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Euro-Talk bei Anne Will: Streit unter der Reichtumsuhr

dapdDie Reichen werden reicher, die Armen ärmer - wirklich? Bei Anne Will wollten die Diskutanten der Frage auf den Grund gehen. Doch wie so oft bei diesem Thema bleib es vor allem bei einem ideologischen Schlagabtausch.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,856874,00.html
  1. #1

    Wirklich?

    Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer - wirklich?
    Ach, man streitet sich noch darüber, OB es tatsächlich so ist?

    Realitätsverweigerung live im Fernsehen, die Reichen - bei Anne Will unter sich - demonstrieren einen Einblick in ihre Parallel-Realität.
  2. #2

    Werden die Reichen reicher und die Armen immer ärmer oder entwickeln sich die einen weiter während die anderen stehen bleiben? Das Hauptproblem scheint mir zu sein, dass viele "Arme" (was in Deutschland wohl eher geistige Armut bedeutet) keinen Plan von Geld haben. Habe ich 1 Euro, gebe ich 1 Euro aus. Habe ich 10.000, gebe ich 10.000 aus. Als Schüler habe ich 9 Jahre Zeitung ausgetragen und immer einen Teil zurückgelegt. Meine Eltern waren hoch verschuldet und wir waren nie im Urlaub. Durch diesen simplen Trick, niemals mehr als 90Cent von jedem Euro auszugeben, konnte ich mir mit 31 Jahren ein schönes Haus kaufen und werde es mit 41 abbezahlt haben. Für mein neugeborenes Kind lege ich jetzt einen Sparplan starten (finanziert duch 2/3 des Kindergeldes). Wenn mein Sohn 18 Jahre ist, wird er bereits ein stattliches finanzielles Polster haben. In sofern stimme ich Frau Wagenknecht zu. Mein Sohn gehört zum Club der glücklichen Spermien, weil seine Eltern nüchtern über Geld nachdenken und sich weiterbilden, anstatt die eigene Unfähigkeit anderen in die Schuhe zu schieben. Als Opfer bringt man es nie zu etwas.
  3. #3

    Interressant

    "Und sollte doch etwas schief laufen, wie es beispielsweise der Armuts- und Reichenbericht nahelegt, in dessen Entwurf Ministerin Ursula von der Leyen diesen schlimmen Satz mit Anspielung auf eine mögliche Extra-Inpflichtnahme der Reichen untergebracht hat - nun, dann wird die FDP eben dafür sorgen, dass der wieder gestrichen wird, der böse Satz. Das hat Herr Döring Frau Will und den anderen ganz fest versprochen."

    Scheinbar gibt es nicht nur ind er USA Leute die erdenklich fern der Realität sind. Bei uns sagen sie es sogar direkt, ohne dass man sie vorher heimlich aufnehmen muss. Andererseits ist ja bei den Meisten bekannt wofür die FDP steht. Die wollen wohl unbedingt die oberen 10 sichern. Vermutlich haben sie Romneys Rede zu Herzen genommen, dass sie die restlichen 90% nicht erreichen.
  4. #4

    Na ja !

    Eigentlich war de Sendung ein völliges Durcheinander. Da war der Porsche-Betriebsrat mit seinen teils obstrusen Appellen und Selbstdarstellungsreden, einschließlich druckreifen Werbesätzen für die Sozialleistungen seines Unternehmens. Da argumentierte Frau Wagenknecht mit Tremolo und Aggressivität in der Stimme für Umverteilung in dem Äpfel auf Birnen treffen, zumindest was die Argumente betrifft. Unser FDP-Mann kämpft, ganz dem Klischee folgend, für die Belohnung der Leistung ohne wenn und aber. Der Wissenschaftler argumentiert mit Zahlen und Untersuchungsergebnissen, deren Tendenz so offensichtlich politisch motiviert ist, daß man geneigt ist nicht mehr zu zu hören. Die exemplarische Vertreterin des Mittelstandes argumentiert so klar bezogen auf ihre eigene Lebenssituation, dass es mühsam erscheint immer die Allgemeingültigkeit raus zu filtern, schafft es aber den einen oder anderen Ball Anne Will zu zu spielen. Die Moderation versucht zu steuern, einzugreifen, zu polarisieren und doch entsteht eine Gesprächsrunde bei der die Fragen nicht beantwortet werden, die Darstellung der Sachverhalte erscheint immer irgendwie äußerst widersprüchlich und der Aggressionsgrad erscheint relativ hoch, wobei nicht gegeneinander argumentiert wird, sondern aneinander vorbei.
    Zusammenfassend: Absolut verlorene Zeit.
  5. #5

    kein Titel!

    Ich habe die Sendung nicht gesehen, aber trotzdem eine Anmerkung: es ist natürlich durchaus zu begrüssen, wenn der Rösler-Brüderle-Truppe so oft wie möglich Gelegenheit gegeben wird, auch noch die letzten Reste ihres Ansehens zu ruinieren. Aber ein Match Wagenknecht vs. Döring: das geht nicht, da rebelliert der Sinn für Sportsgeist. Da besteht ein solcher intellektueller Gewichtsklassenunterschied, das ist so ein Mismatch - man lässt doch auch keinen Rummelplatzboxer gegen einen Klitschko antreten, auch wenn zugestanden sei: es ist natürlich generell schwierig, unter den öffentlichen bekannten Vertretern des marktkonformen Parteienkartells überhaupt adäquate Kontrahenten für Wagenknecht aufzutreiben.
  6. #6

    Keine seriösen Analysen!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer - wirklich? Bei Anne Will wollten die Diskutanten der Frage auf den Grund gehen. Doch wie so oft bei diesem Thema bleib es vor allem bei einem ideologischen Schlagabtausch.

    Anne Will: Debatte über Kluft zwischen Arm und Reich - SPIEGEL ONLINE
    Auch hier zeigte sich wieder einmal, dass man überhaupt keinerlei seriöse
    Analysen vorgenommen wurden. Leider auch nicht von Prof. Hütter.
    Warum?

    Wenn man sich die realen Einkommensentwicklungen der letzten 20 Jahrebetrachtet, die Vermögensverteilungseffekte und die Entwicklungen der
    tatsächlichen ökonomischen Leistungsfähigkeiten näher anschaut, so
    kommt man selbst sehr leicht auf die wirklichen ökonomischen Ursachen
    dieser Entwicklungen in Deutschland.

    Ein Vergleich mit Dänemark, Schweden oder mit der Schweiz sollte als
    ein relevanter Maßstab dienen. Zum einen belasten die deutsche
    Volkswirtschaft noch immer die finanziellen Folgewirkungen der
    ökonomischen Wiedervereinigung beider deutscher Staaten. Zum
    anderen haben sich aus der Euroeinführung für uns selbst gravierende
    Veränderungen ergeben, die unsere Einkommensentwicklung und unsere
    eigene binnenökonomische Dynamik stark beeinflusst haben. Unsere
    eigenen erzielten Handels- und Leistungsbilanzüberschüsse führen
    nicht mehr zu Aufwertungseffekten einer eigenen Währung, da andere
    Euroteilnehmerländer erhebliche laufende Defizite aufweisen. Diese wurden und werden mit zahlreichen "Reformanpassungsmaßnahmen" à la
    Agenda 2010 und Gesundheits- und Rentenreformen gegenfinanziert.

    Diese wichtigen und bedeutenden Gesichtspunkte jedoch möchte man
    wohl offenbar nicht in einer Fernsehdebatte ansprechen.

    Deshalb einige seriöse Fakten, die diese komplexen und umfangreichen
    volkswirtschaftliche Zusammenhänge besser veranschaulichen können:

    http://www.export-club.org/media/eve...ilanzkrise.pdf
    http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_report_60_2011.pdf
    DEBATTE: Der verheimlichte Super-GAU - DEBATTE - FOCUS Online - Nachrichten
    Mayers Weltwirtschaft: Euro abwerten - Mayers Weltwirtschaft - FAZ
    Uwe Müller Supergau Deutsche Einheit - Rowohlt Berlin 256 Seiten 12 90 Euro | Politische Literatur | Deutschlandfunk
    Economy, Business & Finance: Studie: Ost-Wirtschaft braucht eine Billion Euro bis 2030 - Handelsblatt
  7. #7

    Fakt ist, daß ........

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer - wirklich? Bei Anne Will wollten die Diskutanten der Frage auf den Grund gehen. Doch wie so oft bei diesem Thema bleib es vor allem bei einem ideologischen Schlagabtausch.

    Anne Will: Debatte über Kluft zwischen Arm und Reich - SPIEGEL ONLINE
    ....Sahra Wagenknecht die tatsächlichen Mißstände benannt hat. Da kann Döring und die Aufziehpuppe Hüther noch so palavern!

    Allerdings wird dies selbst das Gros derer, die von dieser Entwicklung nachteilig betroffen sind, nicht eingestehen. Dies käme nämlich dem Eingeständnis gleich, sich eigentlich ziemlich weit unten einordnen zu müssen und genau das weist man weit von sich. Man ist Mitte und meint ernsthaft auf breiter Front noch oben zu kommen - Pustekuchen!

    Letzte Woche las ich in einem Buch zu exakt dieser Thematik einen Satz, den ich aus eigener Beobachtung nur bestätigen kann:

    "Man könnte glauben, dass die Deutschen patentierte Masochisten sind, die politisch nur goutieren, was sie quält".

    Dieses Land ist innerlich schon seit einigen Jahren kein Erfolgsmodell mehr, nicht zuletzt dank tatkräftiger Hilfe der aSPD unter Schröder, Clement, Riester und nicht zuletzt den Grünen, die eigentlich durch und durch FDP sind. Und was innen nicht funktioniert, läßt sich auf Dauer nicht nach außen hin verbergen.
  8. #8

    Es blieb nicht beim ideologischen Schlagabtausch

    Hüther und Döring wurden sitzend k.o. geschlagen

    Hüther wurde eiskalt ausgekontert, indem man ihm seine eigene Studie um die Ohren geschlagen hat und Döring kam sowieso nie aus den vom Boden naivster liberaler Heilewelt-Parolen hoch

    Wagenknecht und Fischer waren bestens präpariert und zwar nicht nur mit erstklassigem Zahlenmaterial

    Meistens sind diese Talkrunden ja nur reine Quasselei, aber diese war eine Sternstunde für das Format. Anne Will hat das ihre durch konsequentes Nachfragen und halbwegs rechtzeitiges Unterbrechen verbaler Inkontinenz, vulgo Redeschwall beigetragen.
  9. #9

    eich und rarm

    Dass die Reichen immer reicher werden ist in Ordnung. Dass Arme eben arm leben müssen, war auch immer so. Aber dass das Gemeinwesen finanziell bedroht ist, das wird alle treffen.

    Im Übrigen hoffe ich, dass Frau Will bald wieder sonntags arbeitet :-)


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