Eine erschöpfte Siegerin, ein kaputter Moderator, ein zufriedenes Publikum - Stefan Raabs "Unser Star für Oslo" hat Spaß gebracht. Am Ende war Papa Raab stolz auf ein Mädchen namens Lena, die beim Eurovision Song Contest für Deutschland singen wird. Auf ihr Lieblingslied muss sie dann aber verzichten.
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...683362,00.html
Find ich für Deutschland zu riskant. Es gibt hier nicht so viele Menschen, die songwritermäßig genauso gut sind wie auf der Bühne oder umgekehrt, und zudem noch Lust darauf haben, beim ESC mitzumachen. Hinsichtlich des Songs hat man das ja etwa bei der Kandidatin Sharyhan gesehen: Ein Song namens "Never felt the way that I feel today" brennt sich - etwas im Vergleich zu einem Titel wie "Supergirl" - nicht gerade ins Gedächtnis.
Raab hatte sich einen anderen Song gewünscht, aber daß Lena auch seine Favoritin war, daran kann es keinen Zweifel geben.
Solche Äußerungen machen mich wirklich ärgerlich. Da tanzt mal eine unchoreographiert, einfach wie es ihr gerade einfällt, und Sie nennen das "verklemmt". Wie ein Mensch tanzt, sagt einiges über seine Persönlichkeit aus, und Lenas Tanz ist unverklemmt und unverbraucht.Allein ihre Verklemmte Körpersprache verhindert schon besseres.
Da ich kein Casting-Show-Fan bin, kann ich diese nicht mit anderen vergleichen. Ich wollte einen kleinen Wettbewerb zwischen zwei Sängerinnen sehen und hören. Das gelang ja auch.
Allerdings frage ich mich, weshalb man eine Jury braucht, wenn deren Votum nicht zu einem gewissen Anteil in die Gesamtabstimmung einfließt. Ohne ständige und nochmal und nochmal wiederholte Einspielfilmchen hätte die Sendung glatt 30 Minuten kürzer sein können.
Ich fand Jennifer Braun mit Lied und Stimme besser. Auch ist wohl nicht zu befürchten, dass sie in Oslo bereits vor dem Auftritt ein Nervenbündel ist und heulend zusammenklappt. Leider bin ich bei drei Versuchen, sie zu wählen, nicht durchgekommen. Egal.
Also Lena Meyer-Landrut, ein nettes, etwas durchgeknalltes, Mädchen. Genauso, wie sich Lieschen Müller eine singende Waldorff-Schülerin vorstellt. "Ich tanze meinen Namen".
Auch egal. Sie hat eine sympathische Ausstrahlung und ich würde ihr einen Erfolg, auf welchem Platz auch immer, gönnen.
Naja, so neu ist das ja nicht. Dass der NDR den deutschen Kandidaten hinter verschlossenen Türen ausgeschnapst hat, war letztes Jahr eine Ausnahme.
Ich halte das auch weniger für eine Absicherung der Veranstalter, um bei der anschließenden bescheuerten Suche nach "dem Schuldigen" sauber dazustehen. Zumindest in Raabs Fall. Beim NDR bin ich mir nicht sicher, der hat sich in der Hinsicht letztes Mal nicht gerade mit Ruhm bekleckert und mächtig nachgetreten, was angesichts des Modus, in dem der deutsche Beitrag wie oben erwähnt ausgewählt wurde, an Dummdreistigkeit kaum zu überbieten ist. Das Mitmachkonzept trug dieses Jahr einfach enorm dazu bei, den Vorentscheid unterhaltsam und spannend zu gestalten. Das kann Raab und genau deshalb setzt er solche Elemente ein.
Dann können Sie es mir also erklären? Handelt es sich bei dem ESC 2010 um
a) den europäischen Publikumspreis für Populäre Musik 2009/2010
b) Europa sucht das Nachwuchs-Castingtalent 2010
In dem einen Land ist es a) im anderen b). Wäre es einheitlich in allen Ländern a) und würden die erfolgreichsten des letzten Jahres ausgezeichnet, dann wäre der "Preis" auch eine Auszeichnung für etablierte Musiker und würde sie nicht mal degradieren, wenn sie Null Punkte bekommen, da sie immerhin nominiert wurden. Wenn es einfach nur ein Wettbewerb/Castingshow sein soll, dann vertut man eine Chance, nämlich einen wirklichen Publikumspreis im großen Rahmen zu vergeben. Dass man so einen riesigen (finanziellen) Aufwand betreibt, um ein Castingtalent in Europa zu suchen, welches eh wieder in der Versenkung verschwindet, nachdem es gerade mal zwei Monate bekannt war, halte ich für völlig bescheuert. Das können ja die Privatsender machen, was sie auf internationaler Ebene ja sowieso schon tun. Da braucht man keine öffentlich-rechtliche Konkurrenz-Veranstaltung. Natürlich, wenn es tatsächlich so ist, dass ein signifikanter Teil der deutschen so etwas will, und zwar genau so, dann liege ich wohl völlig daneben und nehme alles zurück.
Max Mutzke hat gerade seine dritte Platte rausgebracht, Staphanie heinzmann ist dehr erfogreich, Peter Fox macht sein Ding. usw.
Mir fiele keiner ein der bei Raab irgendeine Veranstaltung gewonnen hat der nicht sein Ding durchgezogen hätte.
Man hört vielleicht nicht so viel von denen weil sie nicht mit Gewalt in die Charts gepeitscht werden wie bei Bohlen.
Mutzke hat damals erst sein Abi fertig gemacht und dann ein jahr später die erste Platte aufgenommen.
Raab unterstützt die Leute dabei aber er nimmt das nicht für sie in die Hand.
Juli wurde weder von Raab noch von irgendjemand anderem gecastet. Die haben das selbst geschafft.
Was Lena angeht: für mich ist Ihre Ausstrahlung und Stimme "besser". Das ist eine Geschmacksfrage bei der es kein objektives "besser" gibt. Wie bei jeder Musik die jemand mag - oder eben nicht.
Wenn Sie eher auf Cover-Rockstimmen stehen sei Ihnen das unbenommen, ich finde es austauschbar und langweilig.
Und die Mehrheit sieht das nun mal genauso...