Euro-Krise: Wie Europa seine Banken retten könnte

EC/Eureka SlideDürfen Europas Geldhäuser unter den Rettungsschirm schlüpfen, ohne dass die nationalen Regierungen im Gegenzug Auflagen akzeptieren müssen? Fachleute halten das für möglich - sogar ohne Zustimmung der Parlamente.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...836524,00.html
  1. #220

    Auf Verstaatlichung der meisten Banken wird es als Perspektive hinauslaufen

    Zitat von cnidarja Beitrag anzeigen
    "Denkverbote dürfe es nicht geben."
    Verstaatlichung
    Gut, dann schlage ich vor, dass jedes Land seine Banken
    verstaatlicht.
    Für so etwas grundlegendes wie das "Finanzsystem" muss der Staat
    verantwortlich sein, nicht irgendeine private Person oder Institution.
    Wie viele Milliarden sind bei der Stützung der Commerzbank
    und der Verstaatlichung des Finanzmülls der HRE auf
    Kosten der Steuerzahler angefallen
    und werden noch weiter anfallen?
    Ohne diese Milliarden wären auch z.B. die Deutschbanker
    in Schieflage von Soll und Haben gelangt.

    Banken, die unter staatliche Kontrolle von Politikern gestellt
    werden, die linke politische Vorstellungen umsetzen,
    wird genau so zu Lasten der Steuerzahler pleite gehen.

    Die Überliquidität ist entstanden weil von linken Politikern so getan
    wurde und wird, als ob Schulden völlig unwichtig seien.
    Es sind Sie nicht und das sehen Sie derzeit so deutlich wie selten zuvor.

    "Es gibt kein schlüssiges Modell für die Steuerung einer
    Volkswirtschaft und jeder VWL Experte, der behauptet,
    dass es so etwas gäbe, lügt.

    Und so dreht sich die volkswirtschaftliche Abwärtspirale
    mit inzwischen immer schnelleren Umdrehungen nach unten weiter.
  2. #221

    Genau!

    Zitat von carletto Beitrag anzeigen
    Mit Verlaub, Sie leben in einer Traumwelt.

    1. Europa wird sich in ein Hort der sozialen Unruhen verwandeln, und das schneller als sich so manch einer heute noch vorstellen mag. Die europäische Politik, insbesondere die deutsche macht ökonomisch so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann, und beschleunigt den Zusammenbruch noch mehr als ihn mit richtiger Politik zu verlangsamen, oder ihn gar zu stoppen.

    2. Dieses "wahnsinnige Profetieren" wie Sie es nennen, ist nichts anderes als eine durch Hartz 4, Zeitarbeit, und Niedriglöhne erkaufte (Nochmal einen herzlichen Dank an den Ökonomen Schröder), künstlich erzeugte Blase. Das Ergebnis ist nämlich, das seit 10 Jahren weder die Real-/Massenlöhne steigen, geschweige denn die Binnennachfrage merklich wächst. Was übrig bleibt ist ein Exportüberschuss mit dem wir insbesondere die Mittelmeerländer kaputt exportiert haben! Nun dürfen wir via ESFS/ESM und Haircut unseren ganzen Schrott den wir dorthin exportiert haben nämlich selbst bezahlen. Die Rechnung kommt wie immer zum Schluß!

    3. Schicksalsgemeinschaft mag sein. Anscheinend ist aber weder der Euro noch noch die immer mehr in eine Diktatur abdriftende EU in der Lage diese auch anständig zu verwalten.
    Heiner Flassbeck hat das in einem Vortrag für Laien verständlich dargestellt:
    Wege aus der Euro-Krise - Prof. Dr. H. Flassbeck - YouTube

    Ich bin der Meinung, dass die EZB nach Ausbruch der Krise hätte für alle Staatsanleihen garantieren müssen, also auf dem Primärmarkt hätte tätig werden müssen - natürlich auch unter strengen Auflagen. Das hätte die Staaten vom Finanzmarkt abgekoppelt und die Spekulation auf Staatsanleihen SOFORT beendet.
    Es wäre sehr viel billiger gewesen, als die durch die Brust ins Auge-Taktik, die letztlich das gleiche ist, nur über den teuren Umweg über Geschäftsbanken.
    Man hätte sich die Rettungspakete, EFSF und ESM sparen können - die hätte man nicht gebraucht. Außerdem wäre damit die Umverteilung von Volkseinkommen auf die Finanzindustrie beendet gewesen.
    Man hätte das Kaputtsparen der Staaten vermieden und einen Anpassungsprozess über eine Dekade vornnehmen können.
    Denn die Ungleichgewichte sind ja in den letzten 10 Jahren kumuliert - das in 1 oder 2 Jahren zurück führen zu wollen, ist absoluter Wahnsinn - wie wir ja besichtigen können. Die Folgen sind nämlich sehr unstabile politische Verhältnisse, Regierungswechsel überall, Einsetzen von Technokraten, soziale Verwerfungen und Unruhen.
    Die Eurobonds, die immer wieder diskutiert werden, hätte man auch nicht gebraucht oder am Ende des Prozesses einführen können. In dieser Dekade hätte man auch die Zeit gehabt, Harmomisierungen in aller Ruhe vorzubereiten.
    Jetzt sagen die Kritiker, diese Maßnahme führe zu Inflation.
    1. Haben wir auch jetzt eine höhere Inflation.
    2. USA, Japan und GB, die das so machen, stehen trotz erheblich höherer Verschuldung wesentlich besser da, oder?
    Das hat man aus ideologischen Gründen nicht gemacht - und auch deshalb nicht, weil man die Finanz-und Wirtschaftsoligarchie pämpern wollte. Das Ergebnis ist eine einziges Desaster.
    "Schlamassel" ist dafür ein eher sehr niedlicher Ausdruck, der mit der Realität nichts zu tun hat!
  3. #222

    Naja,

    Zitat von Ivy Mike Beitrag anzeigen
    Ich glaube viele der "so genannten Linken" sind so beseelt vom Traum eines vereinten Europas mit dem Euro als Instrument, dass sie für die Wahrheit blind sind oder sich ihr bewusst verschließen.
    Vielleicht sind sie aber auch so naiv und glauben, das Geld lande beim arbeitslosen spanischen Jugendlichen.

    Als rechsorientiertes Blatt mit dem einfachen Slogan "Deutschland nicht der Zahlmeister Europas" hat man es da einfacher.
    da muss ich leider wiedersprechen. Die LINKE hat die Einführung des Euro abgelehnt - als einzige Partei, weil sie genau die Folgen vorausgesehen hat, die nun eingetroffen sind.
    Gysi hat das im Bundestag gesagt: "Wir wollten den Euro SO nicht, aber jetzt haben wir ihn und müssen damit irgendwie klar kommen".
    Und dann hat die Linke Vorschläge gemacht. Die Eurobonds z.B. - aber, und das ist sehr wichtig - war für die Linke ein Instrument BEVOR Rettungsschirme, EFSF, etc. eingeführt wurden. Das hat Lafontaine kürzlich noch in einer Talkshow geäußert. Er sprach außerdem die Handelsungleichgewichte an und die fatale Rolle D. dabei (s. Link im vorigen Post).
    Außerdem hat die Linke IMMER eine Besteuerung der großen Vermögen in GANZ Europa, eine FTA, Regulierung der Finanzmärkte und ein höheres Lohnniveau für D. gefordert. Alles Maßnahmen, die erheblich zu einer Krisenbewältigung hätte beitragen können.
    Nur blöd, dass diese Vorschläge von den Linken kamen - da mussten unsere Politstrategen aus den anderen Parteien einfach ablehnen.
    Es geht ja nicht darum, was hilft!! Nein, wichtig ist nur, alles anders zu machen als die Linke.
    Fazit: Die LInke hatte Recht - so einfach ist das! Schade, dass diese Partei sich gerade selbst zerlegt ...
  4. #223

    Zitat von carletto Beitrag anzeigen

    1. Europa wird sich in einen Hort der sozialen Unruhen verwandeln. Die europäische Politik, insbesondere die deutsche macht ökonomisch so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann, und beschleunigt den Zusammenbruch.

    2. Dieses "wahnsinnige Profitieren" ist nichts anderes als eine durch Hartz 4, Zeitarbeit, und Niedriglöhne erkaufte Blase.

    3. Schicksalsgemeinschaft mag sein. Anscheinend ist aber weder der Euro noch noch die immer mehr in eine Diktatur abdriftende EU in der Lage diese auch anständig zu verwalten.
    Die Banken kann man nur mit Steuergeldern retten. Woher sollte das Geld sonst kommen? Weil sich die Politiker aber nicht trauten, dies dem Volk einzugestehen, erfand man den Umweg der "Rettung" der Portugiesen, Iren, Griechen etc., die dann das Geld wieder an unsere Banken weiter leiten sollten.
    "Manchmal muss man das Volk belügen" (Jean-Claude Juncker)
  5. #224

    Definitiv nicht

    Zitat von Chamar Beitrag anzeigen
    wer sollte dann unsere Ware kaufen können? Momentan würde dann eine eigene deutschen Währung tüchtig aufgewertet. Und ... wenn sich dann niemand mehr die Ware leisten kann, die Chinesen, Inder, Südamerikaner in die Breche springen und die Ware anbieten....
    Bei der Schweiz hat schon allein die Drohung, Geld zu drucken den Kurs bei 1,20 fest am Euro angeheftet.
    Der hohe DM-Kurs war schon vor dem Euro kein Problem, er würde es auch nach dem Euro nicht sein.
    Aber nochmals:
    Der ClubMed sollte im eigenen Interesse geschlossen aus dem Euro austreten. Dann kann er auch seine Bonds feilbieten.
  6. #225

    Ausverkauf der Demokratie durch die Hintertür!

    Inzwischen hat sich herumgesprochen, daß selbst eine dezentrale Energieversorgung kostengünstiger und effizienter für einen Staat sein könnte, wenn man es nur wollte. Der Datenaustausch, die Steuerungs- und die Regelungsmöglichkeiten solcher Anlagen sind längst vorhanden.

    Nur der Wille von den Politikern fehlt noch den Stromkonzernen Beine diesbezüglich zu machen. Es winken zu Gute Anschlußbeschäftigungen für Ex-Politiker.

    Und zu Europa kann ich nur sagen:
    Eine zentrale Führung der Staaten Europas wird bestimmt nicht für ein wirtschaftlich stärkeres Europa in der Welt sorgen. Die europäischen Schein-Eliten wollen nur endgültig die derzeitigen Demokratien zusammenschrumpfen, denn kritische Bürger sind nicht gewollt.

    Das ewige Schöngerede der Medien hilft sowieso nur noch bei denjenigen die Pudding an die Wand nageln. Wenn man ein bischen mit Hirn durch die Welt geht, fällt einem schnell auf, was hier verdammt schief läuft.
  7. #226

    Inflation Nein - Strukturprobleme Ja

    Zitat von Traumschau Beitrag anzeigen
    Jetzt sagen die Kritiker, diese Maßnahme führe zu Inflation.
    1. Haben wir auch jetzt eine höhere Inflation.
    2. USA, Japan und GB, die das so machen, stehen trotz erheblich höherer Verschuldung wesentlich besser da, oder?
    Das hat man aus ideologischen Gründen nicht gemacht - und auch deshalb nicht, weil man die Finanz-und Wirtschaftsoligarchie pämpern wollte. Das Ergebnis ist eine einziges Desaster.
    "Schlamassel" ist dafür ein eher sehr niedlicher Ausdruck, der mit der Realität nichts zu tun hat!
    Hinter allen Waehrungen der Welt ausser dem Euro steht EINE, immer nur eine Wirtschaftsregierung. Und das ist der grosse Unterschied und solange man das in Europa nicht will, bleibt der Euro ein Krisenherd, ein Blinddarm im Eingeweide der Weltwirtschaft.

    Aber man muss die europaeische Geschichte mit in Kauf nehmen und den Eurostaaten ist eine Unterordnung gegenueber D einfach nicht akzeptabel. Aber D ist eben die dominierende Wirtschaftskraft, deren Groessengewicht im ganzen durch groessere Produktivitaet noch weiter hochgehebelt ist.

    Inflation ist wirklich kein Problem. Man spricht heute wieder von Rezession (China und die USA schwaecheln und Euroland wankt) und das fuehrt normalerweise zur Deflation, dem Gegenteil von Inflation. Man erwartet dass Rohstoffpreise in den kommenden Monaten in US$ gerechnet um 25% sinken werden und das bringt die ganze Kostenstruktur der Welt in eine Schrumpfungsphase.

    Mit dem Euro hat sich Europa das Trojanischen Pferd in die Festung gezogen. Nur grosses staatsmaennisches handeln kann kann die Lage verbessern und wie man sieht, in Griechenland kann man nicht einmal eine Kriseneinheitsregierung bilden. Die Egos der Mitspieler waeren zu gross.