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Spiegelkritikus
Nun, diese Position vetrete ich seit jahren und sie ist in der Tat die einzig gangbare und sinnvolle. Die Krisenlogik erzwingt unausweichlich die Entscheidung zwischen einer Vergemeinschaftung der Schulden, also einer dauerhaften Transferunion, und der Aufgabe dieser Euro-Zone. Die einzige Alternative dazu bestünde darin, reiche Unternehmen und Kapitaleigner in dieser Zone massiv zur Schuldentilgung vor allem in den maroden Südländern heran zu ziehen, was die teilweise Beschlagnahmung von Auslandsguthaben einschliessen müsste. Aber diese Lösung ist natürlich nicht im Interesse der herrschenden Eliten - auch in Deutschland - und wird deswegen von der willfährigen Politik nicht einmal erwogen. Ausnahme ist die griechische Syriza, die deswegen von den Eurokraten und ihren korrupten Vasallenparteien ND und Pasok erbittert bekämpft wird.
Frankreich muss beim neuen Nordeuro unbedingt dabei sein. Erstens um die Aufwertung der neuen Währung zu begrenzen und damit den deutschen Export nicht wesentlich zu belasten. Zweitens gebietet unsere Vergangenheit, Frankreich mit einzubinden. Drittens hat der neue Währungsraum nur mit Frankreich genügend wirtschaftliches und politisches Gewicht in der Welt. Auch Irland gehört in diese Nordwährung.
Wenn Merkel und Schäuble wirklich ökonomischen Sachverstand hätten, wäre ihnen längst klar, dass es nur dieses Procedere sinnvoll und demokratisch legitim ist und die Krise sauber beendet. Freilich muss die Politik auch bereit sein, sich über das Interesse der Finanz- und Wirtschaftseliten hinwegzusetzen, die mit einer Vergemeinschaftung der Schulden direkten Zugriff auf insbesondere deutsche und französische Steuergelder und Ersparnisse der Bürger erlangen wollen. Das ist die tatsächliche Herausforderung, vor der unsere Politik steht!