Europäische Bonitätswächter: Schäuble verweigert Geld für Rating-Agentur

APKlare Worte von Finanzminister Schäuble: Für eine europäische Rating-Agentur werde es aus deutschen Staatskassen kein Geld geben. Die etablierten Bonitätswächter hätten "katastrophal versagt", zudem sei in der Schuldenkrise das Schlimmste überstanden.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...828930,00.html
  1. #1

    typisch Politiker

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Klare Worte von Finanzminister Schäuble: Für eine europäische Rating-Agentur werde es aus deutschen Staatskassen kein Geld geben. Die etablierten Bonitätswächter hätten "katastrophal versagt", zudem sei in der Schuldenkrise das Schlimmste überstanden.

    Europäische Bonitätswächter: Schäuble verweigert Geld für Rating-Agentur - SPIEGEL ONLINE

    Würde er lieber dem EX-Präsidenten Wulff das Geld verweigern!

    Aber so ist es. Wenn du kriminell bist, dann musst du nur ein Beamter sein und du gehst straffrei aus.
  2. #2

    Ja, was denn nun. Ist das Thema immer noch nicht vom Tisch? Komme deshalb auf meinen Blogbeitrag vor Kurzem zurück!

    Der Aufbau einer Rating-Agentur dauert max. 18 Monate, davon 12 Monate um die Parameter und die Auswertemethoden für das Rating festzulegen sowie die notwendigen Programmierarbeiten in Anlehnung der Punkte 1 bis 8 gem. Softwareentwicklung (http://de.wikipedia.org/wiki/Softwaretechnik ) zu erledigen. Die restlichen 6 Monate benötigt man zur Datenerfassung und dem „Feintuning“ gem. der Punkte 9 bis 11 in der Softwareentwicklung inkl. MA-Anwerbung und Schulung, wobei die staatlichen Insitutionen die zur Datenerfassung notwendigen Informationen in diesem Zeitraum bereitzustellen haben.

    Gegen Bezahlung stelle ich gerne meine Basisarbeit zu einem Rating für (europäische) Staaten zur Verfügung. Gerne übernehme ich auch das Gesamtprojekt, wobei ich nach meiner ersten groben Kostenschätzung dies für weniger als 1/10 der von Berger veranschlagten Summe von ca. 300 Mio. EUR realisieren kann!

    Die von mir ausgearbeitete Tabelle umfasst derzeit 29 Positionen, in der sowohl das „Vermögen“ als auch die „Verbindlichkeiten“ der öffentlichen Hand - soweit mir die Quellen zugänglich sind – berücksichtigt sind.

    Nachfolgend daraus die ersten 6 Positionen:

    1 Staatsschulden (%) in Relation zum BIP

    2 Neuverschuldung bzw. Tilgung (%) in Relation zum BIP

    3 Staatsquote

    4 Bundesschuld (Zins) in Relation zum gesamten Staatshaushalt

    5 Deckelung der M1 Geldmenge durch Gold (Edelmetalle)

    6 Importe in Relation zu den Exporten

    Die Tabelle ist so aufgebaut, dass hinter jeder Position die Spalten "Gewichtung_Vorgabe", "Bewertung_Vorgabe" und daran anschließend die Spalte "Bewertung_IST" folgt. Die Gewichtung hängt von der "Wertigkeit" der 29 Kriterien ab und kann zwischen 1 und 10 Punkte und die Bewertung über alle Positionen zwischen 0 und 10 Punkte betragen.

    Konkret am Bsp. 1 "Staatsschulden (%) in Relation zum BIP" sieht das wie folgt aus:

    Da es sich um ein Maastricht-Kriterium handelt, wird die Gewichtung mit der Maximalpunktzahl von 10 Punkten festgesetzt. In der Bewertung erreicht Deutschland 2 Punkte, da die explizite Staatsverschuldung mit Stand Ende 2010 gem. „eurostat“ http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page/portal/government_finance_statistics/data/main_tables (Tabelle: Government deficit and debt, jedoch ohne Berücksichtigung der impliziten Staatsschulden!) in Relation zum BIP zwischen 80 und 90 % liegt (0 %: 10 Pkt., zwischen 10 % - 20 %: 9 Pkt., zwischen 20 % - 30 %: 8 Pkt, ..., zwischen 80 % - 90 %: 2 Pkt., zwischen 90 % - 100 %: 1 Pkt., 100 % und mehr: 0 Pkt.).

    In Punkt 1 errechnet sich eine erreichbare Punktzahl G_V * B_V von 100 Punkten (= Produkt aus 10 * 10). Deutschland erzielt dabei G_V * B_IST = 20 Punkte (= Produkt aus 10 * 2)!

    Es werden folgende Rating-Bewertungen zugrunde gelegt:

    AA: Zielerreichung zwischen 100 % - 85 %
    A: Zielerreichung zwischen 70 % - 85 %
    BB: Zielerreichung zwischen 55 % - 70 %
    B: Zielerreichung zwischen 40 % - 55 %
    CC: Zielerreichung zwischen 25 % - 40 %
    C: Zielerreichung zwischen10 % - 25 %
    D: Zielerreichung bis 10 %

    Egal, wie ein Rating aufgebaut ist, es muss für den Interessierten

    a) transparent und
    b) nachvollziehbar

    sein - und genau deshalb wird das Bundesfinanzministerium, Bundesfinanzagentur oder auch auf europäischer Ebene sich hüten für Deutschland / Europa ein Rating nach meinen Vorstellungen einzuführen.

    Im Übrigen ist es so, dass in meinem Rating Deutschland gerade mal 356 Punkte von 830 möglichen Punkten erreicht und damit eine „Erfolgsquote“ von 42,9 Prozent aufweist. In der Bewertung bekommt Dtl. daher das Rating "B" --> Dringender Handlungsbedarf, einschneidende Maßnahmen sind zu ergreifen.
  3. #3

    ...die USA ihre Monopolstellung nicht aufgeben wollen. Schäuble tut nur, was ihm aufgetragen wird, denn die Ratingagenturen sind schließlich das politische Machtinstrument der anglo-amerikanischen Finanzelite.
  4. #4

    Ach, die Krise ist vorbei? Aber den ESM und so machen wir trotzdem wa?
  5. #5

    Schönreden kann Schäuble die Dinge ja. Die Krise ist nicht vorbei, sondern das ist die Ruhe vor dem Sturm!
    Aber eine eigene von diesen Politikern abhängige Ratingagentur brauchen wir nun wirklich nicht. Bürokratie nenne ich das. Und dass die Ami-Agenturen in ihren Vorhersagen im Wesentlichen recht haben, hat ja der Lauf der Geschichte gezeigt! :-(
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Klare Worte von Finanzminister Schäuble: Für eine europäische Rating-Agentur werde es aus deutschen Staatskassen kein Geld geben. Die etablierten Bonitätswächter hätten "katastrophal versagt", zudem sei in der Schuldenkrise das Schlimmste überstanden.
    Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Hr. Schäuble entweder ein dreister Lügner ist oder aber inzwischen an Altersdemenz leidet, dann hat er ihn hiermit geliefert.
  7. #7

    Umgekehrt

    Zitat von artusdanielhoerfeld Beitrag anzeigen
    ...die USA ihre Monopolstellung nicht aufgeben wollen. Schäuble tut nur, was ihm aufgetragen wird, denn die Ratingagenturen sind schließlich das politische Machtinstrument der anglo-amerikanischen Finanzelite.
    Solange er erkennt und bekanntgibt, daß diese Gesellschaften versagt haben, weil sie eben nationalistisch für die USA werten, solange brauchen wir nicht eine europäische, die für Europa wertet.
  8. #8

    Schäuble gehört in Pension

    Denn sie wissen nicht, was sie tun....
    Leider ist er einsam und verbittert, aber er hängt so an der Macht, sodaß er die restliche Zeit seines Lebens vergäudet.
    Wir sollten den halbstaatlichen amerikanischen Ratingagenturen eine Europäische entgegenstellen, sodaß wir uns neutral beraten lassen könnten.
  9. #9

    Schäuble ärgert sich oftmals über Ratingagenturen!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    .... Rating-Agentur....
    Die etablierten Bonitätswächter hätten "katastrophal versagt",
    zudem sei in der Schuldenkrise das Schlimmste überstanden.
    Wer es glaubt wird selig! ... Was für ein Märchen erzählt der
    Schäuble uns!


    "Die Ratingagenturen zu beschimpfen, weil sie schlechte Nachrichten
    überbringen, hilft nicht weiter" (Frau Ostermann, VJU)
    Trotz Rekord-Steuereinnahmen ist die deutsche Neuverschuldung immer noch zu hoch. Wenn der Schäuble keine Konsolidierung macht,
    dann wird es Deutschland genauso gehen wie Frankreich oder
    Österreich. Die Ursachen sind eine schlechte Haushaltspolitik!
    Der Euro-Retter Deutschland kann auch bald nicht mehr!