Ein Fehler Merkels bestand darin, die Hilfen für Griechenland so lange hinauszuzögern, dass die internationalen Finanzmärkte in Aufruhr gerieten. Dieses Zögern wird heute damit begründet, dass es anders nicht möglich gewesen wäre, die Griechen auf einen Konsolidierungskurs zu bringen, doch das ist ein Eingeständnis mangelnder politischer Kreativität. Damals jedenfalls wurden Zweifel am Zusammenhalt der Europäer gesät und der Grundstein für die Vertrauenskrise gelegt, die sich seither mit der
Präzision eines Uhrwerks entfaltet und auf immer mehr Länder übergreift.
Der Glaube, der Schuldenschnitt bei Griechenland würde die Probleme des Währungsraums lösen, ist naiv. Die Wahrheit ist: Er schafft nur neue. Die Milliarden, die jetzt in die Banken fließen, sind der Preis für die Zögerlichkeit der Merkel bei der Staatenrettung. Er wird immer weiter steigen, wenn die Europäer ihre Krise nicht lösen.
http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-1...rettung-fehler