Judith Rakers*leidet unter*Moderationsschluckauf,*das Achtziger-Urgestein Frank Elstner scheitert am*Lena-Interview und*Stefan Raab mutiert vom Entertainer zum Diplomaten.*Der*Auftakt der Eurovision-Woche im TV zeigte, was ARD und ProSieben bevorsteht: viel Sendezeit mit nichts füllen.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,761623,00.html
Eine Defragmentierung des Falles Lena
Eben noch Abiturientin, jetzt auf der Showbühne…Rudi Carrell hätte es mit „Lass dich überraschen“ nicht besser bringen können. Nur sind jene Leute von damals, denen tatsächlich ihr Lebenswunsch erfüllt wurde, sofort wieder medial in die Versenkung eingetaucht. Keine „Maschen-Draht-Zaun“-Marotten, die sie zum Lieblingsfeind der Nachbarn und zum Pilgerort viva-missionierter Fans machten, keine „second-hand-Berühmtheitspaarknickser“ im lauwarmen Mediendschungel biederer Abendallgemeinunterhaltung.
Nicht so die zweite Gewinnerin und somit Fackelträgerin des Chansonskomplotts Eurovision. Wir erinnern uns: 9 x 12 Punkte für den später gebetsmühlenartig im Radio wiedergekauten Song „Satellite“, von der Dame, der Westernhagen noch beim Raab-Vorentscheid eine unglaublich wirkende Bühnenpersönlichkeit attestierte. „Freiheit ist das einzige was zählt“, dachte auch Lenas Mentor und bestbezahlteste Moderator Deutschlands Stefan Raab, der sich von „Guildo hat euch lieb“ über „Wadde hadde dudde da“ bis zum „Satelliten“hangelte und sich die „Freiheit“ herausnahm, ohne Wettbewerb unsere „Lena“ ein zweites Mal als Vertreterin des Nasalenglischs antreten zu lassen. Zur Empörung oder zur Begeisterung? Nichts ist vergänglicher als der Ruhm, und in einer Fast-Food-Gesellschaft wiegt der Sieg von gestern heute kaum mehr als ein Augenzwinkern. So geschah es im Laufe der „Songauswahl“ für unsere „Lena“, dass selbst publikumsaffine Jury-Mitglieder wie Anke Engelke die Quoten nicht nach oben treiben konnten. Das Interesse am neuen „Antrittsong“ schwand so schnell wie das Interesse des vorletzten DSDS-Superstars. „Taken by a stranger“ klingt dann auch genauso fremd und eingefädelt „anders“ als sein Vorgänger „Satellite“, wir wissen ja: change is everything, zu Deutsch: Wechselkurs ist alles.
So wird die Trommel gerührt, und alte Hasen des Öffentlich-rechtlichen Showgeschäfts wie Frank Elstner versuchen anhand von Farbkonstellationen herauszufinden, wie wahrscheinlich ein erneuter Sieg von Lena ist( merke: 50 % gewannen in weiß, nur 5 % in schwarz). Schade, dass Lenas Kleid, das sie natürlich selbst auswählte als gehypte sturm-fest und erdverwachsene Raab-Adeptin, in schwarz ist. So stellt sich nun die Frage, ob die eingeladenen Länder, die unserer „Lena“ 12 Punkte gaben, auf der Privatparty(nur für Fernsehteams zugänglich) so viel Überzeugung vom „fremdgenommenen Song“ gewinnen können, dass es erneut heißt: 12 points for lena….wetten dass Frank Elstner dann fürs nächste Jahr die Farbgewinnerquote ändert…
Wahrscheinlich verstieße es gegen die Genfer Konvention, aber mit einer Troika aus Lena, dem Schni-Schna-Schnappi-Kind und dessen Kollegin aus der Froop-TV-Werbung sollte man den Führern diverser Schurkenstaaten effektiv zuleibe rücken können.
Wer so viel Gutes und so einen selbstbewussten Charakter in eine Person hineininterpretiert, weil ihm die Person genehm ist finde ich nahezu schon sehr belustigend. Aber ich gehöre ja bestimmt zu den bösen Miesmachern, die keine Menschenkenntnis hat.
Das Beispiel mit der "Scheinhöflichkeit" ist wirklich belustigend, denn man kann auch im Fernseh ohne diese sogenannte Masche sein Dank an die Fans mitteilen, so dass es auch ehrlich und ernst gemeint rüberkommt. Lena macht es eben nicht, naja warum auch immer, die Gute die :)))
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