Es ist geradezu infam, die Eurozone ohne Griechenland, Portugal, Spanien, Irland und Italien als "germanischen Rumpf-Euroraum" zu bezeichnen und mit der Nennung von Deutschland und Österreich, wenn auch nur unterschwellig, eine Verbindung zu unseligen Nazi-Zeiten (Unterstelluing: es entstehe quasi ein Großdeutscher Euroraum) herzustellen.
Fakt ist, dass die Eurozone Länder enthält, die wirtschaftlich dort nicht hinein gehören, die eigentlich niemals in diesen Währungsverbund gehört hätten. Ob mit einem Austritt bzw. einem stillschweigenden Herausgehen der Griechen (was rein juristisch nicht definiert wurde, kann rein politisch sehr wohl durchgeführt werden, Herr Münchau) wirklich eine weitere Austrittswelle kommen wird, wird man abwarten müssen. Es gibt viele Ökonomen, die das nicht so sehen, wie Herr Münchau, und schon lange einen Austritt Griechenlands aus dem EUro fordern.
Aber nochmals zurück zum unterstellten germanischen Rumpf-Euroraum des Herrn Münchau. Selbst wenn man alle Länder, die Herr Münchau nennt vom Euroraum abzieht und noch Zypern dazu nimmt, das ja offenbar auch nicht sehr stabil zu sein scheint, verbleiben noch folgende Länder:
Deutschland,
Belgien,
Niederlande,
Luxemburg,
Malta,
Österreich,
Finnland,
Estland,
Slowakei,
Slowenien.
Das sind ja alles ur-germanische Staaten, nicht wahr, Herr Münchau? Vor allem die Luxemburger, Niederländer ud Belgier werden frohlocken, wenn sie von einem deutschen Journalisten so über einen Kamm geschoren werden. In Finnland und Estland wird man sich auch freuen seit neuestem "germanisch" zu sein. Und in Slowenien und der Slowakei erst.
Ihr einziges Ziel scheint zu sein, dass Deutschland sich endlich bereit erklären soll, die Schulden von Krisenstaaten in der Eurozone erst über Bürgschaften abzusichern, später dann ganz zu begleichen. Dass das weder ökonomisch durchführbar noch politisch durchsetzbar noch verfassungsrechtlich machbar ist, wollen Sie nicht sehen.

Antworten / Zitieren

