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Ex-Innenminister Baum: Wie Datenmissbrauch unsere Demokratie gefährdet

Millionen Daten werden gestohlen, gehandelt, missbraucht - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble lädt jetzt zu einer Sonderkonferenz über das Thema. Das ist zu wenig, zu spät, kritisiert sein Amtsvorgänger Gerhart Baum: Er wirft der Politik schwere Versäumnisse vor.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...575838,00.html
  1. #1

    Verwaltung durch Scharlatane.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Millionen Daten werden gestohlen, gehandelt, missbraucht - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble lädt jetzt zu einer Sonderkonferenz über das Thema. Das ist zu wenig, zu spät, kritisiert sein Amtsvorgänger Gerhart Baum: Er wirft der Politik schwere Versäumnisse vor. …...
    Herr Baum hat das völlig richtig erkannt und geschildert. Aber es trifft nicht nur auf Daten zu, sondern auf alle Probleme in Deutschland und Europa.

    Während Gesundheit, Altersarmut und Datenklau unsere Gemeinschaft in Gefahr bringen, Denken unsere Eliten über das Erscheinungsbild der Küchenschabe in der EU nach.

    Die ganze Bande zum Teufel jagen wäre die richtige Antwort für diesen durchgeknallten Haufen.

    Da werden Programme installiert, die das Wetter "in" Deutschland vorhersagen sollen, während in Afghanistan die Umwelt kaputt gemacht wird, Energie verpulvert wird und der große Durchbruch besteht darin, dass der Bundeswehrverband uns erklärt, dass dort hinten Krieg ist. Was war das denn bis gestern? Ein Familienausflug der Bundeswehr.

    Unsere Führer sind einfach unfähig. Die SPD verliert an Zustimmung und als der Weisheit letzter Schluss kommt, vielleicht war 2010 und Hartz doch etwas viel, was man den Leuten zugemutet hat. Gleichzeitig spielt man mit Statistikern das Spiel wie lasse ich 4-6 Millionen Arbeitslose verschwinden, damit keiner merkt, dass der Aufschwung nur bei den oberen 10.000 ankam und schon weg ist.

    Eine Inflation von 3,5% ist eine kalkulierbare Größe. Eine Rentenerhöhung von 1,1% die schon durch andere Erhöhungen um 0,5% aufgefressen wurde, bringt Deutschland an den Rand des Ruins gleichzeitig sponsert der Finanzminister Zockerbanken mit 25-40 Milliarden. Das ist doch keine Regierung, das ist die Zentrale eines Irrenhauses.

    MfG. Rainer
  2. #2

    gut gebrüllt, löwe!

    kompetent, komplex, konfus .... Baums aufsatz ist ein paradebeispiel deutscher detailverliebtheit: wer was wann wo mit welchen daten ... alles richtig und wichtig. Nebenbei wird übersehen, dass die einstellung der mündigen deutschen bürger zum thema schutz ihrer daten im zuge der WorldWideWeb-globalisierung eh nochmal eine andere geworden ist - abr auch das ist nur ein weiteres detail.
    Doch wo bleibt der große wurf?
    Ein höchst simpler und effektiver vorschlag zum thema datenschutz: Daten sollten mit einem verfallsdatum von zwei jahren versehen werden. Löschen oder anonymisieren, punktum. Wer meint, sie nach zwei jahren doch noch zu brauchen, muss sie halt neu erheben - und schon hat der mündige bürger die kontrolle über seine daten zurück indem er neu entscheidet, wem gegenüber er was wirklich von sich preisgeben will.
    Doch ich höre jetzt schon den aufschrei der reichsbedenkenträger von wegen praktikabilität und einzelbeispiele und kosten und ...
  3. #3

    Alternativvorschlag: Freigabe der Daten, aber Kontoauszug

    Ich habe kürzlich einen interessanten Vorschlag bei einer Datenschützerkonferenz gehört. Dort sagte einer der Vortragenden, dass es inzwischen gar nicht mehr möglich sei, die Datensammelwut einzugrenzen. Er schlug deshalb ein anderes Verfahren vor.

    Dabei erhalten Staat und Wirtschaft die Erlaubnis, personenbezogene Daten zu speichern, ohne wenn und aber. Es würde also der aktuelle Prozess legitimiert. Allerdings kommt eine neue Auskunftspflicht hinzu: jeder, der meine personenbezogenen Daten sammelt, muss mir einmal im Vierteljahr einen Kontoauszug schicken mit allen Infos, die gespeichert sind und allen Transaktionen, die damit durchgeführt wurden. Der Verkauf und die Weitergabe von Daten würden dann offensichtlich. Und das wichtigste: diese Auskunftspflicht gilt dann auch für den Staat und seine Organe, also auch für Verfassungsschutz und Polizei. Falls Informationen in dem Kontoauszug fehlen oder weggelassen werden, wäre das dann eine strafbare Handlung.

    Der Vortragende meinte, allein aufgrund der dabei entstehenden Aufwände würden sich Unternehmen sehr genau überlegen, welche Daten sie sammeln und weiterverwenden. Für den Bürger hätte das den wesentlichen Vorteil, dass er Querverbindungen erkennen kann. Er erfährt so bspw. erstmals, was die Schufa über ihn speichert und den Kreditunternehmen zur Verfüung stellt. Er stellt fest, ob er Teil einer Rasterfahndung war. Er weiß, an welche Callcenter seine Daten verkauft worden sind usw.

    Das ganze steht und fällt natürlich mit der Protokollierwilligkeit der Unternehmen. Aber wie gesagt: Weglassen ist eine strafbare Handlung, die dann auch hart bestraft werden kann. Und man sollte davon ausgehen, dass die Unternehmen durch eine solche Freigabe kaum mehr Daten sammeln, als sie es bisher schon tun. Gleiches gilt für den Staat.

    Ich finde, das ist eine interessante Idee.

    Grüße, JL
  4. #4

    ...

    Schäuble und Datenschutz ..... da kann ich auch genauso gut einen Hund die Aufsicht über einen Wurstvorrat geben.
  5. #5

    Bewertung

    Sehr guter Artikel - besten Dank dafür!
  6. #6

    Resigniert

    Ich habe die Hoffnung aufgegeben, daß der Sturm, der unsere Freiheitsrechte wegfegt, noch irgendwie unter Kontrolle zu bekommen ist.

    Es ist für die Machthabenden einfach zu verlockend.
  7. #7

    Datenschutz???

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Millionen Daten werden gestohlen, gehandelt, missbraucht - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble lädt jetzt zu einer Sonderkonferenz über das Thema. Das ist zu wenig, zu spät, kritisiert sein Amtsvorgänger Gerhart Baum: Er wirft der Politik schwere Versäumnisse vor.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...575838,00.html
    Gerade eben hat der BND mit Billigung durch Herrn Schäuble noch geklaute Daten gekauft. Schon vergessen?
  8. #8

    Datenmissbrauch durch Google & Co.

    Mich wundert immer wieder, dass bei dem Thema Datenmissbrauch derselbige durch die IT-Riesen nicht angesprochen wird.

    Dabei hat der Datenmissbrauch durch Google, Adobe, Microsoft, Apple etc. eine viel größere und tiefere Dimension als ein paar über Gewinnspiele oder Callcenter erhobene Daten.
  9. #9

    Datenschutz ja, aber nicht als Täterschutz

    Zitat von hjg Beitrag anzeigen
    Gerade eben hat der BND mit Billigung durch Herrn Schäuble noch geklaute Daten gekauft. Schon vergessen?
    Ich bin für einen strengen Datenschutz. Die Variante mit der Auskunftspflicht (Kontoauszug über Daten) ist eine interessante Idee. Aber Daten aus bzw. über Straftaten dürfen nicht vor den Ermittlungsbehörden geschützt werden, damit aus Datenschutz kein Täterschutz wird.
    Und den Datenkonto-Auszug bekommen die Steuerhinterzieher vom Finanzamt bzw. Staatsanwalt. Natürlich sollten auch die, die ein Konto in Lichtenstein haben, aber ihre steuern ehrlich bezahlt haben, benachrichtigt werden, daß ihre Daten auf der CD sind.
    Die Beschaffung von Beweismitteln darf auch künftig nicht durch den Datenschutz verhindert werden. Der Datenmißbrauch muß verhindert werden.
    Auszunehmen vom Datenkontoauszug sind allerdings offensichtliche Daten (Mitgliederliste des Sportvereins), wenn keine Daten kommerziell weitergegeben werden. Bei Eintritt sollte dann allerdings ein Hinweis (Meldung an Landessportbund / Sportfachverband) einmalig erfolgen. Würde der Landesportbund die Daten nicht nur statistisch ablegen, sondern z.B. Sportartikelhändlern überlassen, müßte dann aber der Landesportbund Datenkonto-Auszüge erstellen.


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