Die ganzen Kommentare über die Vorzüge des Sparens fundieren auf folgender Tatsache: Ich als kleiner Angestellter bekomme regelmäßig jeden Monat ein festes Gehalt. Wenn ich mir ein Auto kaufe, muß ich Schulden machen. Die Schulden haben aber keine Auswirkungen auf mein festes Gehalt. Ich muß mich nur eine Zeitlang einschränken, also weniger ausgeben, und durch mein festes Gehalt kann ich das, was ich einspare, zur Schuldentilgung nutzen. Diese Erfahrung hat fast jeder von uns gemacht.
Bei Firmen oder ganzen Staaten funktioniert dieses wohlbekannte und auch wohlerprobte Verfahren nicht. Wenn ein Unternehmen in die Schieflage kommt streicht es zum Beispiel die Werbung. Dadurch bekommt es weniger Aufträge. Deshalb entläßt das Unternehme vielleicht ältere Arbeitnehmer vorzeitig. Da aber nicht mehr genug Arbeiter da sind, muß das Unternehmen Aufträge ablehnen oder kann sie nicht fristgerecht fertigstellen. Dadurch brechen noch mehr Aufträge weg. Arbeiter müssen entlassen werden, es kann nicht mehr investiert werden und am Ende bleibt nur noch der Konkursverwalter.
Leider sitzt sowohl die Bundeskanzlerin, als auch die große Mehrheit der Deutschen, diesem falsch verstandenen Mythos vom Sparen auf. Ich habe nichts gegen das Sparen an sich, man muß aber sparen wie ein Unternehmen, d.h. so zu sparen, daß man damit nicht das Unternehmen ruiniert.

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