AFPMonatelang dirigierte Angela Merkel scheinbar souverän die Euro-Rettung, nun gerät sie ins Schlingern. In der Koalition herrscht Unruhe, die Kanzlermehrheit ist futsch, Karlsruhe schießt quer, und die EU-Partner wollen mehr Geld. Entgleitet Merkel ihr Gewinnerthema?
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...818031,00.html
Ein Foto auswählen, auf dem Merkel nachdenklich schaut, ein paar für sie ungefährliche Fakten in ein paar Sätzen zu einem Riesenproblem aufbauschen - schon sieht man die ersehnte Kanzlerdämmerung heraufziehen. Tatsache ist: Merkel hat 1. nach wie vor eine solide Mehrheit, wenn 2. Griechenland (endlich) aus der Eurozone kippt, wird sie das schadlos überleben, denn 3: die 77% der Deutschen, die sie unterstützen, haben sich das schon lange gewünscht. - Wie viel Prozent Zustimmung der Bevölkerung haben eigentlich Gabriel, Steinmeier und Steinbrück zusammen? Da müsste man noch Trittin, Özdemir, die Künast und die Döner-Claudia drauflegen - und sie kämen immer noch nicht an Merkels Zustimmung heran. Auch dem immer höhnisch grinsenden Oppermann wird er spätestens im nächsten Jahr dämmern, dass er jahrelang umsonst überheblich gegrinst hat. Er wird sich mit den seinen bald - wieder - in der Opposition befinden oder darf bestenfalls als einer der Juniorpartner der Kanzlerin ab und zu ein wenig 'große' Politik machen. - Vielleicht wird dann auch den SPON-Redakteuren etwas dämmern?
... dass es nicht um einen Riss in der Regierung geht, auf den dann die anderen Blockparteien lauern dürfen.
Es geht darum, dass die Bevölkerung schon lange nicht mehr hinter dem steht, was die Parteipolitiker in ihren Elfenbeintürmen beschließen.
Inzwischen ist die Stimmung brandgefährlich und so manche Extremisten werden sich darauf ihr Süpplein kochen.
Doch diejenigen, die gegen diesen Eurowahn sind, sind des wegen noch lange keine Antidemokraten oder Extremisten. Die Stimmung kippt. Man muss sich nur in den Foren umhören und die Dynamik der Entwicklungen verfolgen. Aus der Friedenswährung ist eine Bürgerkriegswährung geworden, auch wenn der Euro nur Auslöser einer systembedingten Krises ist. Die einzige Partei, die hier Profil zeigt sind die Linken. Sie allerdings machen die angeblich freien Märkte dafür verantwortlich. Dabei gibt es schon lange keine freien (Finanz-)Märkte mehr, seitdem die Politik sich hier massiv einmischt. Sonst währen schon längst einige Banken, Versicherungen und Länder pleite.
Mit Glück hat das relativ wenig zu tun, wenn man, nur um die Nationalen und Neoliberale zu beruhigen, seit Jahren die falsche Krisenstrategie fährt. Neben dem Effekt, dass sich die Bankenkrise in Europa durch diese kleingeistige Politik unglaublich verteuet hat und man mittlerweile schon bei Schwellenländern betteln geht, ist bei dieser Art von politik natürlich auch irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht.
Was Sie schildern entspricht auch meiner Meinung und meinen Erfahrungen. Die Menschen lassen sich nicht länger für dumm verkaufen und fallen nicht länger auf das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern herein.
Bei all' den Friktionen, denen unser bisher so idyllisches und leicht beherrschbares System demnächst ausgesetzt sein wird, wird es auch für die politische Klasse gefährlich. Die Frage ob es beim großen Zusamemnbruch dann auf eine Lösung à la Berlin 89/90 oder Bukarest 89 hinauslaufen wird, kann spannend werden.
[Entgleitet Merkel ihr Gewinnerthema?
Ich glaube, jetzt wird auch dem Dümmsten klar, was das eigentliche Ziel der ganzen Wulff-Kampagne von Anfang an war.
Nur liebe Leute, was käme denn nach Merkel ? Ihr kommt mir vor wie ein Ertrinkender, der ruft: "Den schwarzen Rettungsring will ich aber nicht. Wenn Ihr mir keinen roten zuwerft, werdet Ihr schon sehen was mir passiert.."
Und liebe SPON-Leute: Schätzt doch bitte mal, wieviele SPIEGEL-Titel-Geschichten es während der 16 Jahre Kohl-Regierung gab, mit dem Tenor: >Der hat aber fertig.<
Ich tippe mal auf mindestens zehn. Verkauft haben sich diese Hefte aber betimmt sehr gut ...