APDie spanische Wirtschaft leidet immer stärker unter der Schuldenkrise. Die Industrieproduktion schrumpft massiv, die Unternehmen stellen 8,3 Prozent weniger her als vor einem Jahr. Unionsfraktionschef Kauder drängt, das Land müsse unter den europäischen Rettungsschirm.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...837222,00.html
Demokratie in Nachkriegsdeutschland und strategisches Denken:
Das sehe ich sehr problematisch, die demokratische Öffentlichkeit der BRD ist komplett in einem Ökosystem konsequenten Tiefstapelns gewachsen. Damit allerdings bringt man keine Strategie nach vorn, es gibt nur eine Gegenkultur des Negierens eigener Interessen.
Sollten sich da die Erfordernisse wenden, käme eine Zeit des Meinungschaos oder eines noch massiver aufgezwungenen Konformismus, insbesondere dann, wenn äußerer Druck entstehen würde.
Verlässlich gestaltende Eliten für eine solche Situation sehe ich nicht.
Was dann hier und da emporsprießt wird sich durch erschreckenden Dilettantismus auszeichnen, ein Führungschaos ist zu erwarten.
Wer inmitten einer schweren Wirtschaftskrise dem Volk in die leeren Taschen greift, per Massenentlassungen und Privatisierungen das Heer der Arbeitslosen noch weiter anschwellen lässt und Banken, die bewiesen haben dass der Grossteil an sie gezahlter Hilfen direkt verschwinden, immer und immer wieder mit Steuergeldern "rettet", der ist entweder unglaublich dämlich oder aber kriminell.
Wer es in die für so etwas notwendigen Führungspositionen schafft, inmitten des Intrigenspiels der Politik, ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht dämlich, sondern eher bald sehr, sehr reich.
Ganz Europa muss den Weg Islands gehen oder sieht bald aus wie Griechenland. Die Banken einfach fallen lassen, die Schuldigen hinter Gitter bringen, Demokratie einführen. Oder aber weiter Banken "retten", Politkriminelle mästen, und schliesslich vor die Hunde gehen.
Wir sind das Volk.
Vor noch nicht mal drei Jahren rannte der spanische Präsident noch durch dier Welt und pries das spanische Banksystem als das beste und solideste überhaupt und alle sollten sich daran ein Beispiel nehmen. Derr Spanische Aussenminister rannte überall herum und posaunte die Engländer und deutsche sollten doch nun Häuser in Spanien kaufen da doch die Preise gesunken sein. Alles wider besseres Wissen und purer Ignoranz.
Leider fand sich damals, ausser in der spezialisierten Wirtschaftpresse, niemand, der mal klar das Gegenteil sagte.
Heute zahlen wir nun die Zeche für Scheuklappen unserer Politiker und die Lügenmärchen von spanischen Politik.
Wir haben hier in Spanien 25% Arbeitslosenquote -52% bei denen unter 30, der Staat schafft massiv öffentliche Gelder in immer weniger private Hände, die medizinische Versorgung von kleinen Dörfern ist faktisch abgeschafft worden, das öffentliche Bildungswesen kämpft um sein Überleben, die Politik der Regierung zielt auf eine vollständige Umgestaltung der Gesellschaft Richtung Manchesterkapitalismus ab, die Banken absorbieren einen unerhört grossen Teil des Staatshaushalts, Tausende von Familien werden aus ihren Wohnungen geschmissen, weil diese Umstände den Staat dazu "zwingen" ihre noch arbeitenden Mitglieder verfassungs- und arbeitsrechtswidrig zu feuern -ohne dabei auch nur ihre Hypotheken zu canceln: das Haus, der Restbetrag der Hypothek, und die immer wieder steigenden Steuern gehen direkt an die Banken.
Propaganda die dafür sorgen soll dass die Menschen die Lügen weiter schlucken, OK.
Aber es gibt sehr gute Gründe sich aufzuregen.
Sie haben Recht, die Immobilienkrise ist hausgemacht, allerdings nur zum Teil. Man hätte einiges unternehmen können, um die Entstehung der Immobilienblase zu verhindern. Aber wie ist es überhaupt zu dieser Blase gekommen? Dazu muß man ein bißchen ausholen:
2001 rutschte Deutschland in die Rezession. Es folgte eine schwere Wirtschaftskrise. Die Schulden stiegen zusehends, die Wettbewerbsfähigkeit litt unter hohen Lohn-und Produktionskosten, die Arbeitslosigkeit legte zu. Zur gleichen Zeit wuchs die spanische Wirtschaft dynamisch; nicht nur wegen des Immobilienbooms. Dieser war zu diesem Zeitpunkt noch nicht heißgelaufen. Dann senkte die EZB die Zinsen, um der Wirtschaftslokomitive Deutschland unter die Arme zu greifen. Ein Desaster für die stark wachsenden Volkswirtschaften. Was passierte dann? Die Banken schwammen in billigem Geld. Deutsche Unternehmen konnten Ihre Liquiditätsengpässe überwinden. Deutsche und andere europäische Banken und Investitions-gesellschaften suchten geeignete Anlagemöglichkeiten zu interessanten Renditen. Spanien bot dafür das adäquate Profil: Stark wachsende Wirtschaft, steigende Nachfrage nach Immobilien, ein Staatsverschuldung unter 50% des PIB! Zwischenzeitlich begann Deutschland Reformen einzuleiten. Sparmaßnahmen, Lohnverzicht-und -reduzierung, Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, usw. Begleitet von der deutschfreundlichen Geldpolitik der EZB, ließen sich diese Maßnahmen sukzessive effizient umsetzen. Spanien schwamm zwischenzeitlich im Geld. Der Immobilienboom verstärkte sich zusehends. Die Margen für die Banken erhöhten sich, die Kreditvergabe beschleunigte sich. Es gibt nur zwei Segmente, die in kurzer Zeit sehr viel Liquidität aufnehmen können: der Bausektor und der Konsum. Die Binnennachfrage in Spanien läuft heiß, die Nachfrage nach Immobilien steigt rassant, sie gelten als solide Kapitalanlagen. Derweil tragen die Reformen in Deutschland erste Früchte: angetrieben von niedrigen Zinsen und der starken Nachfrage nach deutschen Produkten insbesondere aus Ländern wie Spanien, steigt die Investitionsbereitschaft deutscher Unternehmen. Die Arbeitslosigkeit geht zurück, die Exporte steigen stetig. Nur die Binnennachfrage in Deutschland springt nicht an. Die jahrelange restriktive Lohnpolitik zwingt die Bürger zum Sparen. Sie kaufen weniger, Deutschlands Importaufkommen entwickelt sich moderat, während die Exporte explodieren. Es entsteht ein hoher Handelsüberschuss. In Spanien vergrößert sich das Handelsdefizit zunehmend. Deutschland wird immer wettbewerbsfähiger, Spanien verliert an Wettbewerbsfähigkeit. Es entsteht ein ökonomisches Ungleichgewicht. In Spanien erreicht der Immobilienboom in 2007 den Höhepunkt. Die nachlassende Nachfrage kann nicht aufgefangen werden. Die Staatsverschuldung steigt, die Arbeitslosigkeit steigt .........den Rest kennen Sie. Und Sie wollen wirklich behaupten, daß Deutschland und Europa nicht mitschuld sind an der Immobilienkrise in Spanien?
Sie haben Recht, die Immobilienkrise ist hausgemacht, allerdings nur zum Teil. Man hätte einiges unternehmen können, um die Entstehung der Immobilienblase zu verhindern. Aber wie ist es überhaupt zu dieser Blase gekommen? Dazu muß man ein bißchen ausholen:
2001 rutschte Deutschland in die Rezession. Es folgte eine schwere Wirtschaftskrise. Die Schulden stiegen zusehends, die Wettbewerbsfähigkeit litt unter hohen Lohn-und Produktionskosten, die Arbeitslosigkeit legte zu. Zur gleichen Zeit wuchs die spanische Wirtschaft dynamisch; nicht nur wegen des Immobilienbooms. Dieser war zu diesem Zeitpunkt noch nicht heißgelaufen. Dann senkte die EZB die Zinsen, um der Wirtschaftslokomitive Deutschland unter die Arme zu greifen. Ein Desaster für die stark wachsenden Volkswirtschaften. Was passierte dann? Die Banken schwammen in billigem Geld. Deutsche Unternehmen konnten Ihre Liquiditätsengpässe überwinden. Deutsche und andere europäische Banken und Investitions-gesellschaften suchten geeignete Anlagemöglichkeiten zu interessanten Renditen. Spanien bot dafür das adäquate Profil: Stark wachsende Wirtschaft, steigende Nachfrage nach Immobilien, ein Staatsverschuldung unter 50% des PIB! Zwischenzeitlich begann Deutschland Reformen einzuleiten. Sparmaßnahmen, Lohnverzicht-und -reduzierung, Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, usw. Begleitet von der deutschfreundlichen Geldpolitik der EZB, ließen sich diese Maßnahmen sukzessive effizient umsetzen. Spanien schwamm zwischenzeitlich im Geld. Der Immobilienboom verstärkte sich zusehends. Die Margen für die Banken erhöhten sich, die Kreditvergabe beschleunigte sich. Es gibt nur zwei Segmente, die in kurzer Zeit sehr viel Liquidität aufnehmen können: der Bausektor und der Konsum. Die Binnennachfrage in Spanien läuft heiß, die Nachfrage nach Immobilien steigt rassant, sie gelten als solide Kapitalanlagen. Derweil tragen die Reformen in Deutschland erste Früchte: angetrieben von niedrigen Zinsen und der starken Nachfrage nach deutschen Produkten insbesondere aus Ländern wie Spanien, steigt die Investitionsbereitschaft deutscher Unternehmen. Die Arbeitslosigkeit geht zurück, die Exporte steigen stetig. Nur die Binnennachfrage in Deutschland springt nicht an. Die jahrelange restriktive Lohnpolitik zwingt die Bürger zum Sparen. Sie kaufen weniger, Deutschlands Importaufkommen entwickelt sich moderat, während die Exporte explodieren. Es entsteht ein hoher Handelsüberschuss. In Spanien vergrößert sich das Handelsdefizit zunehmend. Deutschland wird immer wettbewerbsfähiger, Spanien verliert an Wettbewerbsfähigkeit. Es entsteht ein ökonomisches Ungleichgewicht. In Spanien erreicht der Immobilienboom in 2007 den Höhepunkt. Die nachlassende Nachfrage kann nicht aufgefangen werden. Die Staatsverschuldung steigt, die Arbeitslosigkeit steigt .........den Rest kennen Sie. Und Sie wollen wirklich behaupten, daß Deutschland und Europa nicht mitschuld sind an der Immobilienkrise in Spanien?
So oder ähnlich sehe ich es auch, eine Gegenkultur des Negierens eigener Interessen, nur die findet geradezu ihren Ausgleich, indem diese Untertanenmentalität umgeleitet wird, sprich aus der Krise geborene Wiedersprüche finden ihre Sündenböcke, es wird nach aussen rebbeliert, denn innenpolitisch hat man bereits die bittere Pille geschluckt, ohne zu mucken, und man findet es unerhöht, wenn andere auf die Strasse gehen... Ja die paar Stimmen stappeln tief, finden aber Anklang, je weiter der Druck zunimmt, und es wird zunehmen. Die an sich politisch zukunftsweisende Eliten sehe ich auch nicht, es ist nach wie vor alles der Exportwirtschaft und der Ökonomie untergeordnet, aber im Fall der Falle, sollte es zum Austritt kommen, dürften die politische Vertreter demnach folgeleisten, was sie auch tun, indem sie ihre Fühler gen Osten richten, wo Rohstoffe und Absatzmärkte zu wittern sind, nur dann dann stellt sich die geopolitische Frage, wer darf mit wem, ob die Verbündete immer noch so einflussreich sind ? oder schwach neutral ? bleibt abzuwarten. Es könnte eine Eigendynamik weden. Wage keine Prognose...
Keine Frage, wobei ich nur die Auslandsverschuldung der spanischen Volkswirtschaft insgesamt kenne. Haben Sie Zahlen für die Staatsschulden? Aber so oder so sind es komplett Euro-Schulden, also zumindest eine richtige Fremdwährung wie für viele Schwellen- und Entwicklungsländer.
Die Schuldenquote liegt derzeit bei ca. 80%, bei durchschnittlich 5% über alle Laufzeiten wären also 4% des BIPs an Zinszahlungen fällig, was kein größeres Problem darstellt. Die privaten Schulden sind hingegen ein großes Problem und die Bilanzen des privaten Sektors kann man nicht verbessern, wenn gleichzeitig der Staat seine Position verbessern möchte.