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Existenzgründung: Frauen in der Familienfalle

Eva-Maria SimonSelbständige können sehr familienfreundlich arbeiten. Theoretisch. Tatsächlich bauen viele Frauen ihr Unternehmen in Teilzeit auf, aus Rücksicht auf die Kinder. Dadurch reicht oft das Geld nicht - oder der Mut, eine Gründungsidee durchzuboxen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...831849,00.html
  1. #1

    Eine tolle Geschäftsidee.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Selbständige können sehr familienfreundlich arbeiten. Theoretisch. Tatsächlich bauen viele Frauen ihr Unternehmen in Teilzeit auf, aus Rücksicht auf die Kinder. Dadurch reicht oft das Geld nicht - oder der Mut, eine Gründungsidee durchzuboxen.

    Existenzgründung: Selbständige Frauen tappen oft in die Familien-Falle - SPIEGEL ONLINE
    Von Norman Rentrop entwickelt vermute ich mal.
    Wird Millionen bringen.
  2. #2

    .

    Huiuiuiu...
    Einige der Schlüsse in dem Artikel halte ich für gewagt.

    Ob z.B. der Fakt dass prozentual mehr Paare mit einem Selbständigen(meist die Mutter) ein Kind haben als abhängig Beschäftigte, dann auch direkt kausal auf die Selbständigkeit zurückzuführen ist, ist wohl eher eine 'vage Vermutung' oder folgt dem Versuch die These "selbständigkeit = gut" zu untermauern.

    Korellation ist nicht gleich Kausalität!
    Waren die Mütter z.B. vor der Geburt schon selbständig? Ist der Kinderwunsch eher das in Folge der vielleicht höhere Einkommen weil es leichter bezahlbar ist?

    Ich bin selbständig in einem Bereich mit außergewöhnlich vielen Freiberuflern etc... Meine Erfahrung ist, dass die Frauen häufig selber bremsen. Ich habe mehrere Kolleginnen zu motivieren versucht, aber die gefühlte 'Sicherheit' wird der 'Freiheit' vorgezogen.

    Auch wird 'vorrauseielend' abgelehnt, junge Frauen lehnten die Selbständigkeit ab weil ja irgendwann der Partner, das Kind kommen soll. Hier die konkrete Chance zu verwerfen für ein vages Zukunftbild, statt sich darauf einzulassen ist Schade. Sollte es dereinst soweit kommen DANN kann man eine Lösung mit dem konkreten Partner und Umfeld suchen.

    Die erwähnte Falle bauen sich viele Frauen leider auch selber weil sie dadurch noch vor dem ersten Versuch zurückschrecken. Ja, Männer sind übertrieben optimistisch und machen sich tatsächlich keinen Kopf über manche Details. Sie sehen die Idee, das Potential und planen "im Anschluß".
    Diese Einstellung führt zu zahlenmäßig mehr Scheitern aber halt auch zu mehr Kerlen die es überhaupt probieren.

    Mit fehlt in dem Artikel der Hinweis auf Eigenverantwortung. Und die kann einem kein Förderprogramm nehmen.
  3. #3

    weniger Gehaltsunterschiede bei Selbstständigen?

    Am "Tag der Frau" war ich in diesem Jahr in Spanien. Einer der großen Tageszeitungen zeigte Statistiken zum Thema Gehaltsunterschiede zwischen Mann und Frau, die in Spanien nicht ganz so gravierend sind, wie in Deutschland.

    Eine Statistik fand ich besonders interessant: Der Unterschied war bei Festangestellten am höchsten (fast 50%), bei Selbstständigen am geringsten (deutlich unter 10%).
    Selbstständige verursachen Ihren Auftraggebern kaum Kosten durch Elternzeit u.ä., da sie üblicherweise nach Arbeitszeit oder Leistung bezahlt werden.

    Das ist, gerade für Frauen, die prinzipiell für Arbeitgeber ein hohes Risiko sind (aufgrund der zu erwartenden Ausfallzeiten, die um ein Vielfaches höher sind als bei Männern) ein gute Chance.
  4. #4

    Und täglich grüßt das Murmeltier. . .

    Das ewige Märchen von der Frau die an den Herd gebunden ist,
    die die Kinder betreuen muss, die im Beruf benachteiligt ist, . . gähn. . .
  5. #5

    die Wissenschaftler irren

    Weil sie einige Axiome vernachlässigen. Eine Familie ist eine selbst gewählte Organisationsform um notwendige Leistungen, die zum Leben und Staatserhalt notwendig sind, aufzuteilen. Dabei erfüllt die Fam. die Schutzfunktion, die Reproduktionsfunktion, die Erziehungsfunktion usw. und ermöglicht, viele Grundleistungen zu teilen und damit kostengünsitger zu gestalten. Z.B. ind der Versorgung(selbst gekochtes ist billiger als Fertignahrung, Wohnraum wird geteilt, dabei ist mehr für alle und kostengünstiger Verfügbar, Einkäufe werden in der Wegarbeit durch die Anzahl der Familienmitglieder usw, geteilt. Logisch daher das Zitat:"In Haushalten mit Kind und mittlerem oder hohem Einkommen verdienen selbständige Frauen demnach weniger pro Monat als in Ein- oder Zwei-Personen-Haushalten. "Offenbar sind sie Zuverdienerinnen, und das Rollenmuster des männlichen Ernährers herrscht immer noch vor", schreiben die Wissenschaftler. " Das Rollenmuster des männlichen Ernährers ist die Notwendigkeit, Frauen zu ermöglichen, Familienarbeit zu leisten, die logischerweise auch mehr wird, wenn Kinder vorhanden sind! Was gelöst werden muss, ist die Herausforderung, wer die Familienarbeit leistet, wenn Kinder da sind und hinterfragt werden sollte, warum ein Land dessen grundgesetzlich verankerter Schutz der Fam. bekannt ist, diese nicht so schützt, dass ein Familienernährer ausreicht, damit der andere die Familienarbeit leisten kann und deren Gewinne, gut erzogene Kinder, demographischer Erhalt der Gesellschaft, leistungsfähige Arbeitskräfte, Betreuung der Hilfe benötigenden Familienmitglieder (Alte und Kranke), Umweltschutz durch geringeren Gesamtverbrauch an Energie usw. gewährleistet wird. Aufgabe von Gelichberechtigung und Gleichstellung kann nur sein, wer von beiden Eltern dies in welcher Zeit macht und wie sichergestellt wird, dass die Gesamtlebensleistungleistung einer Familie gerecht verteilt werden. Auch wenn das Rollenmuster des männlichen Ernährer verschwindet würde das og. Zitat mit umgekehrten Vorzeichen seine Gültigkeit behalten:In Haushalten mit Kind und mittlerem oder hohem Einkommen verdienen selbständige Männer demnach weniger pro Monat als in Ein- oder Zwei-Personen-Haushalten. "Offenbar sind sie Zuverdienerinner, und das Rollenmuster des weiblichen Ernährers herrscht immer ... vor", müßten die Wissenschaftler dann schreiben. Die notwendige Familienarbeit würde auf keinen Fall verschwinden und das Argument, mehr Betreuung könnte es lösen ist ein Nullsummenspiel, das durch verlängerte Wege, wie sie bei jeder Auslagerung mehr Arbeit entstehen, aber eben auch höhere Kosten, höheren Energieverbrauch und weniger Input für die Kinder Verluste in der Familienleistung durch Mehrarbeit erzeugen würde. Es ist an der Zeit, endlich mal die Geschlechterdebatte auf die Füße zu stellen und eine sustainable familypolicy zu erzeugen. Nachhaltig ist aber nicht möglich, wenn man nur kurzfristig und einseitig denkt. Wir müssen mehr Frauen beschäftigen wird keinen Ausgleich schaffen, wir müssen mehr Männern ermöglichen, Familienarbeit zu leisten und mehr Frauen befähigen, Alleinernährerin zu werden! Das macht aber nur Sinn, wenn Familie- und Familienarbeit nicht nur anerkannt wird, sondern als eine unbedingt notwendige, gesellschaftliche Arbeit betrachtet wird!
  6. #6

    Familie = Falle?

    Falle in Zusammenhang mit Familie zu verwenden ist zumindest kurios. Vielleicht sollte man die Kinder direkt nach der Geburt ins Heim bringen um sich voll und ganz auf das zu konzentrieren, was sich Karriere schimpft. Hier ist die Botschaft klar, Egoismus des schnöden Mammons wegen (versteckt hinter Selbstverwirklichung), geht über Verantwortung gegenüber der eigenen Familie. Vielleicht fragt irgendwann einmal jemand die Kinder, wie sie es finden, den Begriff eines 'zu Hauses' nicht zu kennen, und vielleicht erkennt diese Gesellschaft, dass fremderzogene Kinder keine Bereicherung, sondern eine Gefahr sind.
  7. #7

    Unternehmergeist ist (meistens) männlich.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Selbständige können sehr familienfreundlich arbeiten. Theoretisch. Tatsächlich bauen viele Frauen ihr Unternehmen in Teilzeit auf, aus Rücksicht auf die Kinder. Dadurch reicht oft das Geld nicht - oder der Mut, eine Gründungsidee durchzuboxen.

    Existenzgründung: Selbständige Frauen tappen oft in die Familien-Falle - SPIEGEL ONLINE
    1. Familien sind nur aus der Sicht von FeministInnen "Fallen": Den meisten Menschen geben sie Halt, Sinn und Sicherheit.

    2. Trotzdem leben immer weniger Menschen in Familien. Und der Anteil der kinderlosen Frauen steigt und steigt. Bei den Akademikerinnen sollen es bereits an die 40% sein.

    3. Die "Familienfalle" als Generalentschuldigung für die Unterrepräsentanz von Frauen auch bei den Gründungen taugt daher nicht. Auch kinderloses Frauen bevorzugen Jobs mit hoher sozialer Absicherung und einer ausgewogenen life-work-balance. Das verträgt sich aber mit Selbstständigkeit sehr schlecht.

    4. Oftmals bietet übrigens erst das gesicherte Einkommen des Gatten überhaupt die Plattform für Frauen, eine eigene Existenz zu gründen.

    5. Die wahrscheinlichste Ursache für die geschlechtsbezogenen Unterschiede liegen ganz woanders: Männer sind häufiger Pioniere und gehen höhere Risiken als Frauen sein. Hinzu kommt ein oft manischer Ehrgeiz, der viele Technik- und Wirtschaftspioniere antrieb. Frauen mit dieser Charakterstruktur gibt es auch, sie scheinen aber deutlich seltener zu sein.

    6. Dies alles ist den meisten Menschen klar; nur bei SPON wird täglich eine nahezu krampfhafte, feministisch angehauchte Ursachenanalyse betrieben, bei der das Naheliegstenste (siehe 5.) nicht ausgesprochen werden darf. Am Ende dieser meist tränenreichen Klagen steht immer irgendein Auftrag an die Politik (Quoten, Fördern, Fordern). Niemand holt aber einen Gründer zu hause ab; der Staat kann Rahmenbedingungen schaffen (etwa bei der Kinderbetreuung), Unternehmergeist muss der Unternehmer oder die Unternehmerin aber selbst mitbringen.
  8. #8

    Volltreffer

    Zitat von derliebemichi Beitrag anzeigen
    "Vielleicht sollte man die Kinder direkt nach der Geburt ins Heim bringen um sich voll und ganz auf das zu konzentrieren, was sich Karriere schimpft."

    Möglicherweise sind Kinder, die "den Begriff eines 'zu Hauses' nicht [...] kennen", eine duldsamere Verfügungsmasse im späteren Berufsnomadenleben.
  9. #9

    dass Erkennen wird nicht eintreten

    Zitat von derliebemichi Beitrag anzeigen
    Falle in Zusammenhang mit Familie zu verwenden ist verantwortungslos!!! Vielleicht fragt irgendwann einmal jemand die Kinder, wie sie es finden, den Begriff eines 'zu Hauses' nicht zu kennen, und vielleicht erkennt diese Gesellschaft, dass fremderzogene Kinder keine Bereicherung, sondern eine Gefahr sind.
    weil hier Ideologie am Werke ist und nicht Sachverstand. Als junger Mann habe ich die Kinder einer Alleinernährerin erzogen, war toll und daher kenne ich die Konflikte junger Frauen aus eigener Erfahrung. Die dabei dran gegebene Karriere(meine Selbstverwirklichung) führte dann zu Konflikten, so dass wir uns trennten und ich mich selbst verwirklichte. Komischerweise widerholte ich, nachdem ich mir eine Karriere aufgebaut hatte, den Fehler und nahm eine neue Stelle im Ausland nicht an, weil ich für meine Familie da sein wollte! Das Ende war, meine Frau suchte sich den entsprechneden Ernährer und ich bin heute Alleinerziehender! Fazit, es geht gar nicht um Familie sondern schlicht um den Grundsatz: "Jedem das seine und mir das Meiste!" dabei bleibt die Familie, oft auch die Kinder auf der Strecke: Das Gefährliche sind nicht Artikel wie diese, die sicherlich Standpunkte aus unterschiedlicher Sichtweise ausleuchten. Das Gefährliche sind die durch solche Artikel ausgelösten kognitiven Dissonanzen, die im privaten Bereich heftigste Konflikte auslösen, die Familie immer mehr diskreditieren ohne ernsthaft über die Folgen einer Gesellschaft ohne Familie nachzudenken. Folge Nr. 1 enorme Kosten durch Auslagerung, Abschaffung und Monetarisierung der Familienarbeit. Folge Nr.2 Zunehmende Anzahl von psychisch kranken Menschen, unterversorgten Menschen Folge Nr.3 zunehmende Konfliktlösungsunfähigkeit und Abhängigkeit von staatlicher Beratung und Transferleistungen Folge Nr. 4 zunehmende Verteuerung des Bildungswesens, dass einerseits Erziehungsaufgaben übernehmen muss und dort wo dies nicht gelingt, trotzdem Bildungsversager generiert. Folge Nr. 5 zunehmender Narzissmus und Rücksichtlosigkeit in der Gesellschaft, Folge Nr.6 zunehmende Abhängigkeit der Menschen vom Staat, Folge Nr. 7 zunehmnde Belastung aller, den ansteigende Transferleistungen und Korrekturen der verschwindenden Familien und damit ihrer Leistungen, müssen von allen bezahlt werden!
    Daher darf man durchaus von der Familienfalle sprechen, aber in ein einem ganz anderen Sinne, wer raus will aus der Familienfalle, der tappt in eine Falle, vor die ihm intakte Familien bewahren!








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