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Ex-Minister*unter Druck: CSU grummelt über Guttenberg

Die Partei ist alarmiert: Ein Comeback von Karl-Theodor zu Guttenberg kann nur gelingen, wenn er die Plagiatsaffäre hinter sich bringt. Dass er sich nun gegen den Untersuchungsbericht wehrt, sorgt für Irritationen. Ein deutlicher Rüffel kommt von Ex-CSU-Chef Erwin Huber.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...756536,00.html
  1. #120

    Zitat von gloriaD Beitrag anzeigen
    Eine interessante These: Identifikation mit dem, dem es durch Blenderei gelingt, übers Wasser zu laufen und damit die eigenen infantilen Wünsche zu realisieren scheint. Die Faszination des "perfekten Betrügers" auf die Zuschauer, weil er die Gesetze der Natur und des lästigen Alltags außer Kraft zu setzen scheint. Da war ja auch immer - ganz und gar mystisch - von der "Lichtgestalt" die Rede. Das mag wohl sein.[....]
    Großartiger Beitrag, vielen Dank!
  2. #121

    die Guttenberg-Legende ein zutiefst deutsches Phänomen

    Zitat von gloriaD Beitrag anzeigen
    ► In den lokalen Parteigremien hatte er schnell gelernt, dass er sich als Spross des dort noch immer verehrten Großvaters abheben konnte vom eher miefigen Tross.....
    In dieser Maskerade hat er die politische Bühne betreten und sein getünchter Lebenslauf lehnt sich daran an.
    [/QUOTE]Tatsaächlich hat die Grals-/Lohengrin-Legende, die tief zur germanischen Mythologie gehört, eine verblüffende Ähnlichkeit mit der Selbstdarstellung des Blenders Guttenberg:

    Die "verbotene Frage", ob das, was in Afghanistan passiert, "Krieg" ist, konnte er - von der Burg Guttenberg herabgestiegen - in den Augen seiner Bewunderer und Anbeter nur mit "übernatürlicher Kraft" beantwortet haben. Und dass er sie beantwortet hat, wurde (so banal die Antwort war) als Ausweis eben dieser höheren Sendung gesehen.

    Und alles, was er getan hat, geschah in Pflichterfüllung als Gralshüter christlich-sozialer Werte in höhrem Auftrag. So und nur so konnte er heilige Kühe wie die Wehrpflicht schlachten. Nur einem Gralshüter ist das gestattet.

    So und nur so war es denkbar, ihn schon kurz nach seinem Erscheinen am politischen Firmament zum künftigen Kanzler zu erklären.

    So gesehen ist die Lohengrin-Guttenberg-Legende ein zutiefst deutsches Phänomen.
  3. #122

    KTG wird unser übernächster Bundeskanzler

    [QUOTE=zerberus und co.;7631239]►
    Tatsächlich hat die Grals-/Lohengrin-Legende,
    die tief zur germanischen Mythologie gehört,
    eine verblüffende Ähnlichkeit
    mit ... Guttenberg:
    ..............
    Und alles, was er getan hat,
    geschah in Pflichterfüllung
    als Gralshüter christlich-sozialer
    Werte in höherem Auftrag.
    ..............
    So und nur so war es denkbar,
    ihn schon kurz nach seinem Erscheinen
    am politischen Firmament
    zum künftigen Kanzler zu erklären.
    [QUOTE]

    Herr KT Guttenberg ist dazu bestimmt
    Bundeskanzler in Deutschland zu werden.

    Als Wähler kann ich nur eine Partei wählen.
    Die Partei bestimmt den Kanzlerkandidaten.
    Die Parteigremien kennen KTG besser, sie
    können ihn bewerten.

    Mich wundert immer wieder, wie Foristen
    ihn als "Charakterschwein" diffamieren, ohne
    ihn persönlich zu kennen oder mit ihm zusammen
    gearbeitet zu haben.
    Wo kommt der Hass auf ihn nur her?

    Das wird alles demokratisch korrekt ablaufen!

    " Demokratie = Ausreden-Lassen und Zuhören-Können.“
    Heinrich Brüning
  4. #123

    Symbiose funktioniert immer von zwei Seiten - der nächste Lohengrin kommt bestimmt!

    Zitat von zerberus und co. Beitrag anzeigen
    Zitat von gloriaD Beitrag anzeigen
    ► Im nahen Bayreuth, ... wird jährlich der "Lohengrin" mit der Gralslegende aufgeführt,...:
    In dieser Maskerade hat er die politische Bühne betreten und sein getünchter Lebenslauf lehnt sich daran an.
    Tatsächlich hat die Grals-/Lohengrin-Legende, die tief zur germanischen Mythologie gehört, eine verblüffende Ähnlichkeit mit der Selbstdarstellung des Blenders Guttenberg:Die "verbotene Frage", ob das, was in Afghanistan passiert, "Krieg" ist, konnte er - von der Burg Guttenberg herabgestiegen - in den Augen seiner Bewunderer und Anbeter nur mit "übernatürlicher Kraft" beantwortet haben. ...
    Und alles, was er getan hat, geschah in Pflichterfüllung als Gralshüter christlich-sozialer Werte in höherem Auftrag. So und nur so konnte er heilige Kühe wie die Wehrpflicht schlachten. Nur einem Gralshüter ist das gestattet.
    So und nur so war es denkbar, ihn schon kurz nach seinem Erscheinen am politischen Firmament zum künftigen Kanzler zu erklären.
    Es war nicht bloß die Selbstdarstellung der Narziss und Blenders Guttenberg, die sich so auffallend an das Bild des Gralsgesandten edlen Ritter Lohengrin anlegt (man kann ganz sicher davon ausgehen, dass ihm - aus einem Musikerhaus kommend -, die Wagner‘sche Fassung der Grals-Legende gut bekannt war, die auch zum ideologischen Bild des Vaters gut passt!), sondern vor allem auch die Zuschreibungen, die ihm vom Publikum zuteilwurden:

    Ohne dass er besonders viel selbst dazu beigetragen hatte, wurden ihm - man lese nur die Beiträge seiner Verehrer hier in den Foren! - völlig irrational Eigenschaften des Grals-Ritters attestiert, die tief in der germanischen Mystik der deutschen Seele verankert sind, wie
    besondere Ehrlichkeit und Gradlinigkeit (und das auch dann noch, als das Gegenteil durch seine jämmerlichen Betrügereien offenkundig war!),
    besonderes Durchsetzungsfähigkeit und Erfolg (und das auch noch, als die Vielzahl seiner Fehlentscheidungen und unvermittelten Kehrtwenden, seine offenkundige politische Ziellosigkeit und Wankelmütigkeit nicht mehr zu übersehen waren),
    ► seine besondere Nähe zu den Soldaten (und das auch dann noch, als längst offenkundig war, dass er sie als Staffage zu seiner Selbstdarstellung gebrauchte (Live-Show mit dem unsäglichen Hofberichterstatter Beckmann)), und vor allem:
    ► scheinbare geradezu mystische Unverletzbarkeit und die vollkommene Gewissheit, dass er die Betrugsaffaire um seine Promotion unbeschadet überstehen werde und müsse (und das selbst und gerade dann noch, als er sich durch seine Realitätsverleugnung selbst längst öffentlich zum Gespött gemacht hatte).

    Alleine durch das anfängliche Gralsritter-Bild seines Auftritts hat er geradezu Schleusen eines aufgestauten Sees von Heilserwartungen ausgelöst, dessen Wellen ihn dann in immer höhere, besser: abgehobene Sphären gespült haben.
    Nur vor diesem Hintergrund lässt sich wohl die fortschreitende Realitätsverkennung auf beiden Seiten erklären.

    Man wird davon ausgehen müssen, dass es bald einen oder eine geben wird, die sich wiederum dieses Musters bedienen und es ist wohl zu befürchten, dass das Publikum unbelehrt wiederum so reagieren wird.


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