Europa-Vergleich: Deutschland führt bei Antibiotika-Einsatz in der Tiermast

DPAKein Land in Europa setzt auch nur annähernd so viel Antibiotika in der Tiermast ein wie Deutschland - im vergangenen Jahr waren es 1,7 Millionen Kilogramm. Das kann zu Resistenzen auch beim Menschen führen sowie auf mangelnde Hygiene und nicht artgerechte Haltung in den Ställen hinweisen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...-a-858092.html
  1. #1

    Verbrauch pro Anzahl der Tiere?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kein Land in Europa setzt auch nur annähernd so viel Antibiotika in der Tiermast ein wie Deutschland - im vergangenen Jahr waren es 1,7 Millionen Kilogramm. Das kann zu Resistenzen auch beim Menschen führen sowie auf mangelnde Hygiene und nicht artgerechte Haltung in den Ställen hinweisen.

    Deutschland ist Spitzenreiter bei Antibiotika-Einsatz in Tiermast - SPIEGEL ONLINE
    Um die Werte mit anderen Ländern vergleichen zu können, müsste man wissen, wieviele Tiere jeweils gehalten werden (idealerweise pro Tierart) - abgesehen davon natürlich, dass man über striktere Regeln etc. den Verbrauch reduzieren sollte.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kein Land in Europa setzt auch nur annähernd so viel Antibiotika in der Tiermast ein wie Deutschland - im vergangenen Jahr waren es 1,7 Millionen Kilogramm. Das kann zu Resistenzen auch beim Menschen führen sowie auf mangelnde Hygiene und nicht artgerechte Haltung in den Ställen hinweisen.

    Deutschland ist Spitzenreiter bei Antibiotika-Einsatz in Tiermast - SPIEGEL ONLINE
    Was soll so kompliziert an der Sache sein? Ich meine die Reduktion des Antibiotikaeinsatzes in der Fleischproduktion? Der erste Schritt muss das vollständige Verbot präventiver Gaben sein. Schwere Strafen müssen dieses Verbot bewehren, weil seine Übertretung im Prinzip den Rang einer Körperverletzung hat. Wer unter solchen Bedingungen nicht mehr produzieren kann muss eben vom Markt verschwinden.

    Es ist einfach notwendig Regeln zur Geltung bringen, die eine artgerechte Tierhaltung stark nahelegen. Die dafür erforderlichen Lebensbedingungen der in "Produktion befindlichen Fleischmasse" müssen durch das Aushebeln medizinischer Kompensations- und Begleitmittel erst einmal hergestellt werden.
  3. #3

    passend dazu

    bei Focus:

    Post-antibiotisches Zeitalter angebrochen: Antibiotika verlieren ihre Wirkung

    Gibt es vielleicht einen Zusammenhang? Mögen sich die Leser ihre eigenen Gedanken dazu machen.
  4. #4

    lecker!

    Jeder, der sich bewusst Gedanken zu seiner Nahrung macht, sich fragt "was esse ich eigentlich?" sollte eigentlich nicht mehr in der Stimmung sein, Tiere aus Massenhaltung verzehren zu können. Mann muss schon beide Augen zumachen und sein Gewissen ausknipsen um dieses verseuchte Fleisch von gequälten Hähnchen, Schweinen und Rindern zu verzehren.
  5. #5

    Wie bei der Beschneidung

    muß auch hier abgewogen werden: zwischen Menschenleben und Eigensucht. Bei unserer Gesellschaftsordnung hat der Götze Profit Vorrang, die Starken werden sich schon durchsetzen, das nennt man Auslese, Evolution.
  6. #6

    Absolut und relativ

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    1734 Tonnen Antibiotika wurden Tieren in Deutschland im vergangenen Jahr verabreicht. ... Frankreich folgt mit etwas mehr als 1000 Tonnen auf Platz zwei vor den Niederlanden mit 514 Tonnen.

    Die absolute Menge der......
    Das stimmt nicht notwendigerweise. Man muss die absolut eingesetzte Menge an Antikiotika in Relation zur Zahl der Tiere setzten UND mit den Zahlen aus unseren Nachbarländern vergleichen. Dann und nur dann bekommt man aussagekräftige Daten.

    Das z.B. in Holland weniger Antikiotika eingesetzt werden, war schon wegen der viel geringeren Größe des Landes zu erwarten.
  7. #7

    Die Politik hat die Komplexität des Problems nicht erkannt

    Ein durch Kredite erstellter Hühnerzuchtbetrieb ist per Ver-
    trag mit seiner Bank zum Erfolg verurteilt: Keine Bank storniert Kreditraten, nur weil die Hühner krank waren. Folge: Polytoxomanie bei Hühnern und bei Verbrauchern. Schon beschuldigt die Politik Ärzte einer zu hohen Antibiotikaverordnung, beobachtet jedoch nur die Resistenzentwicklung bei Problemkeimen. Im Fall einer Borrelioseerkrankung kann der Genuß zweier Pharma-Hühner die Laborergebnisse mit der Folge einer Fehldiagnose verfälschen. Auch ist denkbar, dass der zusätzliche Genuß einiger Pharma-Hühner bei gleichzeitiger ärztlicher oraler Antibiotikagabe die Gefahr einer pseudomembranösen Kolitis erhöhen kann. Oder der Effekt
    im Fall stillender Mütter. Solange die Politik jedoch immer nur "Wettbewerbsreserven" heben möchte, wird dieser
    Mißstand nicht behebbar werden.
  8. #8

    Sicher

    Zitat von ehf Beitrag anzeigen
    bei Focus:

    Post-antibiotisches Zeitalter angebrochen: Antibiotika verlieren ihre Wirkung

    Gibt es vielleicht einen Zusammenhang? Mögen sich die Leser ihre eigenen Gedanken dazu machen.
    Natürlich besteht da ein Zusammenhang (bin selbst Mikrobiologe!). Resistenzen werden in Bakterien nur an die nächste Generation weiter gereicht, wenn ein entsprechender Evolutuionsdruck da ist, sprich: Antibiotika. Sonst schmeissen sie den Gene wieder raus.
    Was da von der Industrie (by the way: Pharmaindustrie) betrieben wird ist im besten Falle schwere Körperverletzung geht aber schon in den Bereich fahrelässige Tötung. Dass unsere Politik das akzeptiert (es geht um viel Geld) ist ein absoluter Skandal. Es ist mir absolut unverständlich, warum ussere Ärzteschaft nicht aufschreit, die regen sich sonst über jedes Zäpfchen Penicilin zuviel auf, aber wahrscheinlich kapieren die die Zusammenhänge mal wieder nicht. Man sollte die Hersteller und die Politiker verklagen!
  9. #9

    Zitat von hxk Beitrag anzeigen
    Das stimmt nicht notwendigerweise. Man muss die absolut eingesetzte Menge an Antikiotika in Relation zur Zahl der Tiere setzten UND mit den Zahlen aus unseren Nachbarländern vergleichen. Dann und nur dann bekommt man aussagekräftige Daten.

    Das z.B. in Holland weniger Antikiotika eingesetzt werden, war schon wegen der viel geringeren Größe des Landes zu erwarten.
    Pro kg produziertem Fleisch wird in Holland etwa doppelt soviel Anti-
    biotika eingesetzt wie in Deutschland. Selbst die Schweiz, die ja
    nicht gerade für ihre Massentierhaltung bekannt ist, verbraucht
    auf diese "Vergleichsgröße" umgerechnet mehr an Antibiotika.
    Im übrigen ist es ein Trugschluss zu glauben, das in der Ökoland-
    wirtschaft keine Medikamente eingesetzt werden.