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Euro-Zone in der Krise: Griechen raus - und dann?

Werft Griechenland aus dem Euro - diese populistische Forderung macht sich allmählich die Politik zu eigen. Doch wenn die Griechen gehen müssen, werden auch Frankreich und Italien nicht mehr zu halten sein. Und am Ende? Besteht die Eurozone womöglich nur noch aus Deutschland und Österreich.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...833487,00.html
  1. #130

    wer den Euro will muß zahlen

    In einer Währungsunion mit unterschiedlicher Wettbewerbsfähigkeit gibt es immer Geber und Nehmer. Das ist so weil der Wechselkurs als Ausgleichmechanismus ausgefallen ist. Deutschland - Model China - ist Exportüberschußland und somit Mitverursachen der Schulden der Länder mit Importüberschuß. Da der Wechselkurs - wie tausendmal gesagt - als Ausgleichsmechanismus ausfällt, muß Geld tranferiert werden. Das ist dasselbe wie der Länderstrukturausgleich innerhalb Deutschlands. Menschen mit geringer ökonomischer Bildung oder Mediengläubige verstehen diesen Zusammenhang nicht - dennoch existiert er.
    Wir machen es wie die Chinesen, deren ökonomische Stärke auf ihren Exportüberschüssen basiert. Im Gegenzug ist somit China der größte Gläubiger der USA.
    Der Unterschied zu Deutschland ist der, dass China eine eigene Währung besitzt, die die chinesische Regierung auch noch im Sinne ihrer Exportinteressen steuert. Das genau hat Griechenland nicht.
    Im übrigen ist Deutschland der Hauptnutznieser des Euro, weil dieser die deutschen Exporte verbilligt. Würden wir zur Mark zurückkehren, würde die Markt stark aufwerten und somit die Preise deutscheer Exportgüter steigen. Dann wäre es bald Schluß mit dem deutschen Exportüberschuß.
  2. #131

    Genau diese Frage:

    "Ich weiß nicht, was die Griechen-Raus-Lobby wirklich will. Haben diese Leute die Sache intellektuell wirklich durchdrungen und sind sie bereit, die Konsequenzen einer solchen Entscheidung zu tragen? Oder verbirgt sich dahinter der Wunsch nach einem Zusammenbruch des gesamten Euro-Raums?"

    kann man genau so gut der "Griechen-müssen um jeden Preis drin bleiben-Lobby" stellen.
  3. #132

    Kein Titel

    Zitat von localpatriot Beitrag anzeigen
    Wirtschaftliches und soziales Verhalten bestimmen den Erfolg einer Volkswirtschaft. Und GR und D koennen einfach nicht in einem gemeinsamen Waehrungsraum zusammenleben.
    Richtig. Leider liest man davon in Herrn Münchaus Artikel gar nichts. Man liest nur die gleiche, alte Leier: Euro-Bonds, eine hohe Inflation, und alle Probleme sind gelöst...

    Nein, Herr Münchau, sind sie nicht. Griechenland wird auch weiter wettbewerbsunfähig sein. Griechenland wird auch weiterhin mehr Geld ausgeben, als es einnimmt (das macht sogar Deutschland). Und es wird sich nicht mehr anstrengen, an dieser Situation etwas zu ändern (was mit Einschnitten verbunden wäre) - schließlich zahlen die reichen Staaten das über Eurobonds mit. Letztlich würde sich das Rating der stärkeren Nationen über kurz oder lang verschlechtern, und in ein paar Jahren wären wir am selben Punkt, wie jetzt.

    Zitat von localpatriot Beitrag anzeigen
    Was Herr Muenchau hier argumentiert ist einfach, nur will es niemand anerkennen: Deutschland passt nicht in den Euroraum. Es ist zu gross und es ist eine weltweit konkurrierende Wirtschaft die alles tut um auch in Zukunft konkurrenzfaehig zu sein.
    Genau. Nur argumentiert Herr Münchau nicht so glasklar analysierend, sondern emotional. Eine nur aus Dtland und Österreich bestehende Eurozone wird als Schreckgespenst aufgebaut. An diesem Punkt der Diskussion eines Austritts Dtlands lösen sich selbst gestandene Wissenschaftler von Fakten, die gegen oder für eine Austritt sprechen (z.B. sinkende Importkosten, Stärkung der Kaufkraft der Bevölkerung, etc) und verlieren sich in Propagandaparolen.

    Zitat von localpatriot Beitrag anzeigen
    Griechenland hat schoenes Wetter und ein schoenes Land aber ist total konkrrenzunfaehig.
    Die Drachme kann hier für den Tourismus ein riesengroßer Vorteil sein. Man muss allerdings als Tourist aufpassen, dass man beim Essengehen, Taxifahren etc. nicht übers Ohr gehauen wird - das war (zugegeben) mit dem Euro nicht mehr so leicht möglich, wie früher.
  4. #133

    Realistisch, keine Rückzahlung

    Zitat von kosaptes Beitrag anzeigen
    Hallo,

    also was interessant wäre lässt Herr Münchau in seiner Betrachtung weg. Was passiert wenn die Griechische Regierung sich an keine Sparappelle halten will und die Rückzahlung ihrer Verbindlichkeiten verweigert wie es die Argentinier vorgemacht haben.

    Das wäre wesentlich interessanter als das worauf er eingegangen ist.
    Wie auch immer, Griechenland wird natürlich niemals seine Verbindlichkeiten zurückzahlen können. Wir verzichten doch auch bei Entwicklungsländer ganz oder teilweise auf die Rückzahlung von Krediten.
  5. #134

    Panikmache

    Der artikel hat einen Schönheitsfehler. Er geht davon aus, dass durch Eurobonds etc. tatsächlich die Eurozone gerettet werden könnte. Das ist ein Irrtum. Sie wird so oder so untergehen, es fragt sich nur ob uns durch Eurobonds vorher auch noch das letzte Unterhemd gestohlen werden wird. Dies alles hat mit Populismus nichts zu tun. Das wahre Problem ist die immer unbeherrschbarer werdende Staatsüberschuldung, die wir auch in Deutschland nicht im Griff haben. Wir sind nur der Einäugige unter Blinden. Wer angesichts dieser Überschuldungen immer noch mehr Schulden fordert plädiert im wahrsten Sinne des Wortes für einen Schrecken ohne Ende - nur wird das Ende doch kommen und damit immer noch schrecklicher werden. Abgesehen davon kann das BVG nicht ernsthaft die von keinem Volk legitimierte EU als Souverän anerkennen - dies wäre die Einführung der Diktatur durch die politischen Parteien - davor müßte also erst einmal eine Volksabstimmung stehen.
  6. #135

    Export...

    Zitat von Eliza Beitrag anzeigen
    Der Export litte wahrscheinllich nicht. Deutschland hat mehr exportiert, als es die DM noch hatte.
    Tut mir leid; aber das kann man einfach nicht stehenlassen...
    "Der Außenhandelssaldo hat sich zwischen 1990 und 2008 mehr als verdreifacht, was
    einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 6,8% entspricht. Besonders expandiert ist der Saldo von 2000 bis 2005 (+22% pro Jahr)."
    https://www.destatis.de/DE/Publikati...ublicationFile
    Betrachten Sie wie sich das Außenhandelssaldo mit der Einführung des Euro entwickelt hat. Die Problematik ist daß Deutschland vom Export abhängig ist denn je in seiner Geschichte. Problematisch ist daß die Geldflüsse sich naturgemäß wie die Richtung des Exports entwickeln. Mit allen Konsequenzen...

    Schian Gruaß...
  7. #136

    Die Krise in der Krise

    Einen Artikel mit der Ueberschrift zu beginnen, dass ein Austritt Griechenlands auch gleichzeitig den Austritt Frankreichs und Spaniens zur Folge haette halte ich dann doch fuer sehr gewagt.

    Der Kolumnist hat durch seine plakative Art wieder einmal Angst geschuert, Angst vor dem Unbewussten.

    Die Krise in der Krise ist hausgebackene moderne Medienkost.

    Mein Vater meinte einmal zu mir; mit 3 Dingen kannst du Geld machen: mit der Angst, mit der Eitelkeit und mit der Gier der Menschen.

    Hier spielt auf jeden Fall das Thema Angst mit. Und Angst sollte man auf keinen Fall haben.
  8. #137

    Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone oder gar der EU hätte endlich, endlich eine disziplinierende Wirkung:
    Nein, es geht nicht immer so weiter.
    Das wäre ein teuer erkaufter Erkenntnisgewinn, nämlich der Nachweis, dass Brüssel auch noch etwas anderes kann als Scheckbuchpolitik.

    Der Autor mag mir ob dieser Zeilen unterstellen, die Thematik intellektuell nicht durchdringen zu können oder zu wollen. Sicher kann ich mich nicht mit einem SPON-Journalisten messen, was die Kenntnis der Finanzmärkte angeht.

    Aber ich kenne die Flure der Direktionen in Brüssel.
    Und die zahllosen frustrierten Beamten, die sich dort jahrzehntelang von der damals aggressivsten und korruptesten Gruppe des Euroraumes gängeln lassen mussten: den Griechen.
    Dagegen konnten alle anderen einpacken. Das wusste auch jeder, natürlich wurden da auch bei der Prüfung von Projekten unterschiedliche Maßstäbe angelegt. Bei der Genehmigung UND der Buchprüfung.

    Es hatte nie Konsequenzen. Und das dient als Vorbild.

    Wer solchen Irrsinn gesehen hat und ein wenig von Griechenland und der EU weiss, dem ist klar, dass wir eine funktionsfähige Eurozone und eine funktionsfähige EU nur bekommen oder die real existierende über die Runden retten können, wenn wir bereit sind, den Preis beträchtlicher Turbulenzen zu zahlen.

    Wer das nicht ist, ist für mich Schönwetter-Europäer.
  9. #138

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Werft Griechenland aus dem Euro - diese populistische Forderung macht sich allmählich die Politik zu eigen. Doch wenn die Griechen gehen müssen, werden auch Frankreich und Italien nicht mehr zu halten sein. Und am Ende? Besteht die Eurozone womöglich nur noch aus Deutschland und Österreich...
    Ach du lieber Himmel... So lange es eine Aussicht darauf gibt, dass diese Währung erhalten bleiben soll, lohnte es sich für Resteuropäer, auf Auszahlung ihrer Ersparnisse zu bestehen - auch gewaltsam. Währungen basieren aber schon lange nicht mehr auf Gegenwerten, sondern nur noch auf Schulden - darum ist "Geld" auch nur so lange etwas wert, wie die Mehrheit es nicht persönlich in Händen halten will. Unser "Geld" ist eigentlich nur das Vertrauen, dass hinter den Bankschaltern tatsächlich Schuhkartons stehen, in denen es von Bankangestellten aufbewahrt und bewacht wird (nach einem Sketch Juhnke/Ahrend).

    Selbst ein Austritt Griechenlands ist für den Weiterbestand des €umels ein unwägbares Risiko, denn dann schwindet das Vertrauen in anderen €umel-Ländern - aber auch im Ausland, wie China. Was will man denn dort mit €umel-Reserven - schnell etwas dafür kaufen und dann nur noch $ akzeptieren.
  10. #139

    Schiller über das Recht zum Widerstand

    "Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht, | wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden, | wenn unerträglich wird die Last – greift er | hinauf getrosten Mutes in den Himmel, | und holt herunter seine ew'gen Rechte, | die droben hangen unveräußerlich | und unzerbrechlich wie die Sterne selbst – | Der alte Urstand der Natur kehrt wieder, | wo Mensch dem Menschen gegenübersteht – Zum letzten Mittel, wenn kein andres mehr | verfangen will, ist ihm das Schwert gegeben – | Der Güter höchstes dürfen wir verteid'gen | gegen Gewalt [...]"

    ihr könnt lange - um genau zu sein - ewig darauf warten, daß sich die "Eurokrise" wieder beruhigt!

    Es wird hier und heute die BANKENKRISE in die NÄCHSTE PHASE eingeleitet!

    Kilez More - Seitenwechsel (Illuminati) (+Lyrics) - YouTube


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