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Evangelische Kirche über Adolf Eichmann: "Grundanständige Gesinnung"

Adolf Eichmann war der Organisator des Holocaust - trotzdem fand die Evangelische Kirche in den sechziger Jahren lobende Worte für ihn. Nach SPIEGEL-Informationen*wurde der Massenmörder in*einem Brief an die Bundesregierung als*"Mann mit gütigem Herz" beschrieben.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...781429,00.html
  1. #1

    Etwa so anständig wie andere Feldherren

    oder Diktatoren oder Caesaren oder Kaiser. Möglicherweise lässt sich die Zahl der militärischen und zivilen Opfer genauer beziffern, wenn man alle zusammenzählt, mit denen sie geprahlt und um die sie gejammert haben.

    So viele Opfer kann ein einzelner Weltretter überhaupt nicht auf sich nehmen.
  2. #2

    Ideologen unter sich

    Zitat von butter_milch Beitrag anzeigen
    Wenn man bedenkt, an was religiöse Menschen alles glauben, passt soetwas doch wunderbar ins Bild.
    Das sehe ich genauso. In Glaubensdingen, die per se irrational sind, muß die Gesellschaft immer wachsam sein. Im historischen Maßstab ist es noch nicht lange her, dass man in Europa für einen anderen Glauben oder für Nichtgläubigkeit auf dem Scheiterhaufen landete. Im "Bekehren" solcher Menschen hat die Kirche ebenfalls "schöne Erfolge" aufzuweisen, genau wie Eichmann. Im Zuge der Aufklärung hat die Kirche bei uns Toleranz gelernt. Das ist aber nicht überall auf der Welt so, und auch bei uns kann sich das wieder ändern. Für mich persönlich kann das nur bedeuten, sich vom Glauben fernzuhalten und die unzureichende Trennung von Staat und Kirche vertiefen helfen. Privat soll jeder glauben was er will, eine "Staatsreligion" ist langfristig gesehen von übel.
  3. #3

    oh shit

    das ist ein Grund aus der Kirche auszutreten, was ich nie vor hatte
  4. #4

    Lehrstunde in Luzifer

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Adolf Eichmann war der Organisator des Holocaust - trotzdem fand die Evangelische Kirche in den sechziger Jahren lobende Worte für ihn. Nach SPIEGEL-Informationen*wurde der Massenmörder in*einem Brief an die Bundesregierung als*"Mann mit gütigem Herz" beschrieben.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...781429,00.html
    Morgens Massen- und Völkermörder, abends liebevoller Familienvater. Der Holocaust war eine Fabrik, Eichmann der Fabriksleiter. Ob der Nähmaschinen hergestellt hätte, oder ob er Juden vergast hat, das war für ihn einerlei. Nur so funktionierte der Holocaust, über Entfremdungen, Abstraktionen und das NS-Regime als Firma mit Karriereleiter und Aufstiegschancen. Was sozial gebillgt ist, ist moralisch abgesegnet. Dass die evangelische Kirche sich das Unvorstellbare nicht vorstellen kann und Trotz hierzu aufgebaut hat, ist kein Makel, sondern menschlich. Wer nur Gott preist, sollte den Teufel kennen und erkennen. Die Luzifer-Lehrstunde stand in den 1960er Jahren wohl nicht auf dem Lehrplan.
  5. #5

    Alles kalter Kaffee!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Adolf Eichmann war der Organisator des Holocaust - trotzdem fand die Evangelische Kirche in den sechziger Jahren lobende Worte für ihn. Nach SPIEGEL-Informationen*wurde der Massenmörder in*einem Brief an die Bundesregierung als*"Mann mit gütigem Herz" beschrieben.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...781429,00.html
    Heute wird Politik gemacht an so mancher netten Ecke dieser Welt, die sich nicht viel unterscheidet von der des Dritten Reiches in Gesinnung und Effekt.

    Den dafür verantwortlichen Politikern werden auch heute selbst von unseren Politikern, Geistlichen, finanziellen und geistigen Eliten die Hände geschüttelt - je nachdem, wie der Wind dreht. (Natürlich werden sie auch, wenn sie nicht mehr ins Bild passen oder gar im Weg stehen, zur Strecke gebracht, wie zur Zeit Ghaddafi)

    Da - und nirgendwo sonst - liegt der Angriffspunkt seriöser Berichterstattung und journalistischen Kommentars. Und das vermissen wir mehr und mehr...
  6. #6

    Wie reagiert die EKD auf diese Nachricht?

    Tatsächlich leitete Bischof Hermann Kunst, Vertreter der EKD bei der Bundesregierung, das Schreiben Mensing-Brauns an das Auswärtige Amt weiter - mit dem Hinweis, das Votum sei "mindestens interessant".
    Es wäre nicht schlecht, wenn die evangelische Kirche Deutschlands sich vom Brief des Bischof Hermann Kunst distanzieren würde. Nach meinem Dafürhalten, war das Votum für den Massenmörder nicht "mindestens interessant" sondern höchst abscheulich.

    Solche Nachrichten erklären, warum manche Bürger sich für den Austritt aus der Kirche entschieden haben.
  7. #7

    Arrangement

    Die Kirche - ganz gleich welcher Ausrichtung - hat sich doch seit jeher ganz gut mit den jeweiligen Machthabern - im Besonderen mit absoluten Monarchen, Diktatoren und deren Bütteln ganz gut arrangiert. Wozu sich also jetzt noch aufregen?
  8. #8

    Manipulativer Artikel

    Die Einleitung behauptet etwas, was der Artikel nicht hergibt.
    Hier hat eine Einzelperson aus der EKD, einen Brief einer Einzelperson aus der Evangelischen Kirche Österreich weitergeleitet. Die evangelische Kirche hat sich hier nicht für Eichmann eingesetzt. Es gab schließlich keinen entsprechenden Ratsbeschluss.
  9. #9

    Eichmann und Kirche gehören zusammen

    Zitat von janne2109 Beitrag anzeigen
    das ist ein Grund aus der Kirche auszutreten, was ich nie vor hatte
    Es war die katholische Kirche, die Eichmann die Flucht nach Argentinien ermöglich hatte über die sogenannte Rattenlinien. Wenn man Eichmann behandelt, muß im selben Atemzug also neben der evangelischen auch die katholische Kirche genannt werden.


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