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Europas Initiativen gegen Gehaltsexzesse: Aufstand gegen die Abzocker

DPADie Schweiz stimmt für ein Anti-Abzock-Gesetz, Brüssel will eine Obergrenze für Boni - in Europa zeichnet sich ein radikaler Stimmungswechsel ab. Bisher galten Gehaltsexzesse als notwendiges Übel im Kampf um die besten Manager. Jetzt setzt sich der Ruf nach mehr Regulierung durch.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-886817.html
  1. #1

    Blitzableiter

    Das ist ein rafffiniert konstruierter Blitzableiter:
    Man nehme einen schön links-empört klingenden Namen ("Abzocker-Initiative") vor einen eher marktradikalen Inhalt (Stärkung der Eigentümerrechte), und schon hat man alle Berufsempörten auf seiner Seite.
    Funktioniert wie ein umgedrehter Shitstorm mit all den Teilnehmern, die sich gegen Verstand und Information sträuben.
  2. #2

    Leistungsabhängig

    Es kommt immer darauf an, wenn der Volkswagen Manager, ein Unternehmen mit 192 Mrd-Euro Umsatz und 21 Mrd-Euro Gewinn führt, 15 Millionen verdient, habe ich da kein Problem mit.
    Wenn aber jemand ein Unternehmen gegen die Wand fährt und nach Milliarden Verlusten und Rettung durch den Steuerzahler noch auf sein Gehalt und eine Millionen Abfindung besteht, dann ist das schwer vermittelbar.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Schweiz stimmt für ein Anti-Abzock-Gesetz, Brüssel will eine Obergrenze für Boni - in Europa zeichnet sich ein radikaler Stimmungswechsel ab. Bisher galten Gehaltsexzesse als notwendiges Übel im Kampf um die besten Manager. Jetzt setzt sich der Ruf nach mehr Regulierung durch.

    Anti-Abzock-Debatte: Europas Initiativen gegen Gehaltsexzesse - SPIEGEL ONLINE
    Ist der Manager besser, der das ihm anvertraute Unternehmen in einem anderen Betrieb aufgehen lässt? Der besser, der mit einer Abfindung aus dem Betrieb gefegt wird?

    Die nun wirksam werdenden Schweizer Maßnahmen sind ein erster Schritt in die Richtung.

    Ein anderer Schritt ist noch viel wichtiger. Die Leitzinsen der EZB sind zur Zeit sehr niedrig. Und die wirtschaftliche Situation einiger Millionen Kreditnehmer in der EU schlecht. Welche Risiken sind mit einer etwaigen Erhöhungen der Leitzinsen im Euroraum verbunden. Welche Bevölkerungsteile, in den Staaten der EU, sind davon besonders betroffen. Wie kann man solchen Entwicklungen in Europa begegnen, die im Verlauf der US-Immobilienkrise stattgefunden haben?

    Liebe Leute, da ist die eigentliche Arbeit zu sehen. Wie soll ein solches Fiasko verhindert werden?
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Schweiz stimmt für ein Anti-Abzock-Gesetz, Brüssel will eine Obergrenze für Boni - in Europa zeichnet sich ein radikaler Stimmungswechsel ab. Bisher galten Gehaltsexzesse als notwendiges Übel im Kampf um die besten Manager. Jetzt setzt sich der Ruf nach mehr Regulierung durch.

    Anti-Abzock-Debatte: Europas Initiativen gegen Gehaltsexzesse - SPIEGEL ONLINE
    Ich finde das ziemlich problematisch.

    Dass, wie nun in der Schweiz, die Aktionäre alljährlich bindend die Höhe der Management-Bezüge festlegen: finde ich nicht schlecht. Denn die Aktionäre sind die Eigentümer des Unternehmens, also können sie auch die Höhe der Bezüge der Angestellten festlegen.

    Eine Obergrenze für Boni, wie es Brüssel will, finde ich hingegen nicht richtig. Denn dadurch würde quasi die Büchse der Pandora geöffnet: In einer freien Markwirtschaft können grundsätzlich Löhne und Gehälter festgelegt werden, wie die Menschen Lust und Laune haben. Wenn ein Unternehmen so deppert ist, seinem Geschäftsführer 50 Milliarden zu zahlen, dann ist das eben die Entscheidung des Unternehmens. Wenn das Unternehmen wegen einer solchen Entscheidung pleite geht, ist das ebenfalls Entscheidung des Unternehmens. Wenn wir aber anfangen, solche Löhne und Gehälter nach oben zu begrenzen: wo hören wir auf? Dürfen Fußballer noch die Unsummen verdienen, die sie bekommen? Wo ist überhaupt die Grenze? Ist das Zehnfache eines "Durchschnittsgehalts" ok oder nur das Fünffache? Ich finde das sehr bedenklich.
  5. #5

    Neid und Gier...

    ...sind die Signalwörter, mit denen man je nach Seite sicher auch hier im Forum wieder versuchen wird, K.-O.-Argumente zu konstruieren.
    Beides kann man getrost ignorieren, wenn man einfach nur den Verstand einschaltet:
    Weder sollte der Staat Gehälter diktieren, noch sollten sich Seilschaften straffrei gegenseitig auf Kosten Dritter bereichern. Erstes verhindert die Tarifautonomie, letzteres verhindert bislang nichts wirklich wirkungsvoll (und da gibt es noch mehr, denen auf die Finger geschaut werden müsste, z. B. Krankenkassen- und Ärztefunktionäre, Hochschulpräsidenten und Banken).
    Die Mär, sonst keine "Spitzenleute" zu bekommen, ist nichts als dreiste Lügerei der Leute aus dem gleichen Boot, die absolut jeder empirischen Grundlage vollkommen entbehrt.
  6. #6

    Ich habe mich schon immer gefragt, warum Manager, die vor allem das Wachstum ihres eigenen Bankkontos managen, "die besten" sein sollen.

    Meiner persönlichen Erfahrung nach -die bestimmt nicht repräsentativ sein mag- sind Leute, die von hemmungsloser Gier, Eigennutz und vor allem Narzissmus getrieben sind, seltenst dafür geeignet die Interessen von anderen (z. B. das Wohl eines Unternehmens) zu vertreten. Sie tun das nur solange und soviel es ihrem ureigensten Interesse dient - wenn sie keine moralische und emotionale Bindung zu ihren Aufgaben haben, können sie sie auch nicht optimal erfüllen. Vielleicht generieren sie kurzfristigen Erfolg, solange bis sie ihren Bonus eingestrichen haben und dann ziehen sie weiter, ohne sich um die Kosten und Folgen ihres "Erfolgs" weiter zu kümmern.
    Umgekehrt ist es Menschen, die mit Herz und Hirn bei ihren Aufgaben sind (sog. "Idealisten") meist wesentlich weniger wichtig, wie sie entlohnt werden, als ob sie wirklich nachhaltig erfolgreich sind. Eine Schnittmenge aus beiden Typen dürfte sehr gering ausfallen, weil es diametrale Charaktereigenschaften sind.

    Die Höhe von Gehaltsforderungen sind nun wirklich das denkbar schlechteste Kriterium für die Bewertung der Qualitäten eines Managers.
  7. #7

    Gehälter und Abfindungen gehen nur die Aktionäre etwas an.
    Die sollten ab Größenordnung x mitreden dürfen.
    Das wars.

    Insbesondere Politiker haben da nichts zu suchen.
    Die sollen lieber Ihre sich selbst genehmigten, sozial ungerechten und unbezahlbaren Pensionen zur Abstimmung stellen.
  8. #8

    falsche Formulierung

    ... der Ruf nach "mehr" Regulierung.
    dürfte wohl leicht untertrieben sein ...
  9. #9

    Populismus nein, danke !!

    O.K. - zuerst beschneiden wir das Einkommen der Banker
    morgen geht es dann an Vorstände und Aufsichtsräte
    übermorgen an Profisportler und TV Stars
    dann alle selbst. Handwerksmeister, Zahnärzte, Architekten usw. usw.

    Ich maße mir nicht an, über die Gerechtigkeit anderer Leute Entlohnung urteilen zu können (und will es auch nicht)

    Sicherlich ist eine Bonifikation bei Nichterreichen der Ziele unsinnig (gibt es in meiner Branche auch nicht) aber ansonsten gönne ich jedermann sein Geld.

    Die Welt wird durch solchen Unsinn weder schöner noch gerechter !


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