Forum


 

Euro-Rettung: Die*fatalen Irrtümer der*deutschen Krisenmanager

Die Regierungsmehrheit wackelt, doch*der*Bundestag wird den gigantischen Euro-Rettungsschirm nächste Woche erweitern. Leider! Denn damit begeht die Politik einen weiteren fatalen Irrtum.*Es gibt*nur eine*vernünftige*Lösung für*die Schuldenkrise - und sie ist sogar die*günstigste.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,787587,00.html
  1. #50

    Schon bei "Irrtum 1" ist man sich nicht ganz sicher

    Irrtum 1: Ja was denn jetzt? Verliert der Euro gegenüber dem Dollar nur deshalb an Wert, weil er so schlechtgeredet wird? In echt ist er viel mehr Wert? Warum heißt es dann am Ende des Absatzes, als würde das die These bekräftigen, dass der Euro in Kaufkraft gemessen überbewertet ist? Überbewertet hieße doch, dass er - wenn man Fakten betrachtet - eigentlich noch niedriger stehen sollte.

    Genauso gruselig geht der Text weiter. Die Rettungsmaßnahmen sind Vertragswiedrig und deshalb falsch. Aha. Naja, vielleicht sind die Verträge einfach nicht mit der Absicht entstanden, die momentane Situation zu verarbeiten. So war es doch beim Thema Europa bisher fast immer: der Integrationsprozess ist selten politisch gewollt und erfolgt eigentlich nur durch Maßnahmen als Antwort auf neue Realitäten. Das ist zwar nicht die bestmögliche Art, aber immerhin besser als gar nicht. Dass solche Schritte nicht früher eingeleitet wurden, haben wir ja den ewiggestrigen Euroskeptikern zu verdanken.

    Und beim "Irrtum 3" geht er leider überhaupt kein bischen über das weithin bekannte Problem ein, dass ein Schuldenschnitt mit sich bringt, nämlich dass auf absehbare Zeit niemand Griechenland mehr Geld zu bezahlbaren Zinsen leihen würde und sie damit wohl noch sehr viel länger auf Hilfszahlungen angewiesen wären. Wenn man schon mit dem Anspruch rangeht mit Irrtümern aufzuräumen, dann sollte man doch nicht einfach die Behauptung aufstellen, dass es so das beste wäre, und basta! Naja, aber scheinbar ist man beim Spiegel damit zufrieden kontroverse Schlagzeilen zu produzieren, allzu sehr zu irgendeiner Diskussion beitragen müssen solche Artikel nicht. Na danke.
  2. #51

    Hoi

    Zitat von inci Beitrag anzeigen
    haben wir eigentlich irgendeine art von beweis, oder beweisen für den pleitestatus von immer mehr euroländern?

    um das beurteilen zu können, müsste man wissen, wie die jeweiligen haushalte in den ländern aussehen.

    wir hören immer nur, die staaten seien pleite. einen beweis dafür hat noch nie jemand vorgelegt. das wäre aber ein miminum an "europäismus", den man in so einer situation erwarten könnte. wenn nicht von der politik dann von den medien. für die medien dürfte es auch ein leichtes sein, an solche daten heranzukommen. nicht nur das, es wäre auch eine ureigenste aufgabe der medien.

    Die Staatsverschuldung Deutschlands liegt aktuell bei 2 Billionen und wächst zur Zeit um 0,4 Prozent pro Monat.
    Hinzu kommen noch 5 Billionen Euro an nicht getätigten Pensionsrückstellungen und anderen Lasten.
    Also so düster schaut es momentan in deinem Land aus.
    Aber du hast recht, sie noch nicht alle pleite... aber gewiss bald.

    (quelle u.a. Bund der Steuerzahler Deutschland e.V.)
  3. #52

    Verraten

    Zitat von Ych Beitrag anzeigen
    In meinen Augen eine völlig richtige Einschätzung der Sachlage und Beurteilung der deutschen Krisenpolitik.

    Hat zwar gedauert, aber trotzdem gut endlich einen derartigen Artikel auf SPON zu lesen!
    Zustimm:

    1. Schuldenschnitt auf eine groesse die es Griechenland bei abgeschwaechter Wirtschaftsleistung (ja, dieser Begriff faellt mir schwer) den Staat zu fuehren. Die Investoren tragen dann auch ihr Risiko, und nicht der Steuerzahler

    2. Investoren (sprich Banken) koennen dann national unterstuetzt oder abgewickelt werden. Somit muss Deutschland nicht fuer die Investitionen franzoesischer Banken herhalten

    3. Konsequente Steuerfahndung um damit die 0.1% der griechischen Bevoelkerung die ueber 80%des Vermoegens haben, und die 300 Mrd Euro die seit 12 Monaten ins Ausland geflossen sind, auch mal besteuert werden

    ...das passt den Franzosen nicht, die muessten ja fuer ihre eigenen Banken zahlen, Angela gibt lieber unser Geld aus
  4. #53

    Was soll das denn jetzt?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Regierungsmehrheit wackelt, doch*der*Bundestag wird den gigantischen Euro-Rettungsschirm nächste Woche erweitern. Leider! Denn damit begeht die Politik einen weiteren fatalen Irrtum.*Es gibt*nur eine*vernünftige*Lösung für*die Schuldenkrise - und sie ist sogar die*günstigste.
    Zunächst danke Herr Kaden, die Tendenz stimmt.

    Nur was soll das jetzt noch? In sieben Tagen wird die EFSF-Abstimmung sein. Und kurz vor knapp kommt der Spiegel mit einer ganz neuen Grundstimmung? Bisher wurde uns von Herrn Böll et al. ständig vorgebetet, wie toll alles ist und dass wir den Euro bedingungslos/alternativlos retten müssen. Die Abweichung vom Regierungskurs war doch eher marginal.
    Was bezweckt der Spiegel damit? Sich noch schnell auf die Seite des Volkes schlagen, wohl wissend, dass sich nichts mehr ändern lässt?
    Der Skandal ist doch, dass zwei völlige Undemokraten, Merkel und Schäuble, in dieser wichtigsten Entscheidung seit der Wiedervereinigung, auf die Warnhinweise ihrer Koalition pfeiffen!
    Merkt eigentlich jemand, dass seit mehreren Wochen Herr Sarkozy nicht mehr in Deutschland großartig in den Euro-Schlagzeilen erscheint? Auch dies könnte Kalkül sein. Sonst könnte man Frau Merkel Führungsschwäche beweisen. Warten wir es ab. Sobald der EFSF durch ist, wird Sarkozy wieder auf der Bildfläche erscheinen.
    Wo ist der Spiegel, wenn es um das geht, was uns einmal versprochen wurde, als der Euro eingeführt wurde? Diese Aussagen ergaben den Geist/den Sinn der Verträge. Heute jedoch ist es nur noch ein Verbiegen der Vertragstexte mit dem Ziel, der Zerstörungsstrategie Merkel/Schäubles/Sarkozys/Berlusconis zu dienen.
    Immer wenn es den absolutistischen Zielen dient, wird darauf hingewiesen, dass man Verträge erfüllen müssen. Wenn es den Zielen jedoch dient, dass Verträge dem Sinn nach gebrochen werden, wird es einfach gemacht.
  5. #54

    Widerspruch von der SPD...

    Zitat von knödlfriedhof Beitrag anzeigen
    leider sind aber wohl deutsche Politiker und Abgeordnete nicht in der Lage die im ( guten ) Artikel dargestellten Fakten und Informationen zu verarbeiten. Das, oder Sie handeln gegen besserem Wissen. Dann.....
    Die Erklärung haben Sie im ersten Teil ihrer Mail geliefert. Um gegen etwas argumentieren zu können, muß man die Hintergründe verstehen. Sonst fällt es einem schwer, sachlich begründete Argumente zu liefern. Das traue ich mittlerweile keiner unserer Parteien mehr zu, weil wir offensichtlich die falschen Politiker haben. Eine Physikerin gibt die Kanzlerin, über Atomkraft debattieren Philosophen und Pfarrer, und unser Wirtschaftsministier ist - Arzt. Wer in den Chefetagen der Banken soll ein solches Konglomerat aus Kompentenz noch Ernst nehmen? Wären jetzt Wahlen, hätten wir die Wahl zwischen Parteien, die aus Schwäche zusehen, wie der Wagen in die falsche Richtung fährt, oder die aus Überzeugung in die falsche Richtung lenken. Die anderen Parteien sind aus anderen Gründen ja praktisch unwählbar.
  6. #55

    ..bis zur Berlin-Wahl..

    Zitat von Egberth Beitrag anzeigen
    ... dem Autor den Mund verbieten. Solche Artikel in einem der größten deutschen Online Journale verunsichert doch die Märkte!!!!

    Aber es ist schon faszinierend: Bis zur Berlin-Wahl wurde die einzige Partei, die einen entsprechenden Vorschlag gemacht hat - die FDP - dafür von der Journaille als potentiell europafeindlich gebrandmarkt (zuletzt im großen Stil im Presseclub der ARD am letzten Sonntag). Nach der Methode: Es mag zwar richtig sein, aber sowas darf man nicht sagen. Jetzt nach der Wahl und dem desaströsen Ergebnis der FDP kommt eben diese Journaille aus den Löchern gekrochen und meint: "Ja nee, ohne Schuldenschnitt geht's wohl nicht."

    Komisch, gell.
    das stimmt wohl nicht so ganz, die Häme, die die FDP traf bezog sich eher auf deren neuerliche, verzweifelte Themensuche im Glaubwürdigkeitstief. Das die Analyse richtig ist, die Menschen dieser Partei trotzdem nur noch hintherlachen- das sollte dem Verein zu denken geben.
    Zu dem Artikel, ich kann dem Autor nur beipflichten.
    Die Idee Euro ist gut, und für uns hat sie sich bisher auch bezahlt gemacht. Allerdings hätte vor die Einführung der Währung, die Einrichtung einer gesamteuropäischen Wirtschaftsordnung gehört, die abgesichert durch eine legimierte Verfassung auch die Souveränität der Einzelstaaten beschränkt. Einer Ordnung, der sich dann jeder, der beitritt unterwirft, was vielleicht auch die chauvinistischen Tendenzen bei einigen Neumitgliedern gebremst hätte. Wobei diese Beschränkung natürlich auch für die "Hauptstaaten" Frankreich und Deutschland gilt, schließlich haben wir ja auch vorbildlich jahrelang die Maastricht-Kriterien erfolgreich aufgeweicht.
    Die These, dass der Schuldenschnitt die richtige Strategie ist scheint mir einsichtig, gut ich habe keine Anlagen in Fremdstaatsanleihen, da läßt sich dann trefflich Anderen der Vermögensverlust zumutbar erklären, aber die haben ja auch vorher, und noch ´nen Prozent und hier noch ein Zentelchen Prozent, ihre Renditen eingefahren- ist jetzt halt der Gewinn wieder futsch- ein Risiko, das jeder Kreditgeber in irgendeiner Form tragen muß- unabhängig davon, ob "böser" Spekulant oder "Guter".
    Das die Staaten, die einen Schuldenschnitt vornehmen, eine Weile Probleme haben werden ist klar, aber das erzwingt dann auch Haushaltsdisziplin, außerdem, irgendwann ist auch das Kapital mürbe, weil es gerne angelegt sein will, und es wird dann sicherlich dorthin wandern, wo,(und die Anleger werden nach den gemachten Erfahrungen, hoffentlich, genauer hinschauen, und nicht mehr S&P oder Moody´s blind folgen) nachhaltig gewirtschaftet wird.
  7. #56

    Die Staatsschuldenproblematik und die bail outs

    "So schafft man sich keine Freunde der europäischen Idee. Das geeinte Europa und der Euro sind die wichtigsten politischen Projekte der Nachkriegszeit. Es wäre ein Desaster, wenn sie durch falsche Weichenstellungen beschädigt würden."

    Freunde schaffen sich die Deutschen nur über die Brieftasche.

    Ich setze jetzt - da sich die Erkenntnis bei spiegel.de breit macht - noch einen drauf: nach dem Krieg ist vor dem Krieg.
    Das desaster ist längst eingetreten.
  8. #57

    ach ja

    Zitat von kdshp Beitrag anzeigen
    Hallo,

    kann aber auch nach hinten los gehen. Was ist denn wenn 51% der deutschen dafür sind das ausländer umgehend unser land verlassen oder das reiche 75% steuern zahlen müssen und h4 bezieher nur noch brot und wasser bekommen?
    Das würde sich nach meinem Verständnis Demokratie nennen - auch und gerade wenn Ihnen das Ergebnis nicht paßt.
  9. #58

    Na also geht doch

    Der erste Artikel beim Spiegel seit Jahren zur Schuldenkrise, der endlich einmal Klartext spricht, und bei dem sich der Verfasser offenbar auf die schon verloren geglaubten Tugenden der Presse als der vierten Gewalt zurückbesonnen hat.

    Weiter so, und schickt die Praktikanten zurück an die Kopierer, anstelle sie windelweiche und von keinerlei Sachkenntnis getrübte redaktionelle Inhalte schreiben zu lassen, wie zuletzt beim Spiegel üblich.
  10. #59

    Hurra

    ...ein sehr schöner Kommentar, dieser Artikel.

    Harter Schuldenschnitt und dann aus der EU austreten, Drachme einführen, abwerten, 10 oder 15 Jahre ein griechisches Geschäftsmodell aufbauen und konkurrenzfähig werden,um auch etwas weniger Minus in Handelsbilanz zu haben und dann wieder ein die Eurozone eintreten.

    Wir müssen uns aber auch endlich mal eingestehen, dass diese Griechenlandkrise auch die andere Seite unserer tollen Exportweltmeistermedallie ist.
    10 Jahre Lohndumping in Deutschland haben uns einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Und wo es so einen riesigen Handelsbilanzüberschuss gibt, gibts auch ein Handelsbilanzdefizit. Voila.


TOP



TOP