Irrtum 1: Ja was denn jetzt? Verliert der Euro gegenüber dem Dollar nur deshalb an Wert, weil er so schlechtgeredet wird? In echt ist er viel mehr Wert? Warum heißt es dann am Ende des Absatzes, als würde das die These bekräftigen, dass der Euro in Kaufkraft gemessen überbewertet ist? Überbewertet hieße doch, dass er - wenn man Fakten betrachtet - eigentlich noch niedriger stehen sollte.
Genauso gruselig geht der Text weiter. Die Rettungsmaßnahmen sind Vertragswiedrig und deshalb falsch. Aha. Naja, vielleicht sind die Verträge einfach nicht mit der Absicht entstanden, die momentane Situation zu verarbeiten. So war es doch beim Thema Europa bisher fast immer: der Integrationsprozess ist selten politisch gewollt und erfolgt eigentlich nur durch Maßnahmen als Antwort auf neue Realitäten. Das ist zwar nicht die bestmögliche Art, aber immerhin besser als gar nicht. Dass solche Schritte nicht früher eingeleitet wurden, haben wir ja den ewiggestrigen Euroskeptikern zu verdanken.
Und beim "Irrtum 3" geht er leider überhaupt kein bischen über das weithin bekannte Problem ein, dass ein Schuldenschnitt mit sich bringt, nämlich dass auf absehbare Zeit niemand Griechenland mehr Geld zu bezahlbaren Zinsen leihen würde und sie damit wohl noch sehr viel länger auf Hilfszahlungen angewiesen wären. Wenn man schon mit dem Anspruch rangeht mit Irrtümern aufzuräumen, dann sollte man doch nicht einfach die Behauptung aufstellen, dass es so das beste wäre, und basta! Naja, aber scheinbar ist man beim Spiegel damit zufrieden kontroverse Schlagzeilen zu produzieren, allzu sehr zu irgendeiner Diskussion beitragen müssen solche Artikel nicht. Na danke.
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