Forum: Blogs
Euro-Krise: Top-Ökonom hält Griechenland-Pleite für sicher
Neue Gelder und Sparpakete für Griechenland? Verschenkt, meint der Ökonom Stefan Homburg im SPIEGEL-Interview. Der Staatsbankrott sei unausweichlich - mit schlimmen Folgen für die EU. Finanzminister Wolfgang Schäuble bereitet sich schon für den Ernstfall vor - hält eine Pleite aber für beherrschbar.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...770592,00.html
- #380 26.06.2011 20:18 von
Hier ist die Loesung
Aus dem Artikel:
"Der Euro-Rettungsfond wird – immer wieder aufgestockt – zur Dauereinrichtung werden, so lange Deutschlands Exportwirtschaft auf der Basis niedrigerer Löhne und kreditfinanziert weiter hohe Ausfuhrüberschüsse in der Eurozone auftürmt. Der Schaden, der dadurch dem deutschen Volk entsteht, kann nicht mehr verhindert werden."
Ach so, die kreditfinanzierte Exportwirtschaft ist schuld?
Wie waere es, wenn die Deutschen einfach so lange unproduktiven Urlaub machen, bis sie mit den Suedlaendern mitziehen oder diese unterbieten koennen?
Vorgezogener Ruehestand ist eine gute Alternative. - #381 26.06.2011 20:19 von
@Liberalitärer
Welche deutschen Lohnstückkosten meinen Sie denn damit? Haben Sie da die zahlreichen AN mitgerechnet, die spätestens mit 58 oder in noch jüngerem Alter (z. B. im Bergbau) in den Vorruhestand geschickt werden?
Und auch die Beschäftigten im öffentlichen Dienst fehlen, da diese aus staatlichen Mitteln entlohnt werden.
Die Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegebereich (mal abgesehen von privat finanzierten Einrichtungen) sind da gleichfalls nicht mitgezählt und auch nicht die Rentner und Pensionäre.
In Berlin, aber auch in zahlreichen anderen Regionen Deutschlands gibt es kaum noch Industriearbeitsplätze, zumindest immer weniger solche, die zum Bestreiten des Lebensunterhalts ausreichen. Und zahlreiche der noch vorhandenen Arbeitsplätze, wie z. B. in der Solarindustrie oder auch in sonstigen Erwerbszweigen wie der Landwirtschaft wären ohne staatliche Hilfen nicht überlebensfähig.
Hinzu kommen dann noch die Arbeitsplätze, deren Inhaber aus staatlichen Mitteln unterstützt werden müssen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.
Die Zeiten, als jeder AN über zwischen Gewerkschaften und AN ausgehandelte Tariflöhne verfügte, die aus privaten Mitteln bezahlt wurden, sind leider für mehr und mehr Leute vorbei. - #382 26.06.2011 20:34 von Liberalitärer
Zum Teil
Das meint er nicht, es gibt keinen Grund, Exporte zu pampern und die Binnenwirtschaft zu strangulieren. Ziel ist nach geltendem Recht ein ausgeglichener Außenhandel, also weder Überschüsse noch Defizite. Wird dieses Ziel verfehlt muss gegen gesteuert werden. Maastricht sollte zur Konversion führen - das meint Angleichung.
- #383 26.06.2011 20:36 von rhs
- #384 26.06.2011 20:43 von
Top-Ökonom
Aber Herr Heil, was soll die rhetorische Frage? Die Ökonomie ist nun einmal keine Wissenschaft, und ökonomischer Ruhm ist flüchtig. Selbst der "Vater des Wirtschaftswunders" Ludwig Erhard musste seinerzeit relativ kurz nachdem er den alten Adenauer beerbt hatte zurücktreten, da er angeblich in der ersten Nachkriegsrezession (so um 1965/66) "versagt" hatte. Er wurde damals ob seiner biederen Rezepte ("maßhalten") gnadenlos durch den Kakao gezogen.
Außerdem weiß jeder Leser dieses Forums, dass Sie der Auffassung sind, dass der Titel "Top-Ökonom" nur Ihnen selbst und Ihrer Entourage gebührt. - #385 26.06.2011 20:43 von
@ Liberalitärer
Das klingt gut. Trotzdem wird mir hier zu sehr aus dem bestehenden System heraus argumentiert. Aber egal, was mir gut gefällt ist, dass du den Zusammenhang erkennst - und eine Angleichung des Aussenhandels gut findest. Das ist vernünftig.
Die deutschen Regierungen haben aber permanent dagegen verstossen. Merkel mit ihrem Wachstumswahn, und Schröder/Clement/Fischer, indem sie die Exporte durch die ganzen Billigjobs angeheizt haben. Laut Rudolf Hickel (heute morgen im Presseclub) arbeiten schon 6,5 Millionen Deutsche im Niedriglohnsektor. Welchen Sinn macht da die Ausbeutung in den Kreativjobs (Designer), in der Pflege oder in der Leiharbeit?
Einerseits wird behauptet, das wäre notwendig gewesen, um wettbewerbsfähiger zu werden - andererseits verlangt man von den schwächeren Euro-Ländern, dass sie ihrerseits wettbewerbsfähiger werden. Das widerspricht sich doch!
Was mir besonders bitter aufstösst sind zwei Punkte:
1) Die Mittelschicht hat sich zu lange gegen die Unterschicht ausspielen lassen. Das Menschsein fängt scheint´s erst ab dem "Facharbeiter" an. Der Ungelernte ist aber auch ein Mensch, der einen gerechten Lohn verdient. Wenn die Mittelschicht dieses Spiel mitspielt, braucht sie sich nicht zu wundern, wenn sie selber zum Opfer des Kapitals wird. (Irgendwo müssen die "Zinsen" ja herkommen, und wenn unten nix mehr zu holen ist...)
2) Es wurde ignoriert, dass die Griechen in der Einheitswährung überhaupt keine Chance hatten, weil sie ihre Währung nicht abwerten konnten. Jetzt verlangt man von ihnen das Gleiche, was man vorher den Deutschen zugemutet hat: Flexibler werden und soziale Leistungen abbauen. Die Griechen haben sicher vieles falsch gemacht, aber unabhängig davon gilt: Irgendeiner ist immer der "Letzte", und der soll nach geltender Logik dann die bekannten "Reformen" erdulden. Die Schwachen sollen "dieselben Anstrengungen" unternehmen, heisst es. Wie wäre es mal umgekehrt: Deutschland schafft durch höhere Löhne mehr Wachstumschancen für die anderen? - #386 26.06.2011 20:44 von Liberalitärer
Subventionen
- #387 26.06.2011 20:53 von
Überhaupt nichts Neues, von Herrn Homburg,
es ist das, was ich seit Monaten diskutiere und schreibe;
Genugtuung darob?,
Nein, nur die endgültige Bestätigung,
daß es nun zu Ende geht, unabwendbar, vielleicht mit grausamer Wucht noch vor der Sommerpause,
zu Ende geht mit Griechenland, dem EURO, der EU,
und Deutschland wird eine Generation brauchen, um wieder auf die Beine zu kommen;
Ade hehre Pläne Klimaschutz, Atomausstieg,
Sanierung der Staatsfinanzen, Bildung, Arbeitsmarkt, Sozialsysteme, Ade das bisherige politische System BRD,
Ade das bisherige politische Personal;
Panikmache?, mitnichten, man schaue auf 1990,
1945, 1933, 1918...
Nun gut 1945 paßt insofern nicht gut,
weil damals große Staaten Deutschland halfen, USA, UdSSR und andere, aus welchem Grunde auch immer,...,
aber wo sind diese Helfer heute?, China?
Man beobachte genau das aktuelle Verhalten
der Groß-Politiker, Merkel heute beim Fußball:
höchst angespannt,
Röslers Steuer-Runter: Pflöcke einschlagen vor der großen Krise,
Seehofers Warnungen zur "Steuersenkung" der FDP: die Tagesaufgaben sind immer zu erledigen,
Merkels Freiwilliger-Beteiligungs-Pakt mit Sarkozy: Es ist egal, was man macht, der Steuerzahler zahlt letztendlich alles,
Schäubles ehrenhafte Brandrede im Bundestag: Leute, es geht um Alles, vorallem aber ums Danach!
Schon seltsame Auftritte...Opposition mit ins Boot...
Und, ich habe den Eindruck,
daß die Koalition mit ihrer Wirrwar-Politik bewußt
und grandios provoziert,
daß man sie vorzeitig aus dem Amt jagen möge, sollen dann doch die anderen Parteien die Scherben sichten und wegräumen...
Auch die Zeit danach ist eine Zeit, die weitergeht!
Deutschland besinne Dich und sammle Deine Kräfte! - #388 26.06.2011 20:58 von
- #389 26.06.2011 21:09 von Hubert Rudnick
EU-Rettungsfond
Wer füllt eigentlich diesen EU-Rettungsfond immer wieder auf, aus welche Kassen wird es finanziert?
Mir ist so einiges dabei sehr rätzelhaft, die Staaten sind dermaßen hoch verschuldet, aber sie werfen mit den €uros nur so umher.
Könnte es sein, dass da noch irgendwo schwarze Kassen gibt, oder eher so wie es die USA machen, man druckt sich immer wieder neues Spielgeld?
Ich frage mich schon seit geraumer Zeit, wie lange kann so ein Scheingebäude noch existieren, wann wird uns allen wohl mal der Pleitegeier gewaltig auf die Finger klopfen?
Oder ist Frankreich und Deutschland wirtschaftlich und finaziell so stark, so dass man dass alles aus der Portokasse finanzieren kann, aber warum haben wir dann solche hohe Staatsverschuldung?
Ich bin kein Finanzgenie und kann mir deshalb auch so vieles nicht erklären, wer könnte denn da einspringen?
HR
Die aktuellen Top-Themen

Antworten / Zitieren

