Euro-Krise: Top-Ökonom hält Griechenland-Pleite für sicher

Neue Gelder und Sparpakete für Griechenland? Verschenkt, meint der Ökonom Stefan Homburg im SPIEGEL-Interview. Der Staatsbankrott sei unausweichlich - mit schlimmen Folgen für die EU. Finanzminister Wolfgang Schäuble bereitet sich schon für den Ernstfall vor - hält eine Pleite aber für beherrschbar.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...770592,00.html
  1. #380

    Hier ist die Loesung

    Zitat von Liberalitärer Beitrag anzeigen
    http://www.politaia.org/finanzterror...chim-jahnke-2/

    Also nix Teuro. Durch den gigantischen negativen Realzins in den PIIGs entstanden Blasen. Jetzt hat D einen fast negativen Realzins, also schon fast. Das wird zu einem Absterben der Exportindustrie und Blasenbildungsgefahr führen, aber auch zu einer Kräftigung der Binnenwirtschaft, da D vermehrt Kapital importieren wird. Und das ist gut solange bis der Außenhandel ausgeglichen ist. Vielleicht ist sogar Vollbeschäftigung möglich.

    Aus dem Artikel:

    "Der Euro-Rettungsfond wird – immer wieder aufgestockt – zur Dauereinrichtung werden, so lange Deutschlands Exportwirtschaft auf der Basis niedrigerer Löhne und kreditfinanziert weiter hohe Ausfuhrüberschüsse in der Eurozone auftürmt. Der Schaden, der dadurch dem deutschen Volk entsteht, kann nicht mehr verhindert werden."

    Ach so, die kreditfinanzierte Exportwirtschaft ist schuld?

    Wie waere es, wenn die Deutschen einfach so lange unproduktiven Urlaub machen, bis sie mit den Suedlaendern mitziehen oder diese unterbieten koennen?

    Vorgezogener Ruehestand ist eine gute Alternative.
  2. #381

    @Liberalitärer

    Zitat von Liberalitärer Beitrag anzeigen
    "Deutschland hatte bis zur Einführung eine der höchsten Inflationsraten und danach als Folge der Lohndisziplin und der austrocknenden Verbrauchernachfrage die niedrigste. Über den gesamten Eurozeitraum 1999 bis 2009 ergab sich eine irrsinnige Inflationsspanne zwischen Deutschland mit 18,3 % und Griechenland mit 40,3 % . Die heute angebrannten Südländer hatten alle die höchsten Inflationsraten, ohne daß die EZB helfen konnte. Schon in den sechs Jahren bis zur Einführung des Euro verzeichneten Spanien, Portugal und Italien jahresdurchschnittliche Inflationsraten um 4 %, Griechenland sogar um 11 % – deutliche Warnungen vor dem, was dann kam.

    Ebenso liefen die Lohnstückkosten als Grundlage der Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft total von Anfang an auseinander. Das mußte zu den Verwerfungen in den Leistungsbilanzen führen, unter denen die Eurozone heute bis zum Bruchpunkt leidet. Während sie in Deutschland unter dem Zeichen der Lohndisziplin kombiniert mit Produktivitätssteigerung um 7,9 % zurückgingen, stiegen sie in Griechenland um 22,8 %. Aber Spanien und Italien war es ähnlich."

    Nicht, dass ich die Seite promoten will, aber die Fakten dürften stimmen.

    http://www.politaia.org/finanzterror...chim-jahnke-2/

    Also nix Teuro. Durch den gigantischen negativen Realzins in den PIIGs entstanden Blasen. Jetzt hat D einen fast negativen Realzins, also schon fast. Das wird zu einem Absterben der Exportindustrie und Blasenbildungsgefahr führen, aber auch zu einer Kräftigung der Binnenwirtschaft, da D vermehrt Kapital importieren wird. Und das ist gut solange bis der Außenhandel ausgeglichen ist. Vielleicht ist sogar Vollbeschäftigung möglich.
    Welche deutschen Lohnstückkosten meinen Sie denn damit? Haben Sie da die zahlreichen AN mitgerechnet, die spätestens mit 58 oder in noch jüngerem Alter (z. B. im Bergbau) in den Vorruhestand geschickt werden?
    Und auch die Beschäftigten im öffentlichen Dienst fehlen, da diese aus staatlichen Mitteln entlohnt werden.

    Die Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegebereich (mal abgesehen von privat finanzierten Einrichtungen) sind da gleichfalls nicht mitgezählt und auch nicht die Rentner und Pensionäre.

    In Berlin, aber auch in zahlreichen anderen Regionen Deutschlands gibt es kaum noch Industriearbeitsplätze, zumindest immer weniger solche, die zum Bestreiten des Lebensunterhalts ausreichen. Und zahlreiche der noch vorhandenen Arbeitsplätze, wie z. B. in der Solarindustrie oder auch in sonstigen Erwerbszweigen wie der Landwirtschaft wären ohne staatliche Hilfen nicht überlebensfähig.
    Hinzu kommen dann noch die Arbeitsplätze, deren Inhaber aus staatlichen Mitteln unterstützt werden müssen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.

    Die Zeiten, als jeder AN über zwischen Gewerkschaften und AN ausgehandelte Tariflöhne verfügte, die aus privaten Mitteln bezahlt wurden, sind leider für mehr und mehr Leute vorbei.
  3. #382

    Zum Teil

    Zitat von aceofspade Beitrag anzeigen
    ...

    Ach so, die kreditfinanzierte Exportwirtschaft ist schuld?

    Wie waere es, wenn die Deutschen einfach so lange unproduktiven Urlaub machen, bis sie mit den Suedlaendern mitziehen oder diese unterbieten koennen?

    Vorgezogener Ruehestand ist eine gute Alternative.
    Das meint er nicht, es gibt keinen Grund, Exporte zu pampern und die Binnenwirtschaft zu strangulieren. Ziel ist nach geltendem Recht ein ausgeglichener Außenhandel, also weder Überschüsse noch Defizite. Wird dieses Ziel verfehlt muss gegen gesteuert werden. Maastricht sollte zur Konversion führen - das meint Angleichung.
  4. #383

    Echt?

    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    ... Leute redet mal mit Menschen, die die DM noch erlebt haben und damit "arbeiten" mussten. Nichts, aber auch gar nichts war zu DM Zeiten besser!
    ... also an DM-Rettungsschirme in immer kürzeren Abständen kann ich mich gar nicht mehr erinnern.
  5. #384

    Top-Ökonom

    Zitat von Andreas Heil Beitrag anzeigen
    Darf ich fragen, wo sich Stefan Homburg den Titel "Top-Ökonom" verdient hat ?
    Aber Herr Heil, was soll die rhetorische Frage? Die Ökonomie ist nun einmal keine Wissenschaft, und ökonomischer Ruhm ist flüchtig. Selbst der "Vater des Wirtschaftswunders" Ludwig Erhard musste seinerzeit relativ kurz nachdem er den alten Adenauer beerbt hatte zurücktreten, da er angeblich in der ersten Nachkriegsrezession (so um 1965/66) "versagt" hatte. Er wurde damals ob seiner biederen Rezepte ("maßhalten") gnadenlos durch den Kakao gezogen.

    Außerdem weiß jeder Leser dieses Forums, dass Sie der Auffassung sind, dass der Titel "Top-Ökonom" nur Ihnen selbst und Ihrer Entourage gebührt.
  6. #385

    @ Liberalitärer

    Zitat von Liberalitärer Beitrag anzeigen
    Also nix Teuro. Durch den gigantischen negativen Realzins in den PIIGs entstanden Blasen. Jetzt hat D einen fast negativen Realzins, also schon fast. Das wird zu einem Absterben der Exportindustrie und Blasenbildungsgefahr führen, aber auch zu einer Kräftigung der Binnenwirtschaft, da D vermehrt Kapital importieren wird. Und das ist gut solange bis der Außenhandel ausgeglichen ist. Vielleicht ist sogar Vollbeschäftigung möglich.
    Das klingt gut. Trotzdem wird mir hier zu sehr aus dem bestehenden System heraus argumentiert. Aber egal, was mir gut gefällt ist, dass du den Zusammenhang erkennst - und eine Angleichung des Aussenhandels gut findest. Das ist vernünftig.
    Die deutschen Regierungen haben aber permanent dagegen verstossen. Merkel mit ihrem Wachstumswahn, und Schröder/Clement/Fischer, indem sie die Exporte durch die ganzen Billigjobs angeheizt haben. Laut Rudolf Hickel (heute morgen im Presseclub) arbeiten schon 6,5 Millionen Deutsche im Niedriglohnsektor. Welchen Sinn macht da die Ausbeutung in den Kreativjobs (Designer), in der Pflege oder in der Leiharbeit?
    Einerseits wird behauptet, das wäre notwendig gewesen, um wettbewerbsfähiger zu werden - andererseits verlangt man von den schwächeren Euro-Ländern, dass sie ihrerseits wettbewerbsfähiger werden. Das widerspricht sich doch!

    Was mir besonders bitter aufstösst sind zwei Punkte:

    1) Die Mittelschicht hat sich zu lange gegen die Unterschicht ausspielen lassen. Das Menschsein fängt scheint´s erst ab dem "Facharbeiter" an. Der Ungelernte ist aber auch ein Mensch, der einen gerechten Lohn verdient. Wenn die Mittelschicht dieses Spiel mitspielt, braucht sie sich nicht zu wundern, wenn sie selber zum Opfer des Kapitals wird. (Irgendwo müssen die "Zinsen" ja herkommen, und wenn unten nix mehr zu holen ist...)

    2) Es wurde ignoriert, dass die Griechen in der Einheitswährung überhaupt keine Chance hatten, weil sie ihre Währung nicht abwerten konnten. Jetzt verlangt man von ihnen das Gleiche, was man vorher den Deutschen zugemutet hat: Flexibler werden und soziale Leistungen abbauen. Die Griechen haben sicher vieles falsch gemacht, aber unabhängig davon gilt: Irgendeiner ist immer der "Letzte", und der soll nach geltender Logik dann die bekannten "Reformen" erdulden. Die Schwachen sollen "dieselben Anstrengungen" unternehmen, heisst es. Wie wäre es mal umgekehrt: Deutschland schafft durch höhere Löhne mehr Wachstumschancen für die anderen?
  7. #386

    Subventionen

    Zitat von berlinerin95 Beitrag anzeigen
    ...

    In Berlin, aber auch in zahlreichen anderen Regionen Deutschlands gibt es kaum noch Industriearbeitsplätze, zumindest immer weniger solche, die zum Bestreiten des Lebensunterhalts ausreichen. Und zahlreiche der noch vorhandenen Arbeitsplätze, wie z. B. in der Solarindustrie oder auch in sonstigen Erwerbszweigen wie der Landwirtschaft wären ohne staatliche Hilfen nicht überlebensfähig...
    Wundern Sie sich nicht, ein gepamperter Solararbeitsplatz (eine Schrumpfbranche made in China) vernichtet laut einer Studie der Juan Carlos Universität Madrid, 12 echte Arbeitsplätze. Warum wollen Sie Kartoffeln züchten oder Solarzellen bauen, die kein Mensch braucht?
  8. #387

    Überhaupt nichts Neues, von Herrn Homburg,

    es ist das, was ich seit Monaten diskutiere und schreibe;
    Genugtuung darob?,
    Nein, nur die endgültige Bestätigung,
    daß es nun zu Ende geht, unabwendbar, vielleicht mit grausamer Wucht noch vor der Sommerpause,
    zu Ende geht mit Griechenland, dem EURO, der EU,
    und Deutschland wird eine Generation brauchen, um wieder auf die Beine zu kommen;
    Ade hehre Pläne Klimaschutz, Atomausstieg,
    Sanierung der Staatsfinanzen, Bildung, Arbeitsmarkt, Sozialsysteme, Ade das bisherige politische System BRD,
    Ade das bisherige politische Personal;
    Panikmache?, mitnichten, man schaue auf 1990,
    1945, 1933, 1918...
    Nun gut 1945 paßt insofern nicht gut,
    weil damals große Staaten Deutschland halfen, USA, UdSSR und andere, aus welchem Grunde auch immer,...,
    aber wo sind diese Helfer heute?, China?
    Man beobachte genau das aktuelle Verhalten
    der Groß-Politiker, Merkel heute beim Fußball:
    höchst angespannt,
    Röslers Steuer-Runter: Pflöcke einschlagen vor der großen Krise,
    Seehofers Warnungen zur "Steuersenkung" der FDP: die Tagesaufgaben sind immer zu erledigen,
    Merkels Freiwilliger-Beteiligungs-Pakt mit Sarkozy: Es ist egal, was man macht, der Steuerzahler zahlt letztendlich alles,
    Schäubles ehrenhafte Brandrede im Bundestag: Leute, es geht um Alles, vorallem aber ums Danach!
    Schon seltsame Auftritte...Opposition mit ins Boot...

    Und, ich habe den Eindruck,
    daß die Koalition mit ihrer Wirrwar-Politik bewußt
    und grandios provoziert,
    daß man sie vorzeitig aus dem Amt jagen möge, sollen dann doch die anderen Parteien die Scherben sichten und wegräumen...
    Auch die Zeit danach ist eine Zeit, die weitergeht!

    Deutschland besinne Dich und sammle Deine Kräfte!
  9. #388

    Autsch

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    Schlechtes Beispiel. Stinnes hat alles verloren.
    Das kommt davon, wenn man ungeprüft Informationen verbreitet, die man irgendwo gelesen hat. Meine Quelle war Günter Hannichs "Die kommende Euro-Katastrophe".
  10. #389

    EU-Rettungsfond

    Zitat von aceofspade Beitrag anzeigen
    Aus dem Artikel:

    "Der Euro-Rettungsfond wird – immer wieder aufgestockt – zur Dauereinrichtung werden, so lange Deutschlands Exportwirtschaft auf der Basis niedrigerer Löhne und kreditfinanziert weiter hohe Ausfuhrüberschüsse in der Eurozone auftürmt. Der Schaden, der dadurch dem deutschen Volk entsteht, kann nicht mehr verhindert werden."

    Ach so, die kreditfinanzierte Exportwirtschaft ist schuld?

    Wie waere es, wenn die Deutschen einfach so lange unproduktiven Urlaub machen, bis sie mit den Suedlaendern mitziehen oder diese unterbieten koennen?

    Vorgezogener Ruehestand ist eine gute Alternative.
    Wer füllt eigentlich diesen EU-Rettungsfond immer wieder auf, aus welche Kassen wird es finanziert?
    Mir ist so einiges dabei sehr rätzelhaft, die Staaten sind dermaßen hoch verschuldet, aber sie werfen mit den €uros nur so umher.
    Könnte es sein, dass da noch irgendwo schwarze Kassen gibt, oder eher so wie es die USA machen, man druckt sich immer wieder neues Spielgeld?
    Ich frage mich schon seit geraumer Zeit, wie lange kann so ein Scheingebäude noch existieren, wann wird uns allen wohl mal der Pleitegeier gewaltig auf die Finger klopfen?
    Oder ist Frankreich und Deutschland wirtschaftlich und finaziell so stark, so dass man dass alles aus der Portokasse finanzieren kann, aber warum haben wir dann solche hohe Staatsverschuldung?
    Ich bin kein Finanzgenie und kann mir deshalb auch so vieles nicht erklären, wer könnte denn da einspringen?
    HR