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Euro-Krise: Willkommen in der Feuilleton-Ökonomie

Die SPD hat lange keine Antwort auf die europäische Schuldenkrise gefunden. Jetzt hat Parteichef Gabriel vorgeschlagen, das Heil in einer "Annäherung der Lebensverhältnisse in Europa" zu suchen. Das wäre der teuerste Weg von allen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...842704,00.html
  1. #60

    It' all over now, baby blue

    Herr Fleischhauer mag ein kluger Mann, leider versprüht er seinen Geist nur in eine Richtung. Die analogie liegt auf der Hand: Jedes rückstoßgetriebene Vehikel mit festeingestelltem Kompass wird bei kleinsten Turbulenzen steuerlos. Ein kybernetisches Prinzip. Daher vielleicht auch die befremdlich anmutende Idee, Sudel-Ede's "Schwarzen Kanal" wieder auferstehen zu lassen. Aber zur Sache: The Party is over, Freunde, Kollegen und Nachbarn. So oder so. Wir haben weit über unsere Verhältnisse gelebt, tun es noch, und verschulden uns für unsere fragwürdige Bequemlichkeit bei der Erde, unseren Vorfahren, unseren Kindern und Nachkommen, bei der Biosphäre... Da sind die Schulden bei Banken, die Schulden von Privathaushalten, Gemeinden, Ländern, Staaten und ganzen Kontinenten nur ein Menetekel, das wir endlich zur Kenntnis nehmen sollten: Gezählt, gewogen, geteilt. Dieses Hickhack zwischen Wachstumspaketen und Sparprogrammen kennzeichnet den ganzen Irrsinn, der uns befallen hat.
  2. #61

    Solidarität a la SPD

    Zitat von dantheman77 Beitrag anzeigen
    Der Autor beschreibt hier also den Versuch der Annährung der Lebensverhältnisse unterschiedlich wohlhabener Personengruppen durch politische Mittel.

    Das ist ja eine riesen Überraschung!

    Herr Fleischhauer, das ist wohl der Kern der Sozialdemokratie. Menschen mit mehr Geld geben etwas von ihrem Wohlstand ab damit es Menschen mit weniger Wohlstand besser geht. (Stichwort: Solidargemeinschaft)

    Was hier auf den Tisch kommt ist somit die klassische sozialdemokratische Idee, nur eben auf europäischer Ebene.
    Sozialdemokraten muss dieses Konzept nicht bewusst werden, es sollte der Grund sein weshalb sie sozialdemokratisch wählen!

    Eine Angleichung der wirtschaftlichen Lebensverhältnisse in Europa, unter einer gemeinsamen, demokratisch legitimierten Wirtschaftsregierung ist der einzige Weg LANGFRISTIG zu stabilen Verhältnissen zu gelangen.
    Wenn wir uns jetzt in Kleinstaaterei zurückziehen, sehe ich wirklich Schwarz für die Zukunft.
    Ich glaube kaum, dass es schon einmal Kern sozialdemokratischen Denkens war, finanzielle Solidarität mit Staaten zu üben, deren Bevölkerung sich dafür entschieden hat, ein bisserl weniger als wir zu ackern und dafür lieber ein bißchen länger Siesta zu machen oder in der Sonne zu liegen oder auch früher in Rente zu gehen. Worum es der "alten" Sozialdemokratie ging, war eine gerechte Umverteilung von "oben" nach "unten" ("oben" - das wären heutzutage die Millionäre und vor allem die entfesselten Banker!). Äh, aber hat irgendjemand sowas von Steinmeier & Co bislang gehört...? Und jetzt bitte nicht die lächerliche Finanztransaktionssteuer anführen - über DIE 0,0nochwas Prozent lachen sich die Banker tot !
  3. #62

    Zitat von alexas2 Beitrag anzeigen
    Jetzt verraten Sie mir bitte mal, wo Sie noch einen Unterschied zwischen SPD und Grünen erkennen können ? Beide faselten bei der ESM-Abstimmung dummdreist von "Solidarität mit Europa" und meinen doch "Solidarität mit den Banken". Eine Partei wie die andere: unwählbar!
    Bei Merkel und Co. kann man aufgrund ihrer Regierungsverantwortung all diese dubiosen Beschlüsse vielleicht noch mit stressbedingtem Fehlentscheidungsdurchfall in Kombination mit EU- Gruppenzwang begründen. Aber bei SPD und Grünen ? Die lagen auf der faulen Haut, und haben sich nicht einmal die Mühe gemacht, sich Gedanken über mögliche Konsequenzen zu machen. Alles was von dieser Seite in Bezug auf ESM etc. jetzt noch Gegenteiliges kommt, ist pure Wahlkampfstrategie, um das möglicherweise doch durch den Wähler in Gefahr geratene Abgeordnetenpöstchen zu retten.
  4. #63

    Guter Wille reicht halt nicht...

    Zitat von CommonSense2006 Beitrag anzeigen

    Nur, genau das haben wir in den letzten 20, 30 Jahren mit vielen vielen Milliaden Euros gemacht. Und? Was ist das Resultat?
    Ich ziehe mal einen Vergleich der vielleicht nicht hundertprozentig sauber ist, aber zumindest einen möglichen Weg aufzeigt..

    Vergleichen wir die Situation mit Deutschland, als uns die Finanzkrise 2008/09 erreichte, da haben wir auch nicht einfach angefangen unser Geld unter das Kopfkissen zu stopfen, sondern große Förderpakete (Konjunkturpakete) geschnürt um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Und? Das Ergebnis: kein Land hat die Krise so gut überstanden wie Deutschland. Jetzt mag man natürlich anprangern, dass die wirtschaftliche Situation in den Krisenstaaten eine ganz andere ist. Ist sie auch! Aber die Konjunkturpakete haben in erster Linie auf den Mittelstand abgezielt und der existiert auch im Süden von Europa. Er wird zurecht auch als das Rückgrat der wirtschaftlichen Leistung eines Landes bezeichnet.

    Wie schaffen wir es nun, dass das Geld nicht einfach so auf den abgebrannten Feldern und Äckern Südeuropas verpufft. Hier kommt Europa ins Spiel, Europa stellt das Geld und Europa muss überwachen. Und damit es nicht so weiter geht, dass Milliarden gen Süden in die prall gefüllten Portemonnaies der Korruptionsmaffia fließt, brauchen wir mehr Europa und mehr Kontrolle, auch wenn das dem freiheitlichen Gedanken, dass der Markt schon alles regelt widerspricht. Ohne eine gemeinsame Fiskal- und Wirtschaftspolitik hat es und wird es auch in Zukunft nicht funktionieren.
  5. #64

    Danke!

    Der einzige vernünftige Kolumnist hier! Von den anderen kommt leider durch die Bank weg der gleiche Blödsinn...

    Bestelle mir gleich mal sein neues Buch... :-)
  6. #65

    Bitte erklären !

    Zitat von marthaimschnee Beitrag anzeigen

    Anders kann man den Bullshit, wir würden über unsere Verhältnisse leben gar nicht deuten.
    Mich würde mal wirklich interessieren, wie jemand auf die Idee kommt, wir würden nicht über unsere Verhältnisse leben, ohne die Logik allzu sehr zu verbiegen. Wo kommen denn die Rohstoffe und Lebensmittel für unseren Lebenstandard her? (Ohne Öl bzw den daraus gewonnenen Dünger wären höchstens 10-20 % der derzeitigen Lebensmittel vorhanden). Sie scheinen da aber wohl den Stein der Weisen gefunden zu haben, können wir an ihrem "Wissen" teilhaben ?
  7. #66

    Fleischhauer muss sich ja nicht wenden

    Zitat von dantheman77 Beitrag anzeigen
    Der Autor beschreibt hier also den Versuch der Annährung der Lebensverhältnisse unterschiedlich wohlhabener Personengruppen durch politische Mittel.

    Das ist ja eine riesen Überraschung!

    Herr Fleischhauer, das ist wohl der Kern der Sozialdemokratie. Menschen mit mehr Geld geben etwas von ihrem Wohlstand ab damit es Menschen mit weniger Wohlstand besser geht. (Stichwort: Solidargemeinschaft)

    Was hier auf den Tisch kommt ist somit die klassische sozialdemokratische Idee, nur eben auf europäischer Ebene.
    Sozialdemokraten muss dieses Konzept nicht bewusst werden, es sollte der Grund sein weshalb sie sozialdemokratisch wählen!

    Eine Angleichung der wirtschaftlichen Lebensverhältnisse in Europa, unter einer gemeinsamen, demokratisch legitimierten Wirtschaftsregierung ist der einzige Weg LANGFRISTIG zu stabilen Verhältnissen zu gelangen.
    Wenn wir uns jetzt in Kleinstaaterei zurückziehen, sehe ich wirklich Schwarz für die Zukunft.
    Fleischhauer muss sich ja nicht wenden, er war schon immer so. Ganz anders als der Prof. aus München. Der ganz nervös wurde, als dieser Diskurs an ihm vorbeilief.

    In diesem Punkt hat Fleischhauer also Rückgrat, er ist nicht auf einen populistischen Zug aufgesprungen, er sitzt da immer schon drin.

    Und Fleischhauers Meinung über Solidarität, diese fürchterliche Eigenschaft von Sozialisten, die den Eliten das Ersparte nehmen, kennt man auch schon seit geraumer Zeit.:-)
  8. #67

    Zitat von linx Beitrag anzeigen
    Wieder einer der die Ursachen der "Schuldenkrise" nicht begriffen hat und ihre Auswirkungen für eine völkische Schlußfolgerung nutzt.

    Tatsächlich hat erst die Bankenkrise 2008 dazu geführt, dass einige Staaten, die mit Steuergeldern "Banken retten" mussten, ihre Schulden steigern mussten (Spanien hatte eine deutlich niedrigere Schuldenqoute als z.b. Deutschland). Das haben "die Banken" dann dazu genutzt die Zinsen dieser Staaten auf perverse Höhen zu treiben.

    Nun spricht jeder von einer Schuldenkrise und die Staaten hätten geprasst und ihren Bürgern soziale Geschenke verteilt. Doch der Dieb hockt derweil in seinem Geldturm und freut sich. die nächsten Miliarden wird er auch kriegen.

    Na dann zeigen sie mal EINEN Staat, der mit seinen Einnahmen auskommt und sich nicht jedes Jahr zusätzlich neuverschuldet! Die Schweiz zählt nicht als Beispiel.
  9. #68

    Gehirnakrobatik

    Zitat von cemi Beitrag anzeigen
    Und noch simpler: Erst wenn der deutsche Arbeitnehmer wieder mehr Kohle in der Tasche hat, kann Deutschland auch wieder Konjunturlokomotive werden. Das sind makro-ökonomische Binsenweisheiten, Herr Fleischhauer, da kann man auch mal von allein drauf kommen.
    Auf soviel Gehirnakrobatik kann man mit Nichten selbst kommen. Ihr Vorschlag ist so genial, dass wir damit jegliche Armut weltweit mit einem Schlag loswerden. Am besten wir fangen mit Zimbabwe an und erhöhen dort erst mal die Löhne. Mit der neuen Kaufkraft der Einwohner blüht die "Makro-Ökonomie" und bei genügend häufigen Lohnerhöhungen ist Zimbabwe schon bald reichstes Land auf Erden. Wenn es klappt sollten wir es nachmachen.
  10. #69

    Zitat von Emil Peisker Beitrag anzeigen
    Fleischhauer muss sich ja nicht wenden, er war schon immer so. Ganz anders als der Prof. aus München. Der ganz nervös wurde, als dieser Diskurs an ihm vorbeilief.

    In diesem Punkt hat Fleischhauer also Rückgrat, er ist nicht auf einen populistischen Zug aufgesprungen, er sitzt da immer schon drin.

    Und Fleischhauers Meinung über Solidarität, diese fürchterliche Eigenschaft von Sozialisten, die den Eliten das Ersparte nehmen, kennt man auch schon seit geraumer Zeit.:-)
    Die Elite soll ja nun neu formuliert werden. Einige begeisterte Anhänger der Umverteilung werden mit Entsetzen feststellen, dass sie sich künftig selber auf der Seite der Elite befinden werden. Das Geschrei wird imens sein. So war das mit der Umverteilung ja dann doch nicht angedacht. Sozial ist es doch wenn man von anderen fordert zu zahlen.








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