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Euro-Streit und Röttgen-Rauswurf: Merkel verliert ihr Triple A

AFPSo ernst war die Lage wohl selten für die Kanzlerin: In Europa gerät sie wegen ihres starren Sparkurses immer mehr in die Isolation. In der Heimat droht sie ihr Image als souveräne Krisenmanagerin wegen des Röttgen-Rauswurfs zu verlieren. Muss sie jetzt auch um ihre Popularität im Volk fürchten?

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...834305,00.html
  1. #30

    Sparen aber wie?

    Zitat von ManBearPig Beitrag anzeigen
    Das hätten manche vielleicht gerne, aber der Röttgen-Rauswurf war ein Zeichen von Stärke.
    Der Lösungsdruck für die Probleme in Europa werden von ganz anderer Seite kommen, als von der Kanzlerin. Ein starkes Bekenntnis zum Sparkurs mag vielleicht in Europa keinen Widerhall finden, aber es beschert Deutschland viele Vorteile auf den Finanzmärkten, auf die viele neidisch schauen werden.

    Deutschland hat sich jahrelang angestrengt und kann nun die Früchte seiner Anstrengungen ernten. Das ist nicht unfair, auch wenn es viel Neid provoziert.
    Die ganzen Kommentare über die Vorzüge des Sparens fundieren auf folgender Tatsache: Ich als kleiner Angestellter bekomme regelmäßig jeden Monat ein festes Gehalt. Wenn ich mir ein Auto kaufe, muß ich Schulden machen. Die Schulden haben aber keine Auswirkungen auf mein festes Gehalt. Ich muß mich nur eine Zeitlang einschränken, also weniger ausgeben, und durch mein festes Gehalt kann ich das, was ich einspare, zur Schuldentilgung nutzen. Diese Erfahrung hat fast jeder von uns gemacht.

    Bei Firmen oder ganzen Staaten funktioniert dieses wohlbekannte und auch wohlerprobte Verfahren nicht. Wenn ein Unternehmen in die Schieflage kommt streicht es zum Beispiel die Werbung. Dadurch bekommt es weniger Aufträge. Deshalb entläßt das Unternehme vielleicht ältere Arbeitnehmer vorzeitig. Da aber nicht mehr genug Arbeiter da sind, muß das Unternehmen Aufträge ablehnen oder kann sie nicht fristgerecht fertigstellen. Dadurch brechen noch mehr Aufträge weg. Arbeiter müssen entlassen werden, es kann nicht mehr investiert werden und am Ende bleibt nur noch der Konkursverwalter.

    Leider sitzt sowohl die Bundeskanzlerin, als auch die große Mehrheit der Deutschen, diesem falsch verstandenen Mythos vom Sparen auf. Ich habe nichts gegen das Sparen an sich, man muß aber sparen wie ein Unternehmen, d.h. so zu sparen, daß man damit nicht das Unternehmen ruiniert.
  2. #31

    populistin

    Fr. Merkels Schwäche ist die Machtsucht und der Populismus in dem sie ihre Entscheidungen abzusichern sucht und das auch noch fehlerhaft. Wie bei Guttenberg's Fall (seine allgemeine Popularität), so auch bei Röttgen (seine offensichtliche Ablehnung in NRW), bewegt sie sich im Fahrwasser der Masse ohne Gespür für die Verankerungen der parlamentarichen Demokratie und das überparteiliche mächtigere Bedürfnis nach Einhaltung dieser Prinzipien. Merkel's augenscheinliche Gleichsetzung von Parteimacht und dem "Wohl des Volkes" ist Betriebsblindheit - ein redundantes Produkt ihrer Wünsche.
    Röttgen, der nicht der Muttersohn meiner persönlichen Wahl ist, kann durchaus Minister bleiben, letztlich kann man ihm nichts Ehrenrühriges oder überdurchschnittlich eklatante Versäumnisse vorwerfen, wenn man ihn so hochlobt wie Merkel das ja getan hat. Sie beäugt lediglich die Waage der Popularität - Guttenberg "stark"/Röttgen "schwach", und entfernt und beruft Personen nach macht-nützlichen Kriterien und weniger nach kompetenz-tragenden oder christlichen Kriterien. Irgendwie erinnert das an den Osten vor der Wende.
  3. #32

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Da SPON seitdem A. Merkel Kanzlerin ist - jede Woche - aber wirklich jede - mindestens einen (meist mehrere) Artikel/Kommentare schreibt, die mit genau diesem Satz "So ernst war die Lage wohl selten für die Kanzlerin:" anfangen, impliziert das schon den absoluten Widerspruch dieser Behauptung.
  4. #33

    Das ist lächerlich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    So ernst war die Lage wohl selten für die Kanzlerin: In Europa gerät sie wegen ihres starren Sparkurses immer mehr in die Isolation. In der Heimat droht sie ihr Image als souveräne Krisenmanagerin wegen des Röttgen-Rauswurfs zu verlieren. Muss sie jetzt auch um ihre Popularität im Volk fürchten?

    Angela Merkel wegen Rauswurf von Röttgen und Euro-Sparkurs unter Druck - SPIEGEL ONLINE
    Angela Merkel hat Ballast abgeworfen. Röttgen hat weder in der Energiewende etwas erreicht, noch hat er die Senkung der Solarförderung hinbekommen. Der Wahlkampf war ein totales Debakel. Hannelore Kraft brauchte nicht einmal den kleinen Finger zu rühren um der CDU den Status der Volkspartei zu nehmen. Das war dermaßen erbärmlich, dass Röttgen weg musste egal wie. Das hat auch Seehofer klar erkannt. Außer ein paar pflichtgemäßen Solidaritätsadressen aus dem NRW-Landesverband hat Merkel im eigenen Lager dafür nur Zustimmung bekommen. Was die Koalition gegen Merkel angeht, über den deutschen Haushalt entscheidet immer noch der Bundestag und nicht irgendine EU-Kommission. An diese Tatsache sollten sich auch mal politische Journalisten erinnern. Wer den Stabilitätspakt aufkündigt hat a) ein Problem mit den Kapitalmärkten, b) mit der EZB und c) wackelt damit möglicherweise auch der Eurorettungsschirm. Pacta sunt servanda gilt für alle oder keinen. Wer dieses Prinzip weiterhin verletzt mac ht jede zukünftige Verinbarung sinnlos. In diesem Zusammenhang hat Hollande schon in der Nato das Vertrauen in Frankreich schwer beschädigt und wird dieses Phänomen auch in der EU erleben. Ein Land wird als Vertragspartner unglaubwürdig und damit sind die Worte des Präsidenten nur noch Gewäsch.
  5. #34

    SPIEGEL und Konsorten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    So ernst war die Lage wohl selten für die Kanzlerin: In Europa gerät sie wegen ihres starren Sparkurses immer mehr in die Isolation. In der Heimat droht sie ihr Image als souveräne Krisenmanagerin wegen des Röttgen-Rauswurfs zu verlieren. Muss sie jetzt auch um ihre Popularität im Volk fürchten?
    Inzwischen entscheiden hauptsächlich die Medien,
    ob ein Politiker steht oder fällt.
    Deren suggestivem Macht-Stakkato kann sich der Einzelne schwerlich entziehen.

    Dagegen konnte sich die Kanzlerin durch ihr nüchternes Auftreten bisher erfolgreich wehren.

    Aber auch dieses Mal machen die Medien
    aus dem wässrigen Beschluss der G 8 eine Niederlage für Merkel aus.

    Und der Röttgen-"Auswurf" ist der nächste Medienpopanz, denn hätte Merkel nichts dagegen unternommen, hätte sie als die schwachbrüstige Kanzlerin da gestanden.
  6. #35

    Merkels Sparkurs?

    Deutschland garantiert bereits jetzt mit Griechenlandhilfe, EFSF, ESM und Target2 der DBuBa mit weit über 600 Mrd. €. Bis Ende des Jahres sollen die Target2 Verbildlichkeitetn bei der DBuBa von jetzt 640 auf 1000 Mrd. angestiegen sein. Merkel (oder Schäble), als im Interesse Deutschlands sparsam handelt darzustellen, ist grob irreführend. Außer Kohl ist kein deutscher Politiker ähnlich unverantwortlich hohe Verplichtungen zu lasten Deutschlands eingegangen. Nur zur Erinnerung: Griechenland ging vor 2 Jahren nur deshalb nicht Bankrott, weil sich die Griechen vorwiegend bei französiche Banken verschuldet hatten. Jetzt hat Deutschland die uneinbringbaren griechischen Anleihen an der Backe. Merkel und Schäuble sei Dank!
  7. #36

    Die Post-Merkel-Zeit ist angebrochen

    Bislang verstand es A. Merkel perfekt, ihr eigenes Versagen auf den Schultern der Anderen abzuladen oder sich mit fremden Federn zu schmücken:

    z.B. die Bewältigung der Finanzkrise 1. Teil durch die SPD

    Weder ihre vollmundigen Umweltversprechen (G8 Heiligendamm), noch irgendeine andere Ankündigung von ihr, wurden in greifbare, verantwortliche Politik umgesetzt. Merkel spaltet Europa. Sie ist auf ganzer Linie gescheitert. Der von ihr verantwortete Regierungsdilletantismus ist dieses Landes unwürdig. Deshalb ist es im Interesse Deutschlands Frau Merkel schnellstens abzulösen. Und das geht nur durch die CDU.
    Herr Dr. Röttgen, meine Unterstützung haben Sie.
  8. #37

    ...

    Zitat von maulkorb Beitrag anzeigen
    Leider sitzt sowohl die Bundeskanzlerin, als auch die große Mehrheit der Deutschen, diesem falsch verstandenen Mythos vom Sparen auf. Ich habe nichts gegen das Sparen an sich, man muß aber sparen wie ein Unternehmen, d.h. so zu sparen, daß man damit nicht das Unternehmen ruiniert.
    Wenn Staaten Unternehmen wären, wäre die Sache sogar noch einfach. Denn Unternehmen können immer ihren Headcount reduzieren, das können Staaten natürlich nicht. Staaten müssen investieren, um über Wachstum irgendwann wieder konkurrenzfähig zu sein. Diese Investitionen müssen aber natürlich sinnvoll sein, eine Autobahn ins nirgendwo bringt überhaupt nichts, Investitionen in Bildung, Deregulierung oder eine effizientere Verwaltung bringen aber sehr viel, nur eben nicht sofort.

    Griechenland und der Rest der Südschiene hatte lange genug Zeit, sich auf solchen Wegen fit für die Zukunft zu machen. Ich sehe nicht, weshalb wir noch länger den Zahlmeister spielen sollten, denn geändert hat sich dadurch ganz offensichtlich überhaupt garnichts. Die Krisenländer waren es einfach immer gewohnt, in Situationen wie der Heutigen einfach die Druckerpresse anzuschmeissen und ihre Probleme wegzuinflationieren. Und sind wir ehrlich: so schlecht sind sie damit nicht gefahren. Aber es widerspricht eben der deutschen Mentalität und Gewohnheit in geldpolitischen Fragen diametral. Bricht Merkel vor den Forderungen aus dem Süden und seit neuestem auch Frankreich ein, wird sie ihre Wähler endgültig verloren haben.

    Es muss eine klare Linie her, die sagt: bis hierher, und nicht weiter, liebe Euro-Partner. Es muss klar kommuniziert werden, dass der Weg, einfach immer so lange zu benzen, bis Mutti das Scheckbuch zückt, irgendwann vorbei ist, sprich, dass Deutschland eben selbst aus der Währungsunion austritt, wenn die Rechtsbrüche bei der Euro-Rettung fortgesetzt werden und die Geldpolitik sich immer weiter von deutschen Ideen entfernt. Macht Merkel das nicht, haben wir auch das letzte Recht unseres Parlamentes und auch das letzte Sparguthaben unserer Bürger schneller an Brüssel und die GIIPS-Kandidaten verschleudert, als Mutti Röttgen feuern kann.
  9. #38

    Ich finde unsere Eiserne Lady Made in Germany und ihren harten weg für wenigstens geradlinig. Das strahlt für mich sicherheit und klarheit in der unsicheren Zeit aus. Auch wenn dieser Sparkurs vielleicht falsch sein kann ...dafür habe ich zu wenig ahnung von der Materie und auch bin ich der Meinung es wird nochmal oder weiter Crashen, trotzdem mach sie ihre Arbeit gut meiner Meinung nach und ich würde für sie stimmen. Alle anderen Partein sind mir im Moment zu sehr auf sich Konzentriert ohne wirkliche Lösungsvorschläge für die heutigen Probleme.
    Also... alles gut ... Lasst die Frau machen ...Sie hat wenigsten noch irgendeinen Plan ;)
  10. #39

    Schulden

    [QUOTE=eule100;10223420]
    Zitat von verissimus Beitrag anzeigen
    im Gegenteil! Zumindest ein erheblicher Teil "des Volkes" (weltweit) ahnt, dass der angebliche Sparkurs unumgänglich ist, um zukünftige Generationen nicht noch weiter gegenüber den Gläubigern (Banken, Investfonds, Versicherungen, Beamte usw.) zu `versklaven`.

    Jeder der auch nur ein bisschen über den Tellerrand schaut, sieht dass dieser "Sparkurs" seltsamerweise zu immer schneller steigenden Schulden führt. Nur die autistischen Deutschen (die am wenigsten sparen) merken das erst wenn es zu spät ist.
    Wie fuehrt der Sparkurs zu immer schneller steigenden Schulden ? Wahrscheinlich ist die Antwort ganz einfach, ich sehe sie nur nicht.
    Koennen Sie mir das erklaeren ?


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