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Ex-Umweltminister Trittin zur Energiewende: "Die Bundesregierung hat immer blockiert"

MARCO-URBAN.DEJürgen Trittin wirft der Regierung schwere Fehler bei der Energiewende vor. Umweltminister Altmaier nimmt er in Schutz, der "findet dieses Desaster staunend vor", sagt der Grünen-Fraktionschef im Interview. Die Kanzlerin aber habe nicht einmal versucht, das Chaos zwischen den Ressorts zu unterbinden.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...844859,00.html
  1. #1

    Die letzten 15 Jahre ist nichts richtig gelaufen ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Jürgen Trittin wirft der Regierung schwere Fehler bei der Energiewende vor. Umweltminister Altmaier nimmt er in Schutz, der "findet dieses Desaster staunend vor", sagt der Grünen-Fraktionschef im Interview. Die Kanzlerin aber habe nicht einmal versucht, das Chaos zwischen den Ressorts zu unterbinden.

    Grünen-Fraktionschef Trittin kritisiert Merkels Energiewende - SPIEGEL ONLINE
    Wenn man es sich genauer anschaut, wäre 1998 der Wendepunkt gewesen: Die Grünen sind an der Regierung und können ihre urgrünen Ziele umsetzen. Nach dem Frust über den Ex-Bundeskanzler Kohl und die schwarzgelbe Regierung wäre ein Wandel möglich gewesen.

    Aber offensichtlich waren nur noch die Broschüren grün eingebunden, der Inhalt war ... irgendwie so wie bei allen anderen Parteien. Ein Atomausstieg, der ein Freibrief für die Betreiber ohne wesentliche zusätzliche Sicherheitsauflagen war. Ein unsinnig aufgeblasenes 1-Million-Dächer-Solarprogramm, 100000-Dächer wären o.k. gewesen.
    Das wars. Kein Netzausbau, keine besonderen Aktivitäten in Sachen Stromspeicherung. Rot-Grün unterscheidet sich in nichts von Schwarz-Gelb.

    D.h., doch: Schwarz-Gelb scheint mit Herrn Altmeier einen Minister zu haben, der in der Lage ist, überzogene Ziele zumindest einmal in Frage zu stellen. Das, was wir fordern, macht er. Und das muss man Trittin in diesem Interview auch zu Gute halten: Er honoriert es, wenigstens ein bisschen!
  2. #2

    optional

    Ist noch jemandem aufgefallen, dass Trittin seit seiner Bilderberger-"Adelung" noch selbstgerechter und bräsiger ist?
  3. #3

    Es sind immer die anderen ...

    Was lief denn richtig als H. T. die Macht hatte?
  4. #4

    Es fehlt Koordinierung

    Die Energiewende ist eine Koordinierungsaufgabe, an der die schwarz-gelbe Regierung an jeder Ecke gnadenlos scheitert. Ein Grund ist die damals nicht erklärte Abkehr von der Atomenergie durch Bundeskanzlerin Merkel – immer mehr Landes-, Kommunal- und Europapolitiker von CDU und FDP lehnen sich auf. Ein Durchsetzen der Energiewende wird so sogar in den eigenen Reihen unmöglich. Stattdessen stecken Energieeffizienz, Smart Metering und Co. in der politischen und rechtlichen Sackgasse.

    Es hätte eines Gremiums bedurft, das nicht wie die Ethik-Komission vorgegebene Ziele in nette Worte packen sollte, sondern eines Expertengremiums, das Technologien der Energiewende identifiziert, gezielt Entwicklungen unterstützt und fördert und auf Basis solcher Entscheidungen einen Masterplan Energiewende erarbeitet, der alle Ebenen und Technologie-Entwicklungen einbezieht (vgl. auch http://www.cleanthinking.de/bundesregierung-setzt-energiewende-aufs-spiel/28244/).

    Und: Energiewende ist weit mehr als "Raus-Rein". Es ist ein tiefgreifender Wandel. Wenn es richtig gemacht wird.
  5. #5

    Herr Trittin wo waren Sie?

    als Sie mit Schröder regiert haben, haben Sie geschlafen Herr Trittin? Sie hatten alle Möglichkeiten und haben nichts gemacht und fallen jetzt über die her die genausoviel machen wie Sie. Das ist mehr als dumm. Eine Partei der Grünen die von dem Hauch der Umweltpartei immer noch lebt existiert doch schon gar nicht mehr.
  6. #6

    In einfachen Worten

    eine Energiewende wie sich der Altkommunist Trittin das vorstellt, ist einem Rechtsstaat und einer Marktwirtschaft eben nicht möglich. Es ist schon eine Art Wunder, dass die angeblich so wirtschaftskompetente und freundlich Koalition die Versorger halb in den Ruin getrieben hat und auf grüne Planwirtschaft setzt. Da hoffe ich immer noch auf ein NoGo vor Gericht samt ordentlicher Entschädigung...

    Lange Rede - Trittin kann schwafeln was er will, ein Rechtsstaat würde ihn vor die selben fast unlösbaren Probleme stellen.
  7. #7

    auch bei Trittin

    kann man nur partielle Amnesie diagnostizieren. Hatte er nicht zusammen mit dem Gas-Gerd die Möglichkeit, alles besser zu machen ? Wenn ja . . . warum tat er es nicht ? Andere kritisieren heisst doch nur, seine eigenen Fehler zu kaschieren versuchen.
  8. #8

    ganz knapp daneben

    Zitat von energieinfo Beitrag anzeigen
    Wenn man es sich genauer anschaut, wäre 1998 der Wendepunkt gewesen: Die Grünen sind an der Regierung und können ihre urgrünen Ziele umsetzen. Nach dem Frust über den Ex-Bundeskanzler Kohl und die schwarzgelbe Regierung wäre ein Wandel möglich gewesen.
    genau das wurde ja versucht, leider in der öffentlichkeit immer wieder verrissen. den atomausstieg hat übrigens damals rot-grün beschlossen und verankert, bis ihn dann frau merkel wieder rückgängig gemacht hat.

    Ein Atomausstieg, der ein Freibrief für die Betreiber ohne wesentliche zusätzliche Sicherheitsauflagen war. Ein unsinnig aufgeblasenes 1-Million-Dächer-Solarprogramm, 100000-Dächer wären o.k. gewesen.
    dieser besagte ausstieg war sogar gesetzlich durch die novelle des atomgesetzes geregelt, bis glücklicherweise der "kompromiss" laufzeitverlängerung zugunsten der akw-lobbyisten erfunden werden konnte.

    die solarförderung in bis dahin ungekannter höhe hat unser land innerhalb kürzester zeit ganz nach vorne bringen können, bis auch die förderung wieder reduziert wurde. raten sie doch mal, von wem.

    und da wundert sich ernsthaft noch jemand, dass die chinesen uns in sachen photovoltaik überholen konnten und hierzulande solar-unternehmen pleite gehen?

    Das wars. Kein Netzausbau, keine besonderen Aktivitäten in Sachen Stromspeicherung.
    liegt sicher nicht daran, dass man damals noch zwölf jahre mehr zeit hatte. und auch nicht daran, dass niemand auch nur im traum daran gedacht hätte, eine folgeregierung könnte das wieder rückgängig machen wollen.

    Rot-Grün unterscheidet sich in nichts von Schwarz-Gelb.
    das ist ihre sicht der dinge. meine ist: schlimmer als die gegenwärtige schwarz-gelbe regierung gehts wahrlich nimmer.

    aber das wahlvolk ist vergesslich, wie man schon bei der letzten wahl erleben durfte. also auch beim nächsten mal gilt es wieder, rechtzeitig chips und popcorn bereitzustellen, und sich über das ergebnis zu amüsieren.

    die amerikaner wissen schon, warum deren präsident jeweils nur zwei legislaturperioden im amt sein darf...

    Schwarz-Gelb scheint mit Herrn Altmeier einen Minister zu haben, der in der Lage ist, überzogene Ziele zumindest einmal in Frage zu stellen.
    ist das so? und das kommt niemandem seltsam vor? wirklich nicht? herr ushikawa tut das also aus seiner eigenschaft als menschenfreund heraus?

    Das, was wir fordern, macht er.
    nein, ganz und gar nicht. sie haben es nur nicht verstanden: er versucht damit lediglich, schon heute die erwartungshaltung zu reduzieren. sprich seinen eigenen hintern zu retten, um nicht das gleiche schicksal wie sein vorgänger erleiden zu müssen.

    so kann er sich im nächsten jahr, übrigens das jahr der nächsten bundestagswahl, hinstellen und darauf verweisen, wie früh er ja schon auf unrealistische zielvorgaben hingewiesen habe.

    oje, das ist doch nun wirklich der älteste trick der welt... das einzig bedenkliche daran ist, dass es scheinbar tatsächlich leute gibt, die darauf noch hereinfallen.
  9. #9

    Der Mann hat Recht!

    Zitat von einsteinalbert Beitrag anzeigen
    kann man nur partielle Amnesie diagnostizieren. Hatte er nicht zusammen mit dem Gas-Gerd die Möglichkeit, alles besser zu machen ? Wenn ja . . . warum tat er es nicht ? Andere kritisieren heisst doch nur, seine eigenen Fehler zu kaschieren versuchen.
    Immerhin haben er und "Gas-Gerd" das EEG und den Atomausstieg auf den Weg gebracht. Das EEG hat mittlerweile zu gigantischen 22 Gigawatt (peak) reiner Solarstromleistung geführt. Das nenne ich einen Erfolg. Und auch der Windstrom ist mit ca 30 Gigawatt jenseits des damals Vorstellbaren angelangt.

    Den rot-grünen Atomausstieg, man erinnere sich, hatte Mutti ja auf Druck der Atomlobby wieder kassiert, sobald die große Koalition beendet war.

    Meiner Meinung nach steckt hinter der stümperhaften Umsetzung der schwarz-gelben "Energiewende" ein wohl durchdachter Plan. Ziel dieses Plans wird sein, irgendwann um 2020 herum mit den Schultern zu zucken und zu sagen "Oh, das mit der Energiewende hat leider nicht funktioniert. Müssen wir halt unsere Atommeiler wieder hoch fahren..."

    Just my 2 Cents


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