APSie ist die prominenteste Gefängnis-Insassin der Ukraine, nun verschärft sie ihren Protest gegen die Haftbedingungen. Ex-Ministerpräsidentin Julija Timoschenko nimmt laut ihrem Anwalt keine Nahrung mehr zu sich. Die Politikerin wurde gegen ihren Willen mit Gewalt in ein Krankenhaus gebracht.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...829461,00.html
Das eigentliche Problem in der Ukraine ist der Umgang der Obrigkeit mit den einfachen Menschen. Darüber schreibt der Spiegel leider nichts. Frau Timoschenko ist zweifellos zurecht inhaftiert und spürt halt die Härten des hiesigen Systems - allerdings in stark abgemildeter Form. Ich meine sie wurde berechtigt ins Krankenhaus gebracht. Der Staat musste das tun um sich nicht der unterlassenen Hilfeleistung bezichtigen zu lassen. Berliner Ärzte haben sie dort besucht. Die Bedingungen in dem Krankenhaus haben die Charité-Ärzte als gut bezeichnet. Ein gewöhnlicher Inhaftierter dagegen könnte auch bei akutem Handlungsbedarf u.U. lange überhaupt auf Behandlung warten, ganz zu schweigen von VIP-Abteilungen, Charité-Ärzten u.Ä. Der Wunsch von Frau T. nach Behandlung im Westen ist moralisch irgendwie nicht legitim. Sie war lange für das Gesundheitssystem ihres Landes verantwortlich, nun soll sie sich von dem doch auch behandeln lassen. In den Hungerstreik zu treten weil man vom öffentlichen System (und da von der Crème de la Crème) statt von der ausländische Privatklinik behandelt wird, das halte ich für ziemlich Gaga. – In der Gesamtschau glaube ich kaum, dass in der Ukraine viele Leute zu unrecht hinter Gittern sitzen. Die Menschenrechtsverletzungen passieren ganz wo anders. Vor allem das nicht funktionierende Gerichtswesen ist ein Problem. Man kann hier das Haus des Nachbarn besetzen und wenn der ein einfacher Mann war, kann man sich ganz gelassen zurücklehnen, weil man weiß, dass er nicht die Ressourcen für ein Gerichtsverfahren hat. Passiert so ständig tausendfach. DARÜBER MUSS GEREDET WERDEN! Nicht über eine zurecht inhaftierte korrupte Politikern.