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Europas Wirtschaftspolitik: Die Sparschweinerei

Vorsicht! Die Finanzkrise hat den Neoliberalismus nicht umgebracht - im Gegenteil. Trotz entgrenzter Märkte hat die irre Ideologie vom schwachen Staat überlebt. Und Merkel-Deutschland trägt die Verantwortung.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...796932,00.html
  1. #180

    Titel

    Zitat von fourchette Beitrag anzeigen
    Natürlich ist der Beitrag tendenziös aber er entspricht der Realität. Im Übrigen:
    Von allen liberalen Schlaumeiern aus meinem Bekanntenkreis will keiner zugeben FDP gewählt zu haben. Von einigen weiß ich, dass sie in Selbsthilfegruppen, die sich die "anonymen FDP-Wähler" nennen, Heilung suchen.

    Es ist schon merkwürdig, dass nach den Erfahrungen aus 2008 viele maßgebliche Entscheidungsträger immer noch nicht verstanden haben, dass ein unregulierter Markt für das Allgemeinwohl schädlich ist. Die Legende "Steuern und Löhne runter" schaffen Wohlstand, gilt doch nur für einige wenige. Neoliberale verstehen den Staat als Vehikel, der ihr asoziales Gewinnstreben schützt!
    Die Märkte sind doch reguliert und der Neoliberalismus fordert keine unregulierten Märkte. Das Problem ist aber, wenn zu viele Regeln vorhanden sind, wenn der Staat als dem Markt als Unternehmer agiert und wenn er versucht, zu mit Steuer und Subventionen zu steuern. Wieviel Geld ist schon als "stupid German money" nach Hollywood geflossen, damit u.a. so ein Vollidiot wie Adam Sandler Filme drehen kann? Das ist alles rausgeworfenes Geld. Warum sollte man die Filmwirtschaft fördern und andere Branchen nur Nichtförderung diskriminieren?

    Neoliberale verstehen den Staat als ordnende Hand, die darüber wacht, dass im Wirtschaftsleben alles mit rechten Dingen zugeht. Dazu haben wir Kartellämter, eine neoliberale Erfindung. Der Staat schickt Wirtschaftsprüfer in die Unternehmen. Wenn der Staat aber selbst als Unternehmer auftritt, dann wird er seine Unternehmen nicht so genau prüfen lassen. Diesen Interessenskonflikt sehen Linke einfach nicht.

    Die Subprime-Krise wurde verursacht durch die Förderung von Immobilienkrediten.

    Wenn die Kurse heruntergehen und die Wirtschaft schrumpft, ist das auch kein "Marktversagen". Das zeigt doch, dass der Markt funktioniert und Fehlentscheidungen korrigiert. Es ist für die Mensch viel besser, wenn wir halle paar Jahre fallende Aktienindizes und steigende Arbeitslosigkeit haben, als dass wir 40 Jahre vor uns hinwirtschaften und mit der staatlich geführten Wirtschaft die Wirtschaft und das politische System vor die Hunde geht. Im DDR-Sozialismus hat sich niemand getraut zu sagen, was schief läuft. In der Marktwirtschaft machen wir das ständig. Wenn ein Produkt zu schwach und zu teuer ist, dann wird es nicht gekauft, wie z. B. dieses "WeTab". Der Markt hat sofort Rückmeldung gegeben. Hebeln man diesen "asozialen" Käuferprotest aus, dann würde man diese "WeTab" millionenfach produzieren und niemand würde sie kaufen. Erst nach zehn Jahren (nach zwei Fünf-Jahresplänen) kämen die Bonzen auf Idee, das Projekt "WeTab" aufzugeben.
  2. #181

    Besonders putzig finde ich:

    Der Keynesianer sagt: "Kein Wunder, dass das antizyklische Geldverteilen nicht geholfen hat - es war nicht genug!"
    Der Sozialist sagt: "Kein Wunder, dass die sozialistischen Staaten gescheitert sind, sie waren nicht sozialistisch genug!"
    Der Marktgläubige sagt: "Kein Wunder, dass die Banken wackeln, sie sind zu reguliert!"
    Der Neoliberale sagt: "Kein Wunder, dass die Staaten wackeln, sie sind einfach zu erdrückend!"
    Der Kommunist sagt: "Kein Wunder, dass die kommunistischen Staaten gescheitert sind, sie waren nicht kommunistisch genug!"

    Also, die Lösung ist doch einfach: alle Experten können sich auf "mehr von" einigen. Machen wir also mehr von IRGENDETWAS. Oder GAR NICHTS bis sie sich geeinigt haben.

    Da geht mir auf: damit liegt Schwarz-Geld voll auf der Expertenlinie!
  3. #182

    Tauchstation -- aufgetaucht

    Zitat von cd1001 Beitrag anzeigen
    Die aktuelle Krise ist eine Folge schlechter Politik, die innerhalb der EU zu einem gewichtigen Teil auch noch konzertiert war: Stimmen kaufen, Haushaltszahlen verbiegen, Wohlstand auf Pump... Da haben sich die Euro-Länder erst gegenseitig und dann auch selbst in die Tasche gelogen. Politik kann vor allem eines nicht: Steuerungsinstrument sein. Politik kann einen ordnungspolitischen Rahmen setzen. Alles andere führt zum Status Quo: zu einem ineffizienten und wahnsinnig teuren Staatsapparat, den man nicht mehr bezahlen kann.
    So langsam, hat auch etwas gedauert, wird den professionellen Schuldenmachern klar, dass sie mit der bisherigen Rollgriffsmentalität "wir brauchen" an das Ende der Fahnenstange gelangt sind. Es ertönt prompt das Wutgeheul des "Primates der Politik" gepaart mit Ratschlägen der aktiven Vertuschung des einfachen Sachverhaltes, kein Geld, keine Ausgaben.
    Wir werden noch die tollsten Argumentationsketten, die die uns fesseln, zu Ohren bekommen, die uns erzählen, wie schön es sei, für Grossschnauzen im Hamsterrad zu treten, dies aber flott.
    Merke, eine Partei hat immer recht.
    zum Grusse
  4. #183

    .

    Zitat von ruediger32 Beitrag anzeigen

    Die Subprime-Krise wurde verursacht durch die Förderung von Immobilienkrediten.
    Das ist unwahr und wird durch ständiges Wiederholen aus neoliberalen Kreisen nicht richtiger. Die beiden halbstaatlichen Organisationen Fanny und Freddie haben geradezu den Prime-Standard vorgegeben.
  5. #184

    Wirtschaft

    Zitat von fourchette Beitrag anzeigen

    Viele Unternehmen funtionieren doch nur deshalb, weil der Steuerzahler über H4- Aufstockung funtioniert. Viele neoliberale Schwätzer leben von diesem Staat! Ich kenne keinen neoliberalen Volkswirt in Deutschland, der seinen Status an einer staatlichen UNI aufgegeben hat, um sich am "liberalen Bildungsmarkt" der Komkurrenz zu stellen. Auf Pump leben hier die neoliberalen Schwätzer!
    1. Volkswirte werden vernehmlich beim Staat angestellt.

    2. Wenn ein Unternehmen einen Volkswirt anstellt, dann bestimmt nicht, um Ordnungspolitik zu betreiben. Die haben dann z. B. als Unternehmessprecher Unternehmensinteressen zu vertreten. Das ist ja auch der Grund, warum wir Neoliberalen für eine strikte Trennung zwischen Politik und Wirtschaft ist. Ordnungspolitik ist Sache des Staates, Unternehmen machen Betriebswirtschaft und versuchen natürlich, die Politik für sich zu gewinnen. Das kann man denen nicht einmal verdenken. Man muss aber den Politikern vorwerfen, dass sie nachgeben und man muss der dummen Öffentlichkeit vorwerfen, dass sie ein völlig falsches Bild von der Wirtschaft verbreitet. Die Wirtschaft sind nicht ein paar Großkonzerne. Die Wirtschaft umfasst alles, was wir tagtäglich machen. Wir arbeiten Stunden... das ist ein wirtschaftlicher Prozess. Wir gehen einkaufen... wieder ein wirtschaftlicher Prozess. Wir gehen in der Kantine essen... wirtschaftlicher Prozess.
  6. #185

    Der Merkelsche Staatsinterventionismus

    Zitat von ruediger32 Beitrag anzeigen
    Frau Merkel war 2005 noch als Marktwirtschaftlerin gestartet und hatte mit Kirchhoff einen guten Mann mit einem richtig guten und neoliberalen Steuerkonzept. Von der linken Presse und von Gerhard Schröder wurde er diffamiert.
    Toller Beitrag übrigens!

    Wer den seit 2008 vorherrschenden Staatsinterventionismus für "neoliberal" hält, nur weil er von einer "konservativ-liberalen" Regierung veranstaltet wird, der hält wohl auch die Hartz4-Reformen für ein Musterbeíspiel linker Politik.

    Man kann darüber diskutieren, ob die Deregulierung der Finanzmärkte durch rot-grün und die große Koalition "liberal" war, ok. Aber spätestens als dann nach Lehman die Politik Angst vor der eigenen Courage bekam, und anfing alles und jeden zu retten, Marktversager, Spekulationsverlierer, größenwahnsinnige Landesbanken, da war es vorbei mit der Marktwirtschaft.
    Was wir im Moment sehen ähnelt mehr Stamokap als "Neoliberalismus"´- die Politik als Büttel von Großbanken und Industrieoligopolen ist eine Gefahr für die Marktwirtschaft!
    Die Selbstheilungskräfte des Marktes wurden zudem schon viel früher systematisch zerstört durch staatliche Eingriffe - billiges Geld, Subventionen, Steuersparmodelle, staatliche garantierte Hypotheken für alle, die es sich eigentlich nicht leisten können, wodurch eine Blase nach der anderen produziert wurde. Man wollte eine Rezession verhindern und erreicht nur, dass der unvermeidliche Crash umso schlimmer wird.

    Im Moment wird gerade versucht mit ESFS und ESM "den Märkten" (also den Anlegern) das letzte bisschen Vernunft auszutreiben, was sie davon abhält nach den Erfahrungen mit Griechenland noch länger italienische Staatsanleihen zu kaufen. Diese vernünftige Risikoscheu wird von unseren Politikern übrigens gerne "Spekulation gegen den Euro" oder "Ansteckungsgefahr" genannt, um davon abzulenken, dass sie es sind, die unsere Länder vor die Wand gefahren haben und jetzt hemmunglos mit gehebelten Rettungsschirmen zocken, um noch ein paar Jahre länger Schulden machen zu können. Der eigentliche Amtseid jedes Politikers lautet nämlich: "Nach mir die Sintflut!"
  7. #186

    Erstaunlich!

    Zitat von Sabi Beitrag anzeigen
    Mit Ihrem unqualifizerten, unseriösen und tendenziösen
    Beitrag machen Sie Ihrem Nachnamen, den Sie geerbt haben, keine Ehre !
    Nachdem die FDP sich in Berlin aufgrund ihrer Eignung auf 1,8 % reduziert hat, habe ich den Eindruck, dass sich hier im Blog diese 1,8 % versammelt haben, um ihre neoliberalen Kommentare abzugeben.
  8. #187

    -

    Zitat von solarfighter Beitrag anzeigen
    Der alte Kohl hatte damals die „geistig-moralische Wende“ herbeigeführt und mit der Wiedervereinigung die letzten Weichen für den Schuldenstaat Deutschland gesetzt. „Die Einheit finanzieren wir doch aus der Portokasse“. Sowohl Schröder, als auch Merkel hatten danach nurnoch wenig Handelsspielraum.
    Wenig Handlungsspielraum?

    Die beiden zusammen (und ihre Komplizen) haben die Staatsverschuldung Deutschlands verdoppelt, weil sie die soziale Marktwirtschaft beerdigt und den Staat der Wirtschaft zum Fraß vorgeworfen haben.

    Schlechter "gewirtschaftet" hat niemand in Europa.
    Das war und ist Rekord in den letzten 12 Jahren.
    Und bald ist es damit vorbei. Denn dann sind die Reserven aufgebraucht.
  9. #188

    Die Motivation stimmt nicht

    Zitat von klaus meucht Beitrag anzeigen
    Die meisten Politiker sind Menschen die mit viel Engagement versuchen die Welt ein Stückchen zu verbessern.

    [...]

    Herr Sinn und Herr Flassbeck sind in ihrer Meinung genau das Gegenteil voneinander, aber beide sind intelligent und in ihrem Beruf erfolgreich. Wie soll ich von einer erfolgreichen Physikerin erwarten die richtigen volkswirtschaftlichen Entscheidungen zu treffen, wenn die studierten Volkswirte sich selbst in grundsätzlichen Fragen uneinig sind?
    Sie haben schon recht, Ökonomie ist keine exakte Wissenschaft (freundlich formuliert), und keiner weiß, was kommen wird, aber was ich unseren Politikern (und damit auch uns Wählern!) vorwerfe, ist es den einfachen, kurzfristigen Weg zu gehen. Solange sie genug Geld haben, um an ihre Klientel Wahlgeschenke verteilen zu können, war es ihnen letztendlich egal, dass sie mittelfristig mit ihrer Schuldenmacherei unsere Zukunft ruinieren.
    "Die Welt ein Stückchen verbessern" - das ist vielleicht die Motivation von Kommunalpolitikern und NGOs, aber die Bundespolitiker haben das längst vergessen.
  10. #189

    Quatsch!

    Zitat von Olly66 Beitrag anzeigen
    Die ehemalige BRD war ein starker Staat, bis sie von Schröders Camarilla neoliberalisiert wurde.
    Es ist absolut unreif, verbrecherische Diktaturen als exemplarisch für starke Gemeinwesen hinzustellen und somit zu insinuieren, zwischen Wildwest und Totalitarismus gäbe es sonst keine Alternative.
    Schröder war doch nicht neoliberal.

    1) Schröder hat Holzmann "gerettet".

    2) Unter Schröder wurde das Kartellamt an die kurze Leine genommen. Schröder war "Genosse der Bosse", was in einen schlimmen Kooperatismus zwischen Staat und Großkonzernen ausartete.

    3) Schröders Hartz-Gesetze sprechen von einem großen Vertrauen in die Bürokratie und staatliche Verwaltung. Ich kann den Hartz-Gesetzen nur eines positiv abgewinnen: Hartz IV und davon leider nur der Aspekt, dass zwei ehemalige redudante Systeme, Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe, zusammengefasst wurden. Ansonsten strotzt Hartz IV nur so von Vertrauen, dass es man mit Bürokratie die Arbeitslosigkeit beenden kann und dass man mit Bürokratie eine sachgerechte Sozialpolitik machen.

    Wahrhaftig eoliberal wäre es gewesen, wenn man die Arbeitslosenhilfe gestrichen und die ganzen Leitsungsbezieher an die Sozialhilfe weitergereicht hätte. So hätte ich das gemacht und "Basta" gerufen.








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