Er gilt als*exzellenter Kenner der rechtsextremen Szene Deutschlands, er gründete das Neonazi-Aussteigerprogramm Exit. Im Interview spricht*Bernd Wagner*über das Versagen der Ermittler im Fall der Zwickauer Terrorzelle - und*erklärt,*wie man Radikalen mit einem Stuhlkreis beikommt.
http://www.spiegel.de/panorama/gesel...799884,00.html
ein sehr guter Artikel, den ich verstehe und für den ich als Westdeutsche dankbar bin. Es geht nicht um West gegen Ost, aber beide gebiete gleich zu behandeln war ein fehler. Nun wird es Zeit, dass mehr in Sachen Selbstkritik und auch Sozialarbeit drüben läuft. Und eben auch mit Selbstkritik verbuunden. Gemütlichkeut und Harmonie um jeden preis (a la Ossi Merkel), das gibt es nicht und darf es nicht geben. und dann kann Deutschland zusammenwachsen und alle auch hier Platz finden.
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...ist jedem bewusst, wie feindlich Anderen gegenüber manche CDU/CSU - Wähler sein können. Z.B. wäre für mich zartbesaiteten manch eine CSU - Wahlveranstaltung äusserst gewöhnungsbedürftig.
Aber machen Sie bitte nicht den selben Fehler wie viele, die einen Untergang der Demokratie befürchten wenn die NPD verboten werden sollte. Denn es ist ein großer Unterschied, ob jemand der Vorurteile hat, im Rahmen des Gesetzes bleibt oder eben nicht.
Die NPD ist eine Ansammlung von schwerstkriminellen Rassisten, wogegen manche CDU/CSU - Wähler sicherlich eine für viele zu verachtende Meinung vertreten. Und man zurecht befürchtet dass diese "Grundlage" ein Nährboden für NPD und Co. sein könnte.
Allerdings wird dort sowohl der Holocaust nicht geleugnet als auch wird nicht der Tod von Mitbürgern bejubelt.
Im Osten gab es also eine Szene? Szene? Was ist das? So ähnlich wie Banane, die Ossis nach der Wende endlich auch bekommen durften?
Und ein Polizist, der hat diese Szene beobachtet? In wessen Auftrag?
Oh, ich gebe es zu: Mir ist das jetzt neu.
"Ich habe die rechtsradikale Szene bereits in der DDR als Polizist beobachtet und auch nach der Wende noch einige Zeit als Staatsschützer begleitet. Es gab schon damals Unmengen von Informationen, die darauf hindeuteten, dass sich in diesen dann gesamtdeutschen extremistischen Kreisen eine klandestine Struktur entwickelte."
Aber da fällt mir ein ähnliches Beispiel ein. (Wikipedia weiß alles.)
"Lesben- und Schwulenverband in Deutschland:
Der Verband wurde am 18. Februar 1990 von ostdeutschen schwulen Bürgerrechtlern wie Eduard Stapel, Christian Puls, Christian Welter, Wolfgang Löbe, Martin Pfarr in Leipzig als 'Schwulenverband in der DDR' (SVD) gegründet. Er verstand sich als Teil der Bürgerbewegung in der ehemaligen DDR. Auf seinem ersten Verbandstag in Magdeburg (Juni 1990) benannte sich der SVD in 'Schwulenverband in Deutschland' um, mit dem Anspruch, zukünftig bundesweit aktiv zu werden."
"Eduard Stapel: Der Journalist und Theologe lebte lange Jahre in Leipzig und war Mitglied der kirchlichen Oppositionsbewegung in der DDR."
Klar, es soll ja tatsächlich schwule Christen geben.
Das entspricht zwar alles nicht so ganz der christlichen Linie, aber im Osten, wo sowieso alles verdreht war, da muss das alles wohl irgendwie funktioniert haben.
jedoch geht es - meines Erachtens - vor allem darum, diese Leute aus ihrer existenziellen Perspektivlosigkeit herauszuholen und sich gleichzeitig zur Aufgabe zu machen, unter welchen gesellschaftlichen Voraussetzungen die Bereitsschaft zum Extremismus besonders guten Nährboden antrifft.
Man muß an die ausgehenden Ursachen heran, wie die bereits begonnenen Entwicklungen sich dann organisieren und wie man die Extremen ggf. dort wieder herausholt, ist der sekundäre Schritt.
Zunächst besteht eine Wut des jungen Menschen auf den Staat, wen auch sonst, ihn allein gelassen zu haben und nur mit Sozialrecht und Strafgesetzbuch aufzuwarten. Dies führt in der Regel zu einer politischen Orientierung, wobei links oder rechts eher zufällig ist, aber Männerrituale etc. in bestimmten Kreisen Anklang finden, ein ideelles Zuhause; das ist letztlich und systematisch nichts anderes, als ein Opfer von zB Scientology zu werden.
Ein NPD-Verbot könnte aber eher nach hinten losgehen, wenn der Staat weiterhin keine geeigneten Perspektiven schafft, wenn auch mit Mühe, so doch objektiv möglich eine eigene Perspektivhaftigkeit im Leben zu erarbeiten.
Sicherlich nützt es überhaupt nicht, wenn die NSU medial eher als Attraktion im Staat hochgejubelt wird. Hier hat sich so oder so lange etwas in die falsche Richtung entwickelt, was man nicht mit einem Schritt zurückdrehen kann. Aber die Medien tragen eine gehörige aufklärende Mitverantwortung dafür, ob beim gemeinen Bürger eine Art: "Rübe ab"-Mentalität gegenüber Extremen aufkommt oder ob man sich fragt, wie es zu Extremismus kommt.
"Vor allem müssen Sie mit den ganz Überzeugten sprechen, mit den Rädelsführern, und deren verqueres Weltbild ins Wanken bringen."
Wie?
Für mich ist Nationalsozialismus eine quasi-religiöse Bewegung, der Aufstand des Menschentieres gegen das Menschliche, der gewaltig unterstützt wird durch den modernen Biologismus, der den Menschen als biologisch programmiertes Wesen ansieht und ihm sogar die Willensfreiheit abspricht, aber auch durch die neoliberale kapitalistische Ideologie (das ist ja längst keine Wirtschaftsform mehr), die den Menschen als beliebig handhabbares Objekt im Wirtschaftsgefüge ansieht. Beides ignoriert das Menschliche schlechthin, den ethischen Willen. Und wenn das der Fall ist, kann man dem Nazi noch nicht mal klar machen, dass seine Sicht die verquere Sicht einer abstrusen Minderheit ist.
Mit Vernunft und Verstand kann man dem Menschentier nicht kommen, das betrachtet Reflexion als entartet und hält die Evidenz seines Gefühlslebens dagegen.
Insofern fällt mir dazu weiter nichts ein, als den Nazi wie einen Hund bei Fuß gehen zu lassen, so lange, bis er sich vielleicht wieder daran erinnert, was eigentlich den Menschen ausmacht.
Was haben Sie sich denn da zusammenfabuliert? Die Biologie als Erfüllungsgehilfe des Neonazi-Menschentiers - selten so gelacht.
Ihre Ausführungen weiter unten dagegen sind weniger lustig, und könnten auch direkt von den braunen verwendet werden, die schon immer gefallen an der Vorstellung gefunden haben, dass manche Leute eher Tiere als Menschen sind, die man entsprechend behandeln darf.