Vorsicht! Die Finanzkrise hat den Neoliberalismus nicht umgebracht - im Gegenteil. Trotz entgrenzter Märkte hat die irre Ideologie vom schwachen Staat überlebt. Und Merkel-Deutschland trägt die Verantwortung.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...796932,00.html
... Die Wirtschaft folgt ihrer eigenen Ideologie, es ist die des Geldes.
... Die soziale Marktwirtschaft hat nur bedingt funktioniert. In 1972 betrugen die Staatschulden 1,25 Billionen DEM. Wir lebten in Wohlstand auf Kredit.
... Undemokratische Machtzentren werden nicht beseitigt, weil die Regierungen undemokratisch denken und handeln. Sie sind nicht Gegner, sondern Teil des Übels.
Man sollte meinen dass die Bude jetzt mal langsam abraucht.
Alle Reiter der Apokalypse global versammelt:
_Kürzung der Sozialhaushalte/ Bildung
_Reduzierung der Renten & Löhne
_Reduzierung der staatlichen Nachfrage
_Druckerpresse
_Vermögen die hektisch um den Globus rasen und eine Anlagemöglichkeit suchen und Inflation verursachen wo sie sich niederlassen
Dieses rezessive Rumkrepeln ist einfach nur widerlich.
Was uns, mal wieder, als Sparkurs und Medizin verkauft wird, ist nichts weiter als die Verweigerung der Nahrungsaufnahme.
Wird einfach Zeit das auch die andere Seite des Eisernen Vorhangs umfällt, um das 20ste Jahrundert endlich zu begraben. Diese beiden zänkischen Ideologien haben wirklich nur Scheiße hevorgebracht.
Ja, dann lassen wir doch einmal die sozialen Großtaten, die da wie ein Füllhorn über uns gekommen sind in den letzten Dezennien, Revue passieren.
1. Bafög gibt's als Kredit. Erinnert sich noch jemand, dass es eine Zeit gab, da es nicht zurückgezahlt werden musste?
2. Bei Arztbesuchen wird eine Praxisgebühr erhoben. Erinnert sich noch jemand, dass es eine Zeit gab, da man nichts bezahlen musste? Da auch nicht rezeptpflichtige Medikamente, wenn der Arzt sie verordnete, von den Kassen übernommen wurden? Da es ordentliche Zuzahlungen zum Zahnersatz gab? Da es Zuschüsse zu Brillen gab?
3. Arbeitslosengeld gibt es nur noch ein Jahr lang. Erinnert sich noch jemand, dass es eine Zeit gab, da es bis zu drei Jahre lang gewährt wurde?
4. Arbeitslosenhilfe gibt es nicht mehr. Erinnert sich noch jemand, dass es eine Zeit gab, da man nach einem Jahr Arbeitslosigkeit nicht an den Rand der Armut kam?
5. Rente gibt's ab 67. Erinnert sich noch jemand, dass es eine Zeit gab, da man schon mit 65, mit z. T. erträglichen Einbußen sogar noch früher in Rente gehen konnte?
6. Berufsunfähigkeitsrente gibt es nicht mehr. Erinnert sich noch jemand, dass es eine Zeit gab, da man nicht jederzeit auf jede noch so schlecht entlohnte und unqualifizierte Tätigkeit verwiesen werden konnte, wenn man den eigentlichen Beruf nicht mehr ausüben konnte?
7. Studienzeiten werden auf die Rente nicht mehr angerechnet. Erinnert sich noch jemand, dass es eine Zeit gab, da man mit dem Examen schon eine Reihe von Rentenjahren gesichert hatte?
Und was den öffentlichen Dienst angeht:
8. Wissenschaftliche Angestellte an Universitäten werden fast überall nach Tarifvertrag der Länder bezahlt. Erinnert sich noch jemand, dass es eine Zeit gab, da man dort BAT II und damit zwischen 20 und 50% mehr bekam? Das betrifft übrigens auch Leute, die (da Verträge in diesem Sektor praktisch immer befristet sind) nach einer Vertragsverlängerung jetzt mal schnell im gleichen Job mit ein paar hundert Euro weniger dastehen.
Jahaaa, alles Wahlgeschenke der Linken an ihre Klientel, gell?
Wie unterscheiden Sie zwischen Spekulations- und Absicherungsgeschäften? Zumal Sie nur den börslichen Handel regulieren können, bei OTC- Geschäften werden Sie es nicht schaffen, diese zu unterbinden!
Eine höhere Kapitalertragssteuer ist überflüssig. Es wäre ausreichend, Kapitalerträge wie andere Einkünfte zu behandeln und sie zur Steuerbemessungsgrundlage hinzu zu zählen. Entsprechend wird dann der Steuersatz ermittelt.
Hier stimme ich Ihnen zu. Leider hat das Billy- Boy in den 90ern gründlich versiebt. Man könnte aber auch einfach wieder die Haftung von Banken einführen, so richtig marktwirtschaftlich.
=> Die Kunden würden sich ihre Banken besser aussuchen. Die Besitzer/Aktionäre würden ihre Angestellten besser überwachen. Eigenverantwortung heißt hier das Zauberwort.
Erstens kann man das doch in vielen Fällen gar nicht unterscheiden.
Zweitens ist die Unterscheidung doch so auch gar nicht durchführbar. Wenn ich 150 Euro habe, aber 100 konsumieren und 100 Euro investieren will, nehme ich 50 Euro auf. Jetzt schiebe ich sowohl dem Wirt (Konsum) als auch der Autowerkstatt (Investition - Instandhaltung des für den Arbeitsweg nötigen Fahrzeugs) je 100 Euro herüber - wie kann ich denn sagen, ob die aufgenommenen 50 Euro beim Wirt oder beim Automechaniker gelandet sind? Oder notieren sie sich die Geldscheinnummern in solchen Fällen?
An dieser Stelle würde ich doch bitte bedenken, ob wir es beim Neoliberalismus nicht mit einer ähnlichen Illusion oder Utopie zu tun haben, wie beim Kommunismus.
Ein System, dass nur in Reinkultur zu funktionieren scheint und vor allem Dingen gewisse "ethische" Charakterzüge bei den [meisten] Menschen voraussetzt, ist eventuell gar nicht praxistauglich.
Wie man anhand der Insiderhandel-Skandale bei Top-Managern von Goldman Sachs seheh kann, ist man von der Reinkultur weit entfernt, zumal nicht einmal der Kapitalmarkt annähernd "effektiv" und fair zu sein scheint.
Neoliberalismus ist eventuell auch nur eine weitere [illusionäre?] Form der Menschheitsbeglückung. Hier aber im Gegensatz zu Kommunismus erfolgt diee über fairen Wettbewerb in einer ewig innovativen und ewig wachsenden Wirtschaft!
PS:
Ihre Erläuterungen fand ich im allgemeinen recht gelungen.
Daher seien Sie bitte nicht böse, wenn ich Sie so verstümmelt zitiere.
Fast jeder Bürger dieses Landes (und anderer Länder auch) kennt das Spiel nur zu gut. Wenn man dauerhaft mehr Geld ausgibt als man einnimmt bekommt man irgendwann ein Problem mit der Kreditwürdigkeit. So gesehen haben wir auch keine Schuldenkrise, sondern eine Ausgabenkrise. Und die ist nicht über Nacht gekommen, sondern resultiert aus der Finanzpolitik seit den 70er Jahren.