APDie spanische Wirtschaft leidet immer stärker unter der Schuldenkrise. Die Industrieproduktion schrumpft massiv, die Unternehmen stellen 8,3 Prozent weniger her als vor einem Jahr. Unionsfraktionschef Kauder drängt, das Land müsse unter den europäischen Rettungsschirm.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...837222,00.html
Haben Sie eine Quelle für diese 12%? Mitte der 90er gab es kurzzeitig mal 12% auf spanische 10-jährige Staatsanleihen (aber zu der zeit auch 8% auf deutsche), ansonsten war der Zins und insbesodnere der Realzins durchaus niedriger.
Aha und ich dachte immer, auch ein niedriger Zins wird vom Schuldner bezahlt.Und wie immer in der Mathematik muss jemand für diese viel zu niedrigen spanischen, italienischen, ... und inzwischen sogar deutschen 0-Zinsen bezahlen.
Auch wenn es im Detail schwer zu trennen ist, würde ich eher sagen, Ursache und Wirkung waren genau umgekehrt: In den USA lief die Konjunktur gut, weil Häuser gebaut wurden und die Leute neue Kredite auf ihre Häuser aufgenommen haben, mit denen sie dann konsumiert haben. In Spanien boomte der Häusermarkt, weil die Konjunktur gut lief.
Fraglos:
- die Entwicklungen rund um "Eurokrise" sind geeignet, große Zweifel und Frustration bzgl. der Seriosität der Politik zu wecken.
Nichtsdestotrotz:
- es ist interessant zu erleben, wie in verschiedenen Staaten Politik und Medien stets mit dem Finger auf die anderen zeigen
- natürlich gibt es Ungerechtigkeiten und Fehler, teilweise auch gewaltige, bei der Umsetzung der EU Politik. In der Kriese eskaliert das.
- es gibt aber auch eine Reihe Lobbygruppen, denen EU - Einigkeit nicht schmeckt und die daher die Dissonanzen fördern
- EU hat mehr Vor- als Nachteile
- Deutschland - auch im Rahmen irgendeiner Nordunion - stände vor dem Problem, eine eigene Sicherheitsstrategie fahren zu müssen, damit sind die Eliten derzeit vollständig überfordert und müssten ausgewechselt werden
Die Schuldenkrise wäre schon längst vorbei, wenn die Schuldenstaaten ihre Inseln o.ä. verkaufen würden.
Die Zinsen für Spanien, Griechenland, Italien, Zypern, Portugal, ...
waren durchweg darmatisch höher als heute. Bis, ja bis die gesamtschuldnerische Haftung von EURO-Land Mitte der 90er beschlossen wurde.
Und dann beannn die Party: Die Finanzierungskosten nahmen ab und das Spielgeld, das gerade Europa ruiniert, kam in Umlauf.
Und dieses Geld fiel eben nicht billig vom Himmel, sondern es muss von irgendjemandem bezahlt werden
Der Zins wird vom Schuldner bezahlt - richtig. Und das sind inzwischen die Menschen in einigen wenigen Nordländer.
Die Deutschen bezahlen beispielsweise mit 19% Mehrwertsteuer, Sozialabbau und der letzten Bildungsoffensive, die Gymnasialausbildung um ein Jahr reduzierte und deutsche Studienabschlüsse zeitlich und inhaltlich auf europäisches Niveau abschmolz.
Mit der Explosion der Staatsverschuldung und mit der Privatisierung der Energieversorgung.
Es bleibt immer ein Nullsummenspiel in einer Währungsunion.
Quatsch. 65% aller weltweiten Kontrakte lauten auf USD. Im Rohstoffbereich noch wesentlich mehr.
Der entsprechende EUR-Anteil liegt bei knapp 25%. Tendenz zurückgehend wg der Währungsrisiken.
Im Chinageschäft gibt es seit einiger Zeit die Möglichkeit in CNY abzurechnen. Vorteilhaft für chin Importunternehmen.
Sonst sind noch GBP und CHF im Spiel.
Sicher gibt es auch gewisse Gemeinsamkeiten, klar, wenn bei zwei Immobilienblasen und zwei Leistungsbilanzdefiziten. Due Hauspreise begannen in den USA jedoch bereits 2006 zu sinken, die Baubeginne sanken sogar schon seit 2005, die Rezession begann aber erst 2008. In Spanien hingegen fallen Spitze der Hauspreise und Beginn der Rezession fast genau zusammen.