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Europa in der Krise: Wir hässlichen Deutschen

In der Euro-Krise erhebt das deutsche Schreckgespenst sein Haupt. Merkels Rigorismus ruiniert die Arbeit von Generationen. Selbst wenn die Kanzlerin mit ihrem Kurs Recht hätte: Es wäre für Deutschland besser, mit den Partnern in Europa das Falsche zu tun, als allein auf dem Richtigen zu beharren.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...802445,00.html
  1. #400

    Euro für wen

    Zitat von pansen Beitrag anzeigen
    Moooment.
    Die Währungsunion hat in erster Linie Nationen wie Deutschland geholfen.
    Ein Großteil der Exporte Deutschlands sind innerhalb der EU. Sprich über die letzten 10 Jahre waren es sicher Billionen von Euronen, die man sich so hat sichern können und die auch zu dem hohen Stand der Beschäftigung geführt haben. Und das wollen sie aufs Spiel setzen?

    Dass der enorme Handelsbilanzüberschuss allerdings auf die Dauer nicht gesund ist, lernt man bereits in der Schule. Wir haben den Wohlstand in D mit den Schulden der Länder aufgebaut, in die wir exportieren.

    Allerdings, so schaut es zumindest aus, wird man diesen Schuldenländern nicht unter die Arme greifen, sondern sie bestrafen. Dass die nicht gerade erfreut sind, dürfte eigentlich jedem klar sein.
  2. #401

    Recht haben

    Zitat von CommonSense2006 Beitrag anzeigen
    Ich mag die Kanzlerin nicht.

    Aber mit ihrem Kurs hat sie so Recht, wie man in dieser Situation überhaupt haben kann und versucht, das Schlimmste zu verhindern.

    In anderen Situationen mag es vielleicht mal akzeptabel sein, aus politischer, diplomatischer Rücksichtnahme etwas zu tun, von dem weiß, dass es nicht richtig ist, beim Verbot von Glühlampen vielleicht

    Aber hier reden wir nicht von Lappalien, sondern von Hunderten von Milliarden, die Lebensleistung von Millionen von Werktätigen, die hier leichtfertig verspielt werden kann, wenn man jetzt das Falsche tut.

    Da reden wir von so viel Schulden für etliche Generationen, dass einem schwindlig wird, wenn man das umrechnet.

    Da lobe ich mir eine knüppelharte Haltung, von mir aus könnte sie noch viel härter sein.

    Hat nicht die OECD gerade hochoffiziell mitgeteilt, dass sie Griechenland für völlig reformunfähig hält? Ja, sind wir denn blöde, dass wir da noch einen einzigen Euro reinstecken?
    Sie hat alles andere als Recht. Was BK Merkel momentan macht, das ist dasselbe wie wenn jemand in einem brennenden Wald Rauchverbotsschilder aufstellt.
    Die französchise Lösung EZB/ESEF mit einer Banklizenz auszustatten ist das einzig Richtige.
    Diese könnte dann selbst Geld schöpfen und die Staaten damit finanzieren. Sie würde genau dasselbe tun, wie die Privatbanken, nur das die Zinsen bei der EZB als Gewinn verbleiben.
    Dann könnte EZB/ESEF als Lender of The Last Ressort auftreten.
    Wer jetzt schreit, dann gibt es ja Invlation, der irrt gewaltig, denn dann müssten wir seit mindestens 30 Jahren eine gallopierende Invlation haben. Die EZB würde nichts anderes tun als das was die Privatbanken seit Jahrzehnten tun.
    In der damit gewonnenen Zeit, könnte man dann in aller Ruhe das Grundproblem nämlich das Schuldgeldsystem umbauen bzw. Reformieren.
    Es gibt dazu schon eine fertig ausgearbeitete Lösung:
    Monetative
  3. #402

    egal

    Also, mal ganz ehrlich...Ich durfte noch die jahrzehntelange politische Praxis miterleben als bei der kleinsten Mißstimmung unserer Nachbarn das Scheckbuch gezückt wurde.


    Wir sind ein großartiges Land. Ich treffe jeden Tag in diesem Land unzählige, verantwortungsvolle, gebildeten, tolerante, nette Menschen, die alles in Ihrem Job geben; die gute Eltern sind, die gesellschaftlich aktiv und sozial sind, sich in unser Gemeinwesen einbringen.

    Mittlerweile ist es mir völlig wurscht, ob einige Herrschaften aus dem Ausland mich, oder Deutschland oder die Deutschen lieben.

    Diese primitiven Hitler-Karikaturen über Merkel oder die ständigen "Panzer"
    Überschriften der "Sun" interessieren doch gar keinen mehr.

    Und die Leute, die diese Dinge veröffentlichen, haben gar nicht gemerkt, daß dies Keule nicht funktioniert.

    Damit ist keine Politik mehr zu machen.

    Auch die Linke muß feststellen, daß eines ihrer "Hauptpolitikmittel" mittlerweile stumpf geworden ist.
    Auch Herr Augstein sollte das merken.

    Ich bin kein "hässlicher Deutscher". Meine Nachbarn, Mitmenschen und Herr Augstein auch nicht. Und ich lasse auch nicht zu, daß so über diese Leute geredet wird !
  4. #403

    ...

    Zitat von weltsichtig Beitrag anzeigen
    Einen wirklich umfassende (wenn auch sehr lange) Antwort gibt die Bogenberger Erklärung:

    16 Wege aus der Krise: Sorge um Deutschland und Europa - Wirtschaft - FAZ

    Besonders Kapitel 2 und 4 zeigen, dass wir eben NICHT vom Euro profitiert haben, sondern Wohlstand verschenkt haben und unsere Forderungen gegen die Schuldner in Höhe von ca. 600 Mrd. Euro im wesentlichen wertlos sind.

    Dazu kommen noch die niedrigen Zinsen der EZB, die neben der Begünstigung von Spekulationsblasen durch billiges Geld auch die Sparer jedes Jahr Milliarden kosten; hätten wir keine Euro-Krise, dann wären die Zinsen angesichts der aktuellen Inflationsrate mit Sicherheit wesentlich höher.
    Das klingt zwar alles ganz nett, vor allem von Prof. Sinn zu hören, dass Exportüberschüsse keine Gewinnerposition anzeigen würden ist erstaunlich.

    Aber ich kann da keinen Plan für den Fall erkennen, dass der "selbstregulierte Kapitalmarkt" den wir seit Ende Oktober haben, so wünschenswert er auch ist, zu einem kompletten Käuferstreik und damit zu einer Unmöglichkeit der Refinanzierung und zu Defaults in der Mehrheit der Eurostaaten führt. Es scheint auch mit sehr viel Hoffnung verbunden, wenn man annimmt, die deutschen Industrieverbände würden keine offen merkantilistische Politik mehr betreiben, wenn sie bloß günstiger an Kredite kämen. Und das Argument gegen eine Finanzierung über die Notenbanken wirkt vage, und lässt sich an den realen Fällen weltweit und in Europa vor dem Euro einfach nicht recht ausmachen. So muss man sich dann auch wieder auf Deutschland vor 80 Jahren berufen.
  5. #404

    .

    Zitat von joe sixpack Beitrag anzeigen
    das haengt natuerlich stark davon ab, ob man auf der Geber- oder Empfaengerseite steht...
    So ist es und auf diesen Nenner lassen sich alle Reaktionen der einzelnen Länder zurück führen.
    Jeder denkt an sich. Auch Deutschland sollte das tun.

    Wenn wir uns an Augsteins Rat halten würden, wären die anderen zwar nicht sauer auf uns, aber sie würden uns auslachen. Ich finde das nicht besser, im Gegenteil.
  6. #405

    Pragmatismus

    Zitat von Spiegelkritikus Beitrag anzeigen
    ... den Sinn für die (ökonomischen) Realitäten und Probleme zu verlieren! Die haben uns eingeholt und müssen nun pragmatisch gelöst werden!
    Ja, aber auf Basis der Tatsachen. Sie fordern Haushaltsdisziplin ein. Von den Spaniern oder Iren? In Folge einer völlig verunglückten Währungsunion stehen wir alle vor einem Scherbenhaufen und das bedeutet nicht ein Scherbengericht. Sie sprechen von "Sündern". Wer soll das sein? Der nachlässige Geldverleiher, also die Bank oder der nachlässige Kreditnehmer, der meinte der Geldstrom reisse nicht ab?

    "Die Target-Verrechnungssalden zwischen den nationalen Notenbanken müssen ab sofort jährlich durch marktfähige Vermögenswerte wie in den Vereinigten Staaten ausgeglichen werden, um sicherzustellen, dass die Notenpresse in den nationalen Zentralbanken mittelfristig nur in dem Maße in Anspruch genommen wird, wie es für die jeweilige nationale Geldversorgung notwendig ist. Für bisher aufgelaufenen Salden ist eine längerfristige Tilgung vorzusehen. Wenn der einfache Zugriff auf die Notenpresse nicht abgeblockt wird, ist der Weg in die Eurobonds und eine Transferunion vorbestimmt."

    16 Wege aus der Krise: Sorge um Deutschland und Europa - Wirtschaft - FAZ

    Das ist der wichtigste Punkt. Wird es die Politik schaffen, den deutschen Arbeitnehmern zu vermitteln, dass sie 500 Mrd. zumindest prolongieren wenn nicht abschreiben dürfen?

    Ich denke nein, daher sollten die Targetsalden über die Notenpresse ausgeglichen werden. Das System würde damit nur wieder glatt gestellt, was sicher keine Dauerlösung sein darf. Es geht aber nicht mehr anders. Im übrigen teile ich alle Punkte aus dem Link.
  7. #406

    Lüge durch weglassen

    Zitat von tennessean Beitrag anzeigen
    Manchmal ist es besser, zusammen mit den anderen das Falsche zu tun als allein das Richtige?? Fuer so etwas gibt es im Englischen das Kuerzel BS, auf gut Deutsch: Unsinn.
    Manchmal ist es besser, eine Formulierung aus dem Zusammenhang zu reißen - damit man den Urheber diffamieren kann. Hier fehlte folgende Einleitung: "Selbst wenn die Kanzlerin mit ihrem Kurs recht hätte:" - das ist aber mehr als unwahrscheinlich.
  8. #407

    Das Falsche zu tun, auch wenn wir wissen, dass es falsch ist. Unfassbar. Hier geht es nicht um das Spielen eines Streiches!
  9. #408

    Zitat von rettungsschirm Beitrag anzeigen
    Herr Augstein: Deutschland hat sich in der Vergangenheit immer wie der Lokalrundenschmeisser in einer Kneipe verhalten. Sojemand ist bei den anderen Gästen solange und deshalb beliebt, wie und weil er eben diese ständig aufs Neue einlädt. Respektiert ist er jedoch nicht! Kann oder will er nun nicht mehr die Zeche der andern zahlen reagieren diese zunächst empört, da sie angefangen haben die Einladungen als ihr Recht zu sehen und desweiteren sehen sie in dem ehem. Lokalrundenschmeisser nur jemanden, der sie um ihre Aufmerksamkeit und Zuneigung bestochen hat. Sie fangen an ihn zu verachten. Dies sollte der Lokalrundenschmeisser für die Zukunft beachten. Beide Parteien sollten beachten, dass ohne den Lokalrundenschmeisser die Kneipe bald pleite ist.
    Das ist doch mal ein simpler Vergleich den auch Herr Augstein verstehen könnte!
    Leider wird er mit seiner Toskana-Fraktion genau dort sitzen, Rotwein schlürfen und sich kräftig darüber amüsieren was er wieder verzapft hat. Muss ein schönes Leben sein in der linken Ecke auf hohem Niveau zu klagen.
    Frau Merkel macht nichts anderes als endlich mal zu versuchen Spielregeln in die Euro-Geschichte zu instalieren, damit es eben nicht so weitergeht wie die letzten 10 Jahre. Vieleicht erinnert sich Hr.Augstein, dass es Hr. Schröder war, der sich mit dem blauen Brief die Zigarre anstecken wollte!
  10. #409

    Nix kapiert

    Lieber Augstein,
    hier geht es um Geld, um sonst nichts.
    Die Kapitalgeber wollen statt Italo-Wechsel Eurobonds in ihren Tresoren haben, damit auch Deutschland dafür haftet. Alles andere ist Medientheater.

    Merkel hat das gemerkt.
    Sie nicht.








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