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Euro-Sondergipfel: Sarkozy drückt Europäischen Währungsfonds durch

Die Euro-Regierungschefs*haben das*zweite Griechenland-Paket beschlossen, private Gläubiger beteiligen sich mit einer erstaunlich hohen Summe - ein Erfolg für Angela Merkel. Die Kanzlerin musste aber auch eine Niederlage hinnehmen: Die Euro-Zone macht einen weiteren Schritt Richtung Transfer-Union.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...775852,00.html
  1. #240

    *

    Zitat von Keine Panik Beitrag anzeigen
    Wissen Sie was den Schulden von GR gegenübersteht? Antwort: Die deutschen Exportüberschüsse. Die deutsche Wirtschaft hat dort kräftig profitert. Aber wie bitte sollen die GR die Importe ständig bezahlen? Regnet dort das Geld vom Himmel?
    Warum soll der deutsche Steuerzahler bezahlen, was die Griechen der deutschen Industrie abgekauft haben? Da behalten wir die Kohle lieber und kaufen dafür der deutschen Industrie selbst etwas ab... Im Übrigen wurden die Griechen ja auch nicht dazu gezwungen, sich zu verschulden, um der deutschen Industrie etwas abzukaufen... Die Griechen sollten dann doch wenigsten dem deutschen Steuerzahler weiterreichen, was sie der deutschen Industrie abgekauft haben, damit derjenige, der zahlt, auch etwas davon hat...
  2. #241

    Nun,...

    Zitat von UweZ Beitrag anzeigen
    Möglicherweise war meine NICHT bierernst gemeinte Einlassung zu provokativ formuliert, um die darin schlummernde Ironie unmittelbar erkennen zu lassen...:-)

    Deshalb zur Klarstellung meiner Position: Nach meiner unmassgeblichen Meinung hat Bayern, wie jedes andere Bundesland auch, die jahrzehntelangen Zahlungseingänge aus dem verfassungsgemässen Länderfininanzausgleich mit voller Berechtigung erhalten und schuldet dadurch, wie jedes andere Bundesland auch, NIEMANDEN etwas.
    Würden solcherlei Ausgleichzahlungen im marktwirtschaftlichen Kontext als Schuld begriffen, würde sich deren Betrag ja selbst bei moderat schlappen 5 % Schuldzinsen mittels Zinseszins alle 15 Jährchen verdoppeln.
    Und kein Nehmer käme bei jedwelchem "Finanzausgleich" aus dem damit effektiv erzeugten Schuldenloch mehr raus.

    Der Sinn eines (geographisch-ökonomischen) Finanzausgleiches besteht doch in erster Linie darin, Entvölkerung auf der Nehmer- und Übervölkerung auf der Geberseite zu verhindern. Denn wenn alle dahin rennen müssten, wo's tempoär (z.B. wegen eines Technologiesprungs) gerade ökonomisch besser brummt (wobei lokal selbst schicksalhafter Unbill wie Naturkatastrophen o.ä. solcherlei Gradienten erzeugen können) dann wäre dies enorme Resourcenverschwendung.
    Quasi ein Rückfall in die Wirtschaftsform der Jäger und Sammler...:-)

    Da sich die Arbeitsteilung unter ihrerseits stationär verankerten Wertschöpfenden jedoch aus mannigfachen Gründen als Quelle des "Wohlstand der Nationen" erwiesen hat, sollten die Menschen wenn möglich doch sesshaft bleiben und einen Wirtschftsraum auch komplett besiedeln. Denn morgen dreht ja vielleicht der Wind und die heutig benachteiligten Regionen sind dann plötzlich bevorteilt. Der Sinn eines Finanzausgleiches liegt doch darin, solchen Schwankungen auch volkswirtschaftlich folgen zu können, auf dass kein Fleckchen (temporär) Ertrag Bringendes unbeackert bleibe.
    ...da bin ich dann wohl Ihrer Ironie erlegen. Es gab aber auch hierzu Kommentare, die mehr als bierernst gemeint waren und leider wurden auch 2 meiner Postings nicht "gesendet". Die hätten dann wohl auch bei ihnen für Klarheit gesorgt.
    Sinngemäss ging es darin um die Tatsache, dass es durchaus Beispiele für Transferleistungen an "Schwächere" gibt, die Positives bewirkt haben.
    Heute liegt Bayern (neben BW und Hessen) an der Spitze der "Geberländer", morgen sind es evtl. Sachsen und Thüringen, so what ?
    Ich sehe beispielsweise bei den Spaniern und Portugiesen ein grosses Potential für die Zukunft. Bei Griechenland bin ich hingegen auch eher skeptisch.
  3. #242

    Leider ist dieses...

    Zitat von cokommentator Beitrag anzeigen
    Warum sollten die Zonenrandgebiete eigentlich ohne Förderung "ausbluten"? Das hat sich mir nie erschlossen. Warum war das reine Bundessache? Haben die Betroffenen auch nur an den Bund Steuern und Abgaben gezahlt?
    Die Grenzlandförderung hat in einigen Regionen sehr nette blühende Landschaften und Ortsbilder geschaffen. 5 km davon entfernt sah es gleichzeitig sehr elend aus, denn Bayern hat seine eigenen "Ostgebiete" grundsätzlich stiefmütterlich behandelt. Das war doch Bundessache. Die bayerische Staatsregierung mußte München und Umgebung (vielleicht noch den Landkreis Starnberg) fördern.
    .. Ausbluten in bestimmten Regionen ja tatsächlich passiert.
    Diese "netten, blühenden Landschaften" sind ja gerade durch diese Förderungen erst entstanden.
    Nehmen Sie beispielsweise die Region Oberpfalz bis zum Fichtelgebirge. Dies war die Glas-und Porzellanregion schlechthin. Nach dem Wegfall der Förderungen schloss ein Traditionsunternehmen (Seltmann, Nachtweih, etc.) nach dem anderen. Dies lässt sich leider nicht mit irgendwelchen idyllischen Landschaften kompensieren.
    Zuerst verschwinden mit der Industrie die Arbeitsplätze, dann ziehen die Menschen dorthin wo es noch Arbeit gibt, die Infrastruktur verkümmert und zuletzt müssen Zuschüsse bezahlt werden, dass sich dort überhaupt noch jemand ansiedelt.
    Die Grenzlandförderung gab es für alle Regionen, die am Eisernen Vorhang entlang verliefen. Das war keine rein bayerische Unterstützung, sondern galt für alle Bundesländer. Deswegen war dies auch eine Bundesaufgabe. Bayern hatte eben nur den längsten Grenzverlauf.
    Was die innerbayrischen Verschiebebahnhöfe angeht, gebe ich Ihnen allerdings umunwunden Recht. Tatsächlich bleibt der Löwenanteil aller Infrastrukturmassnahmen im Grossraum München kleben. Wenn dort ein Grossprojekt geplant wird, hat dieses stets Vorrang vor allen anderen Aktivitäten.
    Das ist aber wohl überall in Deutschland so.
  4. #243

    Bayern

    Zitat von Rudolf Anders Beitrag anzeigen
    ... was viele emsige Foristen ausgegraben und ins Forum gestellt haben: Bayern soll bloss kleine Brötchen backen, wenn's ums Geldverteilen geht. Jahrzehntelang haben die "unterentwickelten" Bayern selber aus dem grossen Topf des Länderfinanzausgleichs gelebt. Und jetzt, wo sie reich sind, weil das liebenswerte/hassenswerte Schlitzohr FJS sie durch geschickte Umleitung vieler lukrativer Bund-Gelder reich gemacht hat, da wollen sie zum Beispiel den vom Schicksal geschlagenen Bremern, den Berlinern oder armen Ost-Bundesländern nichts abgeben. Das ist einfach engstirnig und gemein und eben schlicht unsolidarisch.
    Ich bin zwar kein Bayer, sondern Baden-Württemberger, aber ich wiederhole gerne noch einmal, was ein Mitforist schon vorhin gesagt hat:

    Die Bilanz Bayerns beil Länderfinanzausgleich ist seit 1986 positiv, bis heute hat es über 24 Mrd. Euro in den LFA eingezahlt.

    Und daß Strauß als bayrischer Ministerpräsident gute und weitsichtige Wirtschaftsförderung betrieben hat, kann man ihm doch wohl nicht ernsthaft zum Vorwurf machen.

    Baden-Württemberg hat seit 1950 (damals noch als die drei Vorläuferbundesländer Baden, Württemberg-Baden und Wü-Hohenzollern) immer nur gezahlt und fast nichts zurückbekommen.
    Die Rheinländer, Ruhris und anderen Nordmainianer wollen meiner Erfahrung nach mehrheitlich auch gar nicht schaffen, sondern lieber sozialistisch schwätzen und wählen.

    Sie leben eben sehr gut von unserer Hände Arbeit. Somit haben sie gar keinen Anreiz, ihre Lage zu verbessern.

    Außerdem dachte ich, Solidarität innerhalb einer Nation sei per se schlecht :-)
  5. #244

    Wichtige Details fehlen!

    Der Anleihentausch "hoch verzinste, aber unsichere GR-Anleihen mit kurzer bis mittlerer Restlaufzeit" gegen "niedriger verzinste, länger laufende, aber garantierte Anleihe" bewirkt doch, dass es künftig zwei Typen von griechischen Anleihen gibt: Nicht umgewandelte und nicht garantierte Altanleihen, und umgewandelte und garantierte neue. Folglich wird es auch zwei Ratings geben müssen. Das kommt mir in der aktuellen Diskussion zu kurz.

    Weiterhin stellt sich die Frage, zu welchem Kurs umgetauscht wird. Wird beispielsweise ein Euro Altanleihe gegen ein Euro Neuanleihe getauscht, ist das ein Bombengeschäft für alle Halter von alten Anleihen, da sie gegen einen moderaten Zinsabschlag auf einen Schlag alle Risiken los werden! Wird 1:1 getauscht, werden wahrscheinlich sogar deutlich mehr als die geplanten ca. 30 Milliarden umgewandelt.

    Die beste Methode ist wahrscheinlich eine Auktion: Die 30 Milliarden besicherten Anleihen werden ausgeschrieben, und jeder Halter von Griechenland-Anleihen kann bieten, bis zu welchem Kurs (zum Beispiel: "1250 Euro nominall alte Anleihen gegen 1000 Euro neue Anleihen") er bietet. Wie beim Bookbuilding zu Börsengängen üblich wird dann zu dem Kurs abgewickelt, zu dem die 30 Milliarden verteilt werden können.


    Jag
  6. #245

    Es ist nicht DR.MERKEL allein

    Zitat von mimas101 Beitrag anzeigen
    Damit ist Maastricht endgültig beerdigt worden, wir werden also ab sofort PIIGS mit allem was wir an Schulden noch aufbringen können unter die Arme greifen.
    Ob das Merkel bei der nächsten Bundestagswahl, vorausgesetzt sie implodiert nicht schon im Bundestag, zum Vorteil gereicht wage ich zu bezweifeln.
    Es ist NICHT allein Dr.Merkel.

    Die VOLKSVERTRETER in Gestalt der Abgeordneten lassen es zu!

    Diese Leute sind nicht loyal gegenüber ihren Wählern.
  7. #246

    Verfassungsgericht ist ledier ein Totalausfall

    Zitat von Hardliner 1 Beitrag anzeigen
    Gute Nacht, Deutschland. Ein Länderfinanzausgleich auf europäischer Ebene. Am (nicht vorhandenen) deutschen Zaster soll Europa genesen. Es ist höchste Zeit, dass die Deutschen auf die Straße gehen und dem Spuk ein Ende machen.
    Daß all das mit Geist und Buchstaben des GG nichts mehr zu tun hat dürfte klar sein. Leider ist das Verfassungsgericht zum Gender-Mainstream-Club mutiert und damit Totalausfall.

    Bleiben nur die Auswege.
  8. #247

    Denkfehler

    Zitat von Keine Panik Beitrag anzeigen
    Leider denken bei uns viele so, verhetzt von BILD & Co.
    ...Er gibt nur zwei Möglichkeiten für die Eurozone: Entweder ausgeglichene Handelsbilanzen oder Finanzausgleich. Aber eines geht nicht, nämlich dass ein Land ständig Exportüberschüsse ggüb. den anderen erzielt.
    Das hat mit „BILD & Co.“ nichts zu tun – Sie machen einen grundlegenden Denkfehler: Die unterschiedlichen volkswirtschaftlichen Bilanzen mehrerer Länder können nicht einfach „buchhalterisch“ ausgeglichen werden. Konsumption ist nicht Produktion, es ist eine andere wirtschaftliche Aktivität. Zum Beispiel schafft ein hohes Dienstleistungsaufkommen im eigenen Land keine ausgeglichene Leistungsbilanz bzw. Handelsbilanz. Ökonomische Ungleichgewichte zwischen Nationen sind meistens stetig, nicht flüchtig, sie sind ein andauerndes Phänomen, sie wirken sich bei den schwächeren Ländern häufig negativ aus, aber nicht in jedem Fall – die USA leben seit über 40 Jahren gut mit einem Handelsbilanz-Defizit, das sich allerdings seit den neunziger Jahren alarmierend vergrößert.

    Aus den deutschen Exportüberschüssen ergibt sich weder eine Verpflichtung gegenüber Dritten noch lässt sich daraus verbindliche Vorgaben über ihre Verwendung ableiten – es handelt sich um ein Leistungsüberhang, der schlicht besteht. Die Überlegung, diesen Überhang an andere Länder zu verteilen, damit sie weiter die deutschen Exporte bezahlen können, ist eine Milchmädchenrechnung, sie ist geradezu unsinnig: Wenn Sie einen erfolgreichen Laden führen, dann verschenken Sie doch auch nicht jedes Mal am Jahresende Ihren Verdienst, nur damit Ihre Kunden zahlungskräftig bleiben.
  9. #248

    der deutsche Steuerzahler muss nicht bezahlen

    Zitat von geroi.truda Beitrag anzeigen
    Warum soll der deutsche Steuerzahler bezahlen, was die Griechen der deutschen Industrie abgekauft haben.
    Ich gebe Ihnen recht, dass deutsche Steuerzahler nicht bezahlen muss. Die Kredite haben die deutschen Banken gegeben. Jetzt sind die Kredite faul geworden. Das ist das Risiko des Kreditgebers. Der Kreditgeber muss den Kreditnehmer genau auf seine Bonität und Sicherheiten prüfen, bevor er den Kredit vergibt. Die Banken haben das offensichtlich nicht ausreichend getan. Für diesen Leichtsinn müssen sie jetzt büßen.

    Beim Importkonsum, z.B. deutsche Autos, sind es nicht die Kredite, sondern der Euro selbst. Da müsste man alle, die GR in die Eurozone aufgenommen haben, verantwortlich machen, auch D.
    Zitat von geroi.truda Beitrag anzeigen
    Die Griechen sollten dann doch wenigsten dem deutschen Steuerzahler weiterreichen, was sie der deutschen Industrie abgekauft haben, damit derjenige, der zahlt, auch etwas davon hat...
    Sollen sie die neuen Straßen, Gewerbeparks, den modernisierten Athener Flughafen etc. weiterreichen? Die deutschen Autos könnten Sie ja zurückgeben, aber wem wäre damit geholfen?
  10. #249

    Schmarr'n hoch drei

    Zitat von JaguarCat Beitrag anzeigen
    Der Anleihentausch "hoch verzinste, aber unsichere GR-Anleihen mit kurzer bis mittlerer Restlaufzeit" gegen "niedriger verzinste, länger laufende, aber garantierte Anleihe" bewirkt doch, dass es künftig zwei Typen von griechischen Anleihen gibt: Nicht umgewandelte und nicht garantierte Altanleihen, und umgewandelte und garantierte neue.
    Das klingt nach Schmarr'n hoch drei. Entweder werden Anleihen zurückgezahlt oder nicht. Das per Anleihe zu entscheiden, ist nicht möglich.


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