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Euro-Krise: Spaniens Industrie bricht ein
APDie spanische Wirtschaft leidet immer stärker unter der Schuldenkrise. Die Industrieproduktion schrumpft massiv, die Unternehmen stellen 8,3 Prozent weniger her als vor einem Jahr. Unionsfraktionschef Kauder drängt, das Land müsse unter den europäischen Rettungsschirm.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...837222,00.html
- #110 06.06.2012 11:40 von
Bloß nicht!
Und wie stellen Sie sich das dann vor? Deutschland als wichtigstes europäisches Land mit 80% Anteil an der Sendung? Die Italiener, Griechen oder Polen werden sich dafür ganz bestimmt interessieren! Und wenn dann am Ende mal wieder die Kritik am Finanzgebahren eben jener Länder aus Deutschland zur abendlichen, besten Sendezeit den darbenden Zuschauern anderswo präsentiert wird, dürfte kaum noch ein deutscher Tourist im Ausland seines Lebens sicher sein. Denn das allerletzte, was die hören wollen, sind Ratschläge aus Deutschland!
- #111 06.06.2012 11:41 von
Hat auch seine Vorteile
- #112 06.06.2012 11:42 von
Rettungsschirm für Reiche
Wenn die Spanier Geld aus dem Rettungsschirm erhalten werden, bedeutet das nicht, dass für den spanischen Bürger Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Geld wird, wie auch in Griechenland, für Zinszahlungen verwendet. Somit profitieren mal wieder nur die, welche mit angeblich risikoreichen Staatsanleihen spekuliert haben.
- #113 06.06.2012 11:42 von
"Masterpläne..."
Die Masterpläne GIBT es schon, es sind die europäischen Verträge und die zum Euro. Zur Abwechslung könnten sich die Regiuerungen vielleicht mal dran halten, dann wäre manches ruppiger für betroffene Banken und Staaten, aber auch glaubwürdiger für die europäischen Bürger und Marktteilnehmer. Wenn Wege die besonders von Berlin als "alternativlos" beschritten wurden zeugt das nicht von Offenheit für Kritik aus allen Seiten, sondern von Engstirnigkeit - und da fragt man sich warum das wohl so ist, ich denke es ist recht einfach - sie wissen um die Lüge des Euros, nur zugeben werden sie es nimmer. Wie ein trotziges Kind oder verbohrter Mensch der von "Experten" gestützt meint er hätte Recht. Erstaunlich dass der Preis dann offensichtlich sch... egal ist. Klar ist ja auch nicht das Geld von Lagarde, Merkel.... und wie sie alle heissen. Mein Vorschlag bleibt dieser Haltet Euch an Verträge und nehmt wahr dass die Bürger am Euro scheitern. Sonst hat J Fischer Recht, Europa steht in der Tat in Flammen.
- #114 06.06.2012 11:45 von
- #115 06.06.2012 11:51 von
Europa benötigt völlig neue Ansätze
In Ihrem Beitrag steckt ja Vieles drin, was die aktuelle Krise im Kern ausmacht, bzw. diese auch weiter befeuert.
€uro, bzw. Fiskalunion:
Das erste eine Totgeburt, weil einige meinten, D würde sonst den dritten Weltkrieg vom Zaun brechen, bzw. hätte eine Währungsunion den weiteren Vorteil, als "starke" Währungsunion mit entsprechend großem Wirtschaftsraum den USA und dem damals aufstrebendem China die Stirn bieten zu können. Die Fiskalunion wäre nur die künstliche Beatmung, welche man der Totgeburt noch angedeihen lassen möchte. Mit den einhergehenden €urobonds (wie m.E. auch dem ESM) würde aber lediglich der bisherige Kurs von neo-ordo-sonstwie-liberalen Wirtschaftsdogmatikern fortgesetzt. Wie ich das genau meine, hier:
Ideengeschichte: Die Liberalen und der Staat - Wirtschaft - FAZ
Die Banken:
Akteure eines Systems, welches aus der Notwendigkeit eines Zahlungssystems zum reinen, systemrelevanten(!) Selbstzweck geworden ist.
Auch der Dogmatismus "Scheitert der €uro, dann scheitert Europa" ist purer Fatalismus, beschränkt er doch alle gangbaren Wege auf genau eine Option; eine Wirtschaftsregierung, nicht legitimiert durchs Volk, sondern aus "alternativlosen Sachzwängen" heraus.
Was unweigerlich zu den Eitelkeiten der europäischen Spitzenpolitiker und Funktionäre führt:
Merkel kann ein scheitern des 30 Jahre alten Leuchtturmprojektes "€uro" nicht mehr eingestehen, das wäre ihr politisches Ende. Dies wissen widerum andere Politiker, hier; Rajoy, geschickt zu nutzen.
Alter Schwede, das ist ein Desater bisher ungekannten, epischen Ausmaßes.
Und an der Stelle möchte ich einfach mal die Frage stellen:
War eine EU ohne den €uro eigentlich wirklich schwächer, als das Konstrukt, welches wir bis Dato hatten?
D war auch damals konkurrenzfähig, wirtschaftliche Leistungsunterschiede konnten durch Wechselkursanpassungen ausgeglichen werden.
Dieses hähere Ziel, Europa zu vereinigen, führt auf fatalistische Art und Weise nur in Sackgassen. Eine föderalistische EU ohne gemeinsame Währung ist die vielleicht sinnvollere Lösung der aktuellen Probleme - und vor Allem hätte Europa die Möglichkeit, demokratisch, also von den Völkern legitimiert, zusammenzuwachsen. - #116 06.06.2012 11:52 von
Spanien braucht keinen Rettungsschirm
Zunächsteinmal ist diese Spiegel-Schlagzeile mal wieder völlig überspitzt. In der spanischen Presse zeigt man sich über die Ziffer
erleichtert und spricht von Stabilisierung. Im März lag der Einbruch noch bei 10,5%.
Es ist merkwürdig. Kein anderes europäisches Land, keine EU-Komission, kein IWF, kein OECD drängt Spanien dazu unter den Rettungsschirm zu schlüpfen. Vielmehr sind alle für einen bankspezifischen Krisenmechanismus. Aber die heimliche europäische Regierung aus Deutschland tut es. Dabei ist es doch absoluter Hirnriss, Spanien zum jetzigen Zeitpunkt unter den Rettungsschirm zu zwingen. Es ist noch nicht einmal sicher, wie hoch der Kapitalbedarf der spanischen Banken ist. Die Bandbreite liegt zwischen 40 Milliarden und 100 Milliarden €uro. Sollte Spanien jetzt unter den Rettungsschirm, wäre das Land auf Jahre hinaus vom Kapitalmarkt quasi abgekoppelt, und das obwohl der Refinanzierungsbedarf der Banken wie von vielen Experten erwartet wird, u.U. gar nicht so hoch sein könnte. Derzeit sind neutrale Wirtschaftsprüfer dabei, dies zu ermitteln. Ich kann die spanische Regierung verstehen. Es wäre im Grunde das Zeichen an die Märkte; ihr habt Recht, die hohen Zinsen sind angemessen und wir sind am Ende. Aber bei all den Problemen, die Spanien hat, ist das Land durchaus leistungsfähig, besitzt eine wettbewerbsfähige und produktive Industriestruktur ( Exporte sind seit 2008 um 40% gestiegen ) und eine funktionierende Verwaltung, die nicht so aufgebläht ist wie die vieler anderer Länder. Deutschland betreibt eine seltsame Mischung aus Protektionismus, Wirtschaftskolonialismus und Bevormundung. Der Druck gegen diesen teilw. schon ultranationalistischem Kurs der deutschen Regierung wird immer größer. Deutsche Banken haben die spanische Immobilienblase mit über 200 Milliarden €uro mitfinanziert und über 15 Milliarden €uro am spanischen Immobilienboom verdient. Von Verantwortung jedoch keine Spur. Vielmehr will man offensichtlich mit aller Macht zeigen, wer der Herr im Hause ist. Aber die Luft für die "eiserne Lady" wird immer dünner. - #117 06.06.2012 11:53 von
Wenn zwei das Gleiche tun...
Ich denke, hier irren Sie gewaltig, wie auch die anderen Befürworter des "Gelddruckens". Wenn zwei das Gleiche tun, ist das noch lange nicht dasselbe! Der Dollar ist die Weltwährung, gedeckt auch dadurch, dass das Öl in Dollar gehandelt wird. Und damit das so bleibt, dafür steht wiederum die gewaltige US-Militärmacht. Und was steht hinter dem Euro?
- #118 06.06.2012 11:54 von
Spaniens Industrie bricht ein?
Haben die überhaupt Industrie? Außer paar (halbdeutschen) Baufirmen, der Auto-Gestattungsproduktion und der üblichen Heißlufterzeugung in den Banken sehe ich da echt wenig. Ach doch, Apfelsinenherstellung und Sangria.
- #119 06.06.2012 11:54 von
Spanien...
hat eine Regierung, die über die Jahre die Augen vor ganz fatalen Fehlentwicklungen verschlossen hat. Als Beispiel seien die Obstbeete in der südspanischen Wüste genannt, alles EU (also = deutsche, finnische, holländische, slowakische Steuermittel) gefördert. Soll angeblich den Arbeitsmarkt fördern. Was passiert? Ein paar Bonzen pumpen das Grundwasser für diesen Irrsinn leer, und "Arbeit" bekommen die mit Schmiergeld geduldeten Illegalen, für zwei Euro am Tag, damit nur ja keinem Spanier ein anständiger Lohn gezahlt werden muß.
Aber was reden wir, hier passiert doch eine ähnliche Reichenbegünstigung. Wenn Arbeitskräfte in Gastronomie und Pflege fehlen, wird nicht etwa darüber nachgedacht, daß die Nachfrageseite endlich mal - marktwirschaftlich korrekt - anfangen könnte, die Mitarbeiter anständig zu bezahlen. Nein, der erste Gedanke ist: laßt uns wieder mal Lohndrücker aus Asien/Afrika importieren, damit der Profit beim Betreiber besser aussieht. Das gesellschaftliche Problem in Gestalt des kulturell differierenden Anhangs dieser Lohndrücker soll dann bei der Arbeiterklasse hängenbleiben, denen die da oben mit den Lohndrückern vorher schon die eigenen Erwerbsaussichten ruiniert haben.
Mitleid mit Regierungen, die solche Politik machen? bei mir nicht. Nicht hier, und nicht in Spanien. Und für die Profiteure solcher kurzsichtiger Reichen-Bereicherungsorgien sollte es keinen Pfennig mehr geben. Banken in die Pleite, volle Nachschußpflicht für die Aktionäre, wenn der Liquidationserlös für die Schulden nicht reicht.
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