Euro-Krise: Merkel warnt vor Überforderung Deutschlands

dapdDie europäische Schuldenkrise wird nach den Worten von Angela Merkel zum entscheidenden Thema auf dem G-20-Gipfel in Mexiko. Die Kanzlerin warnte in ihrer Regierungserklärung davor, Deutschland in der Schuldenkrise zu überfordern: Deutschlands Kräfte seien "nicht unbegrenzt".

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...838794,00.html
  1. #60

    bin gespannt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die europäische Schuldenkrise wird nach den Worten von Angela Merkel zum entscheidenden Thema auf dem G-20-Gipfel in Mexiko. Die Kanzlerin warnte in ihrer Regierungserklärung davor, Deutschland in der Schuldenkrise zu überfordern: Deutschlands Kräfte seien "nicht unbegrenzt".

    Schuldenkrise: Merkel warnt vor Überforderung Deutschlands - SPIEGEL ONLINE
    wo sich die dame aufhält, wenn in kürze alles zusammenbricht ?
    dann zu sagen..das konnte man nicht vorhersehen, oder sie habe keine schuld, ist inaktzeptabel. jeder mensch wird zur rechenschaft gezogen, sobald er mist baut. ausser politiker, die bekommen noch ein golden handshake
  2. #61

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Sieh an, die Forderung nach neuen Schulden für mehr Wachstum wird mit der Aufhebung von Handelsbeschränkungen beantwortet. Dumm ist sie ja nicht, unsere Kanzlerin.

    Und recht hat sie auch, mit ihrer Warnung vor einer Überforderung Deutschlands und das auch Deutschlands Interessen durchaus legitim sind, genau wie die anderer Länder.
    .... und nächste Woche wird sie den Griechen neue Hilfen zusagen.

    Merkel hat jetzt die Chance den Hebel anzusetzen und die Hellenen aus dem Euro zu kicken, mit Ziel ALLE PIGs möglichst schnell nachfolgen zu lassen. Sie kann das erreichen - wenn sie will.
    Was ich allerdings stark bezweifle. Denn unser Freunde in Paris werden alles unternehmen Deutschlands de facto Hegemonie zu hintertreiben. Hollande wird sich als echter "Freund" erweisen - solange Frankreichs Hauptziel, die Vergemeinsachaftung der Defizite und Schulden, von Deutschland "akzeptiert" wird. Ich sehe auf Merkels Seite keinen echten Willen dem einen Riegel vorzuschieben. Stattdessen tippelt sie langsam rückwärts dem Abgrund entgegen.

    JEDER Hilferuf der bankrotten "Partner" wird weiter mit Milliardenhilfen beantwortet, umso leichter wenn der ESM erst einmal wie gewünscht arbeitet.

    Seit zwei Jahren gibt sie Geld für leere Versprechen, lässt sich bei jeder Gelegenheit weitere Zusagen abschwatzen. Immer im Bestreben ja nicht zu dominant zu erscheinen. Wo Härte und Führungskraft angesagt wären sehen wir Herumeiern und schrittweise Aufgabe von Positionen, im falschen Glauben MEHR Europa würde - wie ein Wunder - die nicht zu kittenden Unterschiede der Eurozone verschwinden lassen.

    Die ganzen Hilfspakete, Rettungsschirme, Fons und Pakte der letzten zwei Jahre verdecken nur die nicht zu überbrückenden Differenzen zwischen Nord- und Südeuropa, verlängern das Sterben einer gescheiterten Währung und häufen immense Zusatzkosten den solventen Staaten auf.

    Merkel scheint nicht zu spüren daß ihr Ansatz scheitern wird und die einzig gangbare Alternative, die ECHTE Fiskalunion, dem deutschen Steuerzahler Kosten in nicht absehbarer Höhe aufbürdet. Wo Ratio und Verstand ihre Politik prägen sollten gibt es nur Träume und illusorische Großprojekte die keinerlei Erfolg versprechen.

    Die anglo-amerikanischen Medien sind da deutlich: Entweder die Deutschen werden ärmer, zahlen unbegrenzt, oder der Euro ist tot. Warum sagt Sie das nicht laut ? Sie weiß es doch. WEM fühlt sich die Frau eigentlich mehr verpflichtet - ihren Mitbürgern oder den Geldeliten ?
  3. #62

    Nordeuro

    wir müssen in der Tat den Ausstieg ernsthaft und glaubwürdig diskutieren-
    ein Nordeuro wäre da mE glaubhafter.Die DM wäre schon eine ziemliche Selbstmordkiste-wir müssten Kapitalkontrollen einführen- vielleicht wie china,die DM an den Dollar koppeln usw- kann ich nicht überblicken-mir scheint:

    Der einzige Weg ohne katastrophale Verschuldung Deutschlands,scheint nun der deutsche Austritt aus dem Euro- und Ausgabe eines Nordeuro.Im Unterschied zum Vorschlag von Olaf Henkel
    sollten wir aber Frankreich einbeziehen.-
    Wenn wir Frankreich und Irland usw mit in den neuen Nordeuro nehmen,wird die Aufwertung wegen deren hohen Schulden schon verkraftbarer sein.-
    Dann können die übrigen Länder -vor allem Spanien,Italien usw so viel Euro drucken wie sie wollen,und sie könnten ihre Schulden in Euro bedienen.-
    Dies würde die Schockwellen einer Währungsumstellung in Spanien bspw völlig vermeiden-die behalten ja den Euro.Es gäbe keinen Grund,die Banken zu plündern.-
    Ebenso gäbe es keinen Grund dazu in den Nordeuro-Ländern,denn hier würden die Menschen mit einer Aufwertung ihrer Euroguthaben durch die Umwandlung in Nordeuro rechnen.-
  4. #63

    Zitat von GlobalerOptimist Beitrag anzeigen
    Hollande erbt ein jährliches Handelsdefizit von 70 Mrd. Euro .
    Sollten wir das nachmachen? Ein Lacher, mehr nicht!
    Nun ja, nach deutschen Vorstellungen sollen alle einen Exportüberschuß erzielen. Wäre das auch Ihre Wunschvorstellung?
  5. #64

    Thema Geld

    dem deutschen Staat entgehen u.a.:

    - 50 MRD Euro durch die 1991 den Spezis geschenkte Börsenumsatzsteuer
    -10 MRD durch den sinnlosen Vasallenkrieg in Afghanistan
    -15 MRD durch die Steuerfreiheit auf Veräusserungsgewinne von Unternehmensbeteiligungen (vulgo: Zocken)
    - 10 MRD durch die fehlende Erbschaftssteuer


    Aber den Hartz4-Empfängern wird das Geld gekürzt, die Bahn soll auch noch verschleudert werden, Schulen, Kindergärten und Unis werden kaputtgespart.

    Wer wählt sich denn freiwillig so eine Politik?
  6. #65

    Die Schuldenkrise eskaliert

    Protektionismus gab es schon immer. Sie ist nur kurzzeitig in Vergessenheit geraten, weil man sich dem Glauben hergab, wenn die europäischen Staaten grenzenlos Handel treiben können, dass es dann auch Wohlstand für alle geben wird.

    Tatsächlich gab es nur Schulden für alle. Jetzt ist die Schuldenkrise gerade dabei zu eskalieren und niemand weiß wie eine Lösung aussehen könnte. http://www.start-trading.de/blog/201...t-was-sie-tun/

    Deutschlands kann selbst die Notbremse ziehen, sofern es das wollte. Solange die Nachbarn noch auf den Beinen sind, kann Deutschland aber auch noch konkurrenzlos Produkte verkaufen. Das hat seine Vorteile.
  7. #66

    Überschuldung Deutschlands

    Ich kann dem Kommentar von Worldwatch heute, 11:01 Uhr nur zustimmen.-
    Deutschland ist real weit höher verschuldet als die USA.
    Warum spielt das in der Diskussion keine Rolle?

    Übrigens hat die Energiewende faktisch die Schulden
    noch einmal um 0,5 bis 2 Billionen erhöht,weil die Stromzwangsabgabe unabwendbar gezahlt werden muss- und da wird wohl der Staat auch einspringen müssen.
  8. #67

    x

    Zitat von g.bruno Beitrag anzeigen
    Klingt alles vernünftig und schlüssig, man kann nur zustimmen- ob sie ihren Kurs gegen alle auch durchhalten kann?
    Was klingt denn daran vernünftig?
    "sie würden das Mittelmaß für Europa zum Maßstab erklären"

    Natürlich ist das Mittelmaß der Maßstab. Wenn alle "besser" als das Mittelmaß wären, wäre das ja das neue Mittelmaß.

    Auch tut sie so, als wenn Deutschland die Neustrukturierung der Schulden zahlen müsste. Das Gegenteil ist der Fall. Entweder wir helfen den anderen Ländern wieder zu wachsen und sich von dem Chaos zu befreien, daß derzeitig an den Staatsbondmärkten tobt, ODER wir zahlen. Ich kann das Gelaber nicht mehr hören, daß es angeblich für Deutschland billiger käme, das alles zusammen krachen zu lassen. Das Gegenteil ist der Fall.

    Statt hier ständig rumzustänkern und Europe quasi kaputt zu reden, sollte man lieber mal darüber nachdenken, was man im Europäischen Politikgebilde zu tun hätte, damit einheitliche Regeln für alle gelten, die zu was führen.

    Deutschland hat sich jahrelang dagegen gewehrt, für seine Exportüberschüße und die zu niedrige Inflation (also Lohndumping) bestraft zu werden. Defacto hat es aber damit dazu beigetragen die Ungleichgewichte die es heute finanzieren muß erst zu erzeugen.

    Importüberschüsse sind böse aber Exportüberschüsse nicht. Das ist ne Milchmädchenrechung. Genauso wie man weltweit nicht nur sparen kann. Sparen und Schulden machen gehen leider Hand in Hand.

    Also, wo macht der Bockmist Sinn, den die da erzählt?
  9. #68

    ...

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Sieh an, die Forderung nach neuen Schulden für mehr Wachstum wird mit der Aufhebung von Handelsbeschränkungen beantwortet. Dumm ist sie ja nicht, unsere Kanzlerin.

    Und recht hat sie auch, mit ihrer Warnung vor einer Überforderung Deutschlands und das auch Deutschlands Interessen durchaus legitim sind, genau wie die anderer Länder.
    Diese Regierungserklärung ist aller Einsichtigkeit zum Trotz nichts anderes als ne vorweggenommene Bankrotterklärung. Schade, dass die Erkenntnisse bei Frau Merkel immer erst dann reifen, wenn alle Handlungsalternativen faktisch vom Tisch sind. Na ja - mit Alternativen hat Frau Merkel es ohnehin nicht so...

    So dürfte etwa das Thema Eurobonds seit dieser Woche nicht mehr sinnvoll in Szene zu setzen sein, weil die ersten großen Marktteilnehmer bereits gestern deutsche Anleihen abgestoßen haben. Das dürfte der erste Schritt in Richtung - na wie wollen wir es nennen? - "faktische Eurobonds" gewesen sein. Unabhängig davon, ob Frau Merkel auf Eurobonds steht oder nicht, dürfte sich das Zinsniveau allein durch Angebot, Nachfrage, Marktinteresse u. ä. - demnächst wohl auch in Deutschland - auf ein Niveau begeben, dass mit Eurobonds auch zu haben gewesen wäre.

    "Angebot und Nachfrage" oder so abwegiger Kram wie die Interessen der Marktteilnehmer dürften wohl in Frau Merkels Lehrbuch der Planwirtschaft - dass sie offenbar aus ihrer Zeit als FDJ-Sekretärin in die Jetzt-Zeit herübergerettet hat - nicht dringestanden haben. Da Frau Merkel mit echter, aufrichtiger Expertise auch sonst gern mal so ihre liebe Not hat, sitzt glücklicherweise eine Deutsch- und Englischlehrerin im Vorzimmer und heckt die Pläne aus.

    Wenn Frau Merkels und Wolfgang Schäubles Einfälle zur Krisenbewältigung (den Wirtschaftsminister lasse ich mal aussen vor - der ist Augenarzt und hat über Herzrhythmusstörungen promoviert...) sich weiter darauf beschränken, das auszusprechen was sich nicht mehr leugnen lässt, dann wäre es an der Zeit die Occupy-Zelte vorm Kanzleramt aufzubauen.

    Wenn Frau Merkel es wirklich darauf anlegen würde, den Märkten Rahmenbedingungen vorzugeben, dann müsste sie die Situation wenigstens mitgestalten. Wenn sie Hand in Hand mit ihren Kabinettsmitgliedern immer nur abwartet bis etwas passiert, darf sie sich nicht darüber wundern, dass irgendwann etwas passiert.

    Da sieht man mal wieder: Alles was Frau Merkel will ist der Job den sie bekleidet bzw. der sie bekleidet. "Koste es was es wolle" wird dabei auf einem bis dato unbekannten Level vollkommen neu definiert.
  10. #69

    Alles geplant?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die europäische Schuldenkrise wird nach den Worten von Angela Merkel zum entscheidenden Thema auf dem G-20-Gipfel in Mexiko. Die Kanzlerin warnte in ihrer Regierungserklärung davor, Deutschland in der Schuldenkrise zu überfordern: Deutschlands Kräfte seien "nicht unbegrenzt".

    Schuldenkrise: Merkel warnt vor Überforderung Deutschlands - SPIEGEL ONLINE
    Der Brandbrief deutscher und französischer Wirtschaftsexperten vom 27.4. an die Regierungen der EU zeigt die Zusammenhänge und benennt mögliche erste Maßnahmen für die Mitglieder der EWU:
    Rückkehr zu ihren nationalen Währungen und das Recht, deren Parität gemäß der eigenen Wirtschaftskraft festzulegen.

    Fehlt dafür der politische Wille und wird kein Konsens gefunden, dann werden die Grundlagen für ein geeintes Europa nachhaltig beschädigt .
    Es wäre der Beweis, dass das Schulden - Karussell von Anfang an geplant war, damit die global deregulierte Finanzindustrie über den wachsenden Zins-Dienst für nicht mehr tilgbare Staatsschulden die EU nach Belieben ausbluten lassen kann.

    Für diese These spricht auch, dass man die Finanzordnung der EU von Anfang an auf dem ungedeckten U.S. Dollar als Leitwährung und ein Zentralbank - System nach dem Vorbild der FED gegründet hat. Ein eigenständiges Europa, womöglich als Gegenmodell zu den USA war nie beabsichtigt.