem Ignorieren meiner Privatsphäre auch noch Geld verdient wird.
  8. #8

    Maßarbeit

    Das Problem ist doch eher, dass hier mit verschiedenen Maßangaben gearbeitet wird. Und Weichert spielt nicht dem Datenschutz in den Hände, sondern Abmahnanwälten. Das ist der Kern des Problems. Dabei ist auch noch immer nicht sicher, ob die IP Adresse überhaupt ein personenbezogenes Datum ist. Klar, mit Vorratsdatenspeicherung die ohne richterliche Verfügung zu bekomme ist sicher.

    Und in einem Land, in dem ich nach dem Umzug oder nach der Nachsendung von Wahlunterlagen an eine andere Adresse automatisch zwei Wochen später Post von der GEZ und dem Otto Katalog bekomme, wundere ich mich doch sehr über die Datenschutzvorstöße des Landes oder Bundes und dessen Adressaten im wirtschaftlichen Raum.
    Kleine Volksweisheit: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
    Ich weiß nicht, welcher Datenmissbrauch mir mehr Angst machen soll.
  9. #9

    The Privacy Advantage

    Warum wird Datenschutz in Deutschland eigentlich noch immer als Standort- bzw. Wettbewerbsnachteil betrachtet? Selbst in den USA ist inzwischen vom "Privacy Advantage" als Produktvorteil die Rede (vgl. http://vdsetal.wordpress.com/2011/08...acy-advantage/)!








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