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EZB-Vorstoß: Wundertüte Wachstumspakt

REUTERSWachstum ist prima, und ein Pakt sowieso. Deshalb stimmen plötzlich alle Politiker dem Vorschlag von EZB-Präsident Mario Draghi zu, die im Fiskalpakt festgezurrte Sparpolitik durch einen Wachstumspakt zu ergänzen. Das Problem: Jeder versteht darunter, was er will.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...829930,00.html
  1. #10

    Wachstum durch Einnahmen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wachstum ist prima, und ein Pakt sowieso. Deshalb stimmen plötzlich alle Politiker dem Vorschlag von EZB-Präsident Mario Draghi zu, die im Fiskalpakt festgezurrte Sparpolitik durch einen Wachstumspakt zu ergänzen. Das Problem: Jeder versteht darunter, was er will.

    Vorstoß von EZB-Chef Draghi: Wundertüte Wachstumspakt - SPIEGEL ONLINE
    In jedem Euroland gibt es wenige Familien, die über einen Großteil des Privatvermögens verfügt.
    Alleine das reichste eine Prozent der Deutschen besitzt bereits 35% des Gesamtvermögens und die reichsten 10% über 60%. Die Privatvermögen der hundert reichsten deutschen Familien ist im letzten Jahr um 6,8% um weitere 307 Milliarden Euro angestiegen. Bei der reichsten deutschen Frau, Susanne Klatten, Mehrheitsaktionären bei BMW, sind es tagtäglich 2,87 Mio. Euro, die dazukommen.
    Ähnlich ist es auch in anderen Euroländern.
    Ich frage mich, weshalb erhöhen die Länder nicht für diese Klientel die Vermögenssteuer. Dann hätten die hoch verschuldeten Staaten ein riesen Wachstum an Einnahmen zu verzeichnen und Herr Draghi wäre ein glücklicher Mann und ich auch.
    Aber soweit wird es wohl nicht kommen, denn Goldman Sachs hat seinen Ex-Manager hervorragend platziert. Ebenso wie Lucas Papademos, Regierungschef in Griechenland und Mario Monti, Regierungschef in Italien. Ein Schelm, wer was Böses dabei denkt.
  2. #11

    Schulden-Wachstumspolitik

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wachstum ist prima, und ein Pakt sowieso. Deshalb stimmen plötzlich alle Politiker dem Vorschlag von EZB-Präsident Mario Draghi zu, die im Fiskalpakt festgezurrte Sparpolitik durch einen Wachstumspakt zu ergänzen. Das Problem: Jeder versteht darunter, was er will.

    Vorstoß von EZB-Chef Draghi: Wundertüte Wachstumspakt - SPIEGEL ONLINE
    Wachstumspolitik im Sinne von Draghi heißt übersetzt Schulden-Wachstumspolitik.
    Die in zwei Jahrzehnten dokumentierte Neigung der Politiker, während ihrer jeweiligen Legislaturperiode auf Kosten von künftigen Generationen (und anderen Staaten) über die Verhältnisse zu leben, wird somit weiterhin legitimiert. Bewegt man sich geographisch in Richtung Süden, ist diese Neigung noch stärker ausgeprägt.

    Es ist schon schäbig, wenn Politiker und der Chef der EZB nicht einen Hauch an Verantwortung besitzen. Die Wahl des Wortes "Hauch" ist durchaus bewusst gewählt worden.

    Ich ahne es schon: Jetzt kommen wieder einige Foristen, die sich im Paradies wähnen und meinen, dass doch eine Fortführung der Schuldenmacherei ganz nett wäre (oder gar gut) wäre und wir uns aktuell einfach nur totsparen. Griechenland, Portugal, Spanien und Italien haben übrigens - folgt man dieser Meinung - alles richtig gemacht: Diese Staaten können sich ja nachweislich vor der Behauptung verwahren, dass sie sich totgespart hätten.

    Herr Kohl, Herr Schröder, Herr Draghi: Bankraub ist eine Straftat. Das sehe ich auch so. Dennoch sind mir Bankräuber lieber als Sie. Spürbar lieber.
  3. #12

    wenn dem denn so wäre

    Zitat von Neapolitaner Beitrag anzeigen
    Mit "Wachstum" , so wie es Hollande, Monti etc. verstehen, wird Geld gedruckt, mit dem Konsumgüter gekauft werden. Das ist nichts anderes als Konsum auf Pump - nach Ablauf der Bemessungsperiode bleibt vom Konsum nichts, aber die Schulden bleiben als Verbindlichkeit gegenüber der Zentralbank (Bilanzaufweitung).
    Wenn es denn so wäre.
    Wachstum bedeutet für die das Banken Geld gegeben wird, diese es verleihen , Zinsen dafür kassieren, und das dieses verliehene Geld Wachstum generiert. Die Zinsen welche sich die Banken defacto für nichts einstreichen sollen im Endeffekt von den Konsumenten bezahlt werden.
    Gegen Geld drucken spricht ja generell nichts, aber nur solange dies zu gleichen Teilen auf alle Europäer verteilt und auf garkeinen Fall an Banken gegeben wird.

    Nichtsdestotrotz kann man zuerst einmal von den Regierungen erwarten unnötige Ausgaben zu streichen, das Sozialamt der Welt zu schliessen und alle nicht-europäischen Bezieher von Staatsleistungen dahin zurückzuschicken woher sie gekommen sind.
    Sollen wir uns etwa noch weiter verschulden damit Teile des mittleren Ostens und Nordafrikas es sich hier auf Steuerzahlerkosten gemütlich machen ?
  4. #13

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wachstum ist prima, und ein Pakt sowieso. Deshalb stimmen plötzlich alle Politiker dem Vorschlag von EZB-Präsident Mario Draghi zu, die im Fiskalpakt festgezurrte Sparpolitik durch einen Wachstumspakt zu ergänzen. Das Problem: Jeder versteht darunter, was er will.

    Vorstoß von EZB-Chef Draghi: Wundertüte Wachstumspakt - SPIEGEL ONLINE
    Das also ist die Folge der Piraten und was die Parteien daraus gelernt haben: Etwas in den Raum stellen, in das jeder nach belieben das ihm Genehme hineindeuten kann = Win.
  5. #14

    Und als die Schildbürger ....

    ... beim Hausbau die Fenster vergassen, trugen sie das Licht mit Eimern hinein.
  6. #15

    Die 17. Ausgabe, der "Stern" informiert auf Seite 36, dass Teams aus IWF, EU und EZB stundenlang den Text einer Pressererklaerung durchgehen; "auch das gehoert zur Arbeit der Euroretter".
    Klar, wenn man nichts Substantielles zu vermelden hat, dann muss man unter Beruecksichtigung unterschiedlicher Sprachkenntnisse, von nichts anderem als den ueblichen Sprechblasen ausgehen.
  7. #16

    Die Aufgabe ist wohl doch erheblich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wachstum ist prima, und ein Pakt sowieso. Deshalb stimmen plötzlich alle Politiker dem Vorschlag von EZB-Präsident Mario Draghi zu, die im Fiskalpakt festgezurrte Sparpolitik durch einen Wachstumspakt zu ergänzen. Das Problem: Jeder versteht darunter, was er will.

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    komplexer als es sich mit einigen pauschalen Begriffen die frei je nach Standpunkt interpretiert werden koennen darstellen laesst. Sparen im Sinne von Vereinfachung von Prozessen ist immer sinnvoll und auch moeglich. Hiervon sind viele Bereiche betroffen die oft mit dem Begriff Buerokratie - und Hirarchieabbau einhergehen. Wie wir wissen bleibt es immer bei schoenen Worten, weder Buerokratie wird abgebaut, noch werden ueberholte, oft hirarchische Strukturen aufgeloest und neu geordnet. Politik funktioniert nicht prozessorientiert, da ihr Ziel in erster Linie statisch und schlicht auf Machterhalt ausgerichtet ist. Es ist die in sich erstarrende Parteiendemokratie die zum groessten Bremsklotz geworden ist. Wie kann man so naiv sein zu glauben dies koenne mit 27 Laendern und vieleicht 120 Parteien besser funktionieren ? Bislang hat man sich darauf beschraenkt Geld zu drucken um sich damit Zeit zu kaufen, die man ja nicht hat und die man nicht zurueck bekommt.

    Innovation, egal ob im Haushaltsbereich, dem Finanzwesen, der Realwirtschaft, aber auch in den Bereichen Gesundheit, Ausbildung und Altersversorgung, kann nur stattfinden wenn man Wandel akzeptiert und bereit ist Veraenderung zu gestalten. Wenn etwas wie z.B. die €-Rettung nicht funktioniert, dann muss ich was aendern. Ich kann das seit langer Zeit nicht erkennen und dies ist erschreckend. Wachstumspakt kann nicht heissen immer mehr Geld zu drucken, denn irgendwann ist sie da die richtige Inflation. Nein, die Strukturen muessen geaendert und entschlackt werden, lieb gewordene Verfahren und Systeme die ueberholt und nicht mehr sinnvoll sind, muss man abschaffen. Bruessel scheint mir zum Steuern dieses Wandels mittlerweile ungeeignet zu sein. Innovation und Kreativitaet findet in kleineren Strukturen und dort lassen sie sich auch besser und viel schneller umsetzen.

    Ich bin mir mittlerweile sicher, die Aufgabe der Kunstwaehrung €, wuerde Kraefte frei setzen die bis jetzt unter Rettungschirmen verschwinden, die werden hierdurch nicht besser.
  8. #17

    Wachstum

    Wie kann man auch nur im entferntesten erwarten das ein System,
    das auf unendlichem Wachstum basiert,
    in einer - in jeder Hinsicht - endlichen Welt,
    auf Dauer funktioniert?

    Das ist doch mehr als naiv...
    aber "who cares, right?"

    ... ist im Prinzip ja auch eh egal...

    Wenn die Menschheit mit "Nach mir die Sintflut"- Motto nochmal 200 Jahre so weitermacht, ist das Grab eh bereits zu tief geschaufelt - um selbst noch aus dem Loch zu kommen.
  9. #18

    Was denn für 'nen Pakt?

    Ich dachte, den hätten wir schon längst, den Stabilitäts- und Wachstumspakt. Ist das nun ein neuer? Oder der alte ohne Stabilität? Warum nicht den Wundertütenpakt? Das wär doch mal was wirklich neues. Da kennt sich ja keiner mehr aus. Und vor allem: Am Ende wird alles für die Katz gewesen sein.
  10. #19

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wachstum ist prima, und ein Pakt sowieso. Deshalb stimmen plötzlich alle Politiker dem Vorschlag von EZB-Präsident Mario Draghi zu, die im Fiskalpakt festgezurrte Sparpolitik durch einen Wachstumspakt zu ergänzen. Das Problem: Jeder versteht darunter, was er will.

    Vorstoß von EZB-Chef Draghi: Wundertüte Wachstumspakt - SPIEGEL ONLINE
    Das Huhn (Brüssel) beschließt ein Joint Venture mit den Schweinen (EU - Mitgliedsstaaten). Sie verkaufen zusammen Ham and Eggs. Leider sind nach einiger Zeit alle Schweine tot und das Huhn reich.


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