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Facebook-Debatte: Warum wir Datenschutz-Fundamentalisten brauchen

Schleswig-Holsteins Datenschützer Thilo Weichert bringt das Netz gegen sich auf: Weil er Druck auf Facebook macht, gilt er als Hysteriker. Dabei ist das Vorgehen nötig - und legitim, findet Konrad Lischka.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...781873,00.html
  1. #50

    ...

    Zitat von forenwanderer Beitrag anzeigen
    Das ist wie eine Personalakte über den User, die gegen ihn verwendet wird.
    Präziser: Die theoretisch gegen ihn verwendet werden könnte. In der Praxis entsteht bei solch einer systematischen Datensammlung von Abermillionen Nutzern wohl primär ein gigantischer Datenbrei voller beliebiger Belanglosigkeiten. In dem Ausmass wird sich das kaum sinnvoll verwenden und sich maximal zu relativ irrelevanten Vorgängen wie pseudo-personalisierter Werbung ausnutzen lassen. Zu einem effektiven Schaden für den Nutzer ist es da noch ein weiter Weg.

    Wobei man natürlich Möglichkeiten aufzeigen kann und kritisieren sollte. Viele Ansätze sind da in der Tat fragwürdig und potentiell gefährlich. Aber m.E. käme das wesentlich überzeugender daher wenn man dabei auch mal die Kirche im Dorf liesse was effektive Implikationen angeht.
  2. #51

    Datenaggregation

    Aus diesem, wie Sie es nennen, immensen Datenbrei, kann dank moderner und ausgeklügelter Filter- und Sortiertechnologien in Sekundenschnelle eine hochkritische Masse entstehen, ein Persönlichkeitsdossier, dass nicht nur bisherige Vorstellungen in den Kategorien

    - Detailgenauigkeit (Treffen um 12:14 h, am geogr. Ort xx:xx:xx yy:yy:yy:yy, mit xy),

    - Medienvielfalt (Filme, Fotos, schriftliche Eigenäußerungen, kommentierende Äußerungen Dritter, neu: samt unverfälschbarer biometrischer Daten dank automatischer Gesichtsvermessung),

    - hinzukommt das Gesamtpaket an Daten, was mit jedem Aufruf mitübermittelt wird (IP, genaues Datum und Uhrzeit, vorher besuchte Seite (referrer), Betriebssystem(variante), Browser(variante), Bildschirmauflösung, Cookieinhalte, Flashcookieinhalte?, etc. etc.

    Das Ergebnis überschreitet bisherige Vorstellungen und hat die Besonderheit, das es in der Regel mehr beinhaltet, als der Nutzer selbst über sich weiß: So wurde mir seitens facebook als NICHTMITGLIED von Freunden und Bekannten samt Bild berichtet, die ich längst vergessen hatte. Und es ist auch nur facebook, das wusste, dass ich der Verknüpfungspunkt zwischen den mir eingeblendeten Personen bin. Außerdem: Können Sie sich erinnern, dass Sie am 11.1.2011 um 11:11 h zunächst bei einer Online-Apotheke nach einem Medikament zur Empfängnisverhütung gesucht haben und direkt danach einen Arzt für einen Schwangerschaftsabbruch? Sie vielleicht nicht, aber facebook weiß das noch.

    Googles Ex-Chef sagt nicht umsonst:

    Als "Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir können mehr oder weniger wissen, was du gerade denkst"

    in Andreas Geldner: Google - Zurück zu guten alten Zeiten, stuttgarter-zeitung.de 20.01.2011

    https://secure.wikimedia.org/wikiquo...i/Eric_Schmidt

    Im Grunde sind den Verknüpfungs-, Filter- und Kombinationsmöglichkeiten eben überhaupt keine Grenzen gesetzt.

    Nicht umsonst spricht die Agentur 24/7 Real Media auf ihrer Seite davon: "Jeder Hund kann an seiner einzigartigen Nasenzeichnung identifiziert werden. WIR KÖNNEN IHNEN HELFEN, IHRE KUNDEN AUFZUSPÜREN."

    Quelle: wwww.247realmedia.de
  3. #52

    KÖnnte

    Zitat von Celegorm Beitrag anzeigen
    Präziser: Die theoretisch gegen ihn verwendet werden könnte. In der Praxis entsteht bei solch einer systematischen Datensammlung von Abermillionen Nutzern wohl primär ein gigantischer Datenbrei voller beliebiger Belanglosigkeiten. In dem Ausmass wird sich das kaum sinnvoll verwenden und sich maximal zu relativ irrelevanten Vorgängen wie pseudo-personalisierter Werbung ausnutzen lassen. Zu einem effektiven Schaden für den Nutzer ist es da noch ein weiter Weg.

    Wobei man natürlich Möglichkeiten aufzeigen kann und kritisieren sollte. Viele Ansätze sind da in der Tat fragwürdig und potentiell gefährlich. Aber m.E. käme das wesentlich überzeugender daher wenn man dabei auch mal die Kirche im Dorf liesse was effektive Implikationen angeht.
    Das KÖNNTE ist aber das Entscheidende.

    Das können Sie u.a. im Vorratsdaten-Urteil des Bundesverfassungsgerichts nachlesen. In etwa: Es gilt eine Atmosphäre des Beobachtetseins und der Angst zu verhindern, die den Bürger daran hindert, seine staatsbürgerlichen Rechte wahrzunehmen.

    Und die Datenkraken haben selbstverständlich Macht. Zum einen wegen nahezu unbegrenzter Geldmittel. Zum Anderen aber auch auf Politiker. Google hat jüngst 12 Büros mit Lobbyarbeit in der EU beauftragt.
    Aber auch die reine Datenmenge ist natürlich Macht, da sie ja Bewegungsprofile, Persönlichkeitsdossiers der Politker und jeder Privatperson mitenthält. Man muss nur intelligent filtern, s.o.

    Daten sind Macht.
    Das wissen Sie doch.
    Deshalb posten Sie hier nicht ihren Klarnamen, nicht Ihre Login-Daten Ihres Emailaccounts, Ihre Online-Banking Details etc.








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