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Facebook-Börsengang: Zuckerberg verkauft Ihre Zukunft

Mit dem Börsengang versilbert Facebook die Persönlichkeit seiner Nutzer, ihre Gedanken, ihre Gefühle. Jetzt wird sozialer Status ein präzise messbarer Wert. Statistiken zeigen, ob man homosexuell ist. Ob man zum Biertalk taugt. Ob man ein guter Mitarbeiter wird. Was bedeutet das für die Gesellschaft?

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...831925,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was bedeutet das für die Gesellschaft?
    Nicht viel. Da Facebook bestenfalls ein sehr lückenhaftes Bild der Personen liefert, das erst einmal interpretiert werden muss. Die Zahl der Facebook-Freunde beispielsweise ist eine ausgesprochen alberne Messgröße. Manche sind nur mit denen befreundet, die sie halbwegs regelmäßig sehen, andere nehmen jeden auf, mit dem sie seit der Grundschule mal ein Wort gewechselt haben. Jenseits von Kindergarten-Niveau lässt sich damit gar nichts messen. Und nicht zuletzt: viele sind gar nicht bei Facebook, oder nicht mit realem Namen.

    Messen kann man vieles. Wie viel die Daten dann taugen oder gar mit der Realität zu tun haben, ist eine ganz andere Frage.
  2. #2

    Ein guter Artikel, der zum Schluß sogar Gefahren aufzeigt, die für die meisten Nutzer dieser sogenannten sozialen Netzwerke noch kaum überschaubar ist: Die Verlinkung mit unerwünschten Personen oder Institutionen. Ich mag nicht daran denken, wie heute bereits unbedarfte PC- und Internet-Nutzer, die kaum in der Lage sind, den PC zu starten, sich über Ungemach beschweren werden. Wer Fragen zu der Unbedarftheit hat, möge sich einmal einen Tag in einem Call Center aufhalten, in dem solche Mitgeschöpfe im Minutentakt sich vollständig entblöden dürfen. Kostenloses Upgrading, ob in Hotels oder wo auch immer, wird dazu führen, daß die Gier wieder über die Vernunft im Hinblick auf den Umgang eigener Daten siegen wird. Blöd-ist-geil ist allerdings schon stark vertreten, so daß Facebook eigentlich nur in kommerzieller Form, i.e. dem Kauf von Aktien, attraktiv wird.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit dem Börsengang versilbert Facebook die Persönlichkeit seiner Nutzer, ihre Gedanken, ihre Gefühle. Jetzt wird sozialer Status ein präzise messbarer Wert. Statistiken zeigen, ob man homosexuell ist. Ob man zum Biertalk taugt. Ob man ein guter Mitarbeiter wird. Was bedeutet das für die Gesellschaft?

    Sascha Lobo: Facebook verkauft Ihre Zukunft - SPIEGEL ONLINE
    Viele Errungenschaften zum Datenschutz werden in sozialen Netzwerken freiwillig aufgegeben. Trotzig dementieren viele Nutzer ihre Gläsernheit, weil sie glauben, ohne Facebook - Mitgliedschaft keine Bedeutung zu haben. Die Wichtigkeit eines Menschen liegt jedoch nicht in der Anzahl seiner Facebook - Freunde, sondern in der Anfasswelt, in der Freunde in den Arm nehmen können, trösten, bei unliebsamen Arbeiten helfen und sich in die Augen schauen. Das wird nie an Bedeutung verlieren und wird immer wichtiger, je mehr Facebook an Bedeutung gewinnt. Irgendwann ist der Facebook Traum ausgeträumt und der Kater setzt ein.
  4. #4

    "ein präzise messbarer Wert" - wovon ...?

    ... wo sich jeder so günstig wie möglich präsentieren will ...
    das Maßgebliche weglassen kann und das Unwichtige aufbauscht ... mit x Variationen.
    Als Werbespot seiner Selbst, sogar als Fake ...
    Zuverlässig ist etwas Anderes.

    Facebook is a huge stage of the egos ...
  5. #5

    das entscheidet doch der nutzer

    ... mein FB-account ist für fremde gar nicht und für freunde nur sehr eingeschränkt sichtbar. alles, was ein freund da über mich erfährt, ist mein wohnort, eine ziemlich große stadt nebenbei. keine details, keine liste meiner freunde, keine politik, kein gar nix. das kann man doch alles schützen. FB ist ein lustiges tool, aber ökonomisch m.E. total überbewertet.
  6. #6

    Digitale Überschätzung

    Den Optimismus zur Vermessbarkeit von Menschen im Artikel und die Bedenken dazu halte ich für genauso überzogen wie das Aufhebens, das um Soziale Medien insgesamt gemacht wird. Mir schien schon im letzten Artikel Lobos über die Auswirkungen auf die Arbeitswelt, dass er den Stellenwert und die Möglichkeiten des Digitalen in seinem digitalen Überschwang überschätzt. Menschen sind zuallererst immer noch Menschen aus Fleisch und Blut. Die sozialen Netzwerke sind sicher ein wichtiges neues soziales Phänomen, aber m.M. keines mit Druck zum totalen gesellschaftlichen Zwang. Es ist keinesfalls schlimm, wenn heutzutage jemand nicht in Facebook oder Twitter ist - und das wird wahrscheinlich auch weiter so bleiben. Facebook wird sicher kein Must-have wie der Personalausweis oder die Gesundheitskarte.
  7. #7

    Zitat von topcheckertopchecker Beitrag anzeigen
    FB ist ein lustiges tool, aber ökonomisch m.E. total überbewertet.
    Ich sehe Facebook auch nur als einen Ersatz für solche, die keinen Stadtpark haben, um sich dort zu entblößen (kleiner Scherz, muß sein :-).
    Ernsthaft: Die totale Überbewertung sehe ich auch. Zum einen handelt es sich um eine Mode, sich derzeit in den sogenannten sozialen Netzwerken zu tummeln. Zum zweiten wird irgendwann der Jammer kommen, daß die Daten ausgenutzt worden seien und der Staat vergessen habe, die Bürger vor ihrem grundgesetzlich verankerten Recht auf Dummheit zu schützen. Dies wird dann zum Ende von Facebook führen. Was hatten wir nicht alles: Der Börsencrash 2001 mit seinem Run auf Telekommunikation, IT etc. Ebay ist auch nicht mehr, was es mal war. Und es gibt viele weitere Beispiele.
  8. #8

    Vollkommen richtig

    Richtig erkannt. Genau so ist es und so wird es wahrscheinlich kommen. Es sei denn, es kommt langsam mal zu einer Art Gegenbewegung. FB wird übrigens langsam langweilig und quer durch die Bank von meinen Friends immer weniger genutzt...
  9. #9

    Alles nicht so schlimm?

    Hallo Träumer und Gutgläubige,

    es reicht aus, wenn Unternehmen, die für Millionen oder Milliarden bei Facebook einsteigen, !glauben!, dass die Daten verwertbar sind. Allein weil sie das wiederum ihren Anlegern versprechen müssen, dass das Geld nicht bei Facebook versenkt ist. Und wenn die nun entscheiden (bzw. durch ihren Einstieg bei Facebook schon entschieden haben), dass Lebensläufe und Karrieren besser verhersagbar sind, ob man zum Alkoholkonsum neigt oder zu sonst was nicht oder doch taugt, dann ist das erst mal so und wird so mindestens eine Zeitlang bleiben. Und es werden sich sich Berater und Firmen finden, die dies wiederum bestätigen.

    Leider m.E. egal, ob Ihr glaubt/sie glauben, dass das nicht so ein kann, weil Eure/Ihre information zu wenig, zu grob, zu sonstwas sind.
    Ein Klassiker ist doch schon der Teil-Vorgänger von goolge earth:
    IQT Alumni Portfolio Companies - In-Q-Tel
    und dann keyhole (Schlüsselloch) suchen

    Einen schönen Tag noch


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