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Euro-Krise: Oberster Steuerfahnder geißelt Zahlungsmoral der Griechen

REUTERS"Zahlt endlich Steuern!", forderte IWF-Chefin Lagarde von den Griechen - und provozierte einen Sturm der Entrüstung. Nun gibt ihr der griechische Fiskus Recht: Dem Staat entgingen pro Jahr bis zu 45 Milliarden Euro, moniert Athens oberster Fahnder. Die Hälfte würde reichen, um die Schuldenkrise zu lösen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...837654,00.html
  1. #90

    Wichtig

    Zitat von RogerRabit1962 Beitrag anzeigen
    Wenn Sie als Kleinsparer zur Bank gehen und einen Kredit wollen, dann fragt man Sie nach Sicherheiten.
    Wenn Sie der Bank einen Kredit geben (Spareinlage), haben Sie dann ihre Bank schon mal nach Sicherheiten gefragt?
    Sie erhalten dann schöne, blumige Sätze, die bei Hinterfragen nicht viel wert sind.
    Wichtig und nicht jedem klar was Sie da völlig zu Recht anführen. Nicht die Menschen sind das Problem, sondern die Institutionen und deren Macher, die für sich einen Sonderstatus in Anspruch nehmen und offen Recht brechen.
    Recht ist nur noch dazu da, es gegen Bürger einzusetzen und Institutionen vor deren Forderungen zu schützen.
    Internationale Konzerne ziehen sich in rechtsfreie Räume zurück, setzen ihre Interessen aber Lokal durch.
    Genau das ist dieses krude Konstrukt Europa, dass lokal die Bürger unter Druck setzt und sich im Nirgendwo hinter noch kruderen Konstrukten und Glasfassaden versteckt. Wo sitzt denn Herr oder Frau EU? Wo kann man sie belangen. Je größer die Institution, je größer die Machtlosigkeit des Einzelnen.
    Am Fall Timoschenko kann man sehen, wie diese Konstrukte sich gegenseitig decken und vor Konsequenzen schützen.
    Nicht nur große Konzerne und Banken müssen zerschlagen werden, nein auch große politische Konstrukte.
    Mit der völligen Freistellung des ESM und seinen Verantwortlichen vor rechtlicher Verfolgung, hat man das ganze auf die Spitze getrieben und die EU zu einem Unrechtsgebilde gemacht.
  2. #91

    europäisches Steuerrecht hilft nichts

    Zitat von oui Beitrag anzeigen
    so unangenehm es sein mag, was Europa am meisten fehlte, war weder eine Verfassung, noch ein Unions-Vertrag, sie sind beide Mist, wenn Europa sowieso kaputt geht, sondern ein Europa weites Steuerrecht, auch wenn es durch jedes einzelnes Parlament als eigenes Landesrecht beschlossen sein müsste! Die Globalisierung ohne dieser Prämisse war Onanie... Man hat den Pflug vor den Ochsen angespannt. Sogar im Musterstaatchen Bundesrepublik Deutschland wird gegen Schwarzarbeit, unangemeldete gewerbliche Tätigkeit, entgangene öffentliche Gebühren fast nichts getan. Wie kann man am Samstag, Sonntag und Feiertag unbestraft laute Baumaschinen betreiben und keiner merkt's?
    die Griechen haben ein gutes Steuerrecht. Das wir allerdings nicht durchgesetzt, weil die Steuerverwaltung korrupt ist. Statt nach immer mehr Europa zu rufen, sollte man den Nationalstaaten auf die Finger sehen, sprich: Kein Geld mehr an Griechenland. Das ist die einzige Lösung. Der Aufruf ginge vor allem an Rot-Grün, aber auch an Teile der Koalition.
  3. #92

    eigentlich sollte GR..

    Zitat von sappelkopp Beitrag anzeigen
    ...dann sollten mal eine effiziente Steuerbehörde aufgebaut werden und alles ist gut. Verstehe nur nicht, dass sich nur die Lagarde traut, das öffentlich zu sagen. Hat Murksel etwa Angst, dass man ihr beim nächsten Griechenland-Urlaub die Handtasche klaut?
    für einen Zeitraum von 10 Jahren aus dem Euro ausgekoppelt werden und unter EU Protektorat gestellt werden und die Verwaltung und den Gouverneur stellt Österreich,die haben aus der KuK Teit erfahrung wie die Balkanländer ticken Ich weiss - das geht nicht - aber die gegenwärtige Behandlung der Probleme ist ja nun auch nicht das gelbe vom Ei!!
  4. #93

    Zahlungsmoral ...

    ... ein stumpfes Werkzeug , - und das in der Hand des Fiskus.
  5. #94

    ...

    wie kann man einen Artikel darüber schreiben und kein einziges mal "Schweiz" schreiben?
    Das Volk leidet erst unter den Steuerhinterziehern und nun wird es bei den Sanktionen ebenfalls am härtesten getroffen. Die Troika lässt die großen laufen und schießt auf die kleinen.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Zahlt endlich Steuern!", forderte IWF-Chefin Lagarde von den Griechen - und provozierte einen Sturm der Entrüstung. Nun gibt ihr der griechische Fiskus Recht: Dem Staat entgingen pro Jahr bis zu 45 Milliarden Euro, moniert Athens oberster Fahnder. Die Hälfte würde reichen, um die Schuldenkrise zu lösen.

    Griechen sollen ihre Steuern zahlen fordert Griechenlands Fiskus - SPIEGEL ONLINE
  6. #95

    Bitte um Vorsicht

    Ich will den Spiegel, sowie seine Leser, um Vorsicht bitten, denn die Lage ist äusserst kritisch.

    Das allerwichtigste: es sind nicht "die Griechen" die keine Steuer zahlen. Das Problem ist systemisch, es ist weitreichend und es hat vor dreisig Jahre angefangen. Hinzu kommt die Tatsache dass die griechische Krise ein Symptom ist und nicht die Ursache - der Kontext ist sehr kompliziert und Griechenland, mit alle ihre Probleme und die eigene Schuld nur ein Teil davon. Konkret zur Steuerhinterziehung, ich glaube niemand kann mit Sicherheit dass sowas nur und ausschliesslich in Griechenland passiert.

    Die Realität für einen Griechen, der jahrelang pflichtgetreu seine Steuern bezahlt hat -obwohl er schon seit lange sein Vertrauen gegenüber dem Statt verloren hat- ist diese: sein Lohn wird gekürzt um 20%, in vielen Fällen mehr, wenn er Glück genug hat seine Arbeit zu behalten. Alle produkte werden teuerer, wg. zusätzliche Steuer. Es wird von ihm verlangt, dass er zusätzlich einen "Solidaritäts"-Beitrag zahlt. Diesen zahlt er. Dann muss er das wieder tun (ich glaube soweit waren die zusätzlich extra "Solidaritäts"-Steuer schon zwei mal eingeführt). Dann muss er extra Steuer für alle Immobilien unter seinem Besitz zahlen. Dieser Beitrag wird durch die Stromrechnung erledigt, sollte dieser nicht bezahlt werden, dann wird der Strom sofort abgeschaltet. So sah die Lage bis ungefähr Februar aus. Im Februar werden noch mehr Kürzungen und zusätzliche Steuer verlangt. Dann kommt Fr. Lagarde und sagt "zahlt mehr Steuer!" und irgendwann macht alles keinen Sinn mehr. Neonazis tauchen in Griechenland auf, die Kriminalität steigt, die Angst sowieso, von unserer ständiger Demütigung als die "Pleite-Griechen" ganz zu schweigen (worauf die Griechen, und mit Recht, verletzt reagieren. Nicht auf die Hilfe!). Diese Demütigung führt zusätzlich zu einen grossen Schlag in der Tourismusbranche, das einzige was übrig blieb. Und dann muss man noch solche und ähnliche Kommentare lesen, hören und erleben:

    Zitat von bobblebubble Beitrag anzeigen
    Sind wir doch mal ehrlich: das Thema ist durch und Griechenland schon draußen. Wenn die Griechen erst mal Ihre Drachme zurückhaben, können wir dort für nen Appel und en Ei Urlaub machen. DAnn wünschen Sie sich die Zeiten jetzt zurück und tragen uns für ein paar Euro auf einem goldenen Stuhl durchs Dorf. Dann müssen Sie es eben auf die ganz harte Tour lernen. Wir geben denen Geld und die schlagen unsere Hand aus und wollen mehr. Was soll das ganze? Woher kommt dieses Denken?
    Ich bitte Sie alle um grosse Vorsicht. Griechenland ist nicht das Problem, es ist ein Teil des Problems und die eigene Schuld und Verantwortung muss und soll das Land übernehmen. Aber bis dahin. Ich bitte Sie alle: kein "Pleite-Griechen" mehr. Dieses stimmt nicht, es ist beleidigend, es ist ungerecht und es führt nur zu grössere Probleme, die eines Tages wenn es so weiter geht mit mathematischer Präzision selbst Deutschland erreichen werden.
  7. #96

    Ein schwieriger Prozep der Selbsterkenntnis

    was die Griechen durchnachen, aber er zeigt erste Früchte. Erstmal alles relativieren, wie auch hier einige Foristen, denn Steurern werden ja überall hinterzogen. Das exorbitane Ausmaß, die völlige Desorganisation der Steuerverwaltung und eine hemmungslose und geduldete Verweigerung der Eliten überhaupt Steuern zu zahlen, müssen aber endlich von den Griechen erkannt werden. Und wenn dann eine 50 % Steuerzahlung uns vor dem ganzen Schlamassel bewahrt hätte und Griechenland riesen Problee hat wenigstens das hinzubekommen muss unsere Kritik an den Griechen noch weiter, partnerschaftlich, daran erhöht werden, bis es auch der letzte Grieche verinnerlicht hat, dass es so nicht geht.
    Das ist nicht oberlehrerhaft, sondern mehr als berechtigte Kritik, die endlich angenommen werden muss.
  8. #97

    In erster Linie ein moralisches Problem

    Leider geht es bei der derzeitigen Krise in Griechenland (Italien, Spanien, Portugal, etc.) nicht nur um ein ökonomisches Problem. Es ist ein moralisches Problem. Eine Mehrheit in den betroffenen Ländern ließ ihren korrupten, unfähigen, neureichen Elite alles durchgehen. Und dann nach dem Motto "wenn die oben betrügen, machen wir unten halt mit". Die Griechen baden in ihrem Selbstmitleid, aber sie gehen nicht dran, die Zustände zu ändern. Nein - man wählt nun Radikale, weil diese einem versprechen, dass alles so, wie bisher weitergehen kann. Griechenland hat im Bezug auf seine 11 Millionen Einwohner im Vergleich zu Deutschland 6 mal mehr (unfähige) Beamte. Wer einmmal in Griechenland mit der Bürokratie zu tun hat, wird jeden Respekt vor dem griechischen "Staat" verlieren. Nichts funktioniert (zeitnah). Für jeden Dreck müssen Stapel von Papieren gedruckt, gestempelt und von einem Amt zum anderen getragen werden. Kein griechisches Amt ist mit dem anderen in irgendeiner Weise vernetzt. Jeder griechische Teenager hat PC, Smartphone & Co. In der Bürokratie sind PC-Netzwerke NICHT funktionierend. Es gibt auch gar kein Interesse, eine funktionierende Bürokratie zu schaffen. Denn die würde weniger Beamte erfordern und dann kämen die Leute, die als politische Geschenke das Beamtentum geschenkt bekommen ("Rousfeti") ja nicht unter. Das gesamte griechische System ist bis in seine Atome (=der einzelen Bürger) mangelhaft. Das System wird seit mehr als 30 Jahren so erhalten und von seinen Bürgern toleriert. Denn ein unfähiger Staat kann auch schlecht Steuern eintreiben. JEDER Grieche hängt mit in diesem System. Keiner regte sich in den letzten Jahrzehnten darüber in GR auf. Von der EU kamen unmoralisch hohe Summen an Fördermitteln nach Griechenland. Jeder, der konnte versuchte, davon so viel, wie möglich in seine eigene Tasche zu stecken. Olympia 2004 war das beste Beispiel. Schon damals hätte uns Europäern ein Licht aufgehen müssen, dass wir in ein potemkinsches Dorf investieren. Zu den Investitionen: Ja - man müßte in das Land investieren. Aber wie, wenn die Bürokratie nicht funktioniert und es keine Rechtssicherheit gibt? Wie soll man den Griechen helfen? Und, wenn man es tut, stößt man z.B. im Tourismus auf Desinteresse. es gäbe irre viele Möglichkeiten in Griechenland. Es ist ein wunderschönes Land und man könnte 12 Monate lang Gäste haben. Aber wollen die Griechen wirklich ausländische (und sogar deutsche) Gäste? Wenn man hier mithört, wie man über DIE Deutschen spricht, könnte man Zweifel bekommen. Und trotzdem ist Griechenland weiterhin ein sicheres Reiseziel. Was da in deutschen Medien vertrieben wird, ist Panikmache und Verunglimpfung. Wie soll es weitergehen? Ausländische Steuerfandung in GR? Das akzeptieren die Griechen nicht, weil das ihre "Souveränität" verletze würde. Aber haben sie überhaupt noch ein RECHT auf Souveränität? Sie wollen von Europa Geld, weil sie ihren Sauladen nicht unter Kontrolle bekommen, wollen aber nicht akzeptieren, dass sich andere, erfahrene darum kümmern???
  9. #98

    An den unberührbaren Eliten beißt sich selbst unser Finanzamt die Zähne aus. Da kommt dann von höchster Stelle ein Ermittlungsverbot und schon Verläuft das Verfahren im Sande. Wer mehr wissen will, dem sei das Buch "Macht und Missbrauch: Von Strauß bis Seehofer. Ein Insider packt aus." von Wilhelm Schlötterer empfohlen.

    In Griechenland gehören scheinbar zu viele zur unberührbaren Elite.
    Vergleichbar mit einer Algenkolonie an einer Gewässeroberfläche. Einige Algen bilden Luftblasen um an der Oberfläche zu bleiben. Für die einzelne Alge ist es von Vorteil keine Luftblase zu bilden (Steuerflucht), aber wenn zu wenige Algen Luftblasen bilden, sinkt die ganze Kolonie und stirbt.
  10. #99

    ...

    Fragt sich nur, wie die Griechen das zahlen sollen
    - man hört ständig wie dreckig es den Griechen geht
    - Arbeitslosigkeit auf rekordhoch
    - riesige Zahl Obdachloser und selbstmorde täglich


    Ich würd auch lieber keine Steuer Zahlen als verhungern. Aber...
    natürlich sind die Griechen wieder schuld an der ganzen Sache.


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