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Europäische Identität: Plädoyer für den selbstbewussten Paria

Wann fühlt man sich eigentlich als Europäer? Wenn man entwurzelt ist*- meint der niederländische Schriftsteller Arnon Grunberg. Er musste erst nach New York ziehen, um seine persönliche Antwort zu finden. Die Geschichte einer Selbstfindung.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...736479,00.html
  1. #1

    Statt zum Paria...

    ...sollte man besser zum Patrioten werden, zum deutschen (je nach Herkunft), oder meinetwegen europäischen.

    Sollte die Türkei EU-Mitglied werden, wird allerdings für die Mehrheit der Europäer, jedwede Identifizierung mit Europa in Form der EU unmöglich werden, und die Identifikation mit den Nationalstaaten wird sich noch weiter verstärken, als es bereits jetzt schon in Europa bereits der Fall ist.
  2. #2

    Ähnliche Erlebnisse

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wann fühlt man sich eigentlich als Europäer? Wenn man entwurzelt ist*- meint der niederländische Schriftsteller Arnon Grunberg. Er musste erst nach New York ziehen, um seine persönliche Antwort zu finden. Die Geschichte einer Selbstfindung.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...736479,00.html
    Als ich 2003 nach New York ging, stellt ich mich überall als Europäer vor nicht als Deutscher. Ich war stolz auf unsere gemeinsame Identität. Die Amerikaner waren doch sehr verwundert, dass ich meine deutsche Identität hinten anstellte und dem "Europäer" den Vorzug gab.

    Heute hat sich das geändert. Wenn man mich fragt woher ich stamme, sage ich Deutscher. Den Europäer lasse ich mittlerweile ganz weg. Ich schäme mich zu sehr, was aus unserem damaligen gemeinsamen Europa geworden ist.
  3. #3

    Zustimmung

    Zitat von mel80 Beitrag anzeigen
    Als ich 2003 nach New York ging, stellt ich mich überall als Europäer vor nicht als Deutscher. Ich war stolz auf unsere gemeinsame Identität. Die Amerikaner waren doch sehr verwundert, dass ich meine deutsche Identität hinten anstellte und dem "Europäer" den Vorzug gab.

    Heute hat sich das geändert. Wenn man mich fragt woher ich stamme, sage ich Deutscher. Den Europäer lasse ich mittlerweile ganz weg. Ich schäme mich zu sehr, was aus unserem damaligen gemeinsamen Europa geworden ist.
    Nicht sonderlich erstaunlich, mir gehts mittlerweile wieder genau so, zumal ich bemerkt habe, dass man im Ausland nicht mehr per se als "Nazideutscher" abqualifiziert wird. Und gerade in Großbritannien kam ich als "bekennender" Deutscher durch die Reihe bestens weg, auch bei Jüngeren (bin 60)
  4. #4

    Wann fühlt man sich als Europäer?

    Antwort: gar nicht.

    Man kann sich nur als jemand einer Nationalität oder eines Landes fühlen - meiner Meinung nach. Europa hingegen ist eine Gruppe, die Menschen verschiedenster Richtungen unter einen Hut bringen zu müssen meint.

    Ich bin Ukrainer, der seit eh und je in Deutschland lebt - und ich fühle mich weder Ukrainisch, noch Deutsch. Klar zahle ich Steuern in Deutschland, doch zum einen darf ich nicht wählen, zum anderen ist die Mentalität hier eine andere.
    Obwohl ich die Ukrainer eher mag, hasse ich regelrecht das dortige Regime und die dort herrschende Regierung, der es niemals um das Volk, sondern nur um Macht und das eigene Wohlergehen auf Kosten anderer geht. Warum setze ich mich nicht dafür ein, damit es dort besser wird? Nicht jeder ist so "robust" gebaut wie Assange. Und mal ehrlich: wann haben Wahlen denn wirklich mal was bewirkt? Sie verbreiten lediglich das falsche Gefühl, dass das Volk immer noch das Sagen im Land hat - doch das hat es weder in Deutschland, noch in der Ukraine.

    Somit finde ich mich eher damit ab wo ich bin und versuche mein persönliches Glück zu basteln. Nur weil ich in Europa geboren wurde, heißt es nicht, dass ich mich als Europäer fühle. Dazu gehört halt mehr als nur ein paar Zwangsgemeinschaften zu bilden - und für weitere Schritte unterscheiden sich z.B. die Niederländer von den Deutschen und den Spaniern einfach zu sehr.

    dS.
  5. #5

    Europa

    Zitat von mel80 Beitrag anzeigen
    Als ich 2003 nach New York ging, stellt ich mich überall als Europäer vor nicht als Deutscher. Ich war stolz auf unsere gemeinsame Identität. Die Amerikaner waren doch sehr verwundert, dass ich meine deutsche Identität hinten anstellte und dem "Europäer" den Vorzug gab.

    Heute hat sich das geändert. Wenn man mich fragt woher ich stamme, sage ich Deutscher. Den Europäer lasse ich mittlerweile ganz weg. Ich schäme mich zu sehr, was aus unserem damaligen gemeinsamen Europa geworden ist.
    weiss denn ein Amerikaner, den Unterscheid zu sehen ?
    Weiss er, wo Europa liegt ?
  6. #6

    Wäre doch super.

    Mein größter Traum ist eine gemeinsame Europäische Identität. Das bedeutet natürlich nicht, dass man auf Nationalidentität verzichten muss, sondern es geht eher um Erweiterung und Aufbau des Selbstbewusstseins. Europa kann auch weiter entwickeln und ihre Wohlfahrt beibehalten, nur wenn man als Europäer auftritt, egal ob französischer, deutscher oder spanischer. Wir haben auf jeden Fall viel mehr gemeinsam als unterschiedlich. Man hat ja nicht so viel Auswahl: entweder als Europäer anerkannt und respektiert zu werden, oder aus der weltweiter Szene zu verschwinden.
  7. #7

    Wo liegt Europa?

    Zitat von creativefinancial Beitrag anzeigen
    weiss denn ein Amerikaner, den Unterscheid zu sehen ?
    Weiss er, wo Europa liegt ?
    Die Europär erleben gerade ein kollektives Komplex weil sie bald keine große Rolle in der Welt spielen werden, ob das gut oder schlecht ist wissen wir noch nicht aber Kolonialismus, Rassismus, 2 Weltkriege haben leider ihre Ursprünge in Europa...
  8. #8

    In einem Leserbrief

    in der FAZ erwähnten Deutsche Soldaten, die in Afghanistan an der Front stehen, solch unerhörte Dinge wie das Deutsche Volk und Deutschland.
    Von Europa schrieben sie nichts. Oder daß sie als Europäer Europa verteidigen.
    Führende Politiker sprechen niemals von den Deutschen.
    Für das gemeine Volk kann eEs kann nur so sein: Je weiter man von Deutschland, um so mehr fühlt sich der eine oder andere mit ihm verbunden.
    Aber mit Europa?
    Selbst die Italiener in meinem Umfeld, die seit Jahrzehnten in Deutschland leben, sind bekennende stolze Italiener.
    Das wird nichts mit Europa.
  9. #9

    Rheinische Europäerin

    Zitat von divStar Beitrag anzeigen
    Antwort: gar nicht. Man kann sich nur als jemand einer Nationalität oder eines Landes fühlen - meiner Meinung nach. Europa hingegen ist eine Gruppe, die Menschen verschiedenster Richtungen unter einen Hut bringen zu müssen meint.dS.
    Zum Teil gebe ich Ihnen Recht - aberwirklich nur zum Teil. ’Fühlen’ tut sich jeder Mensch, ob Papua, Deutscher oder Ukrainer, zunächst einmal als Individuum, als ’Ich’. Daneben hat er gelernt, sich als Angehöriger irgendeiner ethnischen, religiösen und/oder nationalen Gruppe zu ’fühlen’.

    Ergo kann doch wohl jede/r, der/die in Europa verwurzelt ist, sich auch als Europäer/in fühlen. Beispiel: Meine Vorfahren stammten aus dem Rheinland, aus dem heutigen Polen, und einige Jahrhunderte zuvor aus Ungarn, Holland und Frankreich. Sie waren christlich und jüdisch. Ich fühle mich - sicherlich mit sehr gutem Recht - als Europäerin. Sagen wir, als rheinische Europäerin.








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