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Euro-Rettung: Merkel gibt Pläne für Billionen-Hebel preis

Kanzlerin Merkel hat die Fraktions- und Parteichefs erstmals über Details der Euro-Rettung informiert: Für Griechenland ist ein Schuldenschnitt*von bis zu*60 Prozent geplant, der Hilfsschirm EFSF soll auf ein Volumen von eine Billion Euro gehebelt werden. Nun soll der Bundestag über das Vorhaben abstimmen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...793681,00.html
  1. #90

    Sehenden Auges, geschärften Blicks, mit beherztem Schwung...

    ... der Sprung in den Abgrund. Als Physikerin hat Frau Merkel das weite Reich der irrationalen Zahlen kennengelernt und gesehen, daß man auch damit rechnen kann. Jetzt ist sie vollends in die Irrationalität übergetreten. Wenn die Räder den Boden schon lange verlassen haben, hilft auch kein Tritt auf die Bremse mehr.

    Wie lange es wohl dauern wird, bis andere Euroländer, dann auch solche mit anderer Währung, diesen Präzedenzfall als Referenz beanspruchen werden? Zwei Wochen, zwei Monate?

    Ich vermisse Stichworte wie Besserungsschein, Insolvenzverwaltung, Sanierung. Aber eine echte, keine Eierkuchenvorstellung.

    Ein geschlossener Rücktritt aller Euroland-Regierungen wäre gut jetzt. Die Handlungsunfähigkeit hätte nur Gutes. Man erinnere sich an die ersten Monate nach der ersten Merkel-Wahl, bis die Koalition damals stand. Keine Regierung, die Wirtschaft erholte sich, keine Fehlentscheidungen... Das wär was jetzt.
  2. #91

    ....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kanzlerin Merkel hat die Fraktions- und Parteichefs erstmals über Details der Euro-Rettung informiert: Für Griechenland ist ein Schuldenschnitt*von bis zu*60 Prozent geplant, der Hilfsschirm EFSF soll auf ein Volumen von eine Billion Euro gehebelt werden. Nun soll der Bundestag über das Vorhaben abstimmen.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...793681,00.html
    Das heißt nicht abstimmen, sondern abnicken (in guter alter Volkskammermanier)! Ich persönlich schätze den Anteil der Abgeordneten die tatsächlich wissen wofür sie da das Patschihändchen heben mit 1 % extrem hoch ein.

    Es dürfte auch nicht Volks- sondern besser Bankvertreter heißen.
  3. #92

    Geteilt?

    Zitat von rad666 Beitrag anzeigen
    Naja, kauft eben die Bad Bank "EZB" weiter den Schrott auf und wird über den Hebel versichert - linke Tasche, rechte Tasche, die Verluste werden brüderlich zwischen EZB und EFSF geteilt.
    Geteilt zwischen EZB und EFSF? Wie soll ich das verstehen? Ich dachte immer, der Steuerzahler trägt das Risiko. Aber wenn die EZB und EFSF für 2 Billionen (davon sprach Schäuble schon vor ca. 2 Monaten)aufkommen, bin ich ja beruhigt....
  4. #93

    Versteckspiel

    Der Bundestag wurde einbezogen, da die Lösungsvarianten weit über den Abstimmungsbeschluss hinausgehen. Frage: Sind die Gemeinheiten auch gut genug versteckt? Aber wie man dem Kenntnisstand bei der letzten Abstimmung entnehmen konnte, sind unsere Mandatsträger hiermit überfordert. Sie vertrauen da auf unseren Finanzspezie Pino,dessen Nase wieder auf rot zeigt.
    Die Stimmen der Pro-Europa-Union-im Parlament über schwarz -rot - grün- gelb durch Mitgliedschaft vereinigt, werden bereits aus der Ideologie heraus abstimmen, koste es was es wolle.
    Das Eurosymbol kettet Länder wie angekettete Lasttiere unterschiedlichster Art
    Rennpferd-Ackergaul-Esel-Kamel-Kuh-Ziege-Lamm usw., die in Trab gebracht wurden. Einige satteln sich auf, da kein Lasttier vorhanden. Obwohl die Kräfte nachlassen, werden sie weiter mitgeschleift bis die Leittiere keine Kraft mehr haben. Lösung der Ketten wäre dringend angesagt, damit jedes Tier nach seinem eigenen Trab weitergehen könnte.
  5. #94

    Erklärungsversuch: Funktion Hebel

    Zitat von lupenrein Beitrag anzeigen
    Zum Haftungsrisiko:

    Warum sollte bei einer Bürgschaft in Höhe von 1 Billion die
    Haftungssumme nicht höher sein als bei einer Bürgschaft über 440 Milliarden ?

    Das sollte hier doch mal ein Befürworter des 'Hebels', gleich welcher Art, erklären.
    (aber bitte keine Esoterik)
    Nach meinem Verständnis soll der "Hebel" so funktionieren, dass über den ESFS nur ein Teil einer Staatsanleihe abgesichert wird, ca. 20 - 30% (stichwort: "Teilkasko").

    Wenn also z.B. Griechenland eine Anleihe über nominal EUR 100 begibt, dann würde der ESFS dem Investor bei einem Total- oder Teilausfall max. EUR 20 - 30 auf die Anleihe zahlen.

    Die "Hebelfunktion" (glaube der Begriff ist in diesem Zusammenhang eigentlich falsch) liegt also darin, dass man mit unseren 211 Mrd nicht "nur" nominal 211 Mrd an staatsanleihen (teilweise) sichern kann, sondern insgesamt ein Volumen von Papieren über nominal ca. eine Billion. Aber man deckt halt nur einen Teil der Billion ab, weshalb sich die Haftungssumme insgesamt - angeblich - nicht erhöht.

    "Logik" ist, dass der Investor bei Staatsanleihen idR nicht mit einem Totalausfall rechnet, sondern mit nem Schuldenschnitt (im Moment wird bzgl. GR ja 50 % - 60 % diskutiert). Einen Teil des Ausfallrisikos trägt der ESFS. Hier in dem Beispiel bei Schuldenschnitt GR 50%: Investor ca. 20% - 30% Risiko und ESFS ebenso, restl. 50% zahlt GR.

    Problem ist mE allerdings, dass der ESFS wohl den erstrangigen (und nicht den letztrangigen) Teil des Ausfallrisikos trägt. Man zahlt also schon, wenn GR 90% auf die Anleihe zahlen würde, d.h. in diesem Fall Investor Ausfallrisiko 0.

    Was ich nicht weiss, ist, ob der ESFS dann erst für neu begebene anleihen mithaften soll oder etwa auch für altpapiere. Falls letzteres dürften die EUR 211 Mrden bald weg sein, wenn in Bälde weitere Schuldenschnittchen aus Portugal, Espana & Co. zu verdauen sind... :)

    Wer bürgt, wird gewürgt. Wer für jemand bürgt, der total überschuldet und pleite ist, ist doof und selber schuld.

    Alles Schwachsinn hoch zehn
  6. #95

    Madame No

    Irgendwie alles zu spät und unausgegoren.
    Das hätte die gute Frau schon vor 1,5 Jahren machen sollen.

    Man hätte auch schon längst eine europ. Verwaltungstaskforce zum Aufbau eines irgendwie einigermaßen funktionierenden Staaswesens (Verwaltung) nach Hellas schicken müssen.

    Man muß in der restlichen EU sehen, dass man von den Reichen mehr Steuern bekommt.
    Frau Merkel verabredet mit Rößler lieber Steuererleichterungen.
    Die Frau fährt alles an die Wand, und meint ihre eigenen "Naturgesetze" passen schon irgendwie.

    Merkel kann nur seriös mit hängenden Mundwinkeln in die Kamera glotzen.
  7. #96

    richtig

    Zitat von ...und gut ist`s Beitrag anzeigen
    Ich Augenblick schallt noch das Echo von Schäubles letzter Ansage zurück: kein Hebel! Das die Zeit angeblich schnelllebg ist wird ja gesagt - aber so schnell?
    Dieser Mann hat sich endgültig als notorischer Lügner enttarnt!
  8. #97

    Griechenlandhilfen

    Zitat von weltbetrachter Beitrag anzeigen
    Wir sprechen hier über Hebel und Griechenland-Hilfen.
    ----
    Und die Griechen bringen gleichzeitig enorme Summen außer Landes !!! - Geht es noch ???
    ----
    DAS passt doch nicht zusammen. Was wollen wir retten, was selbst die Griechen schon aufgegeben haben ???
    Machen Sie s doch genau so: Geld und Vermögen in Nicht- Eurotransferstaaten anlegen, nicht in D,denn spätestens wenn die Anleihezinsen für die öffentlichen deutschen Schulden steigen und durch reale Forderungsausfälle (wertlose PIGGSanleihenm)bei der EZB Kapitalerhöhungsbedarf (vom Hauptzahler D) entsteht, wird beim deutschen Steuerzahler an dessen Einkommen und Vermögen ein gewaltiger Haircut gemacht. Die Linke, Grünen usw. sitzen schon in den Startlöchern.
  9. #98

    reale gegenwert

    Zitat von vorschau Beitrag anzeigen
    ...nur eine Billion. Dann haben wir ja noch etwas Zeit, bis unsere Politiker die Trillion in Angriff nehmen.
    sind nur eine Reihe von 1er und 0er, aber diejenigen die dieses spektakulaire Finanz-jonglieren mit alle nötige Spannung und bis zum bitteren Ende geniessen wollen, will ich ferner noch eine gute Unterhaltung wünschen.
  10. #99

    Na dann. kann ja nichts mehr schief gehen -

    oder doch? Ist doch eine prima Idee - wenn man keinen blassen Schimmer hat wie ein finanzielles Leck zu stopfen ist, erhöht man doch am besten mal ordentlich die Durchlaufmenge. Es gilt die Devise, das Geld ist ja nicht weg, es hat einfach ein anderer. Und dennoch zuckt der Durchschnittsbürger bei dem Gedanken an dieses System zusammen, denn eines hat der Warnschuss 2008 in schonungsloser Deutlichkeit gezeigt, auf verschlungenen Wegen landet die Kohle komischer Weise immer in den Geldbeuteln der oberen Zehntausend und in sogenannten Krisen findet die Posse bzw. Umverteilung gerne in doppelter Geschwindigkeit statt.

    Das sei doch die Schuld der Durchschnittsbürger bzw. die der Staaten entgegnen uns die Privilegierten auf diesen Vorwurf, wir sollen das geliehene Geld doch investieren und nicht ähm aufessen oder wie muss ich mir das mit dem "Verkonsumieren" genau vorstellen?

    Die Wettbewerbsfähigkeit müsse allerorts gesteigert werden - in Griechenland, Spanien, Italien und jetzt sogar in Frankreich - rät die deutsche Kanzlerien. Na das ist ja mal toll, da hat der deutsche Durchschnittsbürger, d. h. der Arbeitnehmer seit nunmehr fünfzehn Jahren Maßnahme für Maßnahme hingenommen, damit die deutsche Wirtschaft sich in Sachen Wettbewerbsfähigkeit einen kleinen Vorsprung rausarbeiten konnte und kaum ist das geschehen, raten wir der Konkurrenz mal kräftiger in die Pedale zu treten - macht ja Sinn. Witzig an der Geschichte ist wiederrum, dass die Wettbewerbsfähigkeit in aller Regel auch wieder darüber hergestellt wird, dass die schwächsten Glieder in der Kette verzichten müssen oder haben sie mal gelesen, Unternehmen senkt im Zuge von Sparmaßnahmen die Gehälter der intenen Spitzenverdiener? Nein, ich auch nicht.

    Angesichts dieser Aussichten und der wachsenden Zahl von Leuten mit Burnout und Depressionen in unserer Gesellschaft frage ich mich eigentlich nur noch eines, wer ist nun krank, der der sich dieser Automatismen bewusst morgens nen kleinen Aufheller einschmeißen muss oder der, der noch immer völlig unreflektiert meint, sein Schicksal läge doch angesichts des geballten "Sachverstandes" in Poltik und Wirtschaft in guten Händen.


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