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Existenzgründung: Frauen in der Familienfalle

Eva-Maria SimonSelbständige können sehr familienfreundlich arbeiten. Theoretisch. Tatsächlich bauen viele Frauen ihr Unternehmen in Teilzeit auf, aus Rücksicht auf die Kinder. Dadurch reicht oft das Geld nicht - oder der Mut, eine Gründungsidee durchzuboxen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...831849,00.html
  1. #10

    Störende Kinder

    "Aus Rücksicht auf die Kinder" - suggeriert wieder einmal, dass Kinder bei der "Selbstverwirklichung", der "Karriere" stören. Auf der anderes Seite möchte man Kinder wohl doch haben, sonst gäb es diesen Konflikt nicht. Beides ist aber in vernünftigen Maße nicht möglich, kann ein einzelner nicht Leisten. Karriere und angebliche Selbstverwirklichung bringen einem Anerkennung und Geld - Punkt. Kinder bringen einen u. a. ins "wahre" Leben, sind quasi die Essenz davon. Das geschieht aber nur, wenn man sich auf sie einläßt, mit ihnen zusammen lebt, Zeit mit ihnen verbringt. Alles kann man nicht haben - entweder/oder ist hier die Devise als alleinstehende(r) Mann oder Frau, es sei denn, man hat ein soziales Umfeld und/oder einen Partner der mit trägt. Ansonsten geht nur: Kind in die Welt setzen und nach drei Wochen einer Tagesmutter, der Kindegrippe und später der Ganztagsschule übergeben - aber stelle ich mir so das Leben mit einem Kind vor?
  2. #11

    Die Wirtschaft hat dem Menschen, der Familie zu dienen und nicht umgekehrt!

    Die Prioritäten haben sich bei uns doch total verschoben. Arbeit sollte immer Mittel zum Zweck sein und der Zweck ist das Familien-Leben.
  3. #12

    Wenige Gründerinnen auch im Mikrokreditbereich

    Als Kreditbetreuer kann ich die Aussagen aus dem Text weitgehend bestätigen: Nur etwa jeder fünfte Mikrokredit, den wir vergeben, geht an Frauen. Damit liegt der Anteil sogar unter dem Anteil der Frauen an allen Gründern. Das liegt aber nicht an unserer Vergabepraxis - Frauen sind erfahrungsgemäß die besseren Kreditnehmer - sondern an den Anfragen. Für Männer scheint es normal zu sein, einen Kredit aufzunehmen, wenn sie sich selbständig machen, Frauen scheuen dagegen oft das Risiko. Oder sie machen sich nur nebenher in Branchen mit wenig Kapitalbedarf selbständig machen, weil sie auf dem Arbeitsmarkt - wegen der Kinder - nichts finden.
  4. #13

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Selbständige können sehr familienfreundlich arbeiten. Theoretisch. Tatsächlich bauen viele Frauen ihr Unternehmen in Teilzeit auf, aus Rücksicht auf die Kinder. Dadurch reicht oft das Geld nicht - oder der Mut, eine Gründungsidee durchzuboxen.

    Existenzgründung: Selbständige Frauen tappen oft in die Familien-Falle - SPIEGEL ONLINE
    Allein das Wort Familienfalle ist eine Unverschämtheit.
  5. #14

    da darf man fragen

    Zitat von mikrokredit Beitrag anzeigen
    ...... Frauen sind erfahrungsgemäß die besseren Kreditnehmer - sondern an den Anfragen. Für Männer scheint es normal zu sein, einen Kredit aufzunehmen, wenn sie sich selbständig machen, Frauen scheuen dagegen oft das Risiko.
    ob dieses Scheuen des Risikos nicht generell eine sehr positive Eigenschaft ist. Ein geplatzter Kredit, eine in den Sand gesetzte Unternehmung gefährdet leider auch die Familie. Nicht wenige Frauen können ein Lied davon singen, dass verantwortungslos oder eben risikoreich handelnde Männer nicht nur ihre Firma ruinierten(ohne dabei immer persönliche Schuld zu tragen), sondern nichts selten über Bürgschaften auch ihren Frauen schwer abtragbare Lasten aufbürdeten. Wenn derartige Konstruktionen zu einem Zeitpunkt zerbrechen, an dem die Kinder noch nicht selbstständig sind, stellt dies entweder die Partnerschaft auf eine harte Probe, oder lässt zerstörte Einzelexistenzen zurück. Insofern ist die geringere Risikobereitschaft von Frauen ein immenser sozialer Gewinn und die Beratung von Frauen in Richtung, sie sollten sich etwas zutrauen sehr genau zu hinterfragen und von Beraterinnenseite abzuwägen. Auch hier ist schon wieder ein Konfliktfall vorprogrammiert, denn wie erkläre ich meiner Frau, dass ich ihre Selbsständigkeit nicht möchte, da ich das Risiko für zu hoch halte. Hunderprozentig kommt dann das Argument der Frau:" Du hast Angst vor meinem Selbstvertrauen und Unternehmergeist", welches in einigen Fällen berechtigt sein mag, in anderen aber auch Ergebnis äußerer Einflußnahme ist, welche Selbstüberschätzung erzeugt. Dies wiederum auszuloten, bedarf der Rollenabsprache, wie die von außen geklärt werden soll, ohne Konfliktlinien zu vervielfachen, bleibt mir ein Rätsel. Daher erscheint nachvollziehbar, die Gesellschaft hat die Bedingungen für Gleichheit nach außen zu schaffen, deren Ausbalancierung im Inneren sollte den Partnerschaften überlassen bleiben. Da eine Ausbalanciertheit bei allen Menschen nicht gegeben ist, sondern von tief sitzenden und teileweise biologisch determinierten Rollenbildern beeinflußt wird, machen alle Beratungen den gleichen Fehler, sie übersehen, dass ihr Standpunkt Gleichgewichte verschiebt und damit partnerschaftlichen Umgang zwangsläufig erschwert. Um diesen Widerspruch zu überdeken, wird von einer Falle gesprochen, Dilemma wäre der bessere Ausdruck gewesen! Ein Dilemma ist nicht unbedingt lösbar, aber immerhin verweist es auf einen richtigen Weg siehe Gefangenendilemma,Kooperation , die vermisse ich etwas in der Geschlechterdebatte!
  6. #15

    Der prozentual kleinere Teil aller Frauen ist am häufigsten in der Presse vertreten

    Durch das gute Gehalt meines Mannes bin ich in der glücklichen Situation, nicht arbeiten gehen zu müssen. Ich würde es nicht anders wollen (obwohl ich vorher studiert und einen gut bezahlten Job hatte) - meine Kinder danken es mir täglich. Die meisten Mütter von Kleinkindern, die ich kenne, würden sofort ihren Job schmeißen (der für sie meist nur Streß bedeutet), wenn ihr Mann mehr verdienen würde, und sie keine Angst davor haben müssten, nach 10 Jahren Pause in die Dauerarbeitslosigkeit zu rutschen. Wenn ein leichterer Wiedereinstieg in den Beruf auch nach längerer Pause politisches Ziel wäre, würde das sicher die Mehrheit der Frauen freuen. Leider sind die politisch aktiven Frauen weitgehend nicht dieser Meinung, so dass die "normalen Muttis" nicht in die Öffentlichkeit gerückt werden. Lesen und hören kann man nur von den "Karrierefrauen", die meines Erachtens nur einen geringen Prozentsatz ausmachen. Das ist Politik für Minderheiten, und leider keine fürs Volk.
  7. #16

    Bla

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Existenzgründung: Frauen in der Familienfalle
    Wer das Kinderkriegen nur als Falle, Diskriminierungsfördernd und den natürlichen Feind der Frau sieht sollte es einfach bleiben lassen! Ich kann dieses ewige gelaber vonwegen grundsätzlich benachteiligter Frauen nicht mehr hören. Jeder Mensch ist für die Planung des eigenen Lebens zuständig und kann entscheiden ob, wann und wieviele Kinder er zeugen möchte.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Selbständigenanteil unter den Frauen ist stetig gestiegen, von etwa fünf Prozent im Jahr 1991 auf mehr als sieben Prozent im Jahr 2009. Doch bei den Männern sind es 14 Prozent. Frauen hinken immer noch hinterher.
    Bei solchen Statistiken sollte auch berücksichtigt werden, wie groß der Anteil der Frauen ist, die den Schritt in die Selbstständigkeit überhaupt in Erwägung ziehen. Ich kann da selbst keine Zahlen nennen, aber ich bin mir sicher dass diese Zahl bei den Männern deutlich höher ist als bei Frauen. Denn auch wenn es in der Gesellschaft nicht gern gesehen wird, es gibt doch noch einen nicht zu vernachlässigenden Anteil an Frauen, die das konservative Familienleben bevorzugen.
  8. #17

    Realistisch

    Zitat von mama72 Beitrag anzeigen
    Die meisten Mütter von Kleinkindern, die ich kenne, würden sofort ihren Job schmeißen (der für sie meist nur Streß bedeutet), wenn ihr Mann mehr verdienen würde, und sie keine Angst davor haben müssten, nach 10 Jahren Pause in die Dauerarbeitslosigkeit zu rutschen.
    Eine sehr weit verbreitete Meinung, die in den medialen Disussionsrunden zum Thema seltsamerweise kaum anzutreffen ist.


    Zitat von mama72 Beitrag anzeigen
    Wenn ein leichterer Wiedereinstieg in den Beruf auch nach längerer Pause politisches Ziel wäre, würde das sicher die Mehrheit der Frauen freuen.
    Es müsste nicht mal ein Wiedereinstieg sein, sondern auch ein Einstieg in einen neuen Beruf. Das wäre nicht nur für Mütter (oder daheimgegliebene Väter) was, sondern auch für viele Andere - aber Ausbildung scheint hierzulande nur im Jugendalter angedacht zu sein.
  9. #18

    Ermutigung oder Erziehung?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Etwa 40 Projekte werden mit Geld vom Bund und der EU gefördert, [...] oft geht es erst mal darum, Frauen das nötige Selbstvertrauen beizubringen.
    Hier stellt sich doch die Frage, ob die Politik die Bürgerinnen in Ihren Plänen unterstützen und ermutigen will, oder sie einfach nur (mit Steuergeldern!) umerziehen möchte.
    Das Wort "beizubringen" stößt mir doch extrem sauer auf!
    So nett und erfolgreich die Geschäftsidee von Frau Jarantowski auch ist... ich wäre nicht damit einverstanden, dass so eine Existenzgründung mit Steuergeldern finanziert wird! Warum? Ich sehe den volkwirtschaftlichen Nutzen nicht. Es entstehen keine Arbeitsplätze (jedenfalls führt der "Jobs"-Link auf www.eventsofa.de ins Leere) und was "verdient" der Staat daran?
    Ich hoffe nur, dass das Aktionsprogramm "Power für Gründerinnen" genauestens überprüft, ob die zukünftigen Gründerinnen auch Ideen haben, welche sich in finanzieller Hinsicht positiv auf die Gesellschaft auswirken, und nicht nur einzelnen zu einem Job verhelfen.
  10. #19

    Die homepage gibt Auskunft.

    Zitat von mama72 Beitrag anzeigen
    Hier stellt sich doch die Frage, ob die Politik die Bürgerinnen in Ihren Plänen unterstützen und ermutigen will, oder sie einfach nur (mit Steuergeldern!) umerziehen möchte....
    Ich hoffe nur, dass das Aktionsprogramm "Power für Gründerinnen" genauestens überprüft, ob die zukünftigen Gründerinnen auch Ideen haben, welche sich in finanzieller Hinsicht positiv auf die Gesellschaft auswirken, und nicht nur einzelnen zu einem Job verhelfen.
    Sehen Sie nach auf
    BMWi-Gründerinnenportal - Projekte Power für Gründerinnen

    Da finden sich Projekte wie:
    ---------------
    "Unternehmensgründungen durch Migrantinnen - Prozessbezogene Gründungsforschung und modellhafte Entwicklung und Erprobung innovativer Beratungsansätze;"
    ------------

    Das ist die Beschreibung einer ganzen Gruppe von 5 Teil-Projekten.
    Oder so etwas:

    -----------------
    "Verbundvorhaben: Evaluation und Optimierung institutioneller Praktiken zur Beratung und Förderung von Existenzgründerinnen (OptExist)
    Evaluation und Optimierung institutioneller Praktiken zur Beratung und Förderung von Existenzgründerinnen
    Verbundvorhaben: Potenzialanalyse und Entwicklung des Konzepts universitärer Übungsfirmen - Didaktische Innovation durch Modellierung und Erprobung von "Managing Gender - and Diversity"-Ansätzen - (DIANA)
    Teilprojekt 1: Objektstrukturen
    Teilprojekt 2: Subjektstrukturen"
    ----------------

    Gender ist immer gut. Sonst habe ich nicht viel verstanden, um was es da geht.

    Ist damit Ihre Frage beantwortet, Mama72?


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