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Europäische Piraten: "Der Hype hat uns ausgebrannt"

Ivan BartosEuropas Piraten wollen den Erfolg ihrer deutschen Kaperbrüder kopieren. Doch die Bewegung ist unberechenbar: In Schweden folgte nach dem Höhenflug der Fall, die Griechen kämpfen mit Geldsorgen, die Tschechen feiern sich als Underdogs. SPIEGEL ONLINE stellt fünf europäische Freibeuter vor.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...827657,00.html
  1. #20

    Zitat von Tolotos Beitrag anzeigen
    Der Erfolg der deutschen Piraten ist vermutlich vor allem der Misserfolg der deutschen Demokratie. Dass die Piraten in Deutschland so viel Potential haben, obwohl sie zu vielen konkreten Problemen wenig sagen, liegt wohl auch daran, dass immer mehr deutsche Wähler den Eindruck haben dass das, was die sogenannten etablierten Parteien an Lösungsvorschlägen zu bieten haben, sich immer weniger an den Interessen der Wählermehrheit orientiert.

    Die Piraten haben nicht viel mehr zu bieten, als das Angebot, sich für mehr Demokratie einzusetzen. Aber das ist genau das, was die derzeit Regierenden und ihre etablierten Konkurrenten immer weniger anbieten. Sie empfinden (und denunzieren) demokratischen Mehrheitsprozesse immer häufiger nur noch als populistische Störungen einer Politik, die deshalb unpopulär ist, weil sie sich immer ungenierter vor allem an der Befriedigung der Bedürfnisse kleiner aber kapitalkräftiger und politisch lobbyistisch gut organisierter Eliten orientiert.

    Deshalb dürfte es den Piraten in den europäischen Staaten, in denen sich die Wähler noch von ihren Politikern vertreten fühlen, schwer fallen, an die Erfolge der deutschen Piraten anzuknüpfen.
    Das stimmt halt schlichtweg nicht, es gibt auch andere Parteien, die Demokratie PLUS Konzepte bieten.

    Es wird immer so getan, als setzten sich die Piraten groß für Mitbestimmung ein, aber das Ganze ist doch immer noch schlichtweg nur eine fixe Idee, die geradezu kindlich naiv ist, da Sie von politishen engagierten Bürgern ausgeht, die es aber nur in einer absoluten Minderheit gibt. Zudem ist das Liquid Democracy Konzept massiv anfällig gegenüber Meinungsmache und auch Manipulation, weil da natürlich auch all die Wähler, aber auch Politiker anderer Parteien sich einmischen können uind darüber die Piraten in ihrem Sinne verändern können.

    Und selbst wenn das die Piraten nicht zu einer weitern Blockpartei macht, schürte das zumindest so viel Uneinigkeit und Chaos, dass am Ende gar nichts weiter übrig bleibt, als sich doch anders festzulegen.

    Das der Wähler nicht weiß, was er will, sieht man doch schon an den Ergebnissen von SPD und CDU, die trotz allen Wählerverrats immer noch zusammen weit über 60% erhalten.
  2. #21

    Zitat von xasd Beitrag anzeigen
    Ideologisch sind die Piraten eine missionarische Luftblase, die irgendwann platzen wird, aber das sind auch die Grünen, die Linkspartei, die SPD, die CDU und die FDP. Das neue der Piraten ist das sie als einzige Partei für Demokratie sind, während die anderen Parteien eine Blockparteien-Diktatur und eine autokratische Herrschaftsform gegen das Volk representieren und sich von der KP Nordkoreas nur oberflächlich unterscheiden. Das die Piraten da anders sind, finde ich gut.
    Indem Sie so einen Müll erzählen, bringen Sie den Piraten zwar vll Zulauf von vielen unaufgeklärten Bürgern, aber unter allen, die sich ernsthaft für Politik interessieren und damit beschäftigen, bewirken Sie damit nur Ablehnung, weil es eben in der Pauschalisierung schlichtweg gelogen ist.

    Das ist das gleiche Propagandaniveau, wie man es halt von Springer und Co kennt.
  3. #22

    Zitat von biobanane Beitrag anzeigen
    Ich denke, das ist weit zu hoch gegriffen. Mißerfolg das hört sich so nach Weimar 1933 an. Nein, der Wähler selbst hat sich verändert, spätestens seit dem Fall der Mauer. Es gibt nicht mehr, den braven Stammwähler, der treu zu seiner Partei hält, weil diese uns "vor dem Kommunismus" schützt, oder eben "meine Rechte gegen die Bosse" verteidigt. Der Wähler ist zum (kleineren) Teil .....
    Sonntagsfrage – Umfragen zur Bundestagswahl (Wahlumfrage, Wahlumfragen)

    Wo ist der Bürger bitte mündiger geworden? Schauen Sie sich das Elend doch an. Da hat sich gar nichts geändert, das wird sogar immer schlimmer.
  4. #23

    Programme für Piraten

    Zitat von xasd Beitrag anzeigen
    Ideologisch sind die Piraten eine missionarische Luftblase, die irgendwann platzen wird, aber das sind auch die Grünen, die Linkspartei, die SPD, die CDU und die FDP. Das neue der Piraten ist das sie als einzige Partei für Demokratie sind, während die anderen Parteien eine Blockparteien-Diktatur und eine autokratische Herrschaftsform gegen das Volk representieren und sich von der KP Nordkoreas nur oberflächlich unterscheiden. Das die Piraten da anders sind, finde ich gut.
    Die große Chance, die diese Piraten haben,ist als Reform- Partei den Bürger zu zeigen dass es durch die moderne Technik auch anderes und viel besser (preisgünstiger) funktioniert.

    Vielleicht sollten Sie ala Martin Luther,
    in guten Doku Filmen -vielleicht hilft ihnen Spiegel TV ?- mal zeigen wie es bisher läuft und wie es in Zukunft laufen könnte?

    Beispiele:
    Abschaffung des staatlich bezahlten Monopol(y) TVs samt UKW Rundfunks in allen EU Ländern,dafür ein USA unabhändiges Internet bzw. EU Intranet als Informationssystem für EU.Wobei der Staat die Qualität samt Presserecht kontrolliert und jeder interressierter Bürger einen DSL USB Stick kauft.

    Umwandelung des altmodischen Bildungssystem in ein mobiles und flexibles Ganztags Lehr System. Mehr Bildung in kleinen Lehrgruppen ,wobei gemeinnützige und überprüfte Einrichtungen,Vereine,Clubs und Lehrwerkstätten,50 % des Handwerk,Kultur,Kunst,Sport Unterrichts übernehmen.
    Der Online DSL "Hörsaal" würde auch bei Studeten gut ankommen incl. Frage und Antwort Meeting .

    Den Bürger stärker in die Gemeinnützigkeit einzubinden und die Talente zu fördern.Dass er eben,da ein Grundeinkommen vorhanden ist in Sport,Kultur, und Bildungsvereinen stundenweise aktiv sein kann ohne Nachteile zu erleiden.

    Endlich mal klar zustellen das ein Staat eine Investion (Subvention) in seine Bürger in Wohlstand nur Vorteile haben kann.
  5. #24

    Absolut richtig ...

    Zitat von Tolotos Beitrag anzeigen
    Der Erfolg der deutschen Piraten ist vermutlich vor allem der Misserfolg der deutschen Demokratie. Dass die Piraten in Deutschland so viel Potential haben, obwohl sie zu vielen konkreten Problemen wenig sagen, liegt wohl auch daran, dass immer mehr deutsche Wähler den Eindruck haben dass das, was die sogenannten etablierten Parteien an Lösungsvorschlägen zu bieten haben, sich immer weniger an den.....
    Der Bürger denkt (zurecht) das über seinen Kopf hinweg entschieden wird. Ob die 180° Kehre in der Atompolitk, EU-Schuldenkrise oder welches Thema auch immer.
    Wir "die Bürger" stehen da nur und wundern uns wer, was, warum entscheidet, weil Kommunikation nicht stattfindet!
    Ich nehme das Risiko des Übertreibens gerne auf mich aber die Piraten streben für mich auf eine "Demokratie 2.0" hin und dies werde ich unterstützen!
    Wobei ich auch weiß daß je mehr Anklang Sie im Volke finden, etablierte mehr und mehr versuchen werden Sie in den Dreck zu ziehen. Womit und wodurch auch immer ...!
  6. #25

    Auf dem Verfall folgt die Aufklärung

    Alles zusammen nennt man wohl Kultur. Teil der Kultur ist auch die Moral. Der Verfall der Kultur, gefördert durch die Politik als letzte Instanz. Vorinstanzen sind der Geldadel und der Lobbyismus. Wer von alternativlos quasselt, stellt einen Alleinvertretungsanspruch. Der Verfall der Moral ist am deutlichsten am Beispiel "Wulff" ersichtlich. Juristische Korinthenkacker verhindern eine ad-hoc-Regelung, berufen sich auf jahrzehnte alte Gesetze.

    Europaweit gewinnen Konservative die Oberhand. Die Enttäuschten suchen nach glaubwürdigen Alternativen. Neben den regierenden Machtblöcken gibt es im übrigen Europa Alternativen. Nicht so bei uns. Andersdenkenkende werden sofort in das "bewährte" Links-rechts-extremismusschema bugsiert und als "unwählbar" stigmatisiert.

    Inwieweit die Piraten eine europäische Kraft bilden, bleibt abzuwarten. Jedenfalls besteht ein großer Bedarf, die Demokratie zu modernisieren. Vorher muss sie den Parteien, ihren Spendern und ihren Lobbyisten entrissen werden. Wenn es die Piraten nicht können, müssen es andere machen.

    Vorher muss der Verfall noch weiter perfektioniert werden. Merkel, Steinmeier, Roth und Rössler sind mit zunehmenden Erfolg daran tätig. Erst dann kann eine dringend notwendige, neue Aufklärung eine wirkliche Demokratie einleiten.
  7. #26

    Viel Erfrischung, einige Punkte,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Europas Piraten wollen den Erfolg ihrer deutschen Kaperbrüder kopieren. Doch die Bewegung ist unberechenbar: In Schweden folgte nach dem Höhenflug der Fall, die Griechen kämpfen mit Geldsorgen, die Tschechen feiern sich als Underdogs. SPIEGEL ONLINE stellt fünf europäische Freibeuter vor.

    Europäische Piraten: "Der Hype hat uns ausgebrannt" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    wenig Konkretes, viele Lücken!

    Das Erfrischende ist für mich die "Ehrlichkeit". In einer Gesellschaft, und nicht nur bei Politikern, in der sich immer mehr opportunistisch, eitel, arrogant nur ins Sonnenlicht stellen, nur ihre Schokoladenseiten zeigen, auch wenn sie mal von tuten und blasen wenig oder gar keine Ahnung habe, sind die Piraten mit dem ausgesprochenen "Nichtwissen" erfrischend ehrlich.
    Einige Punkte von ihnen kann ich zu einem "Mini-Mini-Programm" zusammenfassen.
    Das alleine reicht aber nicht aus!
    In vielen Dingen erkenne ich nichts konkretes, sehr viele unterschiedliche Meinungen, Aussagen. Am Ende muss man aber wissen wofür sie konkret stehen. Ich wähle die Piraten nicht allein, weil fünf unterschiedliche Meinungen transparent zugelassen werden!
    Die Lücken zu allen möglichen Themen sind enorm. So lange sie nicht ein allumfassendes Programm haben und sich auf ein bis zwei Kernthemen beschränken, und diese auch noch ohne praktikable Ansätze, sind sie nicht besser als eine Lobbypartei.
  8. #27

    Zitat von Nania Beitrag anzeigen
    Schweden ist nicht Deutschland ....
    ist doch ein Problem der alten Parteien, dass sie so unglaublich festgefahren sind in ihren Strukturen und in ihrem Personal. Neue, junge Gesichter braucht die Politik, die auch neuen Politik machen - und nicht die Politik der Vorgänger weiterführen.

    Und selbst, wenn sie es nur für vier Jahre machen, vier Jahre können eine Menge bewegen.
    Genau so sehe ich das auch. Wir bekommen die festgefahrene Parteipolitik mit dem derzeitigen Lobbyklientel nur dann weg, wenn mal ein richtig frischer Wind weht. Und in dieser Zeit wünsche ich mir von den Piraten sich prächtig in der Politik zu entwickeln. Dann sehen wir weiter. Vielleicht wacht ja die eine oder anderre Partei noch auf. Zur Zeit habe ich das Gefühl, das viele politische Entscheidungen in eine ganz falsche Richtung laufen. Das fängt bei der Steuererklärung an und hört bei Umweltplaketten und Apothekenpreisen noch lange nicht auf. Es sind die kleinen Dinge im Land, die mich hier richtig stören.
  9. #28

    Mich treibt

    Zitat von Tolotos Beitrag anzeigen
    Der Erfolg der deutschen Piraten ist vermutlich vor allem der Misserfolg der deutschen Demokratie. Dass die Piraten in Deutschland so viel Potential haben, obwohl sie zu vielen konkreten Problemen wenig sagen, liegt wohl auch daran, dass immer mehr deutsche Wähler den Eindruck haben dass das, was die sogenannten etablierten Parteien an Lösungsvorschlägen zu bieten haben, sich immer weniger an den.....
    dabei nur eine Furcht um, dass dies sich letztlich als dezidiert antilinkes Projekt entpuppt. Sehr sympatisch finde ich allerdings die Statements, die in Richtung Aufklärung gehen. So dieses Zitat, in dem die junge Dame davon spricht, dass es bei der direkten Art der Entscheidungen via Netz und Deligierten, via Wolke, es eigentlich keines Parlamentes bedürfe. Ich denke da auch an Wickipedia oder Linux, Projekte, die - vor allem unkomerziell - und als Gemeinschaftswerke ohne profilneurotische Autoren und die übliche Konkurrenzkirmes doch beachtliche Ergebnisse vorzeigen können.
    Sie sagt dann, quasi entschuldigend, das sei Utopie....

    Jetzt sieht man allerdings so manches Gesicht, von dem man glauben könnte, da kommen die Realos. An der Spitze (wenn man von sowas sprechen kann) - tummeln sich welche, die CDU-Background haben - und andere, die vom Parteiensystem schon ziemlich beleckt sind.

    Bei manchem Grünen mögen Erinnerungen aufkommen an Zeiten, wo man das Rotationsprinzip haben wollte, wo man auf die Basis ausserhalb des Parlaments als zweite APO-Säule grosses Gewicht legte.

    Ein antilinkes Projekt darf es nicht werden.

    Hajü
  10. #29

    Unser täglich Piratenbashing gib uns heute...

    Achja, die Jungs sind unstrukturiert, schreiben ab und haben kein Programm. Und zudem sind sie jetzt auch schon total ausgebrannt....

    Mannomann... Wie wäre es, wenn der Spiegel sich mal mit den Inhalten auseinandersetzt ?








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