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Euro-Krise: Top-Ökonom hält Griechenland-Pleite für sicher

Neue Gelder und Sparpakete für Griechenland? Verschenkt, meint der Ökonom Stefan Homburg im SPIEGEL-Interview. Der Staatsbankrott sei unausweichlich - mit schlimmen Folgen für die EU. Finanzminister Wolfgang Schäuble bereitet sich schon für den Ernstfall vor - hält eine Pleite aber für beherrschbar.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...770592,00.html
  1. #390

    Wer ist Herr Homburg?

    Top-Ökonom und Herr Homburg...das passt nicht wirklich zusammen. Ich kenne sein Vorlesungen und auch die Literatur, die er verfasst hat...ich würde dem Bericht daher keine Beudeutung beimessen. Haben die Journalisten von SPON eigentlich jemals korrekt für die Artikel, die sie verfassen, recherchiert? Anscheinend nicht, denn was in den letzten Wochen hier zu lesen ist, ist journalistischer Schrott, den man versucht mit belanglosen Meinungen von angeblichen Top-Ökonomen zu untermauern...traurig sowas oder, liebe SPON-Reporter?
  2. #391

    @Liberalitärer

    Zitat von Liberalitärer Beitrag anzeigen
    Das meint er nicht, es gibt keinen Grund, Exporte zu pampern und die Binnenwirtschaft zu strangulieren. Ziel ist nach geltendem Recht ein ausgeglichener Außenhandel, also weder Überschüsse noch Defizite. Wird dieses Ziel verfehlt muss gegen gesteuert werden. Maastricht sollte zur Konversion führen - das meint Angleichung.
    Können Sie mir mal erklären, wie man diese Ausgeglichenheit erreichen soll?
    Eine ungefähre Angleichung könnte doch nur dann stattfinden, wenn jedes Land der EU vergleichbare Lebensverhältnisse hätte, eine in etwa vergleichbare Steuer-und Sozialgesetzgebung und in etwa gleiche Rohstoffvorkommen, Industrialisierung, Bevölkerungsstruktur usw..
    Würde beispielsweise ein Land mit extrem hohen Erdölvorkommen oder sonstigen gefragten Rohstoffvorkommen zur EU gehören, hätte dieses Land zwangsläufig zunächst einen Exportüberschuss. Oder z. B. irgendein EU-Land, das vom EU-Ausland begehrte Güter herstellt, die aufgrund hoher Nachfrage einen entsprechend hohen Preis haben.

    Sollen diese Länder dann im Gegenzug verpflichtet werden, in gleicher Höhe Güter aus anderen EU-Staaten zu importieren, um ihren Außenhandelsüberschuss zu reduzieren?

    Ich stelle es mir ähnlich vor, als wenn ein Unternehmen der Softwarebranche wie z. B. Microsoft, SAP usw. einfach mal auf den Urheberrechtsschutz verzichten würde; schließlich will die Konkurrenz ja auch verdienen.

    Oder auch z. B. Banken ihre Handelsstrategien bereitwillig Konkurrenten zur Verfügung stellen würden; die können daran schließlich auch verdienen.
  3. #392

    Jau

    Zitat von wurzelei Beitrag anzeigen
    Der Derwisch aus Paris ist da erfolgreicher.
    Unvergessen: Deutsche Banken verpflichteten sich beim ersten Rettungspaket auf Druck der Bundesregierung, bis 2013 keine griechischen Staatsanleihen zu verkaufen, während die Franzosen ihren Müll fleissig bei der EZB entsorgt haben.
  4. #393

    Subventionskürzung

    Zitat von berlinerin95 Beitrag anzeigen
    Können Sie mir mal erklären, wie man diese Ausgeglichenheit erreichen soll?...
    Ja, Abschaffung der Landesbanken. Streichung von z.B. Hermes Bürgschaften. Das wäre ein Anfang.
  5. #394

    Nur mal so

    Griechenland steht ohne Zweifel schlecht da. Die eigentliche Misere ist doch vor allem aber, dass Ratingagenturen die Griechen inzwischen auf CCC herabgestuft haben. Wer also praktisch keine neuen Kredite mehr bekommt oder nur noch zu Wucherzinsen, kann trotz Rettungsschirm machen , was er will, er kommt aus dem Schlamassel nicht raus. Ganz anders ständen die Griechen da, wenn sie trotz allem noch ein AAA hätten, wie z. B. die USA, die 2010 ein Haushaltsdefizit von 11,3% des BIP hatten, die Griechen von 10,5%. Komisch, oder?
  6. #395

    Die kapitalgedeckte Altersvorsorge ist das Problem ...

    Zitat von armagnac Beitrag anzeigen
    (..) Indem man das Geldhorten mittels *Negativ-Zins* unattraktiv macht! (Rentenvorsorge ausgenommen.) Umso länger Geld unproduktiv auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto liegt (oder damit spekuliert wird), desto stärker sollte es entwertet werden. (...)
    Durch Geld kann man im Voraus produzieren und die Tauschwirtschaft nicht nur wertmäßig abstrahieren, sondern Leistung und Gegenleistung zeitlich strecken - weil das Geld nicht verdirbt usw.

    Wenn aber eine Generation vglw. geburtenstarker Jahrgänge "für die Rente spart", erzeugt sie hieraus einen Anspruch gegen die nächste Generation - in der dann weniger Menschen mehr zurückzahlen sollen :-(

    Eine Volkswirtschaft kann gar nicht sparen, sie existiert immer im Hier und Jetzt - also kann sie nur umverteilen. Die Generation der Menschen >50 hat Multi-Milliarden an Staatsverschuldung angehäuft, um in sich irgendwelche sozialen Wohltaten auszuschütten (die man sich als Sofortzahler nicht hätte leisten wollen/können) und glaubt jetzt, dass die Jungen das zurückzahlen.

    Und da kommt auch Griechenland ins Spiel: Die haben Ihre Jungen noch stärker verschuldet, indem sie sich das Geld für ihre Wohltaten im Ausland zusammengepumpt haben. Und die Länder haben gerne gegeben: Wer als 30-jähriger Geld für die Rente anlegt, will das doch nicht wirklich mit 50 zurück, sondern ist insgeheim heilfroh, wenn der Kreditnehmer nicht zurückzahlt, sondern das Darlehen verlängert.

    Sicherlich wird man den Griechen nicht einfach den Hahn zudrehen können. Wir werden wohl einen dreistelligen Milliardenbetrag nachträglich in eine Schenkung umwandeln müssen. Ob man das eine Pleite nennt, bleibt jedem selbst überlassen.

    Griechenland war vor dem Euro arm und hat die Gemeinschaftswährung für 15 Jahre Dauerparty genutzt. Jetzt kommt die Rechnung, die nicht bezahlt werden kann. Das ist auch für die, die 15 Jahre lang immer lächelnd geliefert hat, bitter. Und nach 15 Jahren Party wird auch der Kater gigantisch ... :-(
  7. #396

    Wer kontrolliert eigentlich den ESM?

    Das wäre einmal einen Spiegel-Artikel wert:

    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?topic=9061.0

    Wie demokratisch (legitimiert) ist die EU?
  8. #397

    Aus dem Stegreif

    Zitat von berlinerin95 Beitrag anzeigen
    Ich stelle es mir ähnlich vor, als wenn ein Unternehmen der Softwarebranche wie z. B. Microsoft, SAP usw. einfach mal auf den Urheberrechtsschutz verzichten würde; schließlich will die Konkurrenz ja auch verdienen.
    Wenn man Europa nur dem Konkurrenzgedanken betrachtet, wird die politische Union zur Farce.

    Nur mal kurz angedacht, was man machen könnte:

    1. Entflechtung der Einheitswährung.

    2. Einheitliche Regelungen für Steuererhebungen, Strafrecht und Verwaltungsvorschriften bis hin zur Gebührenordnung. (Ein sehr gutes Beispiel ist Deutschland/Österreich - alles nahezu identisch, die Sachen heissen nur anders.)

    3. Vereinheitlichung der Sozialsysteme. (Bspw. Orientierung am Begriff "Armut", wie ihn die OECD definiert -> bemisst sich am jeweiligen Durchschnittseinkommen eines Landes). Davon abgeleitet darf man dann gerne dem "Lohnabstandsgebot" huldigen.

    4. Regionale Strukturförderungen so ausrichten, dass Ungleichgewichte ausgeglichen werden. (Beispiel: Ist GR unterdurchschnittlich industrialisiert, werden keine Agrarprodukte mehr subventioniert, sondern die Ansiedlung moderner Technologien.)
  9. #398

    Beherrschbar?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Neue Gelder und Sparpakete für Griechenland? Verschenkt, meint der Ökonom Stefan Homburg im SPIEGEL-Interview. Der Staatsbankrott sei unausweichlich - mit schlimmen Folgen für die EU. Finanzminister Wolfgang Schäuble bereitet sich schon für den Ernstfall vor - hält eine Pleite aber für beherrschbar.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...770592,00.html
    Viel besser beherschbar wäre die Krise gewesen, wenn man ncht erst Milliardensummen in Griechenland versengt hätte und es letzendlich doch pleite geht. Die Pleite war von Anfang an nicht abzuwenden, jeder der sein Geld redlich verdient hat das gewusst. Die unsinnige Verschwendung von Sreuergeldern können sich nur die erlauben, die für ihre Handlungen nicht zur Verantwortung gezogen werden können: deutsche Politiker und Banker.
  10. #399

    TOP-Ökonom

    Zitat von ComMirror Beitrag anzeigen
    Top-Ökonom und Herr Homburg...das passt nicht wirklich zusammen. Ich kenne sein Vorlesungen und auch die Literatur, die er verfasst hat...ich würde dem Bericht daher keine Beudeutung beimessen. Haben die Journalisten.....
    Oh, je. Da hat sich aber jemand 'mal eine schlechte Note bei Prof. Homburg eingefangen. Es kann ja wohl keinen Zweifel daran geben, dass Prof. Homburg zu den renommiertesten Makroökonomen und Finanzwissenschaftlern Deutschlands zählt. Ob seine These richtig ist, weiß ich allerdings auch nicht...








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