Forum


 

Experte Bofinger: Zock-Stopp für die Weltwirtschaft

Eine globale Banken-Schufa, staatliche Rating-Agenturen, verschärfte Eigenkapitalregeln - Peter Bofinger fordert harte Reformen für die Finanzsysteme. Auf SPIEGEL ONLINE erklärt der Wirtschaftsweise seinen Drei-Punkte-Plan: Wie die Welt nicht mehr in die Zocker-Ökonomie zurückfallen kann.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,623653,00.html
  1. #10

    Konsumerausfallrisiken

    Zitat von Dominik Menakker Beitrag anzeigen
    ...
    Die EK Rendite der Deutschen Bank wurde an anderer Stelle bereits ausführlich diskutiert. Die von Bofinger als "solide" dargestellten 4 % wären absoluter Dummfug. Damit wären noch nicht einmal im Konsumerbereich die Kreditausfallrisiken abgedeckt. Wer so einen Stuss verbreitet zeigt eigentlich nur, dass er von der Materie keine Ahnung hat.
    .
    Die Ausfallrisiken im Konsumerbereich sollten doch im eingeschwungenen Zustand bereits wirksam geworden sein und haben die Eigenkapitalrendite bereits reduziert. Sie sind also nicht nochmal von den genannten 4% abzurechnen. Das sagt mir mein gesunder Menschenverstand. Insofern ist das Dummfug von Dominik.
  2. #11

    Das ist mir sympatisch, das finde ich besser.

    Respekt, das ist eines der ersten Male, dass ich in einem Mainstream-Medium mir fundiert erscheinende Vorschläge höre, die nicht den Ellenbogen-Neoliberalismus der 90er nachschnattern bzw. nicht gleich den totalen Wechsel fordern.

    Nun bin ich kein Wirtschaftswissenschaftler und kann daher die Stichhaltigkeit der Argumentation nicht beurteilen. Aber ich kann durchaus sagen, dass diese gesunden Menschenverstand durchscheinen lässt - und das ist eine Seltenheit bei dem (oft offensichtlich PR-getriebenen) Müll, mit dem die Unwissenden crossmedial berieselt werden. Das ist mir sympatisch, das finde ich besser.

    Allerdings sehe ich eine Schwachstelle im Konzept: Nationale, internationale und supranationale Behörden (der Finanz-TÜV, die EU-Ratiers) stellen aus meiner Sicht ein Problem dar - das typische Problem der Konzentration: Will jemand illegalen Einfluss nehmen, braucht er nur wenige Leute zu schmieren (oder mit Lobbies zu bearbeiten bis sie aufgeben). In einem dezentraleren Layout ist das deutlich schwieriger. Lösungsansatz: Absolute Transparenz und eine Medienlandschaft, die über Unstimmigkeiten tatsächlich auch berichtet - damit würde die Konzentration sogar zum Vorteil für die wache Öffentlichkeit.
  3. #12

    Öffentliches Erfolgs-Management

    Kleine Idee: Öffentliches Erfolgs-Management

    Erwirtschaftet ein Unternehmen mehr als 10% seines EK Gewinn innerhalb eines bestimmenten Zeitraums, muss es Rechenschaft ablegen.

    Das erscheint auf den ersten Blick blöd: "Warum sollte sich der Erfolgreiche rechtfertigen? Und warum nicht der Verlierer?".

    Allerdings kommen auch schnell die Vorteile ans Licht:
    1) Es kann gesichert werden, dass Gewinne wirklich verdient und nicht illegal/unethisch sind --> Ende der Neid-Debatte.
    2) Kluge Unternehmensstrategien finden schneller Verbreitung und helfen Newcomern, statt nur den großen Unternehmen zu dienen --> kostenlose Innovations-Impulse für verlustreiche, neue und kleine Unternehmen.
    3) Die Gewinner verlieren ihren Vorsprung allerdings niemals ganz, schließlich haben sie ihre Konzepte bereits up and running, die Manpower und können sie weiter ausbauen, skalieren oder verbessern --> imperativer Innovations-Impuls für die Gewinner.
    4) Die Unternehmen geben der Gesellschaft, auf deren Boden sie gedeihen, etwas immens Wichtiges zurück: Bildung.
    5) Verlierer werden dabei nicht düpiert - sie können aus ihren Fehlern und den Erfolgen der Gewinner lernen, während diese von der Öffentlichkeit gefeiert werden.

    Das ergäbe aus meiner Sicht eine Aufwärts-Spirale, die mal nicht auf Wachstum (ergo meist Ellenbogen), sondern auf nachhaltiger, gemeinsamer Weiterentwicklung basiert!

    Zugegeben, es bleiben so einige Fragen offen: Wem ist die Rechenschaft abzulegen? (Vielleicht einer Behörde mit einer Webseite, in der die gewonnenen Erkenntnisse optimal aufbereitet werden.) Wie ist mit Erfolgsrezepten, die vom Gesetz geschützt werden, umzugehen, z.B. Patenten? (Das zu beantworten wäre ein Fall für Experten.) Ist das umsetzbar? (Wer kontrolliert die Meldungen, wer kontrolliert die Kontrolleure?) Ist das realistisch? (Nur in einer wirklich funktionierenden Demokratie, denke ich...)
  4. #13

    Macht Zocken zum Staatsmonopol

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine globale Banken-Schufa, staatliche Rating-Agenturen, verschärfte Eigenkapitalregeln - Peter Bofinger fordert harte Reformen für die Finanzsysteme. Auf SPIEGEL ONLINE erklärt der Wirtschaftsweise seinen Drei-Punkte-Plan: Wie die Welt nicht mehr in die Zocker-Ökonomie zurückfallen kann.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,623653,00.html
    Der Mann hat Recht und tritt eigentlich offene Türen ein. Was er sagt, hat der amerikanische Finanzminister schon vor einigen Tagen vorgebracht.

    Womit sich die Herren allerdings schwer tun, ist die Zockerei mit all den Wetten auf Indizes usw., vornehm genannt "Zertifikate".
    Dabei wäre das Problem sehr einfach zu lösen. Wetten sollten Staatsmonopol sein. Nur der dürfte solche Papiere emittieren. Wer anders zocken will, kann ins Casino gehen!

    Dann wären wir endlich die Zockerbanken los, die mit einem neuen Kollaps der Weltwirtschaft drohen!
  5. #14

    So retten wir Deutschland

    Zitat von aharef Beitrag anzeigen
    Kleine Idee: Öffentliches Erfolgs-Management

    Erwirtschaftet ein Unternehmen mehr als 10% seines EK Gewinn innerhalb eines bestimmenten Zeitraums, muss es Rechenschaft ablegen.
    Hurra, Sie meinen damit also jede GmbH mit 25.000 Eigenkapital veröffentlicht ihr Geschäftsmodell wenn sie mehr als 2.500 EUR im Jahr Gewinn erzielt.

    Ich wusste es doch schon immer. Lassen wir die Foristen von SPON ran, dann geht es Deutschland besser.
    ROFL
    B.t.w.: Wissen Sie eigendlich, was EK ist?


TOP



TOP