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Eurovision und Menschenrechte: Unser Eklat für Baku

APZu Gast bei Schurken? Party beim Diktator? Aserbaidschan gilt als autoritäres Regime, doch die Verantwortlichen des Eurovision Song Contest wollen davon wenig wissen. Der deutsche Grand-Prix-Chef vom NDR schießt lieber gegen jene, die sich um die Menschenrechte dort sorgen.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,815249,00.html
  1. #10

    Weißrussland

    Zitat von bene_lava Beitrag anzeigen
    Ich war vergangenen Sommer in Bulgarien (EU).Sofia ist ein hübsche Stadt . Überall wird gebaut und renoviert. Aber, alles passiert mit einem ekelhaften Protz (z.B. VERTU-Läden) , man soll sehen, dass hier Geld im Überfluß zu Hause ist.
    Aber kaum geht man drei Straßen weiter, ist alles abgewrackt und in bitterster Armut. In der Provinz gar sieht man verfallene Dörfer, bettelnde Kinder, verschmutze Gebiete. Insbesamt hatte meine Reisegruppe den Eindruck, dass man hier nicht tot überm Zaun hängen möchte usw etc usw....

    Aserbaidschan ist erst seit etwa 20 Jahren unabhängig. 20 % der Territorien sind durch Armenien besetzt und eine Millionen Flüchtlingen leben in Aserbaidschan bei 8 Mio. Einwohner. Ihre Beschreibungen bezgl. des Landes passen auch auf Bulgarien und Rumänien. Ich kenne die Verhältnisse in Bulgarien der 90er Jahre bis 2000 und ich kenne Aserbaidschan. Ich kann Ihnen versichern, dass die Korruption in Bulgarien der 90er im nichts der Korruption Aserbaidschans nachsteht und die Bulgarische Mafia, die große Teile der heutigen Politik regiert versprüht immer noch Angst und Schrecken. Dennoch ist dieses Land jetzt Teil der EU. Der Umgang mit Minderheiten in Aserbaidschan ist besser als der Umgang mit Minderheiten in Ungarn. Dennoch ist Ungarn in der EU.

    Hier wird mit einer Arroganz und Ignoranz über dieses Land gesprochen, die unglaublich ist. Selbstverständlich soll man über die Menschenrechtsproblematik in diesem Land sprechen. Aber Aserbaidschan ist nicht Weißrussland!
    vielleicht sollten sie Weißrussland auch einmal besuchen. Das sagt Ihnen jemand der wechselseitig dort und hier lebt. Oder haben Sie den Mund mit Ihrer Kenntnis der Länder doch nicht etwas zu voll genommen. Das Weißrussland-Bashing war überflüssig. Mit Bulgarien und Rumänien, wenn Sie denn dort waren ,gebe ich Ihnen recht.
  2. #11

    Eklat für Baku? Mag sein.

    Aber was ist mit dem WEIT größerem Ereignis nämlich der Fußball WM in Katar? Dort werden Apostaten getötet.

    Über das Hitze Problem wird geschrieben, auch über die kleine Bevölkerungszahl. Aber vom Religions,- bzw. Nichtreligionsfaschismus kein Wort.

    Wie kann man eine Fußball WM in ein Land vergeben das Menschen tötet die den Glauben wechseln wollen oder ihn ablehnen?

    Interessiert keine S..!

    Ich bin scheinbar der einzige der sich öffentlich aufregt. Keine Handbreit den Faschisten. Aber sobald der Faschismus religiös begründet ist soll es ok sein?

    Ich werde diese WM boykottieren und wenn ich der einzige bin.

    R.
  3. #12

    Unsere Regierung verkauft Waffen und andere militärische Ausrüstung an Staaten der sog. zweiten und dritten Welt und dass soll jetzt sonderlich schlimm sein, was soll man denn machen?
    Den Leuten in Afrika und v.a. im Nahen Osten geht es genauso schlecht nur haben die Mut aufzustehen. Desweiteren muss man zum Umgang der Deutschen mit Diktaturen kein Wort verlieren, bis zu den jüngsten Aufständen sah man Gadhafi sehr positiv von europäischer Seite her an.
  4. #13

    Daneben

    Musik, Sport und noch ein paar andere Dinge sind unabhängig von den jeweiligen politischen Gegebenheiten überall auf der Welt beliebt und daher eine Art Verbindung zwischen allen Menschen. Kritik an den genannten Zuständen ist grundsätzlich nicht Aufgabe von Musikern, Sportlern oder sonstigen in diesem Zusammenhang tätigen Personen, es sei denn, sie stellen sich diese Aufgabe selbst.

    Das Thema ist bei den Politikern und Berichterstattern besser aufgehoben, zuallererst ist aber die betroffene Bevölkerung zuständig.
  5. #14

    Zitat von Ragnarrök Beitrag anzeigen
    Eklat für Baku? Mag sein.

    Aber was ist mit dem WEIT größerem Ereignis nämlich der Fußball WM in Katar? Dort werden Apostaten getötet.

    Über das Hitze Problem wird geschrieben, auch über die kleine Bevölkerungszahl. Aber vom Religions,- bzw. Nichtreligionsfaschismus kein Wort.

    Wie kann man eine Fußball WM in ein Land vergeben das Menschen tötet die den Glauben wechseln wollen oder ihn ablehnen?

    Interessiert keine S..!

    Ich bin scheinbar der einzige der sich öffentlich aufregt. Keine Handbreit den Faschisten. Aber sobald der Faschismus religiös begründet ist soll es ok sein?

    Ich werde diese WM boykottieren und wenn ich der einzige bin.

    R.
    Also ich freue mich auf diese WM. Besonders gespannt bin ich auf die weiblichen brasilianischen Fans. ;-)
  6. #15

    Irgendwie klingt mir...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zu Gast bei Schurken? Party beim Diktator? Aserbaidschan gilt als autoritäres Regime, doch die Verantwortlichen des Eurovision Song Contest wollen davon wenig wissen. Der deutsche Grand-Prix-Chef vom NDR schießt lieber gegen jene, die sich um die Menschenrechte dort sorgen.

    Eurovision*und Menschenrechte: Unser Eklat*für Baku - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    ... noch so etwas im Ohr wie "Ein Lied muss eine Waffe sein!". War das 70er-Jahre? Von wem?

    Aber, es gibt ja zwei Möglichkeiten:

    1) Ein deutscher Sieg in Baku, errungen von einer lupenreinen, engagierten - möglichst multikulturellen - Freiheitskämpferin könnte das dortige System genauso lächerlich machen, wie einstmals die Siege Jesse Owens bei Olympia 36 den Diktator beschämten.

    2) Eine dumpfe deutsche Hupfdohle wird für die Zwecke des faschistoiden Diktators instrumentalisiert. Die Bevölkerung wird von den einlullenden Weisen der Undercover-Konterrevolutionärin so fasziniert, dass sie den gerechten Aufstand abbläst.

    Ergo:
    Es kommt nur darauf an, wen wir da hinschicken.

    Ich habe die Sendung nie gesehen. Sind die AkteurInnen eher 1) oder eher 2)?
  7. #16

    Zitat von uxxus Beitrag anzeigen
    vielleicht sollten sie Weißrussland auch einmal besuchen. Das sagt Ihnen jemand der wechselseitig dort und hier lebt. Oder haben Sie den Mund mit Ihrer Kenntnis der Länder doch nicht etwas zu voll genommen. Das Weißrussland-Bashing war überflüssig. Mit Bulgarien und Rumänien, wenn Sie denn dort waren ,gebe ich Ihnen recht.
    Von der "Wechselseitigkeit" mal abgesehen, ist bene_lava vielleicht auch nur besser informiert als Sie, schaut weißrussisches Fernsehen und weiß daher, das Lukaschenko heute eine spezielle Kommission eingesetzt hat, die die Unstimmigkeiten bei der Abstimmung beim weißrussischen Vorausscheid zum ESC 2012 „gründlich zu untersuchen“ hat und findet dies eigenartig. Könnte doch sein?

    Nur weil „Mafia“ in Weißrussland „Staat“ heißt und hier uniformiert daherkommt, ist das noch lange nicht „besser“ als woanders, sondern eher beängstigender.
  8. #17

    Nicht zu viel wollen

    Ich finde, man sollte ein Mittelmaß finden. So ein Event kann auch immer der Verständigung dienen. Im Vordergrund steht hier die Musik. Und das sollte kein blöder Herrscher kaputt machen dürfen.

    Gleichzeitig darf man aber auch nicht zulassen, dass so ein Land sich unwidersprochen inszeniert. Es muss bei dem Zuschauer ankommen, was das für ein Land ist. Z.B. durch eine Reportage unmittelbar vorher und/oder hinterher. Wenn ich mich recht erinnere, kam in der ARD auch so etwas direkt im Anschluss.

    (von dem deutschen Teilnehmer, vermutlich Roman, ist nichts außergewöhnliches zu erwarten. Ich schätze, er wird sein Lied singen, im Mittelfeld landen und fertig)
  9. #18

    Zitat von xvulkanx Beitrag anzeigen
    Seitdem feststeht, dass der Eurovision Song Contest in Baku stattfindet, gibt es dutzende kritische Berichte der Medien über die
    Menschenrechtssituation dort. Vorher hat sich niemand dieser selbstgerechten Medienschaffenden auch nur im Geringsten über die Situation dort aufgeregt, keine Reportagen, absolut Null Berichterstattung. Es ist also absolut moralisch grenzwertig, wenn sich jetzt Journalisten über die Veranstalter und Teilnehmer des ESC
    erregen. Sie sollten in den Spiegel schauen und sich fragen warum
    sie erst so ein Ereignis brauchen, um kritisch zu berichten.
    Aserbaidschan hat den ESC 2011 gewonnen und deshalb gemäß der Spielregeln das Recht, den ESC 2012 als Gastgeber auszurichten.
    Wenn man Aserbaidschan dieses Recht nicht zugesteht, hätte man das Land erst gar nicht erst am ESC 2011 teilnehmen lassen dürfen.
    Oder man hätte von Anfang in die Spielregeln hineinschreiben müssen: "Dieser Wettbewerb ist ein Wettbewerb der zwei Klassen. Die erste Klasse darf teilnehmen, gewinnen und Gastgeber sein. Die zweite Klasse darf nur teilnehmen, aber entweder gar nicht erst erst gewinnen oder im Fall eines Gewinns nicht Gastgeber sein."
  10. #19

    Nicht daß ich Ihnen bei Ihrer Klassenkritik widersprechen ...

    Zitat von glen13 Beitrag anzeigen
    Es ist positiv, dort den ESC aufzuführen und teilzunehmen, denn es findet ein Austausch statt. Die Einwohner lernen Ausländer kennen und die Besucher merken, dass nicht alle gleich abgeknallt werden, wie es uns unsere völlig unbeeinflusste, freie Presse einbleuen will. Ich kann dieses ganze Schurken und Diktator Genöhle nicht mehr hören. Hier bereichert sich doch die Oberklasse genauso. Und hier ist in den Großstädten in der City auch Pomp angesagt und drei Strassen weiter ist es dunkel. Und auf dem Land will hier auch keiner überm Zaun hängen. Was soll also dieses einseitige Geschreibsel?
    ... könnte oder wollte, aber hierzulande können Enteignungen immer noch gerichtlich angefochten werden. Daß Besucher nicht abgeknallt werden, war zu erwarten - aber was ist mit der aserbaidschanischen Bevölkerung, wenn keiner guckt? Wenn morgens die Staatsmacht die Tür eintritt - was sie hierzulande eher selten tut?
    Und suchen Sie mal ein Forum wie dieses hier in Aserbaidschan!
    Und sonst?
    "Am 4. August 2003 wurde İlham Əliyev zum Premierminister Aserbaidschans ernannt. In den Wahlen vom 15. Oktober 2003 wurde er, als Nachfolger seines Vaters Heydər Əliyev, zum Präsidenten Aserbaidschans gewählt. Die Wahl wurden von der OSZE und weiteren Organisationen nicht als frei und fair bezeichnet." (Wikipedia)
    Also eher Potentaten-Stil wie in Nordkorea und vergleichbaren Regimen - bis hin zum Versuch, eine Dynastie zu gründen
    Versuchen Sie mal in Aserbaidschan, etwas gegen ihn zu sagen oder zu schreiben - und achten Sie mal darauf, wie kritisch hierzulande mit dem höchsten Mann im Staate - Bundespräsident Wulff - umgegangen wird.

    Sie werden den Riesen-Unterschied nicht sehen wollen, denn Sie halten sich die Augen (mit Geldscheinen?) zu. Aber dann schreiben Sie doch bitte nicht solchen Mist hier - Sie verbrennen doch nur einen eventuell vorhandenen Rest Ihrer Glaubwürdigkeit damit!


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